Monsaraz liegt wie ein steinernes Schiff über der Weite des Alentejo, auf einem Schieferhügel hoch über dem Alqueva-Stausee. Schon von Weitem zeichnet sich der weiße Häuserkamm hinter der wehrhaften Mauer gegen den Himmel ab. Wer durch das Tor tritt, lässt das Auto draußen und betritt einen Ort, der seit dem Mittelalter kaum verändert wirkt.
Das Dorf folgt einer einzigen Hauptgasse, der Rua Direita, die schnurgerade durch die weiß getünchten Häuser führt. Granitschwellen, schmiedeeiserne Laternen und die Igreja Matriz Nossa Senhora da Lagoa säumen den Weg, bis er an der Burg endet. Innerhalb der Burgmauern liegt eine ungewöhnliche Stierkampfarena, die einst direkt in den Wehrgang gebaut wurde – von ihren Rängen reicht der Blick über Korkeichen, Olivenhaine und Weinberge bis zum glitzernden Alqueva. Beim alten Pranger und in den kleinen Galerien spürt man, wie eng Geschichte und Gegenwart hier zusammenliegen.
Monsaraz ist Teil des Dark Sky Alqueva, eines der ersten zertifizierten Sternenhimmel-Reservate der Welt. Wenn die letzten Tagesgäste abgereist sind, legt sich eine fast vollkommene Stille über die Gassen, und über dem Stausee öffnet sich ein Nachthimmel, wie ihn nur wenige Orte Europas noch bieten. Geführte Sternenbeobachtungen gehören zu den prägendsten Erlebnissen der Region.
Rund um das Dorf prägen Wein und Olivenöl die Landschaft. Die Region zählt zu den bekanntesten Weinbaugebieten des Alentejo, und in den Tavernen werden kräftige Rotweine zu deftiger Landküche serviert. Wenige Kilometer entfernt steht der Cromeleque dos Almendres-nahe Megalith Menhir do Outeiro, ein Zeugnis prähistorischer Besiedlung. Monsaraz besucht man nicht im Vorbeigehen – man bleibt, bis die Sonne hinter der Ebene versinkt und die Sterne aufgehen.