Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Augsburg
Vom Rathausplatz aus liegt fast alles in einem Umkreis von einem Kilometer – nur Fuggerei und Rotes Tor kosten dich jeweils zehn Gehminuten extra.
Der Rathausplatz ist der Bezugspunkt für alles Weitere. Elias Holl baute das Rathaus zwischen 1615 und 1624 als einen der bedeutendsten profanen Renaissancebauten nördlich der Alpen, und im Inneren liegt der Goldene Saal mit seiner vergoldeten Kassettendecke, den gemalten Wandbildern und einer Raumhöhe, die jeden Besucher erst einmal nach oben schauen lässt. 1944 brannte der Saal bis auf die Mauern aus, die Wiederherstellung zog sich über Jahrzehnte und war erst zur 2000-Jahr-Feier der Stadt 1985 abgeschlossen. Der Besuch dauert keine halbe Stunde, und davor sprudelt der Augustusbrunnen von 1594 mit der Bronzefigur jenes Kaisers, nach dem Augsburg benannt ist.
Gleich neben dem Rathaus steht der rund 70 Meter hohe Perlachturm, ursprünglich ein romanischer Wachturm, den Elias Holl später aufstockte. Der Aufstieg ist derzeit nicht möglich – der Turm wird von Grund auf saniert, Uhrwerk und Turmzwiebel wurden dafür 2025 abgenommen, und geöffnet werden soll er nach jetzigem Stand erst im Herbst 2027. Von Süden führt die Maximilianstraße auf den Platz zu, breiter als jede andere Altstadtstraße der Region, weil hier jahrhundertelang Handel getrieben und Markt gehalten wurde. In ihrer Achse stehen mit dem Merkurbrunnen und dem Herkulesbrunnen zwei weitere Prachtbrunnen von Adriaen de Vries – was du draußen siehst, sind Kopien, die Originalfiguren stehen im Maximilianmuseum unter einem gläsernen Hofdach.
Auf halber Höhe der Maximilianstraße öffnet sich das Schaezlerpalais, ein Stadtpalais eines Bankiers mit einem Rokoko-Festsaal, in dem 1770 die junge Marie Antoinette auf ihrer Reise nach Frankreich tanzte. Im Haus hängt die Deutsche Barockgalerie, in der angrenzenden ehemaligen Katharinenkirche die Staatsgalerie Altdeutsche Meister mit Werken von Albrecht Dürer und Hans Holbein dem Älteren. Ein paar Schritte weiter liegen die Fuggerhäuser mit dem Damenhof, einem italienisch anmutenden Arkadenhof von 1515, und ganz am Südende schließt die Basilika St. Ulrich und Afra den Straßenraum ab. Direkt davor steht die kleinere evangelische Ulrichskirche – zwei Konfessionen Wand an Wand, ein Bild, das nach dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 seine eigene Logik hat.
Nördlich des Rathauses beginnt das Domviertel. Der Dom Mariä Heimsuchung vereint romanische und gotische Bauteile, im Obergaden des Langhauses sitzen die Prophetenfenster, die als die ältesten erhaltenen figürlichen Glasmalereien der Welt gelten; die romanischen Bronzetürflügel sind heute im Diözesanmuseum St. Afra nebenan zu sehen. In der Fußgängerzone steht St. Anna mit der Fuggerkapelle von 1509 bis 1512, oft als früheste Renaissance-Architektur Deutschlands bezeichnet, dazu die Lutherstiege mit einer kleinen Ausstellung zu Martin Luthers Aufenthalt in Augsburg im Jahr 1518. Im Süden markieren das Rote Tor mit den Wassertürmen und Elias Holls Zeughaus die Stationen, die auf keiner Runde fehlen sollten.








