Wer Klagenfurt am Wörthersee abseits der Uferpromenaden erkunden möchte, findet am Fuß des Kreuzbergl-Hügels einen Ort, der auf den ersten Blick schlicht wirkt und beim zweiten Hinsehen erstaunliche Tiefe offenbart. Der Botanische Garten am Kreuzbergl ist kein inszeniertes Schauspiel aus Gewächshaustürmen und Eventflächen, sondern ein gewachsener, lebendiger Lernort, der sich behutsam in die Hanglage des Kreuzbergl einfügt.
Der Weg durch den Garten führt Besucher durch unterschiedliche Pflanzenwelten, die nach botanischen und ökologischen Gesichtspunkten gegliedert sind. Heimische Wildpflanzen wachsen hier neben Arten aus fernen Klimazonen, und wer sich die Zeit nimmt, die Beschilderungen zu lesen, lernt nebenbei mehr über Pflanzenfamilien, Ökosysteme und die stille Logik der Natur. Kinder entdecken auf den Wegen Insekten und Schmetterlinge, während Erwachsene innehalten und die Ruhe genießen, die der Hügel selbst an belebten Sommertagen bewahrt.
Das Kreuzbergl ist als Naherholungsgebiet fest im Alltag der Klagenfurterinnen und Klagenfurter verankert. Der Botanische Garten bildet dabei einen besonderen Ankerpunkt: Er verbindet den Charakter eines Stadtparks mit dem Anspruch einer wissenschaftlichen Sammlung. Wer den Garten in Kombination mit einem Spaziergang über den Kreuzbergl-Hügel plant, erlebt einen halben Tag, der Natur, Bewegung und ruhige Kontemplation verbindet.
Besonders eindrucksvoll ist der Besuch im Frühling, wenn die ersten Blüten nach dem Kärntner Winter aufbrechen, und im Frühsommer, wenn der Garten in voller Vielfalt steht. Aber auch im Herbst, wenn die Laubfärbung am Kreuzbergl einsetzt, lohnt sich der Weg. Die Nähe zur Klagenfurter Innenstadt macht den Botanischen Garten zu einem Ort, der sich spontan in jeden Stadtbesuch integrieren lässt, ohne großen Planungsaufwand.