Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in München
Der historische Kern passt in einen Kreis von gut einem Kilometer – vom Marienplatz erreichst du Frauenkirche, Residenz und Viktualienmarkt jeweils in unter zehn Minuten zu Fuß.
Alles beginnt am Marienplatz. Die Nordseite füllt das Neue Rathaus, ein neugotischer Bau aus dem späten 19. Jahrhundert, dessen Turm das größte Publikum der Stadt anzieht: Um 11 und um 12 Uhr setzt sich das Glockenspiel in Bewegung und spielt in gut einer Viertelstunde zwei Szenen nach – oben das Ritterturnier zur Hochzeit Wilhelms V. mit Renata von Lothringen im Jahr 1568, unten den Schäfflertanz. Von März bis Oktober kommt ein dritter Durchgang um 17 Uhr dazu. Stell dich nicht direkt darunter, sondern an den Rand des Platzes oder gleich in die Rosenstraße; von dort siehst du beide Etagen und stehst nicht im Gedränge. Für die Übersicht gibt es zwei Türme: Der Rathausturm hat einen Aufzug, der Alte Peter gegenüber gut 300 Stufen und keinen – dafür den besseren Blick, weil das Rathaus mit auf dem Bild ist.
Zwei Straßen weiter westlich steht die Frauenkirche, Münchens Wahrzeichen und eine der größten Backsteinkirchen Süddeutschlands, in nur zwei Jahrzehnten ab 1468 hochgezogen. Die beiden Türme messen knapp 99 Meter und tragen ihre kupfergrünen welschen Hauben erst seit dem frühen 16. Jahrhundert – geplant waren gotische Spitzen, für die das Geld ausging. Ein Bürgerentscheid sprach sich 2004 gegen Neubauten über 100 Meter aus. Rechtlich bindend war das nur ein Jahr, die Stadt hält sich seither aber weitgehend daran – gestritten wird darüber bis heute, etwa um die geplanten Hochhäuser am Paketpost-Areal. Innen lohnt der Blick auf den Teufelstritt im Eingangsbereich, einen dunklen Fußabdruck im Boden, um den sich eine Legende rankt. Ob der Südturm gerade bestiegen werden kann, hängt vom Stand der Sanierungsarbeiten ab – prüfe das vor dem Besuch.
Wer den Barock in konzentrierter Form will, geht in die Sendlinger Straße zur Asamkirche. Die Brüder Cosmas Damian und Egid Quirin Asam bauten sie ab 1733 als Privatkirche neben ihr eigenes Wohnhaus, entsprechend schmal klemmt die Fassade zwischen den Nachbargebäuden – und entsprechend hemmungslos ist der Innenraum, in dem kaum eine Handbreit ohne Stuck, Gold oder Fresko bleibt. Der Gegenpol liegt am Odeonsplatz: die gelbe Theatinerkirche, die Feldherrnhalle nach florentinischem Vorbild und dahinter der Hofgarten mit seinem Pavillon und den Boule-Bahnen. Von dort führt die Ludwigstraße schnurgerade nach Norden zum Siegestor, ein Stück Stadtplanung, das Ludwig I. in einem Zug durchziehen ließ.
Die Residenz an der Nordseite der Altstadt war über 400 Jahre lang, von 1508 bis 1918, Sitz der Wittelsbacher und ist heute die größte Innenstadt-Schlossanlage Deutschlands. Plane mindestens zwei Stunden ein: das 69 Meter lange Antiquarium mit seinem Tonnengewölbe, der größte Renaissancesaal nördlich der Alpen, die Schatzkammer mit Kronen und Reliquiaren, dazu das Cuvilliés-Theater als eigenes Ticket. Ein Stück weiter draußen, im Westen der Stadt, breitet sich Schloss Nymphenburg mit dem Steinernen Saal und der Schönheitengalerie Ludwigs I. aus. Der weitläufige Park ist frei zugänglich; für die Parkburgen Amalienburg und Badenburg brauchst du ein eigenes Ticket, und von Mitte Oktober bis Ende März sind sie geschlossen. Und nördlich der Altstadt beginnt der Englische Garten, rund 375 Hektar groß und damit größer als der New Yorker Central Park, mit Monopteros, Kleinhesseloher See und der Eisbachwelle an seinem Südrand.
Ein Wort zur Eisbachwelle, weil sie inzwischen häufiger Thema ist als früher: Der Eisbach bildet kurz hinter der Prinzregentenstraße eine stehende Welle, auf der geübte Surfer bei jedem Wetter reiten – Zuschauen ist kostenlos, Mitsurfen eine Sache für Fortgeschrittene. Nach einem tödlichen Unfall im Frühjahr 2025 wurde die Welle zeitweise gesperrt und über zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen entschieden. Informiere dich deshalb kurz vor deinem Besuch über den aktuellen Stand, statt dich auf ältere Reiseführer zu verlassen. Weiter südlich, flussaufwärts an der Isar, surfen Münchner an der Floßlände in Thalkirchen am Werkkanal – dort läuft die Welle nur, wenn im Sommerhalbjahr genug Wasser abgeleitet wird.













