Wer den Aufstieg zur Hohen Gloriette hinter sich gebracht hat, versteht sofort, warum dieser Aussichtspunkt zu den eindrucksvollsten Kärntens zählt. Hoch über Pörtschach am Wörthersee öffnet sich das Panorama in einer Weite, die man so nicht erwartet: Der Wörthersee streckt sich in seinem charakteristischen Türkis vor einem aus, eingerahmt von den bewaldeten Hügeln des Kärntner Beckens und den fernen Gipfeln der Karawanken und der Gailtaler Alpen.
Der Weg hinauf ist selbst schon ein Erlebnis. Durch schattige Waldpfade und lichte Abschnitte, die immer wieder kurze Ausblicke freigeben, steigt man hinauf zur Gloriette. Das letzte Stück vor dem Gipfelbauwerk steigert die Vorfreude – und dann steht man oben, der Wind zieht leise über die Anhöhe, und der Blick reicht weit über das Seebecken. Pörtschach liegt wie auf einer Karte ausgebreitet zu Füßen, die Halbinsel mit ihren charakteristischen Villen und Parkanlagen ist von hier oben klar zu erkennen.
Die Gloriette selbst ist ein klassisches Aussichtsgebäude, wie es im 19. Jahrhundert als romantisches Landschaftselement in der österreichischen Kulturlandschaft verbreitet war. Solche Bauwerke dienten nicht nur dem Ausblick, sondern auch als Ziel für Ausflüge der Sommerfrischler, die den Wörthersee schon damals als Erholungsort schätzten. Pörtschach war einst ein beliebter Treffpunkt der Wiener Gesellschaft, und der Aufstieg zur Hohen Gloriette gehörte zu den empfohlenen Ausflügen der Saison.
Heute ist der Besuch ein idealer Halbtagsausflug. Wer früh morgens aufbricht, erlebt das Licht der Morgenstunde über dem See – die Wasseroberfläche glänzt dann besonders intensiv, und die Stille ist kaum gestört. Nachmittags, wenn sich Dunst über dem Wasser bildet und das Licht weicher wird, entstehen andere, stimmungsvolle Eindrücke. Für Familien mit Kindern ist der Weg gut geeignet, da er keine technischen Anforderungen stellt und mit einem echten Ausblick belohnt wird.