Wer das DomQuartier Salzburg betritt, begibt sich auf eine Reise durch die Machtzentrale des Fürsterzbistums – und das buchstäblich auf einem Weg, der einst nur Erzbischöfen und ihrem Hofstaat vorbehalten war. Der Rundgang verbindet die Prunkräume der Residenz, die Domgalerien hoch über dem Hauptschiff des Salzburger Doms, das Dommuseum sowie die Räume des Stiftes St. Peter zu einem zusammenhängenden Erlebnis, das in dieser Form einmalig in der Alpenregion ist. Der Weg beginnt in der Residenz, wo die barocken Prunkräume der Fürsterzbischöfe noch heute in vollem Glanz stehen. Vergoldete Stuckdecken, monumentale Wandteppiche und repräsentative Tafelaufsätze erzählen von einer Epoche, in der Salzburg als eigenständiges geistliches Fürstentum regiert wurde. Besonders eindrucksvoll ist der Carabinierisaal, dessen Dimensionen den Besucher spüren lassen, welche Botschaft hier vermittelt werden sollte: Macht, Gottesnähe, Unnahbarkeit. Die Residenzgalerie, die ebenfalls zum Rundgang gehört, zeigt europäische Malerei vom 16. bis 19. Jahrhundert – darunter Werke, die man in einem Regionalmuseum nicht erwarten würde. Der Übergang in die Domgalerien ist ein architektonisches Erlebnis für sich. Man geht buchstäblich über dem Dom, blickt hinunter in das Kirchenschiff und versteht plötzlich die Proportionen des Salzburger Doms neu. Das Dommuseum bewahrt den bedeutendsten Kunst- und Kirchenschatz der Diözese, darunter mittelalterliche Skulpturen, liturgische Goldschmiedearbeiten und das sogenannte Kunstkammer-Ensemble – eine der am besten erhaltenen barocken Kunstkammern Europas. Abschließend führt der Weg in die Räume des Erzabtei St. Peter, wo Objekte aus einem der ältesten Klöster des deutschsprachigen Raums zu sehen sind. Der gesamte Rundgang dauert je nach Tempo und Interesse zwischen zwei und drei Stunden – wer die Audioguides nutzt oder an einer Führung teilnimmt, wird mit Kontext belohnt, der die Objekte erst wirklich zum Sprechen bringt. Für Fotografen bieten die Domgalerien einen der ungewöhnlichsten Blickwinkel auf Salzburg: Durch die Fenster öffnet sich der Blick über die Dächer der Altstadt bis zur Festung Hohensalzburg. Dieser Moment, hoch über dem Dom schwebend, mit dem Panorama der UNESCO-Welterbestadt vor Augen, gehört zu den stillen Höhepunkten eines Salzburg-Besuchs.
Ein zusammenhängender Rundgang durch Residenzprunkräume, Domgalerien, Dommuseum und Stiftsräume von St. Peter. Mehrere Stockwerke, Treppen und historische Böden. Audioguides verfügbar. Gesamtdauer: 2–3 Stunden. Panoramablick über die Salzburger Altstadt inklusive.
Das DomQuartier entstand rund um den Salzburger Dom, der im 17. Jahrhundert unter Erzbischof Markus Sittikus und Paris Lodron als einer der ersten Barockdome nördlich der Alpen errichtet wurde. Die angrenzende Residenz diente den Fürsterzbischöfen als weltlicher Regierungssitz – ein Zeichen ihrer Doppelrolle als geistliche und weltliche Herrscher. Die Erzabtei St. Peter, gegründet um 696 durch den heiligen Rupert, gilt als ältestes Kloster im deutschsprachigen Raum. Erst 2014 wurden die verschiedenen historischen Bereiche zum DomQuartier zusammengeführt und als gemeinsam begehbares Ensemble für die Öffentlichkeit erschlossen.
