Wer Melk besucht, kommt am Stiftsberg nicht vorbei – und das ist wörtlich gemeint. Der Felsrücken über der Donau trägt das Stift Melk, eines der bedeutendsten Barockklöster Europas, wie eine Krone. Schon von Weitem leuchten die gelb-weißen Fassaden und die markante Kuppel über dem Fluss, und wer sich dem Viertel zu Fuß nähert, spürt mit jedem Schritt, wie die Anlage wächst und wächst – bis sie schließlich den gesamten Horizont ausfüllt. Das Stift selbst, gegründet im 11. Jahrhundert und in seiner heutigen Barockgestalt ab 1702 errichtet, ist das unbestrittene Zentrum des Stifsbergs. Die Stiftsbibliothek mit ihren rund 100.000 Bänden, der Marmorsaal mit seinen prachtvollen Fresken und die vergoldete Stiftskirche ziehen Besucher aus aller Welt an. Doch der Stiftsberg ist mehr als nur das Innenleben des Klosters: Die Terrasse am Südflügel bietet einen der schönsten Ausblicke entlang der gesamten Donau, hinunter auf die Altstadt von Melk und weit ins Wachautal hinein. Rund um den Hügel hat sich über Jahrhunderte ein Viertel entwickelt, das vom Rhythmus des Klosters und vom Strom der Pilger und Kulturreisenden geprägt ist. Die Gassen unterhalb des Stifts verbinden historische Bürgerhäuser mit kleinen Gastronomiebetrieben, die auf die Besucher des Klosters ausgerichtet sind. Wer früh am Morgen hier entlangläuft, bevor die Reisegruppen eintreffen, erlebt den Stiftsberg in einer ganz anderen Stimmung: ruhig, fast meditativ, mit dem Klang der Stiftsglocken im Hintergrund. Für Kulturreisende, Architekturinteressierte und alle, die die Geschichte des Donauraums verstehen wollen, ist der Stiftsberg der logische Ausgangspunkt jedes Melk-Besuchs. Das Viertel eignet sich ebenso für Tagesausflügler aus Wien oder Linz wie für Gäste, die mehrere Tage in der Region verbringen und die Wachau von hier aus erkunden möchten.

Stiftskirche Melk
Das Benediktinerstift Melk thront über der Donau und beherbergt eine der prächtigsten Barockkirchen Österreichs – ein Ort zwischen Glauben, Geschichte und Kunsthandwerk.
Barockkirche mit Deckengemälden von Johann Michael Rottmayr