
◆ STADT · NORTE – PORTO & DOURO
Braga ist Portugals älteste Stadt und zugleich seine jugendlichste – ein Widerspruch, der den Reiz dieser nordportugiesischen Minho-Metropole ausmacht. Aus dem römischen Bracara Augusta erwuchs der religiöse Mittelpunkt des Landes: Die Sé von Braga gilt als älteste Kathedrale Portugals, und über der Stadt staffelt sich die barocke Treppenanlage von Bom Jesus do Monte in fünf Zickzack-Läufen zum Wallfahrtsort hinauf – seit 2019 UNESCO-Welterbe. Doch hinter den granitenen Kirchenfassaden pulsiert dank der Universidade do Minho ein junges, lebendiges Braga: Cafés in den Arkaden, Esplanaden auf der Praça da República und eine Tischkultur, die vom rauchgeräucherten Presunto bis zum frischen Vinho Verde reicht.

Als Kaiser Augustus um 16 v. Chr. im Nordwesten Hispaniens eine Verwaltungsstadt gründete, gab er ihr seinen Namen: Bracara Augusta. Vom römischen Erbe zeugen heute die Thermenruinen am Alto da Cividade, das Quellheiligtum der Fonte do Ídolo und die Funde im Museu D. Diogo de Sousa. Über Bracara liefen die großen Straßen des römischen Nordwestens zusammen, und schon in der Spätantike wurde die Stadt Bischofssitz – eine Würde, die ihren weiteren Weg prägen sollte wie bei kaum einer anderen Stadt Portugals.
Im Mittelalter wuchs Braga zur kirchlichen Hauptstadt der Iberischen Halbinsel: Der Erzbischof von Braga beanspruchte den Primas-Titel über ganz Hispanien, und mit dem Bau der Sé ab dem 11. Jahrhundert entstand die älteste Kathedrale Portugals. Über Jahrhunderte häuften die Erzbischöfe Macht und Pracht an – nirgends sonst stehen so viele Kirchen auf so engem Raum. Der Sprichwortvergleich der Portugiesen bringt es auf den Punkt: Coimbra studiert, Braga betet, Lissabon prunkt, Porto arbeitet.
Den eigentlichen Glanz aber gab der Stadt der Barock. Im 18. Jahrhundert verwandelten Erzbischöfe und Baumeister wie André Soares Braga in eine granitene Bühne aus Schwüngen, Voluten und vergoldeten Talha-Altären – Höhepunkt ist die Wallfahrtstreppe von Bom Jesus do Monte. Heute hält die Universidade do Minho mit Zehntausenden Studierenden dagegen: In den Cafés unter den Arkaden, auf den Esplanaden und in den Tascas der Altstadt trifft die fromme Vergangenheit auf eine der lebendigsten Gegenwarten Nordportugals. travelperfect rät, die Sé und Bom Jesus früh anzugehen und sich den Abend für die tabernen-gesäumten Gassen rund um die Praça da República aufzuheben.
01 · Auf einen Blick
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02 · Was tun
Kirchen & Barock
Von der Sé, der ältesten Kathedrale Portugals, mit ihrer Schatzkammer und den Gräbern der Stadtgründer, über die vergoldeten Talha-Altäre der Stadtkirchen bis zum Rokoko des André Soares an der Casa do Raio. Wer die fromme Hauptstadt verstehen will, beginnt im Schatten der Kathedraltürme und arbeitet sich durch die dichteste Kirchenlandschaft Portugals.
Wallfahrt über der Stadt
Die barocke Treppe von Bom Jesus do Monte – seit 2019 UNESCO-Welterbe – staffelt sich in der Treppe der fünf Sinne den Hang hinauf, flankiert von Brunnen und Kapellen. Wer nicht steigen will, nimmt die wasserbetriebene Standseilbahn, die älteste der Iberischen Halbinsel. Etwas höher krönt das Santuário do Sameiro den Berg mit dem weitesten Blick über das Minho-Land.
Römisches Bracara
Lange bevor die Erzbischöfe kamen, war Braga Bracara Augusta, Knotenpunkt der römischen Straßen im Nordwesten. Die Thermenruinen am Alto da Cividade, das Quellheiligtum der Fonte do Ídolo und die Sammlungen im Museu D. Diogo de Sousa erzählen von einer der bedeutendsten Römerstädte der iberischen Halbinsel – mitten im modernen Stadtbild.
Gassen, Gärten & Tische
Unter dem Arco da Porta Nova öffnet sich die Altstadt: der romantische Jardim de Santa Bárbara unter dem erzbischöflichen Palast, die Esplanaden der Praça da República, das Jugendstil-Café Vianna und das Theatro Circo. Zwischen den Granitfassaden reihen sich Tascas und Petisco-Bars, in denen die Studierenden der Universidade do Minho bei Vinho Verde zusammensitzen.
03 · Wann
Das Minho ist die feuchteste und grünste Ecke Portugals – ein Klima, das man dem Süden des Landes kaum zutrauen würde. Sommer sind angenehm warm statt glühend, Frühling und Herbst überraschen mit sattem Grün, dafür fallen im Winterhalbjahr verlässlich Regenschauer. Wer Braga zur schönsten Zeit erleben will, kommt im späten Frühling oder im September, wenn die Prozessionen, Esplanaden und Weinlese die Stadt beleben.
04 · Häufige Fragen
Für die Altstadt mit Sé, den Barockkirchen und Bom Jesus do Monte reichen zwei volle Tage gut aus. Wer zusätzlich das römische Bracara, das Santuário do Sameiro und einen Abend in den Tascas einplant oder Braga als Basis für Ausflüge ins Minho und nach Guimarães nutzt, sollte drei bis vier Tage vorsehen.
Sehr einfach. Vom Bahnhof Porto-São Bento oder Campanhã fahren regelmäßig Urban-Züge nach Braga und brauchen rund eine Stunde. Alternativ verbinden Fernbusse die beiden Städte, und mit dem Mietwagen ist man über die A3 in etwa 40 bis 50 Minuten da. Der Flughafen Porto (OPO) liegt auf halbem Weg und ist per Direktbus angebunden.
Bom Jesus liegt rund 6 km außerhalb des Zentrums auf einem Hügel. Stadtbusse (Linie 2) fahren von der Innenstadt bis zum Fuß der Anlage. Von dort hat man die Wahl: die barocke Treppe der fünf Sinne hinaufsteigen oder die historische, wasserbetriebene Standseilbahn nehmen – die älteste ihrer Art auf der Iberischen Halbinsel. Mit dem Auto fährt man auch direkt nach oben.
Sehr. Die beiden Minho-Städte liegen nur rund 25 km auseinander und ergänzen sich ideal: Braga steht für die fromme, barocke Tradition, das nahe Guimarães als Wiege Portugals für die mittelalterliche Gründungsgeschichte mit seiner UNESCO-Altstadt. Beide lassen sich gut an aufeinanderfolgenden Tagen oder mit Basis in Braga verbinden.
Typisch ist Bacalhau à Braga – frittierter Stockfisch mit Zwiebeln und Kartoffeln –, dazu Rojões (gebratenes Schweinefleisch nach Minho-Art) und Presunto, der luftgetrocknete Schinken der Region. Süß geht es mit den Pudim Abade de Priscos weiter. Begleitet wird das alles vom spritzigen Vinho Verde, dem leichten, jungen Wein des Minho.
Ja. Von Braga aus erreicht man bequem Guimarães, das Dourotal mit seinen Portwein-Quintas, die Costa Verde mit Viana do Castelo und – für Naturliebhaber – den einzigen Nationalpark Portugals, die Serra do Gerês. Dank guter Zug- und Straßenverbindungen eignet sich die Stadt als ruhigeres Standquartier abseits des touristischeren Porto.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Braga.
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