Wer einmal vor dem Formarinsee gestanden hat, versteht sofort, warum dieser Ort Menschen immer wieder hierher zieht. Auf rund 1793 Metern Höhe liegt der See wie hineingelegt in eine weite Mulde des Lechquellengebirges, das Wasser so klar und ruhig, dass sich die mächtige Rote Wand darin spiegelt – ein Anblick, der sich in jeder Jahreszeit anders anfühlt und jedes Mal neu beeindruckt. Der Weg dorthin beginnt typischerweise am Formarinsee-Parkplatz oberhalb von Lech am Arlberg, von wo aus ein gut ausgebauter Wanderweg durch alpine Wiesen und entlang kleiner Bachläufe führt. Schon auf dem Anmarsch öffnet sich das Gelände immer weiter, der Blick schweift über das Lechquellengebirge, und die Rote Wand – mit ihren markanten rötlich-grauen Felsflanken – wächst mit jedem Schritt imposanter aus dem Hintergrund heraus. Am Seeufer angekommen, lohnt es sich, einfach innezuhalten: Das Panorama aus Wasserfläche, Bergkamm und weitem Himmel ist selten so kompakt und so still zu erleben wie hier. Die Rote Wand selbst, mit 2704 Metern einer der markantesten Gipfel des Lechquellengebirges, ist für geübte Alpinisten ein lohnendes Ziel. Die Route über den Formarinsee hinauf zum Gipfel verlangt Trittsicherheit und alpine Erfahrung – wer sie mitbringt, wird mit einem Rundblick belohnt, der von den Allgäuer Alpen bis zu den Silvretta-Gipfeln reicht. Für alle, die lieber am See bleiben, gibt es rund um das Ufer ausreichend Möglichkeiten, die Ruhe der Hochalpenlandschaft zu genießen, ohne auf Komfort verzichten zu müssen: Die Freiburger Hütte am Seeufer bietet Einkehr und ist ein idealer Ausgangspunkt für weitere Touren im Gebiet. Besonders im Frühsommer, wenn die letzten Schneefelder noch an den Nordhängen der Roten Wand liegen und die Almwiesen rund um den See in voller Blüte stehen, entfaltet der Formarinsee eine Wirkung, die sich schwer in Worte fassen lässt. Im Herbst verwandeln sich die umliegenden Lärchenwälder in ein tiefes Gold, das sich im Wasser bricht – eine Stimmung, die Fotografen und Wanderer gleichermaßen anzieht. Auch im Winter ist das Gebiet erreichbar, dann allerdings nur für erfahrene Skitourengeher und mit entsprechender Ausrüstung.
Ein hochalpines Naturerlebnis mit kristallklarem Bergsee, weitem Panorama auf das Lechquellengebirge und der markanten Roten Wand als Kulisse. Gut ausgebaute Wanderwege, Einkehr in der Freiburger Hütte und – für Erfahrene – der Gipfelanstieg auf 2704 Meter.
Der Formarinsee liegt im Lechquellengebirge, einem Teil der Nördlichen Kalkalpen in Vorarlberg. Das Gebiet rund um den See und die Rote Wand gehört zum Naturpark Nagelfluhkette bzw. zum weiteren Umfeld des Biosphärenparks Großes Walsertal und ist seit Langem ein wichtiges Almwirtschaftsgebiet. Die Freiburger Hütte, die direkt am Seeufer steht, wurde vom Deutschen Alpenverein Sektion Freiburg erbaut und ist seit Jahrzehnten ein zentraler Stützpunkt für Bergsteiger und Wanderer im Lechquellengebirge. Die Rote Wand verdankt ihren Namen den charakteristisch rötlich gefärbten Wettersteinkalk-Felsen ihrer Flanken.
