Wer durch die Altstadt von Eisenstadt spaziert, spürt sofort, dass hier Geschichte nicht museal eingefroren, sondern gelebt wird. Das Schloss Esterházy dominiert das Stadtbild wie ein ruhender Anker – seine barocke Fassade fängt das Licht des burgenländischen Spätnachmittags auf eine Art ein, die man so schnell nicht vergisst. Rund um dieses Wahrzeichen entfaltet sich ein Viertel, das klein genug ist, um an einem einzigen Tag vollständig entdeckt zu werden, aber dicht genug, um mehrere Besuche zu rechtfertigen. Die Haydngasse ist eine der prägendsten Straßen der Altstadt. Hier lebte Joseph Haydn, der wohl berühmteste Bewohner dieser Stadt, und das Haydn-Haus erinnert bis heute an seine Zeit im Dienste der Fürsten Esterházy. Wer einmal in diesen Räumen gestanden hat, versteht, warum Eisenstadt so eng mit dem Namen des Komponisten verknüpft ist. Das Haydn-Mausoleum in der Bergkirche, die hoch über dem Viertel thront, setzt diesem Zusammenhang einen würdevollen Schlusspunkt. Abseits der großen Sehenswürdigkeiten zeigt die Altstadt ihr alltägliches Gesicht: kleine Geschäfte, Cafés mit Stühlen auf dem Pflaster, Weinbars, in denen lokale Winzer ihre Burgenland-Cuvées ausschenken. Der Hauptplatz ist der natürliche Treffpunkt – morgens, wenn die ersten Marktstände aufgebaut werden, und abends, wenn sich die Terrassen füllen. Die Architektur wechselt zwischen barocken Bürgerhäusern und gründerzeitlichen Fassaden, ohne dass eines das andere erdrückt. Für Reisende, die sich für Musik, Geschichte und österreichische Weinkultur interessieren, ist die Altstadt Eisenstadts ein konzentrierter Ausgangspunkt. Hotels in der Altstadt ermöglichen es, abends noch einen Spaziergang entlang der Schlosspark-Promenade zu unternehmen, wenn die Tagestouristen längst abgereist sind – und genau dann zeigt das Viertel seinen eigentlichen Charakter.

Dom St. Martin
Der Dom St. Martin in Eisenstadt ist die Bischofskirche des Burgenlandes – ein gotisches Gotteshaus mit langer Geschichte im Zentrum der Landeshauptstadt.
Gotische Architektur der Bischofskirche des Burgenlandes