Wer die Innere Stadt Klagenfurts betritt, spürt sofort, dass hier Geschichte und Alltagsleben auf engstem Raum zusammenwachsen. Die mittelalterlichen Gassen rund um den Alten Platz entfalten besonders in den frühen Morgenstunden ihren Charakter: Wenn die ersten Marktleute ihre Stände aufbauen und die Fassaden der Renaissancehäuser im weichen Licht liegen, bekommt man ein Gefühl dafür, wie tief verwurzelt diese Stadt ist. Das bekannteste Wahrzeichen ist zweifellos der Lindwurmbrunnen auf dem Neuen Platz – ein Drache aus dem 16. Jahrhundert, der laut Sage einst den Bau der Stadt verhindert haben soll. Wenige Schritte entfernt erhebt sich das Rathaus mit seiner markanten Fassade, während der Landhaushof mit seinen Arkadengängen einen der schönsten Renaissancehöfe nördlich der Alpen bildet. Diese drei Orte allein erzählen mehr über Klagenfurts Selbstverständnis als jeder Reiseführer. Die Innere Stadt ist kein museales Quartier, das sich selbst verwaltet. Hier wohnen Menschen, hier wird eingekauft und diskutiert. Die Fußgängerzone entlang der Kramergasse und Alter Platz ist das lebendige Rückgrat des Viertels: Lokale Boutiquen, Buchhandlungen und Kaffeehäuser wechseln sich mit historischen Gebäuden ab. Das Café Musil, benannt nach dem Klagenfurter Schriftsteller Robert Musil, ist ein solcher Ort, an dem man sich einfach hinsetzt und die Stadt an sich vorbeiziehen lässt. Kulturell bietet die Innere Stadt mit dem Stadtmuseum Klagenfurt und dem Diözesanmuseum gleich mehrere Anlaufpunkte, die tief in die Geschichte Kärntens einführen. Wer abends ausgeht, findet in den Seitengassen des Alten Platzes Bars und Restaurants, die ohne großes Aufsehen ein erstaunlich gutes Niveau halten. Das Viertel funktioniert tagsüber als Einkaufs- und Kulturzentrum und verwandelt sich nach Einbruch der Dunkelheit in einen ruhigeren, aber durchaus belebten Abendtreffpunkt für Einheimische und Gäste gleichermaßen.

Lindwurmbrunnen am Neuen Platz
Das Wahrzeichen Klagenfurts: Der mächtige Lindwurmbrunnen am Neuen Platz vereint Sage und Stadtgeschichte an einem der schönsten Plätze Kärntens.
Ikonischer Lindwurm aus dem 16. Jahrhundert, aus einem einzigen Stein gehauen