Der Lendkanal ist eines der ungewöhnlichsten Stadtporträts, die Klagenfurt zu bieten hat. Wer hier ein Boot besteigt, sieht die Landeshauptstadt Kärntens aus einer Perspektive, die den meisten Besuchern verborgen bleibt: zwischen alten Ufermauern, unter Brücken hindurch, vorbei an Gärten und Hinterhöfen, die sich nur vom Wasser aus zeigen. Der Kanal verbindet die Altstadt mit dem Wörthersee und ist damit nicht nur ein historisches Bauwerk, sondern auch eine echte Wasserstraße mit Charakter. Die Fahrt beginnt meist am Lendhafen, dem kleinen Bootsanleger nahe der Innenstadt. Vom ersten Paddelzug oder Motorstart an verändert sich das Tempo des Tages. Die Geräuschkulisse der Stadt tritt zurück, das Wasser bestimmt den Rhythmus. Entlang des Kanals passiert man markante Punkte wie den Benediktinermarkt und die charakteristischen Villenfassaden, die sich zum Ufer hin öffnen. Wer genau hinschaut, entdeckt Wasservögel, alte Schleusenreste und die sanfte Vegetation, die den Kanal säumt. Nach etwa vier Kilometern öffnet sich der Kanal in den Wörthersee, und der Blick weitet sich schlagartig: Vor einem liegt einer der wärmsten Badeseen der Alpen, umrahmt von bewaldeten Hügeln und dem fernen Panorama der Karawanken. Wer möchte, legt hier eine Pause ein, schwimmt oder erkundet das Westufer des Sees mit dem Boot weiter. Die Rückfahrt durch den Kanal bietet noch einmal dieselben Szenen, diesmal in umgekehrter Richtung und oft in anderem Licht. Die Lendkanal-Bootsfahrt in Klagenfurt am Wörthersee eignet sich für Familien mit Kindern ebenso wie für Paare oder kleine Gruppen, die den Sommer auf dem Wasser verbringen wollen. Ruderboote, Tretboote und kleine Elektroboote stehen in der Regel zur Auswahl, sodass keine Vorkenntnisse nötig sind. Das Erlebnis ist entspannt, erfordert keine besondere Fitness und lässt sich gut mit einem Spaziergang durch die Altstadt oder einem Besuch des Stadtparks kombinieren.
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