Wer durch das schmiedeeiserne Tor in den Schlosspark Eisenstadt tritt, wechselt die Zeitzone. Draußen die Fußgängerzone der burgenländischen Landeshauptstadt, drinnen eine weitläufige Parkanlage, die seit Jahrhunderten die Kulisse für Fürsten, Komponisten und Hofgesellschaften bildete. Das Schloss Esterházy erhebt sich am nördlichen Rand des Parks als mächtiger Barockbau, dessen helle Fassade sich an klaren Tagen im Grün der alten Bäume spiegelt. Schon dieser erste Blick erklärt, warum der Ort so viele Besucher anzieht. Der Park selbst ist ein Spaziergang durch Gartengeschichte. Ursprünglich im barocken Stil mit strengen Achsen und geometrischen Beeten angelegt, wurde er im Laufe der Jahrhunderte in einen englischen Landschaftsgarten umgewandelt. Geschwungene Wege führen an alten Baumriesen vorbei, deren Stämme so breit sind, dass zwei Personen sie kaum umfassen könnten. Zwischen den Bäumen öffnen sich immer wieder Lichtungen mit Rasenflächen, auf denen Familien picknicken und Kinder herumtollen, während ältere Besucher auf Bänken sitzen und die Stille genießen. Diese Mischung aus gepflegter Anlage und entspannter Atmosphäre macht den Schlosspark zu einem Ort, der sowohl für einen kurzen Spaziergang als auch für einen ausgedehnten Nachmittag taugt. Engstens verbunden mit dem Park ist der Name Joseph Haydn. Der Komponist verbrachte als Kapellmeister der Fürsten Esterházy viele Jahre in Eisenstadt und dürfte diese Alleen und Rasenflächen gut gekannt haben. Wer durch den Park schlendert, spaziert also auch durch einen Teil der europäischen Musikgeschichte. Das Haydn-Haus liegt nicht weit entfernt und lässt sich gut mit einem Parkbesuch verbinden. Für Fotografen bietet der Schlosspark Eisenstadt mehrere lohnende Motive: die Schlossfassade von der großen Rasenfläche aus, die alten Baumgruppen im Gegenlicht des späten Nachmittags und die ruhigen Wege, auf denen sich Licht und Schatten abwechseln. Im Frühling, wenn die Blüten aufgehen, und im Herbst, wenn das Laub die Wege in warmes Orange taucht, ist der Park besonders eindrucksvoll. Wer Ruhe sucht, kommt am frühen Morgen unter der Woche, wenn die Anlage noch fast menschenleer ist.
Ein weitläufiger, gepflegter Park mit alten Baumgruppen, geschwungenen Wegen und großen Rasenflächen. Die Schlossfassade des Schlosses Esterházy dominiert die nördliche Seite. Ruhige Atmosphäre, ideal für Spaziergänge, Picknick und Fotografie. Familien, Paare und Einzelreisende finden hier gleichermaßen ihren Platz.
Der Schlosspark Eisenstadt ist untrennbar mit der Geschichte der Fürsten Esterházy verbunden, die Eisenstadt ab dem 17. Jahrhundert zu ihrer Residenzstadt ausbauten. Das Schloss Esterházy selbst wurde im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts in seiner heutigen barocken Form errichtet. Der umliegende Park spiegelt die Gartenideale verschiedener Epochen wider: Ursprünglich geometrisch-barock konzipiert, wurde er später im Stil des englischen Landschaftsgartens umgestaltet, wie es im 18. und 19. Jahrhundert europaweit Mode war. Joseph Haydn, der als Kapellmeister der Esterházys von 1761 bis 1790 in Eisenstadt wirkte, kannte diese Anlage aus seinem Alltag.
