Wer von Hermagor aus den Weg auf die Watschiger Alm findet, dem öffnet sich eine Welt, die mit jedem Höhenmeter ruhiger und ursprünglicher wird. Der Almgasthof empfängt seine Gäste mit dem vertrauten Duft von Holzrauch und frisch gekochter Suppe – ein erster Hinweis darauf, dass hier nicht nach Trend, sondern nach Überlieferung gekocht wird.
Die Küche des Almgasthofs wurzelt tief in der Kärntner Tradition. Kärntner Kasnudeln, die mit Quark und Minze gefüllten Teigtaschen, die in jeder Kärntner Familie anders zubereitet werden, stehen hier für das handwerkliche Selbstverständnis des Hauses. Dazu gesellen sich Gerichte der Alpen- und Hüttenküche: deftige Kasnocken, geschmortes Fleisch aus regionaler Herkunft und hausgemachte Mehlspeisen, die das Mittagessen in ein kleines Ereignis verwandeln. Das Preisniveau ist dabei moderat gehalten – echte Alpenküche muss kein Luxuserlebnis sein, um zu begeistern.
Das Ambiente ist so, wie man es sich auf einer Alm wünscht: Holzbänke, grobe Tischdecken, Blick in die Kärntner Bergwelt rund um das Gailtal. Drinnen sorgen warme Holzvertäfelungen und der Geruch von Almkräutern für eine Atmosphäre, die ohne Inszenierung auskommt. Draußen, auf der Sonnenterrasse, lässt sich der Nachmittag mit einem Stück Almkuchen und einem Blick auf die umliegenden Gipfel ausklingen – eine der stillen Qualitäten dieses Ortes.
Der Almgasthof Watschiger Alm ist kein Durchgangslokal, sondern ein Ziel. Wanderer, die die Trails rund um Hermagor erkunden, kehren hier nach einer Tour ein; Familien nutzen ihn als Ausgangspunkt für Ausflüge ins Nassfeld-Gebiet. Wer die Kärntner Küche in ihrer ehrlichsten Form erleben möchte – ohne Schnickschnack, aber mit echtem Handwerk – findet hier genau das.