Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Regensburg
Die Altstadt misst rund anderthalb Kilometer von West nach Ost – zwischen Dom, Rathaus und Steinerner Brücke läufst du trotzdem nirgends länger als zehn Minuten.
Der Dom St. Peter zieht jede Gasse der Altstadt auf sich und gilt als bedeutendste gotische Kathedrale Bayerns. Gebaut wurde ab dem späten 13. Jahrhundert auf den Resten romanischer Vorgängerbauten; die durchbrochenen Turmhelme wurden erst zwischen 1859 und 1869 auf die mittelalterlichen Westtürme gesetzt – eine Vollendung, die König Ludwig I. angestoßen hatte. Deshalb wirkt die Fassade oben jünger und schärfer geschnitten als unten. Im Inneren lohnen vor allem die mittelalterlichen Glasfenster im Chor und die Verkündigungsgruppe an den Vierungspfeilern mit dem lachenden Engel Gabriel, entstanden gegen Ende des 13. Jahrhunderts. Wer die Regensburger Domspatzen hören will, kommt sonntagvormittags zum Kapitelamt; in den Schulferien singt der Chor nicht, ein Blick auf den Terminplan vorab spart den vergeblichen Weg.
Zweihundert Schritte nördlich beginnt die Steinerne Brücke, gebaut zwischen 1135 und 1146 und über Jahrhunderte der einzige feste Donauübergang weit und breit. Sie hat Regensburg reich gemacht, weil jeder Fernhändler zwischen Nürnberg und Wien hier hinüber musste, und sie war ein technisches Wunder ihrer Zeit – Vorbild für Brückenbauten in halb Europa. Für Autos ist die Brücke seit 1997 gesperrt, Busse und Taxis fuhren noch bis 2008 – seither gehört sie Fußgängern und Radfahrern. Am Südufer stehen der wuchtige Salzstadel mit dem Welterbe-Besucherzentrum, an dessen Wand die Hochwassermarken vergangener Donaufluten eingetragen sind, der Brückturm, der ein kleines Museum beherbergt – die Öffnungszeiten sind begrenzt, ein Blick auf den aktuellen Plan lohnt –, und die Historische Wurstkuchl, deren Grill schon rauchte, als die Brücke noch neu war.
Das Alte Rathaus am Rathausplatz ist der politisch gewichtigste Bau der Stadt. Im Reichssaal tagte von 1663 bis 1806 der Immerwährende Reichstag, das Dauerparlament des Heiligen Römischen Reiches – Regensburg war damit über fast anderthalb Jahrhunderte die diplomatische Adresse Mitteleuropas. Zu sehen ist das nur mit Führung, die dich unter der originalen Holzdecke von 1408 durch Kurfürstenzimmer und Kurie und danach hinunter in die Fragstatt führt, die mittelalterliche Verhörkammer im Keller. Karten und Termine gibt es bei der Tourist-Information, die im selben Gebäude sitzt; an Wochenenden solltest du früh am Tag da sein.
Den Rest der Altstadt erwanderst du am besten ohne Ziel. Am Watmarkt steht der Baumburger Turm, an der Wahlenstraße der neungeschossige Goldene Turm, und ein paar Schritte weiter, an der Ecke Goliathstraße/Watmarkt, zieht sich das Fresko am Goliathhaus aus dem 16. Jahrhundert über die ganze Fassade – David legt gerade an. Der Haidplatz mit dem Gasthof Goldenes Kreuz war die Bühne der großen Auftritte: Hier logierte Kaiser Karl V., hier lernte er Barbara Blomberg kennen, deren Sohn Don Juan de Austria 1547 in Regensburg zur Welt kam. Und unter dem Neupfarrplatz liegt in der Ausgrabung document Neupfarrplatz das mittelalterliche jüdische Viertel, das die Stadt 1519 zerstören ließ – oben markiert die weiße Bodenskulptur von Dani Karavan den Grundriss der einstigen Synagoge.








