Würzburg liegt eingebettet in die sanften Weinhänge am Main, gekrönt von der mächtigen Festung Marienberg, die über fünf Jahrhunderte Sitz der Fürstbischöfe war. Der Blick von der Festung über die Stadt, die alte Mainbrücke und die umliegenden Weinberge gehört zu den schönsten Panoramen Frankens. Das unbestrittene Glanzstück ist die Würzburger Residenz, ein Meisterwerk des süddeutschen Barocks und seit 1981 UNESCO-Welterbe. Architekt Balthasar Neumann schuf hier ein freitragendes Treppenhaus, über dem sich das größte zusammenhängende Deckenfresko der Welt wölbt, gemalt von Giovanni Battista Tiepolo. Der Kaisersaal und der Hofgarten runden das fürstbischöfliche Gesamtkunstwerk ab. Würzburg ist zugleich Weinstadt durch und durch. Die Lagen am Stein und die fränkischen Silvaner werden traditionell im bauchigen Bocksbeutel abgefüllt – einer Flaschenform, die es so nur hier gibt. Historische Weingüter wie das Juliusspital und das Bürgerspital schenken ihre Weine in stimmungsvollen Weinstuben aus und finanzieren mit den Erträgen bis heute soziale Einrichtungen. Die Alte Mainbrücke aus dem 15. Jahrhundert, gesäumt von barocken Heiligenfiguren, ist abends Treffpunkt der Stadt: Mit einem Glas Wein in der Hand auf der Brücke zu stehen und auf die beleuchtete Festung zu blicken, ist ein fester Bestandteil des Würzburger Lebensgefühls. Hinzu kommt eine junge, lebendige Atmosphäre, denn die 1402 gegründete Universität gehört zu den ältesten Deutschlands. Trotz schwerer Kriegszerstörung 1945 wurde die Altstadt mit Dom, Neumünster und Käppele sorgfältig wiederaufgebaut – Würzburg präsentiert sich heute als kompakte, gut zu Fuß erkundbare Barockstadt mit fränkischer Lebensart.
