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München

Wenn im Juni gegen acht die Sonne flach durch die Kastanien fällt, sitzen im Hirschgarten achttausend Leute an Holztischen, und ein paar Kilometer weiter nördlich, oben auf dem Olympiaberg, steht der Alpenrand an Föhntagen so scharf am Horizont, als läge er zwei Straßen weiter.

4 Stadtviertel
Überblick

Deine München-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Mai bis September ist ideal für Biergärten, den Englischen Garten und Ausflüge in die Berge. Das Oktoberfest (Ende September bis Anfang Oktober) ist ein Erlebnis, macht die Stadt aber teuer und voll. Im Dezember verzaubern die Weihnachtsmärkte, allen voran der am Marienplatz, die winterliche Altstadt.
Über München

Reisen nach München

München ist Bayerns Landeshauptstadt und die einzige deutsche Millionenstadt, in der du an klaren Föhntagen von Türmen, Dachterrassen und oberen Stockwerken die Alpenkette am Horizont siehst. Im Zentrum liegt der Marienplatz mit dem Glockenspiel des Neuen Rathauses, zwei Gehminuten weiter ragen die welschen Hauben der Frauenkirche über die Dächer der Altstadt. Ringsum drängen sich der Viktualienmarkt mit seinem Biergarten unter dem Maibaum, die Residenz der Wittelsbacher mit Antiquarium und Schatzkammer und die Asamkirche, in die ihre Erbauer Gold und Stuck ohne Pause gepackt haben. Nördlich davon beginnt der Englische Garten, der sich vom Stadtzentrum kilometerweit nach Norden zieht und an dessen südlichem Rand der Eisbach eine stehende Welle bildet. Dazu kommen das Kunstareal in der Maxvorstadt mit Alter Pinakothek, Pinakothek der Moderne und Brandhorst, das Deutsche Museum auf seiner Isarinsel, Schloss Nymphenburg im Westen, der Olympiapark von 1972 – und im Herbst die Wiesn, das größte Volksfest der Welt.

München – Karte
Reiseführer

München von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Am Viktualienmarkt räumen die Standlfrauen kurz nach sieben die Radi in Reihen, im Biergarten unter dem Maibaum wischt jemand die Tische trocken, und fünf Gehminuten weiter drängen sich vor dem Neuen Rathaus schon die ersten Gruppen, die aufs Glockenspiel warten. München verhandelt jeden Tag neu, was es sein will – Weltstadt mit Konzernzentralen, Sterneküchen und einem Kunstareal von internationalem Rang und zugleich ein Ort, an dem man vormittags Weißwurst isst, nachmittags im Fluss badet und abends im Trachtenjanker in die Oper geht.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in München

Der historische Kern passt in einen Kreis von gut einem Kilometer – vom Marienplatz erreichst du Frauenkirche, Residenz und Viktualienmarkt jeweils in unter zehn Minuten zu Fuß.

Alles beginnt am Marienplatz. Die Nordseite füllt das Neue Rathaus, ein neugotischer Bau aus dem späten 19. Jahrhundert, dessen Turm das größte Publikum der Stadt anzieht: Um 11 und um 12 Uhr setzt sich das Glockenspiel in Bewegung und spielt in gut einer Viertelstunde zwei Szenen nach – oben das Ritterturnier zur Hochzeit Wilhelms V. mit Renata von Lothringen im Jahr 1568, unten den Schäfflertanz. Von März bis Oktober kommt ein dritter Durchgang um 17 Uhr dazu. Stell dich nicht direkt darunter, sondern an den Rand des Platzes oder gleich in die Rosenstraße; von dort siehst du beide Etagen und stehst nicht im Gedränge. Für die Übersicht gibt es zwei Türme: Der Rathausturm hat einen Aufzug, der Alte Peter gegenüber gut 300 Stufen und keinen – dafür den besseren Blick, weil das Rathaus mit auf dem Bild ist.

Zwei Straßen weiter westlich steht die Frauenkirche, Münchens Wahrzeichen und eine der größten Backsteinkirchen Süddeutschlands, in nur zwei Jahrzehnten ab 1468 hochgezogen. Die beiden Türme messen knapp 99 Meter und tragen ihre kupfergrünen welschen Hauben erst seit dem frühen 16. Jahrhundert – geplant waren gotische Spitzen, für die das Geld ausging. Ein Bürgerentscheid sprach sich 2004 gegen Neubauten über 100 Meter aus. Rechtlich bindend war das nur ein Jahr, die Stadt hält sich seither aber weitgehend daran – gestritten wird darüber bis heute, etwa um die geplanten Hochhäuser am Paketpost-Areal. Innen lohnt der Blick auf den Teufelstritt im Eingangsbereich, einen dunklen Fußabdruck im Boden, um den sich eine Legende rankt. Ob der Südturm gerade bestiegen werden kann, hängt vom Stand der Sanierungsarbeiten ab – prüfe das vor dem Besuch.

Wer den Barock in konzentrierter Form will, geht in die Sendlinger Straße zur Asamkirche. Die Brüder Cosmas Damian und Egid Quirin Asam bauten sie ab 1733 als Privatkirche neben ihr eigenes Wohnhaus, entsprechend schmal klemmt die Fassade zwischen den Nachbargebäuden – und entsprechend hemmungslos ist der Innenraum, in dem kaum eine Handbreit ohne Stuck, Gold oder Fresko bleibt. Der Gegenpol liegt am Odeonsplatz: die gelbe Theatinerkirche, die Feldherrnhalle nach florentinischem Vorbild und dahinter der Hofgarten mit seinem Pavillon und den Boule-Bahnen. Von dort führt die Ludwigstraße schnurgerade nach Norden zum Siegestor, ein Stück Stadtplanung, das Ludwig I. in einem Zug durchziehen ließ.

Die Residenz an der Nordseite der Altstadt war über 400 Jahre lang, von 1508 bis 1918, Sitz der Wittelsbacher und ist heute die größte Innenstadt-Schlossanlage Deutschlands. Plane mindestens zwei Stunden ein: das 69 Meter lange Antiquarium mit seinem Tonnengewölbe, der größte Renaissancesaal nördlich der Alpen, die Schatzkammer mit Kronen und Reliquiaren, dazu das Cuvilliés-Theater als eigenes Ticket. Ein Stück weiter draußen, im Westen der Stadt, breitet sich Schloss Nymphenburg mit dem Steinernen Saal und der Schönheitengalerie Ludwigs I. aus. Der weitläufige Park ist frei zugänglich; für die Parkburgen Amalienburg und Badenburg brauchst du ein eigenes Ticket, und von Mitte Oktober bis Ende März sind sie geschlossen. Und nördlich der Altstadt beginnt der Englische Garten, rund 375 Hektar groß und damit größer als der New Yorker Central Park, mit Monopteros, Kleinhesseloher See und der Eisbachwelle an seinem Südrand.

Ein Wort zur Eisbachwelle, weil sie inzwischen häufiger Thema ist als früher: Der Eisbach bildet kurz hinter der Prinzregentenstraße eine stehende Welle, auf der geübte Surfer bei jedem Wetter reiten – Zuschauen ist kostenlos, Mitsurfen eine Sache für Fortgeschrittene. Nach einem tödlichen Unfall im Frühjahr 2025 wurde die Welle zeitweise gesperrt und über zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen entschieden. Informiere dich deshalb kurz vor deinem Besuch über den aktuellen Stand, statt dich auf ältere Reiseführer zu verlassen. Weiter südlich, flussaufwärts an der Isar, surfen Münchner an der Floßlände in Thalkirchen am Werkkanal – dort läuft die Welle nur, wenn im Sommerhalbjahr genug Wasser abgeleitet wird.

Museen & Kunstareal

Museen in München zwischen Kunstareal und Museumsinsel

In der Maxvorstadt liegen rund zwanzig Museen und Sammlungen so dicht beieinander, dass du zwischen Antike, Alten Meistern und Gegenwartskunst jeweils fünf Minuten läufst.

Kunstareal in der Maxvorstadt
Kunstareal in der Maxvorstadt

Das Kunstareal ist Münchens stärkstes Argument gegen die Behauptung, hier ginge es nur um Bier und Berge. In der Alten Pinakothek hängen Dürers Selbstbildnis von 1500, Altdorfers Alexanderschlacht und eine der weltweit größten Rubens-Sammlungen; ein einziger Saal reicht, um zu verstehen, warum die Wittelsbacher als Sammler gelten. Gleich gegenüber vereint die Pinakothek der Moderne vier Sammlungen unter einem Dach – Kunst, Grafik, Architektur und Design –, wobei die Designsammlung im Untergeschoss auch die überzeugt, die vor Gemälden schnell müde werden. Die Neue Pinakothek ist seit Ende 2018 wegen einer Generalsanierung geschlossen; Teile ihrer Bestände sind derzeit an anderen Häusern zu sehen, prüfe vor dem Besuch, wo genau.

Nebenan setzt das Museum Brandhorst mit seiner Fassade aus zehntausenden farbigen Keramikstäben einen eigenen Akzent und zeigt vor allem Cy Twombly und Andy Warhol. Am Königsplatz stehen sich Glyptothek und Staatliche Antikensammlungen gegenüber, dazwischen die Propyläen – ein klassizistisches Ensemble, das Ludwig I. als bayerisches Athen anlegen ließ und das die Nationalsozialisten später für Aufmärsche missbrauchten. Genau davon erzählt das NS-Dokumentationszentrum am Rand des Platzes, ein weißer Kubus am Standort der früheren NSDAP-Zentrale. Ein paar Schritte weiter zeigt das Lenbachhaus die weltweit wichtigste Sammlung zum Blauen Reiter, weil Gabriele Münter dem Haus 1957 hunderte Werke von Kandinsky und aus ihrem eigenen Bestand schenkte.

Auf einer Isarinsel südöstlich der Altstadt liegt das Deutsche Museum, eines der größten Wissenschafts- und Technikmuseen der Welt. Das Haus wird seit Jahren in Etappen saniert: Der erste Bauabschnitt ist wiedereröffnet, der zweite mit Bergwerk und Schifffahrt ist noch geschlossen – prüfe vor dem Besuch den aktuellen Ausstellungsplan. Im geöffneten Teil tragen Luft- und Raumfahrt, Musikinstrumente, Modelleisenbahn und Robotik einen kompletten Regentag, ohne dass jemand quengelt. Zum Museum gehören außerdem zwei Zweigstellen mit eigenen Adressen: das Verkehrszentrum auf der Theresienhöhe in den alten Messehallen und die Flugwerft Schleißheim im Norden, beide mit deutlich mehr Platz pro Exponat.

Bleiben die Häuser, die im Schatten der großen Namen stehen und oft die besseren Nachmittage liefern. Das Bayerische Nationalmuseum an der Prinzregentenstraße besitzt eine Krippensammlung, die selbst Krippenskeptiker eine Stunde festhält. Das Haus der Kunst zeigt Wechselausstellungen in einem Bau, dessen Geschichte selbst Teil der Ausstellung ist. Die Villa Stuck ist das Gesamtkunstwerk eines Malerfürsten, das Museum Fünf Kontinente das älteste völkerkundliche Museum Deutschlands, und das Jüdische Museum am St.-Jakobs-Platz bildet mit Synagoge und Gemeindezentrum ein Ensemble mitten in der Altstadt. Ein Hinweis, der viel Geld spart: In den staatlichen Museen Bayerns kostet der Eintritt sonntags traditionell nur einen symbolischen Betrag, Sonderausstellungen ausgenommen.

Rundgang & Tagesplan

München an einem Tag – ein Rundgang mit Tipps für die Städtereise

Vom Viktualienmarkt bis zum Chinesischen Turm sind es knapp drei Kilometer, ein Tag reicht also für die Altstadt und den halben Englischen Garten.

Fang am Viktualienmarkt an, und zwar früh. Zwischen acht und zehn gehört der Markt noch den Leuten, die hier einkaufen, statt zu fotografieren: Obststände, Käse, Fischbraterei, eine ganze Reihe Blumenhändler, und mittendrin der Biergarten unter dem Maibaum, in dem die sechs Münchner Brauereien im Wechsel ausschenken. Hol dir eine Brezn und einen Kaffee, dann geh die zwei Minuten zum Marienplatz hinüber, um vor dem Glockenspiel dort zu sein. Nach dem Spiel führt der Weg durch das Rathaus hindurch in den Innenhof oder gleich weiter zum Alten Peter, dessen Turmaufstieg vormittags noch ohne Wartezeit funktioniert.

Vom Marienplatz nach Norden: erst die Frauenkirche, dann über den Promenadeplatz oder durch die Theatinerstraße zum Odeonsplatz. Wer Innenräume mag, nimmt hier die Residenz mit – zwei Stunden für Antiquarium und Schatzkammer sind realistisch, wer weniger Zeit hat, beschränkt sich auf eines von beidem. Danach ein Schlenker durch den Hofgarten, wo unter den Arkaden fast immer jemand Tango tanzt, und hinaus auf die Ludwigstraße. Alternativ gehst du vom Marienplatz nach Osten über den Platzl mit dem Hofbräuhaus zur Maximilianstraße, am Nationaltheater vorbei, in dem die Bayerische Staatsoper spielt, dann an den Schaufenstern der Maximilianstraße und den Kammerspielen entlang bis zum Maximilianeum auf der anderen Isarseite – die Tram 19 fährt dieselbe Strecke, falls die Füße streiken.

Der Nachmittag gehört dem Englischen Garten. Über die Prinzregentenstraße erreichst du die Eisbachwelle, danach führt der Hauptweg am Monopteros vorbei, von dessen Hügel du die zweite große Postkartenansicht der Stadt bekommst – Wiese, Bäume und dahinter die Türme der Altstadt. Für das Bild mit dem Rundtempel im Vordergrund stellst du dich unten auf die Wiese. Zehn Minuten weiter nördlich steht der Chinesische Turm mit seinem Biergarten und der Blaskapelle im ersten Stock, nochmal fünfzehn Minuten weiter liegt der Kleinhesseloher See mit dem Seehaus. Eine Sache, auf die deutsche Besucher besser vorbereitet sind als andere: Auf den Wiesen wird bei Sonne ganz selbstverständlich nackt gesonnt, das ist hier seit Jahrzehnten geregelter Alltag.

Für den Abend hast du drei Richtungen. Bleibst du im Zentrum, isst du in einem der Wirtshäuser rund um den Marienplatz und lässt den Abend im Tal oder am Gärtnerplatz ausklingen. Ziehst du an die Isar, sitzt du auf den Stufen der Reichenbachbrücke, bis die Sonne weg ist, und gehst dann ins Glockenbachviertel. Oder du fährst nach Haidhausen, wo sich rund um den Wiener Platz und im Franzosenviertel deutlich mehr Münchner als Gäste treffen. Für einen zweiten Tag stehen Kunstareal und Nymphenburg an, für einen dritten Olympiapark, BMW Welt und ein Nachmittag an der Isar – oder gleich ein Ausflug an einen der Seen im Süden.

Stadtviertel

Münchens Stadtviertel von der Altstadt bis Schwabing

München ist kompakt genug, dass du die interessantesten Viertel an einem langen Tag zu Fuß und mit zwei Tramfahrten abklappern kannst.

Marienplatz und Frauenkirche
Marienplatz und Frauenkirche

Altstadt-Lehel ist das historische und geografische Zentrum und trotzdem kein reines Schaufenster. In der Altstadt drängen sich Marienplatz, Viktualienmarkt, Residenz und die großen Kirchen, dazwischen laufen Fußgängerzonen, in denen an Samstagen ganz Oberbayern einkauft. Östlich davon, jenseits des Altstadtrings, wird es im Lehel schlagartig ruhiger: gründerzeitliche Wohnstraßen, das Bayerische Nationalmuseum an der Prinzregentenstraße, kleine Cafés und ein kurzer Weg sowohl zum Englischen Garten als auch an die Isar. Wenn du zum ersten Mal in München bist und möglichst wenig fahren willst, ist diese Hälfte der Stadt die naheliegende Wahl.

Die Maxvorstadt nordwestlich davon ist Münchens Kopf. Hier stehen die Hauptgebäude von Universität und Technischer Universität, hier liegt das Kunstareal mit den Pinakotheken und den Sammlungen am Königsplatz, und entsprechend jung ist das Publikum in den Cafés der Türken- und Schellingstraße. Direkt nördlich schließt Schwabing an, das um 1900 als Künstlerviertel Weltruf hatte und heute vor allem ein sehr begehrtes Wohnquartier ist. Die Leopoldstraße ist breit und laut, das eigentliche Schwabing liegt in den Seitenstraßen: Jugendstilfassaden in der Ainmillerstraße, Bars um den Wedekindplatz, kleine Läden in der Hohenzollernstraße und der überschaubare Elisabethmarkt als Nachbarschaftstreffpunkt.

Auf der anderen Isarseite liegt Au-Haidhausen, das lange als Arbeiterviertel galt und heute zu den gefragtesten Adressen der Stadt gehört. In Haidhausen bilden Wiener Platz mit seinem kleinen Markt, die Kirchenstraße und das sogenannte Franzosenviertel mit seinen sternförmig angelegten Plätzen ein Ensemble aus Jahrhundertwendehäusern, das den Krieg weitgehend überstanden hat. Weiter südlich, in der Au, findet dreimal im Jahr die Auer Dult auf dem Mariahilfplatz statt, ein Markt aus Trödel, Geschirr und Fahrgeschäften, den Münchner Familien seit Generationen ansteuern. Am Hochufer steht das Maximilianeum als Sitz des Landtags, ein Stück flussaufwärts an der Ludwigsbrücke das Müller'sche Volksbad im Jugendstil.

Bleiben die Viertel, die in keinem Kurzprogramm auftauchen und trotzdem den Alltag prägen. Die Isarvorstadt mit dem Gärtnerplatz und dem Glockenbachviertel ist Münchens Ausgehzentrum und seit Jahrzehnten Zentrum der queeren Szene, mit Bars, kleinen Theatern und Läden in Erdgeschosslage. Das Westend am Rand der Theresienwiese und das Schlachthofviertel liefern die internationalste Küche der Stadt. Neuhausen im Nordwesten hat den Rotkreuzplatz, den Hirschgarten und ein sehr entspanntes Verhältnis zum Rest der Stadt. Und hinter dem Ostbahnhof ist auf einem alten Industrieareal das Werksviertel entstanden, mit der TonHalle als Konzert- und Veranstaltungsort, Clubs und dem Riesenrad Umadum. Das geplante Konzerthaus steht bis heute nur auf dem Papier.

Übernachten

Hotels in München und die passende Lage für deinen Aufenthalt

In München entscheidet weniger die Kategorie über den Preis als das Datum – dieselbe Zimmerkategorie kostet zur Wiesn ein Vielfaches der Februarrate.

Die Lagefrage lässt sich in München erstaunlich klar beantworten, weil das U- und S-Bahn-Netz dicht ist. In der Altstadt und im Lehel wohnst du im Zentrum, gehst überall zu Fuß hin und zahlst dafür den höchsten Quadratmeterpreis der Stadt. Maxvorstadt und Schwabing sind die Wahl, wenn dir Museen, Cafés und ein etwas jüngeres Umfeld wichtiger sind als der Blick auf das Rathaus; von der Münchner Freiheit bist du in sieben Minuten am Marienplatz. Haidhausen und die Isarvorstadt liegen ruhiger, kosten meist weniger und haben die besseren Abende. Und das Viertel rund um den Hauptbahnhof ist zwar praktisch und günstig, an manchen Ecken aber ruppiger, als Buchungsportale vermuten lassen – schau dir die genaue Straße auf der Karte an.

Ganz oben in der Skala stehen zwei Häuser, die seit Generationen zur Stadt gehören. Der Bayerische Hof am Promenadeplatz ist ein Familienbetrieb mit Dachterrasse, Kino und einer Bar, in der auch Münchner sitzen, die dort nicht übernachten. Das Vier Jahreszeiten Kempinski an der Maximilianstraße hat die repräsentativere Adresse, direkt zwischen Oper und Luxusgeschäften. Deutlich älter als beide ist das Torbräu am Isartor, das sich auf eine Wirtshaustradition seit dem späten 15. Jahrhundert beruft und als ältestes Hotel der Stadt gilt. Darunter beginnt ein breites Feld an Boutique- und Kettenhäusern, das sich vor allem an der Lage unterscheidet, nicht an der Ausstattung.

Der wichtigste Buchungshinweis ist ein Kalenderhinweis. Während der Wiesn im September und Oktober ziehen die Zimmerpreise stadtweit massiv an, und zwar nicht nur rund um die Theresienwiese – wer in diesen zwei Wochen spontan sucht, findet oft nur noch Zimmer im Umland. Ähnliches gilt für die großen Messen auf dem Gelände in Riem, etwa die Expo Real im Herbst, die IAA Mobility oder die bauma, sowie für die Sicherheitskonferenz im Februar, die den Bereich um den Promenadeplatz für einige Tage weiträumig absperrt. Umgekehrt sind Januar, Februar und November die günstigsten Monate mit Zimmern, die dann tatsächlich bezahlbar sind.

Zwei praktische Punkte, die deutsche Gäste regelmäßig unterschätzen. Erstens das Auto: Innerhalb des Altstadtrings hat kaum ein Hotel eigene Stellplätze, du landest in einem der Parkhäuser am Ring und zahlst Tagessätze. In den Gründerzeitstraßen des Lehels und in Haidhausen steht fast alles in Lizenzgebieten für Anwohner mit begrenzter Parkdauer, und rund um die Theresienwiese gelten während der Wiesn großflächige Halteverbote. Frag beim Buchen nach einem Hotelkontingent, bevor du dich auf die Straße verlässt. Zweitens: Wenn dein Wunschtermin in die Wiesn fällt und das Budget nicht mitspielt, ist das Umland eine ernsthafte Option. Aus Dachau, Freising, Erding oder Starnberg bist du mit der S-Bahn in zwanzig bis vierzig Minuten am Marienplatz, und die Nachtverbindungen fahren während des Volksfests in dichtem Takt.

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Restaurants in München und was in Bayern auf den Teller kommt

Die erste Regel lernst du am Vormittag – die Weißwurst soll das Mittagsläuten nicht mehr hören, also gehört sie auf den Frühstückstisch und nicht auf die Abendkarte.

Die Weißwurst ist Münchens eigenwilligstes Ritual. Sie wird traditionell vormittags gegessen, kommt im heißen Wasser an den Tisch und wird nicht mit Messer und Gabel filetiert, sondern gezuzelt – also aus der Haut gesaugt – oder der Länge nach aufgeschnitten und aus der Pelle gehoben. Dazu gehören süßer Senf, eine frische Brezn und ein Weißbier, und wer das komplette Programm will, bestellt es an einem Werktag um zehn Uhr in einem Wirtshaus, das Einheimische bedient. Der historische Grund für die Uhrzeit ist banal: Vor der Kühlkette hielt die Brühwurst ohne Pökelsalz keinen halben Tag. Geblieben ist die Regel trotzdem, und Münchner nehmen sie ernster, als sie zugeben.

Der Rest der bayerischen Karte ist deftiger, als Kalorientabellen erlauben. Schweinsbraten mit dunkler Biersoße, Semmel- oder Kartoffelknödel und Krautsalat ist das Sonntagsessen, Schweinshaxe die Variante mit Kruste, und Obatzda – Camembert mit Butter, Zwiebeln und Paprikapulver zerdrückt – der Klassiker der Brotzeit. Dazu kommen Radi, hauchdünn geschnittener und gesalzener Rettich, Steckerlfisch vom Grill und die Leberkässemmel, die in München die Rolle des schnellen Mittagessens übernimmt und in jeder Metzgerei über den Tresen geht. Süß enden Mahlzeiten mit Dampfnudeln in Vanillesoße, Auszogne oder einem Stück Prinzregententorte mit ihren vielen dünnen Schichten.

Bei den Adressen musst du dich entscheiden, was du willst. Das Hofbräuhaus am Platzl ist längst mehr Institution als Restaurant, mit Blaskapelle und internationalem Publikum – wer das Klischee bewusst mitnimmt, wird gut unterhalten, wer bayerische Küche in Ruhe testen möchte, geht besser woanders hin. Das Schneider Bräuhaus im Tal ist enger, lauter und näher am Original, die Augustiner Großgaststätte in der Neuhauser Straße hat Innenhof und Arkaden, und das Wirtshaus in der Au auf der anderen Isarseite hat sich einen Ruf als Knödelspezialist erarbeitet. In allen gilt: Reservieren spart Wartezeit, und an großen Tischen setzt man sich zu Fremden dazu, das ist hier normal.

Die andere Hälfte der Münchner Gastronomie hat mit Trachten nichts zu tun. Die Stadt hält seit Jahren eine der höchsten Dichten an ausgezeichneten Küchen in Deutschland, und das Tantris in Schwabing – seit 1971 in seinem orangebraunen Siebzigerjahre-Bau, der inzwischen unter Denkmalschutz steht – ist der Ausgangspunkt dieser Entwicklung. Im Feinkosthaus Dallmayr hinter dem Rathaus liegt mit dem Alois eine Fine-Dining-Adresse über der Delikatessenabteilung, in der BMW Welt im Norden das EssZimmer – bei beiden lohnt vorab ein Blick auf Öffnungszeiten und aktuelle Auszeichnung, weil Spitzenküchen ihre Konzepte häufiger wechseln als Wirtshäuser. Wer international essen will, geht ins Westend, ins Schlachthofviertel oder in die Türkenstraße. Und wer einfach gut einkaufen möchte, nimmt den Viktualienmarkt für Delikatessen, den Markt am Wiener Platz in Haidhausen für den Alltag und den Elisabethmarkt in Schwabing für die Nachbarschaftsvariante.

Biergärten & draußen

Biergärten in München und die Sache mit der eigenen Brotzeit

In einem traditionellen Biergarten darfst du dein Essen selbst mitbringen – das ist keine geduldete Unsitte, sondern in Bayern ausdrücklich geregelt.

Der Biergarten ist eine bayerische Erfindung mit sehr praktischem Ursprung. Weil Bier früher nur im Winter gebraut werden durfte, legten die Brauereien tiefe Keller an und pflanzten Kastanien darüber, deren flache Wurzeln das Gewölbe nicht beschädigten und deren Kronen im Sommer Schatten spendeten. Wo der Keller lag, wurde bald auch ausgeschenkt. Aus dieser Geschichte stammt das Recht, eigene Brotzeit mitzubringen: In den Selbstbedienungsbereichen traditioneller Biergärten packst du Radi, Brot und Obatzda aus dem Rucksack aus, die Getränke kaufst du vor Ort. Im bedienten Bereich mit Tischdecken gilt das nicht – dort bestellst du wie im Restaurant. Und eine Maß ist ein Liter, keine Halbe.

Die großen Adressen liegen über die ganze Stadt verteilt. Der Hirschgarten in Neuhausen gilt mit rund 8.000 Plätzen als größter Biergarten Europas und hat obendrein ein Damwildgehege gleich nebenan, was ihn für Familien unschlagbar macht. Der Biergarten am Chinesischen Turm im Englischen Garten ist der bekannteste, mit Blaskapelle im ersten Stock des Turms und entsprechend gemischtem Publikum. Der Augustiner-Keller an der Arnulfstraße hat die ältesten Kastanien und die geringste Touristenquote der drei. Dazu kommen das Seehaus am Kleinhesseloher See, der Flaucher unten an der Isar, der Taxisgarten in Neuhausen als Nachbarschaftsvariante und die Waldwirtschaft in Großhesselohe, in der im Sommer regelmäßig Jazz gespielt wird.

Draußen sein heißt in München aber nicht nur sitzen. Der Isarradweg führt von der Stadt aus nach Süden bis zum Sylvensteinspeicher und nach Norden Richtung Freising, und schon die ersten zehn Kilometer flussaufwärts bringen dich in eine Landschaft aus Kiesbänken und Auwald. Im Sommer springen Münchner am Flaucher und oberhalb der Braunauer Brücke in den Fluss, allerdings ohne Aufsicht und mit einer Strömung, die man nicht unterschätzen darf. Deutlich sicherer schwimmt es sich im Müller'schen Volksbad an der Rosenheimer Straße, einer Jugendstil-Schwimmhalle von 1901 mit Kuppelsaal und römisch-irischem Dampfbad – das schönste Hallenbad der Stadt und bei Regen ein eigenes Ausflugsziel.

Im Winter verlagert sich das Programm. Auf dem Stachus entsteht in der Adventszeit eine Eisbahn mitten im Verkehrsknoten, im Olympiapark laufen Konzerte und Veranstaltungen das ganze Jahr, und die Thermen im Umland östlich der Stadt zählen zu den größten Anlagen Europas. Wer Sport im Programm haben will, kommt an der Allianz Arena in Fröttmaning nicht vorbei: Der FC Bayern spielt dort, die Arena lässt sich auch außerhalb der Spieltage bei Führungen besichtigen, und abends leuchtet die Hülle von der Autobahn aus weithin sichtbar. Und in gut einer Stunde bist du an den ersten Liften der bayerischen Voralpen.

Anreise & vor Ort

Anreise nach München und der Weg durch die Stadt

Vom Flughafen bis zum Marienplatz brauchst du mit der S-Bahn rund vierzig Minuten – ein Mietwagen bringt dich in der Stadt selbst dagegen kaum irgendwohin.

München ist von überall gut erreichbar. Der Flughafen im Erdinger Moos liegt knapp dreißig Kilometer nordöstlich und ist über die S-Bahn-Linien S1 und S8 an die Innenstadt angebunden; beide brauchen etwa vierzig Minuten bis zum Hauptbahnhof oder zum Marienplatz und fahren tagsüber dicht getaktet, dazu kommt ein Expressbus zum Hauptbahnhof. Achte beim Ticketkauf darauf, dass der Flughafen in der MVV-Zone 5 liegt und ein Ticket vom Zentrum dorthin die Zonen M bis 5 abdecken muss – wer noch am selben Tag in der Stadt unterwegs ist, fährt mit einer Tageskarte M–5 meist günstiger als mit zwei Einzelfahrten. Mit der Bahn ist München ein zentraler ICE-Knoten, aus Berlin, Frankfurt oder Wien bist du in rund vier Stunden oder weniger da.

Mit dem Auto führen die A8 von Stuttgart und Salzburg, die A9 von Nürnberg und Berlin sowie die A95 aus Richtung Garmisch in die Stadt. Zwei Dinge solltest du wissen: Innerhalb des Mittleren Rings gilt die Umweltzone mit grüner Plakette – und seit Februar 2023 zusätzlich ein Fahrverbot für Diesel bis Euro 4. Wer mit einem älteren Diesel anreist, stellt ihn außerhalb des Rings ab. Dazu kommt, dass die Altstadt in weiten Teilen Fußgängerzone oder für Anlieger reserviert ist. Steuere deshalb von vornherein ein Parkhaus am Altstadtring an oder nutze einen Park-and-Ride-Platz an einer U- oder S-Bahn-Station am Stadtrand; das ist deutlich billiger und in der Summe schneller. Wer nur die Stadt besuchen will, braucht überhaupt kein Auto – erst für Seen und Berge wird es wieder nützlich.

In der Stadt fährst du mit dem MVV, der U-Bahn, S-Bahn, Tram und Bus unter einem Tarif bündelt. Für Besucher lohnt fast immer eine Tageskarte für die Zone M, für Gruppen bis fünf Personen die Gruppen-Tageskarte, und wer ohnehin ein Deutschlandticket hat, braucht in München gar nichts weiter zu kaufen. Tickets bekommst du am Automaten oder in den Apps von MVV und MVG, Kontrollen gibt es regelmäßig und ohne Vorwarnung. Fast alle S-Bahn-Linien laufen durch dieselbe unterirdische Stammstrecke zwischen Hauptbahnhof und Ostbahnhof – nur die S20 im Süden umfährt sie –, was praktisch ist, solange sie funktioniert – an Wochenenden wird dort häufig gebaut, dann fahren Ersatzverbindungen.

Innerhalb der Altstadt bist du zu Fuß am schnellsten, alles Weitere liegt in Tram- oder U-Bahn-Nähe. Die Tram ist dabei die angenehmste Art, sich zu bewegen: Die Linie 19 fährt vom Hauptbahnhof über den Karlsplatz und die Maximilianstraße bis nach Osten hinaus, andere Linien führen an der Isar entlang. Zum Radfahren ist München gut geeignet, die Wege sind breit und das Gelände flach; Leihräder stehen an vielen Stationen. Ein Hinweis für die Wiesn-Wochen: Marienplatz, Hauptbahnhof und die Station Theresienwiese sind dann phasenweise so voll, dass Züge ohne Halt durchfahren – plane in dieser Zeit mehr Zeit ein oder steig eine Station früher aus und geh das letzte Stück.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Ausflüge & Umland

Ausflüge ab München an die Seen und in die Alpen

Mit der S-Bahn stehst du in gut einer halben Stunde am Ufer des Starnberger Sees – deshalb hat kaum eine deutsche Großstadt so viele Tagesausflüge in Reichweite.

Schloss Nymphenburg
Schloss Nymphenburg

Die Seen zuerst, weil sie am einfachsten zu erreichen sind. Der Starnberger See liegt direkt südwestlich vor der Stadt und ist mit der S6 in etwa einer halben Stunde erreichbar; von Starnberg oder Tutzing fahren im Sommer Ausflugsschiffe, und in Berg erinnert eine Votivkapelle an den Tod Ludwigs II. Der Ammersee ist etwas ruhiger und über die S8 nach Herrsching angebunden – von dort führt ein schattiger Weg durch das Kiental in gut einer Stunde hinauf zum Kloster Andechs, wo die Klosterbrauerei ihren eigenen Biergarten betreibt. Weiter südlich liegen Tegernsee und Schliersee, beide mit Bergen direkt am Ufer – du erreichst sie mit der Bayerischen Oberlandbahn und startest am Bahnhof los. An den türkisfarbenen Walchensee kommst du per Bahn bis Kochel am See und von dort mit dem Bus.

Für die Berge selbst brauchst du kaum länger. Garmisch-Partenkirchen erreichst du mit dem Zug in etwa eineinviertel Stunden, von dort bringen dich Zahnradbahn und Seilbahn auf die Zugspitze, Deutschlands höchsten Berg. Wer lieber läuft, nimmt die Partnachklamm, eine enge Schlucht mit Tunneln und Stegen im Fels, die auch bei mäßigem Wetter funktioniert. Mittenwald ein Stück weiter südlich ist für seine bemalten Hausfassaden und den Geigenbau bekannt, und rund um den Tegernsee gibt es Halbtageswanderungen, die vom Bahnhof aus starten. Im Winter verwandeln sich dieselben Ziele in Skigebiete, die viele Münchner am Wochenende mit der Bahn ansteuern.

Die Schlösser Ludwigs II. sind der dritte große Anziehungspunkt. Neuschwanstein und Hohenschwangau liegen bei Füssen, rund zwei Stunden entfernt, und lassen sich als langer Tagesausflug machen – wichtig ist, dass die Tickets im Voraus online gebucht werden müssen und die Zeitfenster in der Saison früh vergeben sind. Schloss Linderhof im Graswangtal ist kleiner, verspielter und deutlich weniger überlaufen. Herrenchiemsee auf einer Insel im Chiemsee erreichst du per Zug bis Prien und dann mit dem Schiff, was den Ausflug automatisch entschleunigt. Dazu kommt die Wieskirche bei Steingaden, ein Rokokobau auf freiem Feld, der zum UNESCO-Welterbe zählt.

Und schließlich die Städte. Die KZ-Gedenkstätte Dachau liegt kaum zwanzig Kilometer nördlich, ist mit der S2 und einem Bus in etwa einer halben Stunde erreichbar und kostet keinen Eintritt – ein Besuch, der einen halben Tag und eine gewisse innere Vorbereitung braucht. Salzburg ist mit dem Zug in rund eineinhalb Stunden zu schaffen, Regensburg mit seiner mittelalterlichen Altstadt und der Steinernen Brücke ähnlich schnell. Nürnberg liegt gut eine Stunde entfernt an der ICE-Strecke, Augsburg mit der Fuggerei sogar noch näher, und Landshut mit der Burg Trausnitz ist der unterschätzte unter den Kurztrips.

Feste & Veranstaltungen

Oktoberfest, Starkbierzeit und die Feste im Münchner Jahr

Die Wiesn ist das bekannteste Volksfest der Welt, aber sie ist nur eines von einem halben Dutzend Ereignissen, die den Münchner Kalender bestimmen.

Englischer Garten
Englischer Garten

Das Oktoberfest beginnt traditionell am Samstag nach dem 15. September und endet am ersten Sonntag im Oktober, wobei es verlängert wird, wenn dieser Sonntag sehr früh im Monat liegt – gefeiert wird also meist gut zwei Wochen. Es startet um zwölf Uhr mit dem Anstich des ersten Fasses im Schottenhamel-Zelt durch den Oberbürgermeister, am ersten Sonntag zieht der Trachten- und Schützenzug durch die Innenstadt. Ausgeschenkt wird ausschließlich Bier der sechs Münchner Traditionsbrauereien, gemessen in Maßkrügen zu einem Liter. Der Eintritt auf die Theresienwiese kostet nichts, die Zelte sind frei zugänglich, solange sie nicht wegen Überfüllung schließen – was an Wochenenden regelmäßig schon am Vormittag passiert.

Ein paar Regeln machen den Wiesn-Besuch deutlich entspannter. Tischreservierungen vergeben die Festwirte nur für ganze Tische und in der Regel Monate im Voraus; ohne Reservierung kommst du an Werktagen vormittags problemlos hinein, am Samstagabend praktisch nicht. Kalkuliere Bargeld ein, auch wenn inzwischen mehr Stände Karten nehmen. Für Familien sind die Dienstage traditionell die ruhigeren Tage mit ermäßigten Preisen an vielen Fahrgeschäften. Und wenn dir das Hauptfest zu laut ist, lohnt in den Jahren, in denen sie stattfindet, die Oide Wiesn im südlichen Teil des Geländes: historische Fahrgeschäfte, Volksmusik, moderatere Lautstärke und ein eigener kleiner Eintritt.

Der Rest des Jahres ist voller. Im März läuft die Starkbierzeit, deren Zentrum der Nockherberg in der Au ist – dort wird der Salvator angezapft und beim Singspiel die bayerische Politprominenz auf offener Bühne durch den Kakao gezogen. Im April füllt das Frühlingsfest dieselbe Theresienwiese in kleinerem Format. Der Kocherlball im Englischen Garten holt am dritten Sonntag im Juli ab sechs Uhr früh tausende Tänzer in Tracht an den Chinesischen Turm. Das Tollwood-Festival findet zweimal statt, im Sommer im Olympiapark und im Winter auf der Theresienwiese, dazu kommen das Filmfest im Sommer, die Opernfestspiele im Nationaltheater und die dreimal jährliche Auer Dult.

Im Advent zieht der Christkindlmarkt auf den Marienplatz, mit dem großen Baum vor dem Rathaus und Ständen bis in die Nebengassen – die Tradition eines Wintermarkts an dieser Stelle reicht Jahrhunderte zurück. Kleiner und stimmungsvoller sind der Mittelaltermarkt am Wittelsbacherplatz mit Met und offenem Feuer sowie der Markt im Innenhof der Residenz. München hat damit kaum eine Woche ohne Fest, aber nur die Wiesn dreht die ganze Stadt um. Wer sie erleben will, bucht Monate vorher und zahlt das Mehrfache; wer lieber Wirtshäuser mit Einheimischen als Zelte mit Reisegruppen erwischt, legt die Reise auf Mai, Juni oder die zweite Oktoberhälfte.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von München – und welches zu dir passt

Altstadt-LehelAltstadt-LehelVom Marienplatz über den Viktualienmarkt bis zur Isar und an den Rand des Englischen Gartens: Hier stehen Rathaus, Frauenkirche, Residenz und die großen Kirchen dicht beieinander. Im östlich anschließenden Lehel wird es zwischen Gründerzeitfassaden und dem Bayerischen Nationalmuseum schlagartig ruhiger.Ideal für: Erste Orientierung1–2 TageMaxvorstadtMaxvorstadtMünchens Kopf und Kunstherz: Rund um das Kunstareal liegen die Alte Pinakothek, die Pinakothek der Moderne und das Museum Brandhorst – die Neue Pinakothek ist saniert und geschlossen –, dazu das Lenbachhaus und die antiken Sammlungen am Königsplatz. Dazwischen mischen Universität und Technische Universität ein studentisches Publikum in die Cafés der Türken- und Schellingstraße.Ideal für: Museen & Kunst1 TagSchwabingSchwabingIn der Ainmillerstraße 36 wohnten Kandinsky und Münter in den Jahren, in denen der Blaue Reiter entstand – die Jugendstilfassaden ringsum stehen noch. Zwischen Wedekindplatz und Feilitzschstraße reiht sich abends eine Kneipe an die nächste, und der Elisabethmarkt bleibt der überschaubare Nachbarschaftsmarkt dazu.Ideal für: Abends ausgehen½–1 TagAu-HaidhausenAu-HaidhausenAm östlichen Isarufer treffen Jahrhundertwendehäuser, der kleine Markt am Wiener Platz und das sternförmig angelegte Franzosenviertel aufeinander. In der Au findet dreimal im Jahr die Auer Dult statt, am Hochufer steht das Maximilianeum und unten an der Ludwigsbrücke das Müller'sche Volksbad.Ideal für: Viertelleben abseits der Altstadt½–1 Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für München: Wetter und Feste im Jahreslauf

München liegt auf über 500 Metern am Rand der Alpen, und das merkst du – die Sommer sind kürzer als am Rhein, die Winter kälter und die Wetterwechsel schneller.

Das Klima in München ist deutlich kontinentaler geprägt als im Westen Deutschlands: kalte Winter mit regelmäßigem Schnee, ein spät einsetzendes Frühjahr und warme, aber gewitteranfällige Sommer, in denen der Juli der niederschlagsreichste Monat des Jahres ist. Dazu kommt der Föhn, ein warmer Fallwind aus den Alpen, der die Luft blitzblank fegt, die Berge zum Greifen nah wirken lässt und bei manchen Menschen für Kopfschmerzen sorgt. Wichtiger als das Thermometer ist bei der Terminwahl allerdings der Kalender: Die Wiesn im September und Oktober verändert Preise und Andrang stärker als jedes Wetter.

Jan3°-3°kalt, Museumswetter
Feb5°-3°Fasching, oft Schnee
Mär10°0°Starkbierzeit am Nockherberg
Apr15°3°wechselhaft, Frühlingsfest
Mai19°8°Biergärten öffnen richtig
Jun23°11°lange Abende, ideal
Jul25°13°warm, aber gewitterreich
Aug24°13°Ferienzeit, Seenwetter
Sep20°9°mild, Wiesn-Start
Okt14°5°Föhntage mit Alpenblick
Nov8°1°grau, günstige Zimmer
Dez4°-2°Christkindlmarkt am Marienplatz

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für München sind Mai, Juni und die erste Septemberhälfte. Dann liegen die Höchstwerte zwischen 19 und 23 Grad, die Biergärten haben durchgehend geöffnet, die Tage sind lang genug für Stadt und Ausflug am selben Tag, und die Hotelpreise bleiben im Rahmen. Der Juli ist der wärmste Monat, bringt aber auch die meisten Gewitter. Wer die Wiesn will, nimmt Ende September bewusst in Kauf, dass die Stadt voll und teuer ist. Januar, Februar und November sind die günstigsten Monate – und mit Museen, Wirtshäusern und Skibergen in einer Stunde Entfernung alles andere als verlorene Zeit.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu München

Wie viele Tage sollte man für München einplanen?
Zwei volle Tage sind das sinnvolle Minimum: einer für Altstadt, Residenz und Englischen Garten, einer für das Kunstareal und Schloss Nymphenburg. Mit drei Tagen kommen Olympiapark, ein Nachmittag an der Isar und ein Viertel wie Haidhausen dazu. Wer einen Ausflug an einen der Seen oder in die Berge anhängen will, plant vier Tage ein.
Was kann man in München an einem Tag sehen?
Starte früh am Viktualienmarkt, sei um 11 Uhr am Marienplatz zum Glockenspiel und steig danach auf den Alten Peter. Danach Frauenkirche, Residenz oder Hofgarten, und den Nachmittag im Englischen Garten mit Eisbach, Monopteros und Chinesischem Turm. Für Pinakotheken oder Nymphenburg reicht ein Tag nicht mehr – die brauchen einen eigenen.
Wann ist die beste Reisezeit für München?
Mai, Juni und die erste Septemberhälfte, mit Höchstwerten zwischen 19 und 23 Grad, offenen Biergärten und moderaten Preisen. Der Juli ist am wärmsten, aber gewitteranfällig. Ende September und Anfang Oktober bestimmt die Wiesn die Stadt, und im Dezember lohnt der Christkindlmarkt. Januar bis März sind kalt, günstig und gut für Museen.
Wann findet das Oktoberfest in München statt?
Traditionell vom Samstag nach dem 15. September bis zum ersten Sonntag im Oktober, mit Verlängerung, wenn dieser Sonntag sehr früh fällt – meist gut zwei Wochen. Der Anstich ist mittags im Schottenhamel-Zelt. Das Gelände und die Zelte kosten keinen Eintritt, Tischreservierungen gehen aber nur für ganze Tische und Monate im Voraus.
Kann man im Englischen Garten in München surfen?
Ja, der Eisbach bildet am Südrand des Englischen Gartens eine stehende Welle, auf der geübte Surfer bei jedem Wetter fahren. Zuschauen ist frei, Mitsurfen nichts für Anfänger. Nach einem tödlichen Unfall im Frühjahr 2025 war die Welle zeitweise gesperrt – informiere dich vor dem Besuch über den aktuellen Stand und mögliche Auflagen.
In welchem Viertel übernachtet man in München am besten?
Altstadt und Lehel für kurze Wege und den höchsten Preis, Maxvorstadt und Schwabing für Museen, Cafés und ein jüngeres Umfeld. Haidhausen und die Isarvorstadt liegen ruhiger, kosten weniger und haben die besseren Abende. Rund um den Hauptbahnhof wohnst du günstig und verkehrsgünstig, solltest dir die Straße aber vorher genau ansehen.
Wie kommt man vom Flughafen München in die Innenstadt?
Mit den S-Bahn-Linien S1 und S8, die beide rund vierzig Minuten bis Hauptbahnhof und Marienplatz brauchen und tagsüber dicht fahren. Alternativ gibt es einen Expressbus zum Hauptbahnhof. Der Flughafen liegt in Zone 5 – wer am selben Tag noch in der Stadt unterwegs ist, fährt mit einer Tageskarte M–5 meist günstiger.
Braucht man in München ein Auto?
In der Stadt nicht, im Gegenteil: Die Altstadt ist weitgehend Fußgängerzone, innerhalb des Mittleren Rings gilt eine Umweltzone mit Plakettenpflicht, und Parkhausplätze sind teuer. U-Bahn, S-Bahn und Tram decken alles ab. Erst für Seen, Klöster und Bergtouren wird ein Auto nützlich – vieles davon erreichst du aber ebenfalls mit der Bahn.
Darf man im Biergarten eigenes Essen mitbringen?
In den Selbstbedienungsbereichen traditioneller bayerischer Biergärten ja, und zwar ausdrücklich geregelt: Brotzeit aus dem Rucksack ist erlaubt, die Getränke musst du vor Ort kaufen. Im bedienten Bereich mit eingedeckten Tischen gilt das nicht, dort bestellst du wie im Restaurant. Eine Maß Bier ist übrigens ein ganzer Liter.
Was isst man in München typischerweise?
Weißwurst mit süßem Senf und Brezn, traditionell vormittags. Dazu Schweinsbraten mit Knödeln, Schweinshaxe, Obatzda und Radi als Brotzeit, Leberkässemmel als schnelles Mittagessen und Steckerlfisch im Biergarten. Süß gibt es Dampfnudeln, Auszogne und Prinzregententorte. Getrunken wird Helles, Weißbier oder im März der Starkbier-Salvator.
Welche Ausflüge lohnen sich ab München?
Der Starnberger See mit der S6 und der Ammersee mit der S8 samt Aufstieg zum Kloster Andechs sind die einfachsten. Garmisch-Partenkirchen mit Zugspitze und Partnachklamm liegt gut eineinviertel Stunden entfernt, Neuschwanstein rund zwei. Dazu die KZ-Gedenkstätte Dachau, Salzburg, Regensburg und Nürnberg – alle als Tagesausflug machbar.
Wie weit sind die Alpen von München entfernt?
Die ersten Berge beginnen rund 60 bis 80 Kilometer südlich, also etwa eine Fahrstunde. Tegernsee und Schliersee erreichst du mit der Bahn in gut einer Stunde, Garmisch-Partenkirchen in gut eineinviertel Stunden, die Zugspitze über Garmisch mit Zahnrad- und Seilbahn. An Föhntagen siehst du die Kette vom Olympiaturm oder aus oberen Stockwerken klar am Horizont.
Was kann man in München bei Regen machen?
Die Stadt ist dafür gut ausgestattet. Das Deutsche Museum füllt einen ganzen Tag, das Kunstareal mit Alter Pinakothek, Pinakothek der Moderne und Brandhorst gleich mehrere. Dazu Residenz und Schatzkammer, das Bayerische Nationalmuseum und das Müller'sche Volksbad als Jugendstil-Schwimmhalle. Wirtshäuser und überdachte Passagen erledigen den Rest.
Ist München teuer?
Ja, München gehört bei Hotels und Gastronomie zu den teuersten Städten Deutschlands. Der Unterschied macht aber das Datum: Während der Wiesn und großer Messen kosten Zimmer ein Vielfaches, im Januar, Februar und November deutlich weniger. Sparen lässt sich mit Tageskarten im MVV, Biergärten mit eigener Brotzeit und den günstigen Museumssonntagen.

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MünchenWenn im Juni gegen acht die Sonne flach durch die Kastanien fällt, sitzen im Hirschgarten achttausend Leute an Holztischen, und ein paar Kilometer weiter nördlich, oben auf dem Olympiaberg, steht der Alpenrand an Föhntagen so scharf am Horizont, als läge er zwei Straßen weiter.

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