Wer Ischia jenseits der belebten Hafenpromenade erleben möchte, findet in Forio einen eigenen Rhythmus. Die Gemeinde liegt an der Westküste der Insel und ist mit rund 17.000 Einwohnern eine der größten auf Ischia – doch sie bewahrt dabei einen Charakter, der sich deutlich von den touristischeren Zentren im Osten unterscheidet. Die Straßen sind breiter, die Piazze ruhiger, und zwischen Fischerhäusern und Weinbergen öffnet sich immer wieder der Blick aufs Meer.
Das Ortsbild prägen vor allem die mittelalterlichen Wehrtürme, die einst vor Piratenüberfällen schützten. Der Torre di Guevara und der beeindruckende Torre di Forio gehören zu den markantesten Bauwerken, die das Küstenpanorama strukturieren. Auf dem höchsten Punkt thront die kleine Wallfahrtskirche Santa Maria del Soccorso – ein weißgetünchtes Gotteshaus, das sich gegen den Abendhimmel abzeichnet wie ein Leuchtfeuer. Hierher kommen die Menschen nicht nur zum Beten, sondern auch zum Schauen: Der Blick von der Terrasse gilt als einer der schönsten Aussichtspunkte der gesamten Insel, besonders in den Abendstunden, wenn die Sonne hinter dem Horizont versinkt.
Strandliebhaber werden in Forio ebenfalls fündig. Der Spiaggia di Citara ist einer der breitesten Sandstrände Ischias und beherbergt die weltbekannten Giardini Poseidon Terme – ein Thermalbad direkt am Meer, das Besucher mit mineralreichem Wasser und verschiedenen Becken empfängt. Wer es ursprünglicher mag, findet wenige Minuten nördlich den Spiaggia di San Francesco, einen der ruhigeren Abschnitte der Küste.
Auch kulturell hat Forio mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Der englische Dichter W. H. Auden und der Komponist William Walton lebten hier zeitweise – Walton ließ sich sogar dauerhaft nieder und schuf in Forio den Garten La Mortella, der heute zu den bedeutendsten botanischen Gärten Italiens zählt. Subtropische Pflanzen, Teiche und Skulpturen fügen sich auf einem Hügel über dem Meer zu einem außergewöhnlichen Ensemble zusammen.
Forio ist das richtige Ziel für Reisende, die Ischia nicht nur als Badeort, sondern als lebendige Insel mit Geschichte, Natur und Genuss entdecken möchten.

Giardini La Mortella
Berühmter mediterran-subtropischer Garten über Forio, ab 1956 von Susana Walton angelegt, mit griechischem Theater und Wochenend-Kammerkonzerten.
Ab 1956 von Susana Walton und Russell Page angelegt