Cascais war einst ein Fischerdorf, bis König Luís I. den Ort 1870 zur königlichen Sommerresidenz machte und damit eine ganze Belle-Époque-Gesellschaft an die Atlantikküste lockte. Davon zeugen bis heute die prächtigen Villen, der Park der Cidadela und das Museum im einstigen Sommerpalast Condes de Castro Guimarães, das direkt am Wasser über einer kleinen Bucht thront. Wer durch die kopfsteingepflasterten Gassen der Altstadt schlendert, findet kachelverkleidete Bürgerhäuser, Boutiquen und Restaurants, in denen frisch gefangener Fisch und Meeresfrüchte auf der Karte stehen. Die geografische Doppelnatur macht den Reiz von Cascais aus: In der geschützten Bucht reihen sich kleine, ruhige Stadtstrände wie die Praia da Rainha und die Praia da Conceição aneinander, gut zugänglich und familienfreundlich. Nur wenige Kilometer westlich, wo die offene See ungebremst auf die Küste trifft, liegt der weite Sandstrand von Guincho – ein Klassiker für Surfer, Kite- und Windsurfer, gerahmt von Dünen und dem grünen Massiv der Serra de Sintra. Zu Cascais gehören zwei der eindrucksvollsten Naturschauspiele der Region. Die Boca do Inferno, eine vom Meer in den Fels gefräste Schlucht am Stadtrand, lässt bei Brandung die Gischt durch eine Felsöffnung schießen. Und nur eine kurze Fahrt entfernt erhebt sich das Cabo da Roca, der westlichste Punkt des europäischen Festlands, wo Klippen rund 140 Meter senkrecht in den Atlantik abfallen. Dank der historischen Bahnlinie, die entlang der Küste über Estoril bis nach Lissabon führt, eignet sich Cascais sowohl als entspanntes Standquartier für die ganze Region als auch als lohnender Tagesausflug. Abends füllen sich die Terrassen am Hafen und an der Marina, und der Blick geht über die Bucht, in der die Königsfamilie einst ihre Sommer verbrachte.




