Augsburg trägt seine zweitausendjährige Geschichte offen zur Schau. Schon die Römer gründeten hier um 15 v. Chr. die Provinzhauptstadt Augusta Vindelicum, womit Augsburg neben Trier und Köln zu den ältesten Städten Deutschlands zählt. Wer durch die Maximilianstraße flaniert, läuft auf einer der breitesten Prachtstraßen der Renaissance, gesäumt von Patrizierhäusern, dem Schaezlerpalais und kunstvollen Brunnen wie dem Augustus-, Merkur- und Herkulesbrunnen.
Untrennbar mit der Stadt verbunden ist der Name Fugger. Die Kaufmannsfamilie machte Augsburg im 16. Jahrhundert zu einem der reichsten Handelszentren Europas. Jakob Fugger der Reiche stiftete 1521 die Fuggerei – die älteste noch bewohnte Sozialsiedlung der Welt, in der bedürftige Augsburger bis heute für eine symbolische Jahresmiete von einem Rheinischen Gulden (umgerechnet 0,88 Euro) plus drei Gebete leben. Ein Spaziergang durch die stillen Gassen mit den ockerfarbenen Häuschen lässt eine ganz eigene Ruhe spüren.
Religionsgeschichtlich ist Augsburg ebenso bedeutend: Hier wurde 1530 mit dem Augsburger Bekenntnis ein Grundtext der Reformation verlesen, 1555 besiegelte der Augsburger Religionsfrieden das Nebeneinander von Katholiken und Protestanten. Diese Tradition lebt im Augsburger Hohen Friedensfest am 8. August fort, einem gesetzlichen Feiertag, den es so nur hier gibt.
Wasser prägt das Stadtbild bis heute: Das verzweigte Netz aus Kanälen und Bächen sowie historische Wasserwerke wurden 2019 zum UNESCO-Welterbe ernannt. Wer es lebendiger mag, taucht ins Studentenviertel rund um die Universität ein oder besucht das Brechthaus, in dem der Dramatiker Bertolt Brecht geboren wurde. Augsburg überrascht – als bayerische Stadt mit schwäbischem Charakter, weltgeschichtlicher Bedeutung und überschaubarer, gut zu Fuß erkundbarer Größe.