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Würzburg

Über der Altstadt sitzt eine Fürstbischofsburg, unter dem Barockschloss lagert Wein, und auf der Alten Mainbrücke steht am Abend die halbe Stadt mit einem Glas Silvaner in der Hand.

Überblick

Deine Würzburg-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Ideal ist der Spätsommer und Frühherbst von August bis Oktober, wenn die Weinlese läuft und Weinfeste die Stadt beleben. Das große Würzburger Weindorf und die Lese in den Mainhängen machen diese Zeit besonders. Auch das Frühjahr ab Mai ist mild und sonnig; der Advent verzaubert die Altstadt mit Weihnachtsmarkt.
Über Würzburg

Reisen nach Würzburg

Würzburg liegt dort, wo der Main eine weite Schleife durch das fränkische Weinland zieht, und trägt auf wenigen Quadratkilometern mehr Barock, als eine Stadt mit rund 130.000 Einwohnern eigentlich tragen müsste. Balthasar Neumanns Residenz steht seit 1981 auf der UNESCO-Welterbeliste; über ihrem stützenlosen Treppenhausgewölbe liegt Giovanni Battista Tiepolos Deckenfresko, das größte zusammenhängende der Welt. Auf der anderen Mainseite sitzt die Festung Marienberg über den Weinbergen, bis 1719 Residenz der Fürstbischöfe und heute Sitz des Museums für Franken mit der größten Riemenschneider-Sammlung. Dazwischen spannt sich die Alte Mainbrücke aus dem 15./16. Jahrhundert, im 18. Jahrhundert barock mit zwölf überlebensgroßen Heiligenfiguren besetzt – abends der Ort, an dem die Stadt ihren Brückenschoppen trinkt. Am 16. März 1945 zerstörte ein Luftangriff die Altstadt fast vollständig; was du heute siehst, ist zu großen Teilen Wiederaufbau, aber einer, der die Silhouette zurückgeholt hat. Dazu drei der größten Weingüter Deutschlands mitten im Stadtgebiet, Rebzeilen bis an die Wohnstraßen und eine Universität, die 1402 gegründet und 1582 neu gestiftet wurde.

Würzburg – Karte
Reiseführer

Würzburg von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Kurz vor sieben füllt sich die Alte Mainbrücke, und niemand geht mehr über den Fluss. Alle stehen – an den Brüstungen, zwischen den barocken Heiligenfiguren, das Glas Silvaner in der Hand, im Rücken die beleuchtete Festung Marienberg. Der Brückenschoppen ist kein Programmpunkt für Besucher, sondern der Feierabend einer Stadt, die Wein anbaut, seit die Fürstbischöfe hier regierten. Würzburg ist klein genug, dass du alles zu Fuß erledigst, und dicht genug, dass zwischen Residenz, Dom und Weinberg zwei Tage vergehen, ohne dass du es merkst.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Würzburg

Vom Hauptbahnhof bis zur Residenz läufst du eine Viertelstunde, von dort zur Alten Mainbrücke noch einmal zehn Minuten – das Kernprogramm liegt in einem Kreis von anderthalb Kilometern.

Die Würzburger Residenz steht am östlichen Rand der Altstadt und ist der Grund, warum die meisten überhaupt herkommen. Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn ließ sie ab 1720 errichten, Balthasar Neumann führte die Bauleitung, und seit 1981 steht das Schloss auf der UNESCO-Welterbeliste. Über dem Treppenhaus wölbt sich ein Gewölbe ohne eine einzige Stütze, darauf liegt Giovanni Battista Tiepolos Deckenfresko, das größte zusammenhängende der Welt. Plane mindestens anderthalb Stunden ein, und frag beim Ticketkauf nach den Führungszeiten: Ein Teil der Räume, darunter das Spiegelkabinett, ist nur in Begleitung zugänglich. Der Hofgarten hinter dem Schloss kostet nichts und ist am frühen Abend fast leer.

Gegenüber, auf der linken Mainseite, sitzt die Festung Marienberg auf ihrem Hang. Die Fürstbischöfe regierten von hier oben, bevor sie hinunter in die Residenz zogen; geblieben sind Bastionen, Höfe und ein Brunnenhaus, dessen Schacht über hundert Meter in den Berg reicht. Brunnenhaus und Marienkirche stehen allerdings im inneren Burghof, der seit der Generalsanierung nur im Rahmen von Führungen zugänglich ist – frei begehbar sind Echterhof, Bastionen und Fürstengarten. Im Zeughaus sitzt heute das Museum für Franken, und vom Fürstengarten aus siehst du die Altstadt der Länge nach – für viele der eigentliche Grund für den Aufstieg. Hinauf gehst du zu Fuß über die Steige oder im Sommerhalbjahr mit dem Bus; Wege, Zeiten und was oben geöffnet hat, stehen weiter unten im eigenen Abschnitt.

Zwischen beiden spannt sich die Alte Mainbrücke, gebaut ab dem späten 15. Jahrhundert und im 18. Jahrhundert mit zwölf überlebensgroßen Heiligenfiguren besetzt – Kilian, Kolonat und Totnan, die Frankenapostel, dazu Johannes Nepomuk und weitere. Autos fahren hier längst nicht mehr, dafür stehen ab dem späten Nachmittag Menschen mit Weingläsern an den Brüstungen. Ein paar Schritte flussabwärts steht der Alte Kranen von 1773, ein barocker Hafenkran mit zwei Auslegern, hinter dem heute Ausflugsschiffe ablegen. Der Uferstreifen davor ist im Sommer die inoffizielle Wiese der Stadt.

In der Altstadt selbst reihen sich die Kirchen: der romanische Dom St. Kilian, 1945 ausgebrannt und bis 1967 wieder aufgebaut, mit Bischofsgrabmälern von Riemenschneider im Langhaus und Neumanns Schönbornkapelle an der Nordseite. Direkt daneben das Neumünster mit barocker Kuppelfassade über der Grabstätte der Frankenapostel und dem Lusamgärtchen im Rücken, wo an Walther von der Vogelweide erinnert wird. Am Marktplatz steht die gotische Marienkapelle, in der Balthasar Neumann begraben liegt, neben dem Falkenhaus mit seiner Rokoko-Stuckfassade. Wer Museen mag, hängt das Museum am Dom, den Kulturspeicher am Alten Hafen und die Röntgen-Gedächtnisstätte an, in deren Labor 1895 die Röntgenstrahlen entdeckt wurden.

Residenz & Hofgarten

Die Würzburger Residenz und Tiepolos Deckenfresko

Das Treppenhaus überspannt eine Fläche von rund 600 Quadratmetern ohne eine einzige Stütze – und trägt darauf das größte zusammenhängende Deckenfresko der Welt.

Würzburger Residenz
Würzburger Residenz

Die Residenz ist das Ergebnis eines Wettrüstens unter Fürstbischöfen. Johann Philipp Franz von Schönborn wollte 1720 ein Schloss, das sich neben Wien und Versailles sehen lassen konnte, und beauftragte Balthasar Neumann, damals ein junger Militäringenieur. Neumann arbeitete daran den Rest seines Lebens, holte Gutachten aus Paris und Wien ein und setzte sich am Ende mit seiner eigenen Lösung durch. Der Rohbau stand nach gut zwei Jahrzehnten, die Ausstattung zog sich bis in die 1780er Jahre. Was daraus wurde, gilt bis heute als der geschlossenste Barockbau Europas – ein einziger Entwurf, ohne die Brüche, die andere Schlösser über Generationen ansammeln.

Der Grund für den Weltruhm hängt an der Decke. Fürstbischof Carl Philipp von Greiffenclau holte 1750 Giovanni Battista Tiepolo aus Venedig nach Würzburg; der Venezianer malte zuerst den Kaisersaal aus und nahm sich 1752 und 1753 das Treppenhaus vor. Auf der Wölbung breitet sich eine Allegorie der vier Erdteile aus: Europa mit Künsten und Musik, Asien auf dem Elefanten, Afrika auf dem Dromedar, Amerika auf dem Krokodil. Wer genau hinsieht, findet Tiepolo und seinen Sohn Domenico als Zuschauer am Rand. Steig die Treppe langsam, bleib auf halber Höhe stehen und dreh dich um – das Fresko ist so komponiert, dass es sich mit jedem Absatz neu ordnet.

Weiter geht es in den Weißen Saal, in dem Antonio Bossi den Stuck so weit getrieben hat, dass die Wände zu flimmern scheinen, und von dort in den Kaisersaal, den Höhepunkt der Raumfolge. Das Spiegelkabinett war nach dem Luftangriff von 1945 vollständig zerstört und wurde erst in jahrzehntelanger Handarbeit rekonstruiert; es ist nur im Rahmen einer Führung zu sehen. Dass überhaupt so viel überlebt hat, verdankt die Stadt auch dem amerikanischen Kunstschutzoffizier John Davis Skilton, der 1945 ein Notdach über die ausgebrannten Gewölbe legen ließ, bevor der nächste Winter kam.

Zum Schloss gehören zwei Dinge, die kaum jemand einplant. Erstens der Hofgarten: frei zugänglich, mit strengen Rokoko-Terrassen im Osten, einem lockeren Landschaftsteil im Westen und Steinfiguren, die an die Bastionen der alten Stadtbefestigung gesetzt wurden. Geh am frühen Morgen oder in der letzten Stunde vor Toresschluss hinein. Zweitens der Staatliche Hofkeller unter dem Gebäude, eines der großen Weingüter Deutschlands, dessen Fasskeller sich besichtigen lässt. Und im Juni bespielt das Mozartfest, eines der ältesten Musikfestivals des Landes, Kaisersaal und Hofgarten – Karten für die Abende im Schloss sind früh weg.

Festung & Aussicht

Festung Marienberg und die Aussichtspunkte über dem Main

Von der Alten Mainbrücke führen zwei Fußwege hinauf, der kürzere in gut zwanzig Minuten, dazu im Sommerhalbjahr ein Bus ab dem Zentrum – und oben stehst du auf dem Punkt, von dem aus praktisch jedes Würzburg-Foto entsteht.

Festung Marienberg
Festung Marienberg

Die Festung ist älter als alles andere in der Stadt. Im Innenhof steht die Marienkirche, ein Rundbau, dessen Ursprung ins frühe 8. Jahrhundert zurückgeht und der damit zu den ältesten Kirchen Deutschlands zählt. Ab 1201 bauten die Würzburger Fürstbischöfe daraus eine Burg, später eine barocke Festungsanlage mit vorgelagerten Bastionen. 1631 nahmen die Schweden unter Gustav Adolf die Anlage in einem Handstreich, und 1719 zogen die Bischöfe freiwillig aus, hinunter in die neue Residenz. Militärisch genutzt wurde der Berg trotzdem noch bis weit ins 19. Jahrhundert, danach diente die Anlage als Kaserne; erst nach dem Zweiten Weltkrieg zog das Museum ins Zeughaus ein. Heute ist der Berg Museum, Aussichtspunkt und Weinberg zugleich; die Steillage Innere Leiste zieht sich direkt unter den Mauern den Hang hinab.

Im Zeughaus zeigt das Museum für Franken die größte Sammlung von Werken Tilman Riemenschneiders, dazu fränkische Malerei, Volkskunst und eine Abteilung zur Weinbaugeschichte. Der Bildschnitzer war Würzburger Ratsherr und ehemaliger Bürgermeister, als er nach dem Bauernkrieg 1525 selbst auf dieser Festung eingesperrt und gefoltert wurde. Seine Adam und Eva standen ursprünglich am Portal der Marienkapelle und sind hier im Original zu sehen – am Portal stehen heute Kopien. Das Fürstenbaumuseum ist seit 2021 dauerhaft geschlossen, und seit November 2023 ist die gesamte Kernburg samt innerem Burghof, Marienkirche und Brunnenhaus wegen der Generalsanierung nur noch im Rahmen von Führungen zu sehen; frei begehbar bleiben Echterhof, Bastionen und Fürstengarten. Für das Museum für Franken im Zeughaus, das montags geschlossen bleibt, rechnest du rund zwei Stunden. Öffnungszeiten und Schließtage wechseln saisonal, ein Blick auf die Website vor dem Aufstieg spart den Umweg.

Hinauf kommst du auf drei Wegen. Der kürzeste führt von der Alten Mainbrücke über die Tellsteige, ein gepflasterter Anstieg zwischen Mauern und Gärten, am Ende spürbar steil. Schöner ist der Weg durch die Weinberge, der etwas länger dauert und dafür mit Blicken zurück auf die Stadt bezahlt. Im Sommerhalbjahr fährt außerdem ein Bus vom Zentrum hinauf zur Festung – praktisch mit Kinderwagen oder an heißen Tagen, aber prüfe die Zeiten vorher, der Betrieb ist saisonal. Wer mit dem Auto kommt, findet oben nur begrenzt Platz und sollte den Wagen unten stehen lassen.

Der zweite große Aussichtspunkt liegt südlich davon auf dem Nikolausberg: das Käppele, eine Wallfahrtskirche, die Balthasar Neumann um 1750 an den Hang setzte. Der Aufstieg folgt einem Kreuzweg mit lebensgroßen Figurengruppen, und von der Terrasse vor der Kirche siehst du Festung, Brücke und Altstadt in einer Achse. Von Festung wie Käppele schaust du nach Osten beziehungsweise Nordosten über die Stadt, die Lichtsituation ist an beiden Punkten also ähnlich: Am späten Nachmittag liegt die Altstadt im warmen Streiflicht, und das ist für diesen Blick die brauchbare Zeit; am Vormittag stehst du dagegen im Gegenlicht, und die Stadt versinkt im Dunst. Umgekehrt gilt für das Motiv Festung von der Brücke aus der Vormittag, wenn die Sonne frontal auf die Mauern fällt, oder die blaue Stunde mit angestrahlter Fassade. Ein dritter, weniger bekannter Platz ist die Höhe über dem Würzburger Stein im Norden, wo der Weinpfad einen Panoramablick über das ganze Maintal freigibt.

Frankenwein

Frankenwein in Würzburg vom Stein bis zum Bocksbeutel

Der Würzburger Stein zieht sich als eine der größten Einzellagen Deutschlands über den nördlichen Stadtrand, und ein markierter Pfad führt mitten hindurch.

Fränkischer Wein ist in aller Regel trocken, und das ist keine Mode, sondern Haltung. Die Leitrebsorte heißt Silvaner: eine Traube, die kaum Aroma vordrängt und dafür den Boden durchscheinen lässt – auf dem Muschelkalk rund um Würzburg wird sie salzig, straff und erstaunlich langlebig. Daneben stehen Müller-Thurgau als unkomplizierter Alltagswein, Bacchus, Riesling und zunehmend Spätburgunder. Abgefüllt wird traditionell in den Bocksbeutel, die flache, bauchige Flasche, deren Verwendung EU-weit auf Franken, ein paar badische Lagen und den portugiesischen Vinho Verde beschränkt ist und die im Regal sofort auffällt. Bestellt wird im Schoppen, also im Viertelliterglas – wer die Lage wechseln will, bestellt eben den nächsten Schoppen statt einer Flasche.

Drei der größten Weingüter Deutschlands liegen im Stadtgebiet, und keines davon ist ein Familienbetrieb: Zwei sind jahrhundertealte Sozialstiftungen, das dritte gehört dem Freistaat Bayern. Das Bürgerspital zum Heiligen Geist geht auf eine Bürgerstiftung von 1316 zurück und finanziert bis heute Altenpflege aus dem Weingeschäft. Das Juliusspital stiftete Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn 1576, es hängt bis heute mit einem Krankenhaus zusammen. Der Staatliche Hofkeller, das Weingut des Freistaats, lagert in den Gewölben unter der Residenz. Alle drei betreiben Weinstuben in der Altstadt und bieten Kellerführungen mit Verkostung an – ein Termin dort ist die schnellste Art, den Unterschied zwischen den Lagen zu begreifen.

Wer die Weinberge nicht nur trinken, sondern laufen will, nimmt den Stein-Wein-Pfad im Norden. Der markierte Rundweg führt durch die Steillage über der Stadt, an Trockenmauern und alten Terrassen vorbei, mit Tafeln zu Boden, Reben und Geschichte und einem Panoramablick über das Maintal. Rechne mit anderthalb bis zwei Stunden, festes Schuhwerk hilft. Auf halbem Weg liegt das Weingut am Stein mit saisonaler Vinothek; unterhalb der Festung zieht sich die Innere Leiste ähnlich steil hinab. Goethe ließ sich Würzburger Wein nach Weimar schicken und schrieb, kein anderer wolle ihm schmecken – ein Satz, den dir hier früher oder später jemand zitieren wird.

Von Mai bis in den Oktober reiht sich in Würzburg ein Weinfest ans nächste, auf dem Marktplatz, in den Höfen der großen Weingüter und in den Winzerorten rundum; die genauen Termine wechseln jährlich, ein Blick in den Veranstaltungskalender vor der Buchung lohnt sich. Im September und Oktober kommt der Federweiße dazu, der noch gärende Most, den man zu Zwiebelkuchen trinkt. Und dann sind da die Häckerwirtschaften: Winzer, die für ein paar Wochen im Jahr ihre eigene Stube öffnen, den eigenen Wein ausschenken und dazu Vesper auf den Tisch stellen. In den Dörfern um Würzburg findest du sie leichter als in der Stadt – frag im Weinladen nach, wer gerade ausgesteckt hat.

Rundgang & Tagesplan

Würzburg an einem Tag von der Residenz bis zur Festung

Ein Tag reicht für die Altstadt, wenn du früh in der Residenz stehst und den Aufstieg zur Festung nicht in die Mittagshitze legst.

Starte an der Residenz, möglichst zur Öffnungszeit. Erst das Treppenhaus mit dem Tiepolo-Fresko, dann Weißer Saal und Kaisersaal, danach hinaus in den Hofgarten, solange dort noch Ruhe herrscht. Vom Residenzplatz führt dich die Hofstraße in gut fünf Minuten zum Dom St. Kilian; wirf drinnen einen Blick auf die Riemenschneider-Grabmäler und nebenan in die Schönbornkapelle. Über den Kiliansplatz kommst du zum Neumünster und in das Lusamgärtchen dahinter, einen Innenhof von wenigen Metern Kantenlänge, in dem plötzlich kein Verkehr mehr zu hören ist – der stillste Ort im Zentrum.

Weiter zum Marktplatz, wo die gotische Marienkapelle und das Falkenhaus nebeneinanderstehen und werktags der Wochenmarkt aufbaut. Ein Stück nördlich beginnt die Juliuspromenade mit dem Juliusspital, dessen Gartenpavillon und Hof man betreten darf. Für die Mittagspause hast du zwei sinnvolle Optionen: eine der Spitalweinstuben mit fränkischer Karte oder ein Stand am Markt, wenn es schnell gehen soll. Danach über die Domstraße hinunter zum Fluss, vorbei am Rathaus mit dem Grafeneckart-Turm und dem Vierröhrenbrunnen, bis du am Kopf der Alten Mainbrücke stehst.

Der Nachmittag gehört der linken Mainseite. Geh über die Brücke, bleib kurz zwischen den Heiligenfiguren stehen und nimm dann die Tellsteige hinauf zur Festung Marienberg. Oben passt das Museum für Franken im Zeughaus mit rund zwei Stunden gut in den Nachmittag; Fürstenbau und innerer Burghof sind wegen der Generalsanierung nur mit Führung zugänglich, prüfe vor dem Aufstieg, was geöffnet hat. Plane in jedem Fall Zeit für den Fürstengarten ein, von dem aus die Stadt der Länge nach unter dir liegt. Für den Rückweg lohnt sich der Weg über die Weinberge statt der Anstieg zurück: andere Perspektive, weniger Stufen, und du kommst unten wieder im Mainviertel heraus.

Für den Abend zurück auf die Brücke. Zwei Lokale an ihren Enden schenken Wein im Glas aus, und ab dem späten Nachmittag stehen die Leute auf dem Pflaster, bis die Beleuchtung der Festung angeht. Danach zum Essen in die Altstadt, wo die Weinstuben in den Gassen zwischen Markt und Dom liegen. Wer einen zweiten Tag hat, nimmt vormittags das Käppele mit Kreuzweg, mittags den Stein-Wein-Pfad und nachmittags den Kulturspeicher am Alten Hafen. Ein dritter Tag passt genau auf einen Ausflug nach Veitshöchheim, in die Winzerdörfer am Main oder hinaus an die Volkacher Mainschleife.

Stadtviertel

Würzburgs Stadtviertel von der Altstadt bis zur Sanderau

Der Main teilt Würzburg in eine dicht bebaute rechte und eine steile linke Hälfte, und zwischen beiden liegen keine zehn Gehminuten.

Alte Mainbrücke
Alte Mainbrücke

Die Altstadt auf der rechten Mainseite trägt fast alles, was du dir ansehen willst: Residenz und Hofgarten im Osten, Dom, Neumünster und Marktplatz in der Mitte, das Ufer mit Alter Mainbrücke und Altem Kranen im Westen. Umschlossen wird sie vom Ringpark, einem grünen Gürtel, der ab dem späten 19. Jahrhundert auf der Linie der geschleiften Befestigung angelegt wurde und heute als Laufrunde und Feierabendwiese dient. Zwischen Hauptbahnhof und Juliuspromenade liegt der lauteste Teil der Stadt, mit Einkaufsstraßen, Imbissen und dem Verkehr, den ein Bahnhof mit sich bringt.

Auf der linken Seite wird es sofort steiler. Direkt hinter der Brücke beginnt das Mainviertel, ein enges Gassenviertel unter dem Burgberg mit alten Häusern, kleinen Weinstuben und Treppenwegen, die in die Rebzeilen führen. Nördlich schließt die Zellerau an, lange ein Arbeiter- und Kasernenviertel und inzwischen die Gegend, in der sich Kultur ansiedelt; am Alten Hafen steht der Kulturspeicher, ein Getreidespeicher von 1904, in dem heute konkrete Kunst und die städtische Sammlung hängen. Südlich davon zieht sich das Steinbachtal als bewaldeter Hangeinschnitt bis an den Stadtrand.

Die Sanderau südlich der Altstadt ist Würzburgs Studentenviertel: ein regelmäßiges Straßenraster aus der Gründerzeit, kleine Läden, Bäckereien, Kneipen mit niedrigen Preisen und eine Bevölkerung, deren Durchschnittsalter deutlich unter dem der Stadt liegt. Der Universitätscampus am Sanderring beginnt gleich am nördlichen Rand. Weiter östlich, im Frauenland, liegt der zweite große Campus am Hubland, ein ehemaliges US-Kasernengelände, das nach der Landesgartenschau 2018 zum Bürgerpark umgebaut wurde – ein weites, offenes Gelände mit Blick über die Stadt, das kaum ein Besucher kennt.

Nördlich davon konzentriert sich in Grombühl die Medizin, mit dem Universitätsklinikum als größtem Arbeitgeber des Viertels; touristisch ist hier wenig zu holen, für Übernachtungen aber gelegentlich ein günstiger Ausweichraum. Ganz im Süden liegt Heidingsfeld, ein 1930 eingemeindeter Ort, der seinen eigenen historischen Kern samt Resten der Wehrmauer behalten hat und sich bis heute nicht recht als Stadtteil fühlt. Für Reisende gilt die einfache Regel: Wer zwei Tage bleibt, kommt aus der Altstadt und dem Mainviertel kaum heraus – alles andere ist Alltag, nicht Programm.

Übernachten

Hotels in Würzburg und die passende Lage für deinen Aufenthalt

Die meisten kommen als Tagesgäste über die Autobahn oder mit dem ICE – und genau deshalb lohnt die Übernachtung, denn abends gehört die Brücke wieder der Stadt.

Die Lagefrage entscheidet sich in Würzburg an drei Punkten. In der Altstadt zwischen Dom, Markt und Residenz wohnst du mitten im Programm und gehst zu jedem Termin zu Fuß; dafür wird es an Festwochenenden vor dem Fenster laut. Rund um den Hauptbahnhof und die Juliuspromenade findest du die größere Auswahl und die kürzeren Wege bei Anreise mit der Bahn, dafür weniger Atmosphäre. Und auf der linken Mainseite oder oben an den Weinbergen bekommst du Ruhe und Aussicht, zahlst aber mit zehn bis zwanzig Minuten Fußweg oder einer Busfahrt für jeden Abend in der Stadt.

Ein paar Häuser stehen für diese drei Varianten. Das Hotel Rebstock in der Neubaustraße steckt hinter einer Rokokofassade mitten in der Altstadt und ist die traditionsreichste Adresse der Stadt. Der Würzburger Hof am Barbarossaplatz liegt zwischen Bahnhof und Zentrum und ist damit die pragmatische Wahl für Bahnreisende; am Mainufer nördlich der Altstadt, beim Congress Centrum, steht das Maritim mit Blick über den Fluss. Für die ruhige Variante über den Weinbergen steht das Hotel Schloss Steinburg auf dem Steinberg nördlich der Altstadt, mitten in der Lage Würzburger Stein, mit Panoramaterrasse über dem Maintal – dafür planst du für jeden Abend in der Stadt den Weg hinunter und wieder hinauf ein. Ruhig, aber weiterhin zu Fuß erreichbar bleibt die linke Mainseite, wo im Mainviertel unter dem Burgberg und in der Zellerau kleinere Häuser abseits des Trubels liegen. Für kleines Budget liegt das Babelfish Hostel am Haugerring, wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof.

Teuer und knapp wird es an berechenbaren Terminen. Das Mozartfest im Juni, das Africa Festival zu Pfingsten auf den Mainwiesen, das Kiliani-Volksfest ab Anfang Juli, das Straßenmusikfestival im September und die Adventswochenenden mit dem Weihnachtsmarkt füllen die Häuser im Zentrum früh; dazu kommen Kongresse und die Semesterwechsel der Universität, die man von außen nicht auf dem Schirm hat. Umgekehrt sind Dienstag bis Donnerstag außerhalb der Saison deutlich günstiger, und im Januar und Februar bekommst du Altstadtzimmer zu Preisen, die im Juni nicht verhandelbar wären.

Beim Auto lohnt eine Frage vorab. Große Teile der Altstadt sind Fußgängerzone oder Anwohnerbereich, und Altstadthotels haben selten eigene Stellplätze – meist landest du in einem Parkhaus und zahlst Tagessätze. Frag beim Buchen nach Hotelkontingenten oder Parkhausrabatten, viele Häuser haben Vereinbarungen. Wer nur die Stadt ansehen will, stellt den Wagen ohnehin besser am Rand ab, etwa auf der großen Fläche an der Talavera auf der linken Mainseite, und fährt mit der Straßenbahn hinein. Für zwei Nächte ohne Autonutzung rechnet sich das fast immer.

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Restaurants in Würzburg und was Franken auf den Teller bringt

Die zentrale Institution heißt hier nicht Restaurant, sondern Weinstube – und die besten gehören Stiftungen, die seit Jahrhunderten Wein anbauen.

Fang bei den Spitalweinstuben an. Die Bürgerspital-Weinstuben liegen in der Theaterstraße, die Weinstuben Juliusspital an der Juliuspromenade; in beiden kommt der Wein aus den eigenen Lagen, und die Karte bleibt fränkisch: Schäufele, Sauerbraten, Bratwurst, im Herbst Wild. Die Räume sind hoch, holzvertäfelt und meist gut besetzt, im Sommer kommen Innenhöfe dazu. Die zweite Traditionslinie sind die alten Wirtshäuser der Altstadt, etwa das Weinhaus zum Stachel mit einem Innenhof unter Weinlaub und einer Geschichte, die bis ins frühe 15. Jahrhundert zurückreicht, oder das Backöfele in einer Seitengasse, wo es fränkisch und eng zugeht.

Auf der Karte stehen ein paar Dinge, die es woanders nicht gibt. Meefischli sind kleine Fische aus dem Main, im Ganzen ausgebacken und mit den Fingern gegessen – ein Würzburger Klassiker, der saisonal auf der Karte auftaucht. Blaue Zipfel sind rohe Bratwürste, die in einem Sud aus Essig, Zwiebeln, Wurzelgemüse und Gewürzen ziehen und dabei den bläulichen Schimmer bekommen, dem sie ihren Namen verdanken; dazu Brot und ein Schoppen. Schäufele, die knusprig gebratene Schweineschulter mit Kloß, ist das fränkische Sonntagsessen schlechthin. Im Herbst kommen Zwiebelkuchen und Federweißer dazu, und wer Süßes will, findet Weinbergpfirsich als Konfitüre oder Likör.

Für den Abend am Wasser funktioniert die Alte Mainbrücke selbst. Am Brückenkopf auf der Altstadtseite steht die Alte Mainmühle, ein Gasthaus mit fränkischer Karte und Terrasse über dem Main, das den Ausschank auf der Brücke betreibt: Du bekommst dein Glas mit Pfand in die Hand, stellst dich damit ans Geländer, Winzerbratwurst dazu – mehr braucht der Brückenschoppen nicht. Wer richtig essen will, geht danach in die Gassen zwischen Markt und Dom, etwa ins Weinhaus zum Stachel oder ins Backöfele. Rund um die Universität, vor allem in der Sanderau, wird es günstiger und studentischer, mit Pizza, asiatischer Küche und Kneipen, in denen der Schoppen deutlich weniger kostet als am Marktplatz.

Zwei praktische Punkte. Erstens: Traditionelle Weinstuben haben oft einen festen Ruhetag und schließen die Küche früher, als du erwartest; am Wochenende und in der Festivalsaison solltest du reservieren, spontan geht in Würzburg vor allem draußen. Zweitens die Mengenlehre: Ein Schoppen ist hier ein Viertelliter, kein halber, und er wird im bauchigen Glas serviert. Wer Wein mitnehmen will, kauft ihn direkt in den Vinotheken der Spitäler oder beim Winzer im Nachbardorf – der Bocksbeutel übersteht die Heimfahrt problemlos, sofern du ihn liegend gut verkeilst.

Anreise & vor Ort

Anreise, Parken und praktische Tipps für Würzburg

Die Anreise nach Würzburg ist unkompliziert – die Stadt liegt an einer der wichtigsten ICE-Kreuzungen Deutschlands, aus Frankfurt bist du in rund 70 Minuten da, aus Nürnberg in knapp einer Stunde.

Mit der Bahn ist Würzburg für einen Kurztrip fast ideal gelegen. Ab Frankfurt am Main fährt der ICE rund 70 Minuten, ab Nürnberg knapp eine Stunde, ab München etwa zwei Stunden; aus Hamburg und Berlin bist du über die Schnellfahrstrecke in wenigen Stunden da. Der Hauptbahnhof liegt am nördlichen Rand der Altstadt, zum Marktplatz läufst du gut zehn Minuten, zur Residenz eine knappe Viertelstunde. Wer aus Frankfurt anreist, kann direkt am Flughafen-Fernbahnhof einsteigen und spart sich den Weg in die Innenstadt – für eine Städtereise ohne Auto die einfachste Variante überhaupt.

Mit dem Auto trifft sich bei Würzburg halb Deutschland: Die A3 von Frankfurt nach Nürnberg und die A7 von Kassel nach Ulm kreuzen sich östlich der Stadt, die A81 in Richtung Heilbronn und Stuttgart zweigt im Westen ab. Entsprechend gut erreichbar ist die Stadt aus fast jeder Richtung, entsprechend voll sind an Ferienwochenenden die Rastplätze. In die Altstadt selbst fährst du besser nicht hinein: viel Fußgängerzone, enge Einbahnstraßen und eine Verkehrsführung, die dich zuverlässig wieder hinausleitet. Steuere gleich eines der Parkhäuser am Altstadtrand an oder den großen Parkplatz an der Talavera auf der linken Mainseite.

In der Stadt selbst brauchst du kein Auto. Die Altstadt ist kompakt genug, dass du sie in einer halben Stunde durchquerst, und für alles Weitere fahren Straßenbahnen vom Hauptbahnhof durch das Zentrum bis in die Außenviertel. Zur Festung hinauf gibt es im Sommerhalbjahr eine Busverbindung, deren Zeiten du vorher prüfen solltest. Der Main-Radweg führt mitten durch Würzburg am Ufer entlang, Leihräder findest du im Zentrum, und am Alten Kranen legen Ausflugsschiffe ab – flussabwärts nach Veitshöchheim ist das die entspannteste Art, die Stadt zu verlassen.

Drei Dinge, die den Aufenthalt erleichtern. Erstens ist Würzburg eine Stadt mit Höhenunterschied: Zur Festung, zum Käppele und in die Weinberge geht es jedes Mal spürbar bergauf, also nimm Schuhe mit, die das aushalten. Zweitens liegen viele Sehenswürdigkeiten an Kirchen- oder Museumsöffnungszeiten, die montags oder saisonal abweichen – ein kurzer Blick auf die jeweilige Website spart den Umweg. Und drittens verschieben die großen Feste Preise und Verfügbarkeiten deutlich: Wer im Juni oder Anfang Juli anreist, sollte Unterkunft und Tisch vorher gebucht haben.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Ausflüge ins Weinland

Ausflüge ab Würzburg ins fränkische Weinland

Flussabwärts wie flussaufwärts liegt hinter der nächsten Mainschleife ein Winzerdorf, und die meisten erreichst du in einer halben Stunde.

Würzburger Stein
Würzburger Stein

Der naheliegendste Ausflug ist Veitshöchheim, wenige Kilometer flussabwärts. Dort steht die Sommerresidenz der Würzburger Fürstbischöfe mit einem der besterhaltenen Rokokogärten Europas: ein streng gegliedertes Gartenreich aus Hecken, Wasserbecken und hunderten Sandsteinfiguren, das über den Winter teils verhüllt wird. Hin kommst du mit dem Ausflugsschiff ab dem Alten Kranen, mit dem Zug in wenigen Minuten oder per Rad auf dem Main-Radweg. Ein halber Tag reicht, und die Kombination aus Schifffahrt hin und Bahn zurück ist der angenehmste Zuschnitt.

Flussaufwärts beginnt gleich hinter der Stadtgrenze das Weindorf Randersacker, dessen Steillagen zu den besten Frankens zählen und dessen Häckerwirtschaften saisonal öffnen. Ein Stück weiter liegt Sommerhausen, ein von einer Mauer umschlossener Ort mit Töpfereien, Galerien und einem winzigen Theater im Torturm. Und wieder ein paar Kilometer weiter Ochsenfurt, eine mittelalterliche Kleinstadt mit fast vollständigem Mauerring und einem Rathaus mit Figurenuhr. Alle drei liegen an der Bahnlinie oder am Radweg, ein Auto brauchst du dafür nicht zwingend.

Wer einen ganzen Tag investiert, fährt an die Volkacher Mainschleife, rund eine halbe Stunde mainaufwärts. Hier macht der Main einen weiten Bogen; im Inneren liegt die Weininsel mit den Weinorten Nordheim und Sommerach, außen an der Schleife stehen sich Volkach und Escherndorf gegenüber. Über Escherndorf thront die Vogelsburg mit Blick über die ganze Schleife. Die Wallfahrtskirche Maria im Weingarten oberhalb von Volkach beherbergt Riemenschneiders Madonna im Rosenkranz. Von dort ist es nicht weit nach Kitzingen und Iphofen, und wer Zeit hat, hängt eine Wanderung auf einem der ausgeschilderten Weinlehrpfade an.

Nach Süden beginnt in Würzburg die Romantische Straße, die auf rund 460 Kilometern bis nach Füssen führt. Die erste große Station ist Rothenburg ob der Tauber, gut eine Stunde entfernt, dazwischen liegen Weikersheim mit seinem Renaissanceschloss und Bad Mergentheim. In die andere Richtung erreichst du Bamberg mit seiner UNESCO-Altstadt und Nürnberg jeweils in etwa einer Stunde mit der Bahn. Alle diese Ziele funktionieren als Tagesausflug, ohne dass du das Hotel wechseln musst – Würzburg ist als Basis für Mainfranken schlicht die praktischste Adresse.

Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Würzburg: Wetter und Feste im Jahreslauf

Würzburg liegt in einem der wärmsten und trockensten Winkel Deutschlands – gut für die Reben und gut für alle, die abends draußen sitzen wollen.

Das Klima im Maindreieck ist gemäßigt, aber deutlich sonniger und niederschlagsärmer als im deutschen Durchschnitt: Die Höhenzüge ringsum nehmen den Regenwolken einen Teil ihrer Fracht ab, weshalb hier überhaupt Wein wächst. Die Sommer sind warm bis heiß, und weil sich die Altstadt im Talkessel staut, fühlen sich Juli und August in den Gassen noch einmal wärmer an als auf dem Thermometer. Die Winter bleiben mild, mit wenig Schnee und selten strengem Frost. Wichtiger als das Wetter ist der Festkalender: Mozartfest, Africa Festival, Kiliani und die Weinfeste verändern Preise, Andrang und Stimmung stärker als jede Wetterlage.

Jan4°-1°still, Museen ohne Schlange
Feb6°-1°kalt, Residenz fast leer
Mär11°2°Rebschnitt, erstes Grün
Apr16°4°mild, Hofgarten blüht
Mai20°9°lange Abende, Weinfeste starten
Jun24°12°Mozartfest, Brückenschoppen
Jul26°14°heiß, Kiliani-Volksfest
Aug26°14°heiß, Stadt in Ferienlaune
Sep21°10°Weinlese, Straßenmusik
Okt15°6°Federweißer, goldene Hänge
Nov9°2°grau, Weinstubenzeit
Dez5°0°Weihnachtsmarkt am Markt

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Würzburg sind Mai, Juni und September. Dann liegen die Höchstwerte zwischen 20 und 24 Grad, die Weinfeste laufen, die Brücke ist bis in den Abend besetzt, und du kannst vormittags durch die Residenz gehen und nachmittags durch die Weinberge laufen. Juli und August sind heiß und in den Gassen spürbar voll, dafür läuft dann das Kiliani-Volksfest. Ende September und im Oktober erlebst du die Lese und den Federweißen, allerdings schon mit kühleren Abenden. November bis Februar gehören den Museen, den Weinstuben und einem Weihnachtsmarkt, der sich um die Marienkapelle legt.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Würzburg

Wie viele Tage sollte man für Würzburg einplanen?
Ein voller Tag reicht für Residenz, Dom, Marktplatz und den Aufstieg zur Festung Marienberg. Zwei Tage sind die bessere Wahl, weil dann das Käppele, ein Museum und eine Weinbergswanderung dazupassen, ohne dass du hetzt. Bei drei Tagen kommt ein Ausflug nach Veitshöchheim oder an die Volkacher Mainschleife dazu.
Was sollte man in Würzburg auf keinen Fall auslassen?
Das Treppenhaus der Residenz mit Tiepolos Deckenfresko, den Blick vom Fürstengarten der Festung Marienberg über die Altstadt und den Brückenschoppen auf der Alten Mainbrücke. Dazu die Riemenschneider-Grabmäler im Dom, das Lusamgärtchen hinter dem Neumünster und ein Glas trockenen Silvaner in einer der Spitalweinstuben.
Lohnt sich eine Führung durch die Würzburger Residenz?
Ja, aus zwei Gründen. Erstens sind Teile der Raumfolge, darunter das nach 1945 rekonstruierte Spiegelkabinett, nur im Rahmen einer Führung zugänglich. Zweitens erschließt sich Tiepolos Fresko mit den vier Erdteilen ohne Erklärung kaum. Frag beim Ticketkauf nach den nächsten deutschsprachigen Terminen und plane insgesamt anderthalb bis zwei Stunden ein.
Wie kommt man zur Festung Marienberg hinauf?
Zu Fuß über die gepflasterte Tellsteige, die gleich hinter dem westlichen Brückenkopf ansetzt: rund zwanzig Minuten, wobei das letzte Stück spürbar anzieht. Etwas länger, dafür mit dem besseren Blick zurück, ist der Weg durch die Weinberge. Im Sommerhalbjahr fährt zusätzlich ein Bus vom Zentrum hinauf; prüfe die Zeiten vorab, der Betrieb ist saisonal. Parkplätze oben sind knapp.
Was ist ein Brückenschoppen?
Ein Glas Frankenwein, das du an einem der Ausschankstände am Ende der Alten Mainbrücke bekommst und im Stehen auf der Brücke trinkst. Schoppen heißt hier Viertelliter, serviert im bauchigen Glas. Ab dem späten Nachmittag stehen die Würzburger zwischen den barocken Heiligenfiguren, im Rücken die beleuchtete Festung – das ist der Feierabend der Stadt.
Welchen Wein trinkt man in Würzburg?
Trockenen Silvaner, die Leitrebsorte Frankens, die auf dem Muschelkalk rund um die Stadt straff und salzig wird. Daneben Müller-Thurgau als Alltagswein, Bacchus, Riesling und Spätburgunder. Abgefüllt wird traditionell im Bocksbeutel, der flachen bauchigen Flasche. Die bekannteste Lage ist der Würzburger Stein am nördlichen Stadtrand.
Wo kann man in Würzburg Wein probieren?
Am einfachsten in den Weinstuben und Vinotheken der drei großen Weingüter im Stadtgebiet: Bürgerspital und Juliusspital als jahrhundertealte Sozialstiftungen, dazu der Staatliche Hofkeller des Freistaats unter der Residenz. Alle drei bieten Kellerführungen mit Verkostung an, für die du dich vorher anmelden solltest. Wer lieber läuft, nimmt den Stein-Wein-Pfad durch die Steillage im Norden.
Wo übernachtet man in Würzburg am besten?
In der Altstadt zwischen Dom, Markt und Residenz bist du zu Fuß überall, musst an Festwochenenden aber mit Lärm rechnen. Rund um den Hauptbahnhof ist die Auswahl größer und der Weg bei Bahnanreise kürzer. Ruhe und Aussicht bekommst du am linken Mainufer oder oben an den Weinbergen, dafür läufst du abends zehn bis zwanzig Minuten.
Was isst man in Würzburg typischerweise?
Fränkisch und deftig: Schäufele, also knusprig gebratene Schweineschulter mit Kloß, Blaue Zipfel als in Essigsud gegarte Bratwürste und im Sommer Meefischli, kleine Fische aus dem Main, die im Ganzen ausgebacken und mit den Fingern gegessen werden. Im Herbst kommen Zwiebelkuchen und Federweißer dazu, dazu immer ein Schoppen Silvaner.
Wie kommt man ohne Auto nach Würzburg?
Mit dem ICE: aus Frankfurt am Main in rund 70 Minuten, aus Nürnberg in knapp einer Stunde, aus München in etwa zwei Stunden, aus Hamburg und Berlin in wenigen Stunden über die Schnellfahrstrecke. Ab Frankfurt kannst du direkt am Flughafen-Fernbahnhof einsteigen. Vom Hauptbahnhof läufst du gut zehn Minuten in die Altstadt.
Wo parkt man in Würzburg am besten?
Nicht in der Altstadt: Fußgängerzonen, enge Einbahnstraßen und wenig Platz machen die Suche zur Geduldsprobe. Steuere eines der Parkhäuser am Altstadtrand an oder stell den Wagen auf der großen Fläche an der Talavera auf der linken Mainseite ab und fahr mit der Straßenbahn hinein. Altstadthotels haben selten eigene Stellplätze.
Welche Feste gibt es in Würzburg?
Das Mozartfest bespielt im Juni Kaisersaal und Hofgarten der Residenz, zu Pfingsten läuft das Africa Festival auf den Mainwiesen, ab Anfang Juli das Kiliani-Volksfest, im September ein großes Straßenmusikfestival, und im Advent steht der Weihnachtsmarkt rund um die Marienkapelle. Dazu von Mai bis Oktober zahlreiche Weinfeste mit jährlich wechselnden Terminen.
Was kann man in Würzburg bei Regen machen?
Die Residenz füllt allein zwei Stunden, das Museum für Franken auf der Festung noch einmal so viel. Dazu das Museum am Dom, der Kulturspeicher am Alten Hafen mit konkreter Kunst und die Röntgen-Gedächtnisstätte im historischen Labor. Und wenn gar nichts mehr geht, ist eine Kellerführung mit Verkostung ohnehin überdacht.

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WürzburgÜber der Altstadt sitzt eine Fürstbischofsburg, unter dem Barockschloss lagert Wein, und auf der Alten Mainbrücke steht am Abend die halbe Stadt mit einem Glas Silvaner in der Hand.

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