Wer Mörbisch am See besucht, kommt an seinen Weinbergen nicht vorbei – und das im wörtlichsten Sinne. Die sanft geschwungenen Hänge, die sich vom Ort in Richtung der burgenländischen Hügellandschaft erstrecken, sind seit Jahrhunderten von Weinreben durchzogen. Hier wächst vor allem der Welschriesling, aber auch Zweigelt und andere regionaltypische Sorten, die von der einzigartigen Kombination aus pannonischer Wärme und der Feuchtigkeitsregulierung des Neusiedler Sees profitieren. Der Charakter dieses Viertels ist ruhig und bodenständig. Zwischen den Rebzeilen öffnen sich immer wieder Blicke über das flache Seewinkelpanorama, und an klaren Tagen reicht die Sicht bis weit ins ungarische Tiefland. Alte Kellergassen durchziehen das Gebiet, gesäumt von niedrigen Weinkellern, deren Holztüren und verwitterte Fassaden von langer Winzertradition erzählen. Wer hier langsam geht, entdeckt Details, die sich dem eiligen Durchreisenden entziehen: handgesetzte Steinstufen, blühende Holunderbüsche an Wegrändern, das leise Knistern der Blätter im Sommerwind. Für Weinliebhaber ist dieser Teil von Mörbisch am See besonders reizvoll. Lokale Winzerbetriebe öffnen ihre Heurigen und Buschenschanken, wo man frisch gezapften Sturm im Herbst oder einen kühlen Weißwein im Sommer direkt beim Erzeuger verkosten kann. Die Atmosphäre ist dabei weit entfernt von touristischer Inszenierung – hier sitzen Einheimische neben Besuchern, und Gespräche über den aktuellen Jahrgang entstehen wie von selbst. Auch für Aktivurlauber bieten die Weinberge rund um Mörbisch eine lohnende Kulisse. Gut ausgeschilderte Wanderwege und Radrouten führen durch die Rebflächen, oft mit direktem Anschluss an die Seepromenade oder den Radweg rund um den Neusiedler See. Wer früh morgens unterwegs ist, erlebt das Licht, das die Rebzeilen in warmes Gold taucht – eine Stimmung, die sich kaum in Worte fassen lässt, aber tief im Gedächtnis bleibt.

Pension Laubenhof
Ruhige Pension direkt am Neusiedler See in Mörbisch – ideal für Naturliebhaber und Festspielgäste.