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Ruster Ausbruch
Der edelsüße Wein, dem Rust seinen Reichtum und sein Freistadtrecht verdankt – heute wieder von mehreren Winzern gekeltert.
◆ STADTVIERTEL · RUST
Hinter der Altstadt steigt der Ruster Hügelzug sanft an, und mit ihm beginnen die Weingärten, die diese Stadt berühmt gemacht haben. In Rebzeilen, die der pannonischen Sonne entgegenwachsen, reifen der edelsüße Ruster Ausbruch, der kräftige Blaufränkisch und der frische Welschriesling. Zwischen Kellergassen und Buschenschanken liegt eine andere, ländlichere Seite von Rust: ruhig, weit, vom Duft der Trauben durchzogen. Wer hier hinaufgeht, hat den See und seinen silbrigen Schilfgürtel im Rücken und die Reben vor sich – und versteht, warum Rust den Wein nie als Beiwerk, sondern immer als Lebensgrundlage gesehen hat.

Der Ruhm von Rust hängt an einer einzigen Spezialität: dem Ausbruch. Aus überreifen, von der Edelfäule befallenen Trauben gekeltert, ist dieser edelsüße Wein mit Sauternes und Tokajer verwandt und wurde schon im 16. und 17. Jahrhundert an europäischen Höfen gehandelt. Er machte die Bürgerschaft so wohlhabend, dass sie sich 1681 das Freistadtrecht erkaufen konnte. Heute keltern mehrere Ruster Winzer den Ausbruch wieder – und zeigen damit, dass die Tradition keine Folklore, sondern lebendiges Handwerk ist.
Doch Rust ist längst auch Rotweinland. Der Blaufränkisch, die Leitsorte des Mittelburgenlands, gedeiht auch hier kräftig und würzig, dazu kommen frische Weißweine wie Welschriesling und Grüner Veltliner. Die Weingüter – Familienbetriebe mit langer Geschichte – keltern in Kellern, die oft direkt hinter den Arkadenhöfen der Altstadt liegen, und schenken in Buschenschanken aus, wo zum Wein deftige Brettljausen serviert werden.
Dass Rust beim Wein das Sagen hat, zeigt auch die Weinakademie Österreich: Die zentrale Ausbildungsstätte für Weinfachleute hat hier ihren Sitz und macht die kleine Stadt zum Studienort der heimischen Weinkultur. Wer durch die Weinberge wandert, ein Glas beim Winzer probiert und dabei über den Schilfgürtel auf den See blickt, erlebt das Burgenland in seiner reinsten Form.
01 · Highlights
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Der edelsüße Wein, dem Rust seinen Reichtum und sein Freistadtrecht verdankt – heute wieder von mehreren Winzern gekeltert.
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In den Kellergassen schenken die Winzer ihren eigenen Wein aus und servieren dazu deftige Brettljausen – das gesellige Herz der Ruster Weinkultur.
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Wege ziehen durch die Rebzeilen am Hügelzug, mit weitem Blick über Schilfgürtel und See bis zur ungarischen Seite.
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Die zentrale Ausbildungsstätte für Weinfachleute hat ihren Sitz in Rust und macht die Stadt zum Studienort der heimischen Weinkultur.
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Direkt bei den Winzern: Viele Ruster Weingüter haben ihre Keller hinter den Arkadenhöfen der Altstadt und am Hügelzug und bieten Verkostungen an. In den Buschenschanken schenken sie ihren eigenen Wein aus und servieren dazu Brettljausen.
Berühmt ist der edelsüße Ruster Ausbruch aus von der Edelfäule veredelten Trauben. Daneben werden kräftige Rotweine wie Blaufränkisch und frische Weißweine wie Welschriesling und Grüner Veltliner gekeltert.
Ja, Wege ziehen durch die Rebzeilen am Ruster Hügelzug, oft mit weitem Blick über den Schilfgürtel auf den Neusiedler See. Sie lassen sich gut zu Fuß oder mit dem Rad erkunden und mit einer Einkehr beim Winzer verbinden.
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