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Nürnberg

Über den roten Ziegeldächern der Sandstein-Altstadt steht die Kaiserburg, und unten an der Pegnitz riecht es schon am Vormittag nach Buchenholzfeuer und Bratwurst.

Überblick

Deine Nürnberg-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Von Mai bis September ist die Altstadt am lebendigsten, mit Cafés an der Pegnitz und Festen wie dem Bardentreffen. Die berühmteste Zeit ist jedoch der Advent: Dann zieht der Christkindlesmarkt Millionen Besucher an und die ganze Altstadt duftet nach Glühwein und Lebkuchen. Wer es ruhiger mag, reist im Frühjahr oder Frühherbst.
Über Nürnberg

Reisen nach Nürnberg

Nürnberg ist die zweitgrößte Stadt Bayerns und die heimliche Hauptstadt Frankens – eine Stadt aus rotem Sandstein, die sich in einer knappen Stunde zu Fuß durchqueren lässt und trotzdem Stoff für zwei volle Tage hat. Über der Altstadt liegt die Kaiserburg, auf der zwischen 1050 und 1571 jeder Herrscher des Heiligen Römischen Reiches zumindest zeitweise residierte; unterhalb des Burgfelsens öffnet sich der Tiergärtnertorplatz mit dem Albrecht-Dürer-Haus, einem der wenigen erhaltenen Bürgerhäuser aus Dürers Zeit. Am Hauptmarkt läuft mittags um zwölf das Männleinlaufen an der Frauenkirche ab, daneben ragt der gotische Schöne Brunnen auf, und die Pegnitz teilt die Altstadt in die Sebalder und die Lorenzer Seite mit ihren beiden großen Kirchen. Dazu kommt die andere Hälfte der Stadtgeschichte, die Nürnberg nicht wegräumt, sondern erklärt – das Reichsparteitagsgelände am Dutzendteich und Saal 600 im Justizpalast, wo 1945/46 der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher verhandelt wurde. Und dann sind da noch Rostbratwürste vom Buchenholzgrill, Elisenlebkuchen aus der Oblatenbäckerei und ein Christkindlesmarkt, der die Altstadt im Advent in einen einzigen Strom aus Menschen verwandelt.

Nürnberg – Karte
Reiseführer

Nürnberg von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Vom Bahnsteig des Hauptbahnhofs sind es keine drei Minuten bis zum Königstor, und dahinter beginnt übergangslos eine andere Stadt – Sandsteinfassaden, ein Wehrgang über dem Kopf, am Ende der Gasse schiebt sich der Burgfelsen ins Bild. Nürnberg macht es Besuchern leicht und schwer zugleich. Leicht, weil fast alles innerhalb eines Mauerrings von rund fünf Kilometern liegt und du dafür keinen einzigen Fahrschein brauchst. Schwer, weil dieselbe Stadt, in der Dürer malte und der Schöne Brunnen steht, sich ab 1933 sechs Jahre lang zur Kulisse der Reichsparteitage machen ließ und danach zum Gerichtsort der Welt wurde. Beides gehört hier zusammen, und beides bekommst du an einem einzigen Tag zu sehen.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Nürnberg

Zwischen Königstor und Kaiserburg liegen anderthalb Kilometer, und auf dieser einen Achse steht der größte Teil dessen, wofür Nürnberg bekannt ist.

Der Hauptmarkt ist der Bezugspunkt für alles Weitere. An seiner Nordwestecke steht der Schöne Brunnen, eine knapp zwanzig Meter hohe gotische Turmspitze aus dem späten 14. Jahrhundert, die eher aussieht wie ein abgestellter Kirchturm als wie ein Brunnen; im schmiedeeisernen Gitter steckt ein messingfarbener Ring, den Besucher seit Generationen für Glück dreimal drehen. Gegenüber liegt die Frauenkirche mit ihrem gestaffelten Giebel, und täglich um zwölf Uhr setzt sich dort oben das Männleinlaufen in Bewegung – sieben Kurfürsten umkreisen Kaiser Karl IV., ein mechanisches Denkmal an die Goldene Bulle von 1356. Steh dafür ein paar Minuten vorher da, das ganze Schauspiel dauert keine drei Minuten. Dass dieser Platz überhaupt existiert, hat einen finsteren Grund: Er entstand nach dem Pogrom von 1349 auf dem Boden des zerstörten jüdischen Viertels, woran heute eine Tafel erinnert.

Die Pegnitz teilt die Altstadt in zwei Hälften, und jede hat ihre große Stadtpfarrkirche – beide sind Basiliken mit einem weiten, spätgotischen Hallenchor, und genau diese Kombination ist das Nürnberger Kennzeichen. Auf der nördlichen Sebalder Seite steht St. Sebald mit dem Sebaldusgrab, einem messinggegossenen Baldachin von Peter Vischer dem Älteren und seinen Söhnen, an dem die Werkstatt über ein Jahrzehnt arbeitete. Südlich der Museumsbrücke antwortet St. Lorenz mit zwei Werken, für die man den Kopf in den Nacken legt: dem Engelsgruß von Veit Stoß, einer geschnitzten Verkündigungsszene in einem Rosenkranz, die frei über dem Chorraum hängt, und dem filigranen Sakramentshaus von Adam Kraft, das sich als steinerner Turm bis unter das Gewölbe schraubt. Gleich gegenüber steht das Nassauer Haus, Nürnbergs einziger erhaltener mittelalterlicher Wohnturm – fünf Geschosse hoch, mit Eckerkern und Zinnenkranz, wie ihn wohlhabende Nürnberger Familien im 13. Jahrhundert bauten.

Nach Norden steigt die Burgstraße zur Kaiserburg an, und der Weg dorthin ist selbst schon ein Programmpunkt. Am Tiergärtnertorplatz stehen das Fachwerkensemble rund um das schiefe Pilatushaus und das Albrecht-Dürer-Haus, in dem der Maler von 1509 bis zu seinem Tod 1528 lebte und arbeitete – eines der ganz wenigen erhaltenen Bürgerhäuser aus dieser Zeit, drinnen eine rekonstruierte Werkstatt samt Druckerpresse. Ein paar Schritte weiter fällt die Weißgerbergasse zur Pegnitz hinunter, die dichteste Reihe erhaltener Fachwerkhäuser der Stadt; sie überstand den Luftangriff vom Abend des 2. Januar 1945, in dem der größte Teil der Altstadt in Trümmer fiel. Wer abends noch einmal hinaufgeht, hat den Burgfelsen angestrahlt und die halbe Stadt unter sich.

Am Wasser wird es dann fast idyllisch. Das 1332 gestiftete Heilig-Geist-Spital steht mit seinem Anbau auf zwei Bögen mitten in der Pegnitz und ist das meistfotografierte Gebäude der Stadt; flussabwärts führt der überdachte hölzerne Henkersteg vom Unschlittplatz hinüber auf die Trödelmarktinsel, und am Nordufer daneben stehen der runde Wasserturm und der Weinstadel, ein Fachwerkbau aus dem 15. Jahrhundert, den eine zweibogige Sandsteinbrücke mit dem Henkerturm auf der Insel verbindet. Ganz im Süden schließlich, direkt vor dem Germanischen Nationalmuseum, verläuft die Straße der Menschenrechte des israelischen Künstlers Dani Karavan – eine Reihe weißer Betonpfeiler, in die die Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte eingemeißelt sind, jeder in einer anderen Sprache. Zwischen dem Königstor mit dem Handwerkerhof und diesem Punkt liegen gut zehn Gehminuten an der Stadtmauer entlang, und in dieser Spanne kippt Nürnberg vom Souvenirbetrieb in seine eigentliche Aufgabe.

Kaiserburg & Stadtmauer

Kaiserburg Nürnberg und der Mauerring um die Altstadt

Vom Sinwellturm aus siehst du in einer Drehung alles, was du an diesem Tag noch zu Fuß erreichen wirst.

Kaiserburg
Kaiserburg

Die Kaiserburg ist keine Residenz eines Fürstengeschlechts, sondern eine Reichsburg – und genau das erklärt Nürnbergs Rang im Mittelalter. Zwischen 1050 und 1571 hat hier jeder Herrscher des Heiligen Römischen Reiches zumindest zeitweise Hof gehalten, und die Goldene Bulle Karls IV. von 1356 schrieb fest, dass jeder neu gewählte König seinen ersten Reichstag in Nürnberg abhalten sollte. Ab 1424 verwahrte die Stadt zudem die Reichskleinodien, also Krone, Zepter und Reichsapfel, die nur zu den Krönungen aus der Stadt gebracht wurden – bis 1531 nach Aachen, später nach Frankfurt. Das war ein Vertrauensbeweis, der die freie Reichsstadt über Jahrhunderte prägte. Wer das im Kopf hat, sieht in den nüchternen Sandsteinmauern mehr als eine hübsche Kulisse.

Für den Besuch teilt sich die Anlage in drei Teile. Im Palas siehst du die kaiserlichen Wohn- und Repräsentationsräume mit Ritter- und Kaisersaal, dazu die romanische Doppelkapelle mit ihren zwei übereinanderliegenden Geschossen, den stimmungsvollsten Raum der ganzen Burg; das Kaiserburg-Museum in der Kemenate erklärt daneben an Rüstungen und Modellen, wie eine Reichsburg funktionierte. Der Sinwellturm, der runde Bergfried, kostet rund 110 Stufen über eine enge Wendeltreppe und liefert dafür den Rundblick über Altstadt, Burgfelsen und die Türme der beiden großen Kirchen. Im Tiefen Brunnen lassen die Führungen eine Kerze an einer Winde hinab, bis das Licht in der Tiefe zum Punkt schrumpft – rund fünfzig Meter durch massiven Sandstein. Die Burg ist ganzjährig geöffnet, im Winter mit kürzeren Zeiten; prüfe die aktuellen Öffnungszeiten vor der Fahrt, die Turm- und Brunnenzeiten weichen von denen des Museums ab.

Kostenlos ist der Burggarten auf der Nordseite, angelegt auf den ehemaligen Bastionen – allerdings nur von Frühjahr bis Herbst und nur tagsüber geöffnet. Wer abends kommt, nimmt die Freiung auf der Südseite der Burg: rund um die Uhr zugänglich, Blick über die Dächer der Altstadt, und im Sommer sitzt hier halb Nürnberg auf der Mauer. Von dort führt der Weg weiter am Stadtmauerring entlang, der zu großen Teilen erhalten ist – ursprünglich rund fünf Kilometer lang, mit Wehrgängen, Zwinger, tiefem Trockengraben und Dutzenden Türmen. Vier wuchtige Rundtürme markieren bis heute die alten Haupttore, darunter der Frauentorturm am Königstor neben dem Hauptbahnhof und der Laufer Torturm im Osten. Ein kompletter Rundweg außen um die Mauer dauert gut anderthalb Stunden und ist der unterschätzteste Spaziergang der Stadt.

Ein Punkt, den man beim Fotografieren im Hinterkopf behalten sollte: Vieles von dem, was hier so geschlossen mittelalterlich wirkt, ist Wiederaufbau. Am Abend des 2. Januar 1945 zerstörte ein Luftangriff in knapp einer Stunde den Großteil der Altstadt, und was danach entstand, war eine bewusste Entscheidung – nicht moderner Neubau wie in vielen anderen deutschen Städten, sondern eine Rekonstruktion des Grundrisses mit historisierenden Fassaden und dem originalen Sandstein aus dem Schutt. Genau deshalb wirken manche Gassen wie eine Kopie und andere, etwa die Weißgerbergasse oder das Fembohaus, wie das Original, das sie tatsächlich sind. Wer den Unterschied einmal bemerkt hat, liest die Stadt anders.

NS-Geschichte & Prozesse

Reichsparteitagsgelände und Saal 600 der Nürnberger Prozesse

Am Dutzendteich liegt ein Gelände von elf Quadratkilometern, das nie fertig wurde und trotzdem alles über den Größenwahn erzählt, der es geplant hat.

Memorium Nürnberger Prozesse
Memorium Nürnberger Prozesse

Südöstlich der Innenstadt ließen die Nationalsozialisten ab 1933 ein Areal für ihre Reichsparteitage anlegen, das in dieser Dimension einmalig blieb. Das Zentrum bildet die hufeisenförmige Kongresshalle, angelehnt an das Kolosseum, für rund fünfzigtausend Menschen geplant und nie überdacht – ein Rohbau aus Ziegel und Granit, der bis heute als größter erhaltener Monumentalbau des Nationalsozialismus gilt. Vom Zeppelinfeld steht die rund 360 Meter lange Haupttribüne Albert Speers mit ihren Flügeln noch – seit der Sprengung des Säulengangs auf der Tribünenkrone 1967 allerdings ohne ihre Kolonnade; die Große Straße zieht sich als zwei Kilometer lange Granitachse durch das Gelände, und dazwischen liegen Seen und Wiesen, auf denen heute Jogger unterwegs sind. Genau dieses Nebeneinander von Freizeitgelände und Täterort macht den Besuch so eigenartig.

Die Einordnung liefert das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände im Nordflügel der Kongresshalle. Es arbeitet auf, wie die Reichsparteitage inszeniert wurden, wie die Bauten geplant und wer für sie zwangsverpflichtet wurde. Seit Mai 2026 zeigt es dort die neue Dauerausstellung „Nürnberg und die Reichsparteitage“; nach den Umbaujahren ist das Gebäude damit wieder vollständig zugänglich. Ob und wann Führungen über das Außengelände stattfinden, steht auf der Website – die lohnt vor der Fahrt einen Blick. Für das Gelände selbst gilt ohnehin: Es erschließt sich nicht von allein. Die frei zugänglichen Info-Stationen und ein Audioguide sind das Minimum, sonst läufst du über eine große Wiese und siehst Beton. Plane einen halben Tag ein, feste Schuhe helfen, und für Kinder unter zehn ist der Ort wenig geeignet.

Der zweite Ort liegt am entgegengesetzten Ende der Stadt und ist der wichtigere. Im Justizpalast an der Fürther Straße verhandelte ab November 1945 der Internationale Militärgerichtshof in Saal 600 gegen die Hauptkriegsverbrecher – der Prozess, aus dem das moderne Völkerstrafrecht hervorging und der die Formel von der individuellen Verantwortung auch für Staatsführer durchsetzte. Über dem Saal informiert das Memorium Nürnberger Prozesse mit Dokumenten, Filmaufnahmen und den Biografien von Angeklagten, Anklägern und Zeugen. Weil die bayerische Justiz den Saal 2020 aufgab, ist der Raum heute dauerhaft zugänglich und nicht mehr nur an verhandlungsfreien Tagen – ein entscheidender Unterschied zu älteren Reiseführern. Du kommst mit der U-Bahn-Linie U1 bis Bärenschanze hin, von dort sind es fünf Gehminuten.

Wie man die beiden Orte kombiniert, ist Geschmackssache, aber ein Muster hat sich bewährt: erst das Memorium am Vormittag, weil es Konzentration verlangt und die Räume überschaubar sind, danach mit Straßenbahn oder S-Bahn hinaus zum Dutzendteich, wo du dich draußen bewegst. Umgekehrt kippt der Tag leicht ins Erschöpfte. Und wer nur einen einzigen dieser Orte schafft, nimmt Saal 600 – das Reichsparteitagsgelände zeigt, was die Diktatur wollte, der Gerichtssaal zeigt, was daraus folgte. Nürnberg selbst hat aus dieser Doppelgeschichte übrigens einen Anspruch abgeleitet: Die Stadt vergibt seit den 1990er-Jahren einen Menschenrechtspreis, und die Straße der Menschenrechte am Germanischen Nationalmuseum gehört zur selben Bewegung.

Museen & Untergrund

Museen in Nürnberg und die Felsengänge unter dem Burgberg

Unter der Altstadt liegt ein zweites Nürnberg aus Sandstein – Keller, die sich mehrere Stockwerke tief in den Burgberg graben und nur mit Führung zu betreten sind.

Das Germanische Nationalmuseum am Südrand der Altstadt ist das größte Museum zur deutschen Kulturgeschichte und braucht mehr Zeit, als die meisten einplanen. 1852 gegründet, zieht es sich heute durch ein Konglomerat aus Kartäuserkloster, Nachkriegsbauten und modernen Anbauten; drinnen stehen mittelalterliche Skulptur, Dürer-Gemälde, historische Musikinstrumente und wissenschaftliche Instrumente nebeneinander. Das berühmteste Stück ist der Behaim-Globus von 1492, der älteste erhaltene Erdglobus der Welt, entstanden in den Jahren, in denen Kolumbus segelte – auf ihm fehlt Amerika schlicht. Er gehört inzwischen zum UNESCO-Weltdokumentenerbe. Für einen ersten Besuch reichen zwei bis drei Stunden, wenn du dich auf zwei Abteilungen beschränkst.

Danach wird es spezieller. Das DB Museum an der Lessingstraße ist das älteste Eisenbahnmuseum Deutschlands und erzählt eine Geschichte, die hier begann – 1835 fuhr zwischen Nürnberg und Fürth die erste deutsche Eisenbahn, der Nachbau ihrer Lokomotive Adler steht in der Halle. Im selben Gebäudekomplex sitzt das Museum für Kommunikation, was den Besuch mit Kindern praktisch macht. Das Neue Museum am Klarissenplatz zeigt Kunst und Design ab 1945 hinter einer gebogenen Glasfassade, die sich an die alte Stadtmauer schmiegt. Und wer die Stadtgeschichte kompakt will, geht ins Stadtmuseum Fembohaus in der Burgstraße, das einzige erhaltene große Kaufmannshaus der Spätrenaissance in Nürnberg.

Der eigenwilligste Programmpunkt liegt jedoch unter der Altstadt. In den weichen Burgsandstein haben Nürnberger Brauer seit dem Mittelalter Keller getrieben, bis daraus ein mehrstöckiges System aus Gängen und Hallen wurde – die Historischen Felsengänge, die du im Rahmen einer Führung unterhalb der Burg betrittst. Sie dienten als Bierkeller, im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzraum für tausende Menschen. Unten herrschen ganzjährig um die zehn Grad, nimm also eine Jacke mit, auch im August. In derselben Felsschicht liegt der Historische Kunstbunker, in dem die Stadt ihre Kunstschätze vor den Bomben in Sicherheit brachte; auch dieser ist nur mit Führung zugänglich, und beide Touren sind an Wochenenden schnell ausgebucht.

Mit Kindern verschiebt sich das Programm nach draußen und an den Stadtrand. Der Tiergarten Nürnberg liegt als Landschaftszoo im Reichswald am Schmausenbuck, mit Gehegen zwischen Felsen und Kiefern, einem Delfinarium und einem Manatihaus – für einen ganzen Tag ausgelegt. Das Spielzeugmuseum in der Karlstraße passt dagegen mitten in die Altstadt und braucht kaum zwei Stunden. Und rund zwanzig Autominuten westlich, in Zirndorf, liegt der Playmobil-FunPark, der im Sommer ganze Familientage schluckt. Im Hochsommer ist außerdem der Wöhrder See östlich der Altstadt die einfachste Abkühlung, mit Liegewiesen, Bootsverleih und einem Sandstrand in der Norikusbucht, alles vom Zentrum aus in einer Viertelstunde erreichbar.

Rundgang & Tipps

Nürnberg an einem Tag – Rundgang und Tipps vom Königstor zur Burg

Vom Hauptbahnhof bis zur Kaiserburg sind es anderthalb Kilometer bergauf, und alles Wichtige liegt links und rechts davon.

Starte am Königstor, gleich gegenüber dem Hauptbahnhof. Der Handwerkerhof dahinter ist bewusst für Besucher gebaut und trotzdem ein brauchbarer Auftakt, weil er dir in fünf Minuten zeigt, wofür die Stadt handwerklich stand – Zinn, Leder, Lebkuchen, Gold. Danach die Königstraße hinauf, vorbei an der Mauthalle, dem gewaltigen Kornspeicher mit dem tief heruntergezogenen Dach, bis zu St. Lorenz. Nimm dir dort zwanzig Minuten für den Engelsgruß und das Sakramentshaus, dann über die Museumsbrücke, von der du den klassischen Blick auf das Heilig-Geist-Spital über der Pegnitz hast. Bis hierher bist du eine gute Stunde unterwegs gewesen und hast die halbe Altstadt durchquert.

Auf der Sebalder Seite geht es weiter zum Hauptmarkt. Wenn du es zeitlich einrichten kannst, sei kurz vor zwölf da – dann läuft das Männleinlaufen an der Frauenkirche, und du hast danach den Schönen Brunnen und die Marktstände in einem Aufwasch. Direkt nördlich steht St. Sebald mit dem Sebaldusgrab, dahinter beginnt der Anstieg über die Burgstraße, wo im Fembohaus die Stadtgeschichte wartet. Wer mag, biegt vorher in die Weißgerbergasse ab, läuft sie einmal hinunter und wieder hinauf; das kostet zwanzig Minuten und liefert die Bilder, die später zu Hause alle sehen wollen.

Der Nachmittag gehört der Burg. Palas, Doppelkapelle und Sinwellturm füllen anderthalb Stunden, der Tiefe Brunnen kommt in kurzen Führungen dazu. Danach unbedingt in den Burggarten, wo du auf der Bastion sitzt und die Beine baumeln lässt. Beim Abstieg über das Tiergärtnertor landest du direkt vor dem Albrecht-Dürer-Haus – wer noch Konzentration hat, geht hinein, wer nicht, setzt sich auf den Platz davor, wo abends ohnehin die halbe Stadt sitzt. Für den frühen Abend passt eine Portion Rostbratwürste in einer der alten Bratwurstküchen rund um St. Sebald, danach ein Rotbier im Biergarten unterhalb der Burg.

Wer zwei Tage hat, hängt den zweiten komplett an die Geschichte des 20. Jahrhunderts – vormittags Memorium Nürnberger Prozesse an der Fürther Straße, nachmittags Reichsparteitagsgelände am Dutzendteich, dazwischen eine Fahrt quer durch die Stadt, die dir nebenbei zeigt, wie groß Nürnberg außerhalb der Mauern ist. Drei Tage decken zusätzlich das Germanische Nationalmuseum, eine Führung durch die Felsengänge und einen Ausflug nach Bamberg oder Fürth ab. Und wer nur einen halben Tag hat, kürzt gnadenlos ab: Hauptmarkt, St. Sebald, Burg, zurück über die Weißgerbergasse – das sind zweieinhalb Stunden und immer noch ein vollständiger erster Eindruck.

Stadtviertel

Nürnbergs Stadtviertel von Gostenhof bis St. Johannis

Die Pegnitz teilt die Altstadt seit dem Mittelalter in zwei Hälften, die sich bis heute unterschiedlich anfühlen.

Innerhalb der Mauern gilt die alte Zweiteilung. Die nördliche Sebalder Seite mit St. Sebald, Burgstraße, Tiergärtnertorplatz und Weißgerbergasse ist die ruhigere, hügeligere und historisch dichtere Hälfte – hier wohnten die Patrizierfamilien, hier liegt der Aufstieg zur Burg. Die südliche Lorenzer Seite rund um St. Lorenz, Königstraße und Karolinenstraße ist die geschäftige Hälfte mit den großen Einkaufsstraßen, dem Hauptbahnhof vor der Tür und den meisten Hotels. Wenn du zum ersten Mal in Nürnberg bist und wenig Zeit hast, schläfst du auf der Lorenzer Seite und verbringst die Abende auf der Sebalder Seite; zwischen beiden liegen keine zehn Gehminuten.

Westlich vor der Mauer, hinter dem Verkehrsknoten Plärrer, beginnt Gostenhof – im Nürnberger Sprachgebrauch nur Gohö. Das Viertel war lange Arbeitergegend und ist heute die interessanteste Mischung der Stadt: türkische und vietnamesische Läden neben Siebdruckwerkstätten, Ateliers in leerstehenden Ladenlokalen, Bars mit vier Tischen, ein wachsender Anteil Kreativwirtschaft in umgenutzten Fabriken. Wer abends ausgehen will, ohne zwischen Reisegruppen zu sitzen, fährt zwei U-Bahn-Stationen hierher oder läuft die zehn Minuten. Weiter westlich schließt Muggenhof an, wo alte Industrieareale nach und nach zu Kultur- und Gewerbehöfen umgebaut werden.

Nordwestlich der Burg liegt St. Johannis, das bürgerlich-ruhige Gegenstück. Sein Kern ist der Johannisfriedhof, auf dem die Gräber als flache Sandsteinplatten mit bronzenen Epitaphien angelegt sind – hier liegen Albrecht Dürer, der Bildschnitzer Veit Stoß und der Maler Anselm Feuerbach, und im Juni blühen zwischen den Platten die Rosen in Reihen. Gleich daneben öffnen sich die Hesperidengärten, barocke Bürgergärten mit geschnittenen Hecken, Sandsteinfiguren und Zitrusbäumen in Kübeln, von April bis Oktober tagsüber ohne Eintritt offen und selbst am Wochenende erstaunlich leer. Von der Altstadt sind es zwanzig Gehminuten durch die Johannisstraße, und der Weg lohnt sich allein wegen der Villen unterwegs.

Südlich des Bahnhofs beginnt die Südstadt, das größte zusammenhängende Wohnviertel der Stadt rund um den Aufseßplatz und die Wölckernstraße. Hier ist Nürnberg am wenigsten hübsch und am ehrlichsten – Gründerzeitblocks, orientalische Supermärkte, Wochenmarkt, Werksiedlungen der alten Industrie. Für Besucher lohnt sich die Gegend vor allem kulinarisch und als Kontrast zur konservierten Altstadt. Nordöstlich davon, jenseits der Pegnitz und östlich der Altstadt, zieht sich Wöhrd an den Wöhrder See, wo im Sommer gebadet, gepaddelt und gegrillt wird. Und ganz im Westen geht Nürnberg fast nahtlos in Fürth über, eine eigenständige Stadt mit einer weitgehend unzerstörten Gründerzeit-Innenstadt, die du mit der U1 in einer Viertelstunde erreichst.

Übernachten

Hotels in Nürnberg und die passende Lage für deinen Aufenthalt

In Nürnberg entscheidet nicht die Kategorie über den Preis, sondern der Messekalender.

Die bequemste Lage ist die Lorenzer Seite der Altstadt zwischen Hauptbahnhof und Hauptmarkt. Rund um Königstraße und Königstorgraben stehen die meisten Häuser der mittleren und gehobenen Kategorie. Direkt gegenüber dem Bahnhof liegt das Grand Hotel, das seit den 1890er-Jahren an der Bahnhofstraße steht und bis heute die repräsentativste Adresse dieser Kategorie ist; ein paar Schritte weiter steht an der Königstraße das familiengeführte Hotel Deutscher Kaiser hinter einer neugotischen Sandsteinfassade. Du kommst mit dem Koffer in fünf Minuten vom Zug ins Zimmer und läufst abends ohne Fahrschein überall hin. Der Preis dafür ist Lärm an Wochenenden, weil das Ausgehviertel gleich daneben liegt – wer empfindlich schläft, fragt gezielt nach einem Zimmer zum Innenhof statt zur Straße.

Ruhiger schläft es sich auf der Sebalder Seite im Burgviertel, wo kleinere, oft inhabergeführte Häuser in restaurierten Altbauten sitzen: Das Hotel Elch in der Irrerstraße belegt ein mittelalterliches Fachwerkhaus wenige Schritte vom Tiergärtnertor, der Agneshof in der Agnesgasse hat hinter dem Haus einen eigenen Garten. Von dort bist du in zwei Minuten am Tiergärtnertorplatz und in zehn am Hauptmarkt, zahlst aber mit einem etwas längeren Weg zum Bahnhof und mit Kopfsteinpflaster unter den Rollen deines Koffers. Wer mit dem Auto anreist, fährt oft besser mit einem Haus knapp außerhalb des Mauerrings, etwa Richtung St. Johannis oder Wöhrd, wo Parken einfacher und billiger ist und die Straßenbahn vor der Tür hält. Für Familien sind die Apartmenthäuser am Rand der Altstadt meist das bessere Geschäft als zwei Doppelzimmer.

Entscheidender als all das ist das Datum. Nürnberg ist ein großer Messestandort, und in den Messewochen ziehen die Zimmerpreise stadtweit an – am stärksten Ende Januar oder Anfang Februar, wenn die Spielwarenmesse als weltgrößte Branchenmesse ihrer Art die Stadt füllt. Dazu kommen der Christkindlesmarkt an allen Adventswochenenden, das Festival am Zeppelinfeld im Frühsommer und die großen Sommerfeste. Umgekehrt bekommst du unter der Woche im März, im Oktober oder im November dieselben Zimmer zu einem Bruchteil. Wer flexibel ist, legt den Städtetrip auf Dienstag bis Donnerstag und bucht in Messewochen entweder sehr früh oder gar nicht.

Zwei praktische Hinweise noch. Erstens haben Altstadthotels fast nie eigene Stellplätze; du landest in einem der Parkhäuser am Altstadtring und zahlst Tagessätze, also frag beim Buchen nach dem Hotelkontingent fürs Parkhaus. Alternativ nutzt du einen Park-and-Ride-Platz an einer U-Bahn-Endstation und fährst die letzten Kilometer öffentlich – bei zwei Nächten ohne Autonutzung rechnet sich das fast immer. Zweitens gibt es die NÜRNBERG CARD + Fürth, zwei Tage gültig, mit dem Eintritt in die Museen beider Städte und den Fahrten im Nahverkehr; bei zwei oder mehr Museen am Tag geht die Rechnung auf, bei einem selten.

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Restaurants in Nürnberg und was Franken auf den Teller bringt

Sechs kleine Würste auf einem Zinnteller mit Meerrettich sind hier kein Snack, sondern eine Institution mit eigener EU-Verordnung.

Die Nürnberger Rostbratwurst ist seit 2003 als geschützte geografische Angabe registriert, und die Vorgaben sind erstaunlich präzise: sieben bis neun Zentimeter lang, zwanzig bis fünfundzwanzig Gramm schwer, aus grob entsehntem Schweinefleisch, gewürzt mit Majoran und im Stadtgebiet hergestellt. Serviert wird sie klassisch über Buchenholzglut gegrillt, zu sechst, acht, zehn oder zwölf auf dem Zinnteller mit Sauerkraut und Meerrettich – oder als Drei im Weckla, drei Würste quer in ein Brötchen geklemmt, mit Senf, für zwischendurch. Die bekanntesten Adressen liegen alle in der Altstadt: das Bratwursthäusle direkt neben St. Sebald mit offenem Buchenholzgrill, Zum Gulden Stern in der Zirkelschmiedsgasse, das sich als älteste Bratwurstküche der Welt bezeichnet, und das Bratwurst Röslein am Rathausplatz, das mit Abstand die meisten Plätze hat.

Franken kocht darüber hinaus deftig und ohne Umschweife. Das Schäufele, ein Schweineschulterstück mit Schwarte, kommt mit dunkler Soße und einem Kloß, der so groß ist wie eine Faust; der fränkische Sauerbraten wird mit Lebkuchen gebunden, was in der Lebkuchenstadt naheliegt. Blaue Zipfel sind Bratwürste, die statt auf dem Grill in einem Essig-Zwiebel-Sud gegart werden – gewöhnungsbedürftig aussehend, aber genau das Richtige an einem heißen Tag. In den Monaten mit R landet der Aischgründer Karpfen auf den Karten, gebacken und in Streifen serviert. Und zum Nachtisch bleibt eigentlich nur eines, nämlich Lebkuchen, den es in den alten Häusern rund um den Hauptmarkt das ganze Jahr über gibt.

Getrunken wird Bier, und zwar am besten das lokale. Das Nürnberger Rotbier, ein kupferfarbenes, malzbetontes Untergäriges, war jahrhundertelang der Stadtstil, verschwand fast und wird heute wieder gebraut – unter anderem in einer Hausbrauerei unterhalb der Burg, deren Keller mit den Felsengängen zusammenhängen. Dazu kommen die großen fränkischen Kellerbiere aus dem Umland und ungezählte kleine Brauereien in der Fränkischen Schweiz. Im Sommer verlagert sich alles nach draußen, in die Biergärten an der Pegnitz, unterhalb der Burg und am Wöhrder See. In den traditionellen Biergärten darfst du eigene Brotzeit mitbringen, solange die Getränke vom Haus kommen – das ist in Bayern seit 1999 sogar in einer eigenen Verordnung festgeschrieben. Für den bedienten Bereich gilt es nicht.

Wer nach drei Tagen genug von Kloß und Wurst hat, verlässt die Altstadt. In Gostenhof stehen vietnamesische, syrische und italienische Küchen dicht nebeneinander, in der Südstadt findest du türkische Lokale und Wochenmarktstände, und rund um die Kulturbetriebe im Westen haben sich kleine, ambitionierte Häuser angesiedelt. Zwei Dinge solltest du wissen: In den bekannten Bratwurstlokalen wird spontan gegessen und selten reserviert, in allem darüber schon – gerade an Messeterminen sind die guten Adressen wochenlang vorher ausgebucht. Und die Küchen schließen in Franken früher, als Großstadtreisende erwarten; wer um halb zehn losgeht, landet oft nur noch beim Bier.

Christkindlesmarkt & Feste

Christkindlesmarkt und Nürnberger Lebkuchen im Advent

Am Freitag vor dem ersten Advent spricht das Christkind von der Empore der Frauenkirche seinen Prolog, und danach ist die Altstadt vier Wochen lang ein anderer Ort.

Christkindlesmarkt
Christkindlesmarkt

Der Nürnberger Christkindlesmarkt gehört zu den ältesten Weihnachtsmärkten überhaupt; seine Ursprünge werden im 16. Jahrhundert vermutet, sicher belegt ist er seit 1628. Er läuft vom Freitag vor dem ersten Advent bis zum 24. Dezember, füllt den kompletten Hauptmarkt mit den charakteristischen rot-weiß gestreiften Buden und zieht in diesen Wochen Besucherzahlen im Millionenbereich an. Eröffnet wird er vom Nürnberger Christkind, das den Prolog von der Empore der Frauenkirche spricht – eine Rolle, die alle zwei Jahre neu besetzt wird. Rechne an den Adventswochenenden zwischen 15 und 20 Uhr mit einem Gedränge, in dem du dich schiebst statt gehst – wer den Markt wirklich sehen will, kommt an einem Werktagvormittag oder gleich nach der Öffnung.

Gegessen und getrunken wird konzentriert. Auf dem Hauptmarkt gibt es Rostbratwürste im Weckla, gebrannte Mandeln, Glühwein und Feuerzangenbowle sowie das Nürnberger Souvenir schlechthin, das Zwetschgenmännla – kleine Figuren aus Dörrpflaumen, Feigen und Nüssen, die es seit Jahrhunderten gibt. Nördlich schließt sich am Rathausplatz der Markt der Partnerstädte an, auf dem Stände aus ganz Europa stehen, und auf dem Hans-Sachs-Platz liegt die Kinderweihnacht mit Karussell, Riesenrad und Mitmachbäckerei. Die drei Bereiche liegen jeweils zwei Gehminuten auseinander, und gerade die Kinderweihnacht ist deutlich entspannter als der Hauptmarkt.

Das kulinarische Erbe des Advents hält das ganze Jahr. Nürnberger Lebkuchen ist eine geschützte Bezeichnung und darf nur in der Stadt hergestellt werden; die hochwertigste Stufe heißt Elisenlebkuchen und enthält kaum Mehl, dafür einen sehr hohen Anteil Nüsse und Mandeln, gebacken auf Oblaten. Wer den Unterschied schmecken will, kauft nicht die Blechdose vom Marktstand, sondern geht in eine der Lebkuchen-Manufakturen der Stadt und lässt sich frische Ware aus dem laufenden Jahr geben. Der Hintergrund ist mittelalterliche Handelsgeschichte: Nürnberg lag am Schnittpunkt der großen Handelsstraßen, Gewürze aus dem Süden waren hier früher verfügbar als anderswo, und der Reichswald lieferte den Honig gleich vor der Stadt.

Der Advent ist nur die bekannteste von mehreren Ausnahmezeiten. Ende Juli füllt das Bardentreffen mit freiem Eintritt die Plätze der Altstadt mit Weltmusik und gilt als eines der größten kostenlosen Open-Air-Festivals Europas; im Sommer folgen die Klassik Open Airs im Luitpoldhain, bei denen zehntausende Menschen mit Picknickdecken auf der Wiese sitzen. Im Frühjahr macht die Blaue Nacht die Museen und Fassaden der Innenstadt eine Nacht lang zur Bühne, am Zeppelinfeld läuft im Frühsommer ein großes Rockfestival, und zweimal im Jahr steht am Dutzendteich das Volksfest. Prüfe den Kalender vor der Buchung – je nachdem, was du suchst, planst du gezielt hin oder bewusst daneben.

Anreise & vor Ort

Anreise nach Nürnberg und unterwegs in der Stadt

Der Hauptbahnhof liegt direkt vor der Stadtmauer, und damit ist die Anreisefrage für die meisten schon beantwortet.

Nürnberg ist einer der besten Bahnstandorte Süddeutschlands. Aus München bist du mit dem ICE in gut einer Stunde da, aus Frankfurt in rund zwei, aus Berlin über die Schnellfahrstrecke durch Thüringen in etwa drei Stunden, aus Stuttgart und aus Leipzig in jeweils gut zwei Stunden. Der Hauptbahnhof liegt unmittelbar am Königstor, du gehst durch die Unterführung und stehst nach zwei Minuten in der Altstadt – ein Vorteil, den kaum eine andere deutsche Großstadt in dieser Form bietet. Für ein Wochenende ohne Auto ist Nürnberg deshalb eines der unkompliziertesten Ziele im Land, und wer im Advent zum Christkindlesmarkt fährt, ist mit der Bahn ohnehin klar im Vorteil.

Mit dem Auto führen die A3 aus Richtung Frankfurt und Regensburg, die A9 aus Berlin und München sowie die A6 aus Heilbronn direkt an die Stadt heran. In die Altstadt selbst fährst du besser nicht hinein, sondern steuerst eines der Parkhäuser am Altstadtring an; günstiger sind die Park-and-Ride-Plätze an den U-Bahn-Endstationen im Norden und Süden. Der Flughafen Nürnberg liegt ungewöhnlich nah, nämlich nördlich der Stadt an der U-Bahn-Linie U2 – vom Terminal bis zum Hauptbahnhof dauert es rund eine Viertelstunde, ohne Umsteigen. Für Reisende aus Deutschland lohnt sich ein Flug allerdings selten, dafür ist die Bahn zu schnell.

Vor Ort brauchst du meist gar kein Verkehrsmittel. Die Altstadt misst in ihrer längsten Ausdehnung kaum zwei Kilometer, und alles zwischen Königstor, Hauptmarkt und Kaiserburg erledigst du zu Fuß. Für die Wege außerhalb gibt es ein dichtes Netz aus drei U-Bahn-Linien, Straßenbahnen und S-Bahnen im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg; die Linie U3 fuhr ab 2008 als erste deutsche U-Bahn fahrerlos, inzwischen gilt das auch für die U2 – setz dich ganz vorne hin, die Fahrt durch den Tunnel ist für Kinder ein eigenes Erlebnis. Einzeltickets, Tageskarten und die Städtekarte bekommst du an jedem Automaten und in den Apps des Verbunds.

Für Ausflüge ist die Lage ideal, weil Franken auf kurzen Wegen sehr unterschiedlich wird. Fürth erreichst du mit der U1 in einer Viertelstunde und findest dort eine im Krieg weitgehend verschonte Gründerzeit-Innenstadt. Nach Bamberg mit seiner UNESCO-Altstadt und dem Rauchbier fährst du mit dem Regionalzug rund eine Stunde, nach Regensburg ähnlich lang. Rothenburg ob der Tauber ist mit Umstieg in Steinach in gut anderthalb Stunden zu schaffen und funktioniert gut als Tagesausflug ohne Auto. Wer wandern will, nimmt die Bahn Richtung Norden in die Fränkische Schweiz mit ihren Felsentürmen, Höhlen und Brauereigasthöfen – dort hilft für die letzten Kilometer allerdings ein Auto.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Nürnberg – Wetter und Feste im Jahreslauf

Nürnberg liegt auf rund 300 Metern im fränkischen Becken, und das merkt man dem Jahreslauf deutlich an.

Das Klima in Nürnberg ist gemäßigt mit kontinentalem Einschlag – kältere und trockenere Winter als im Rheinland, ein spät startender Frühling und Sommer, die an einzelnen Tagen deutlich über 30 Grad klettern können. Weil sich fast alles innerhalb der Altstadt zu Fuß erledigen lässt, entscheidet weniger die Temperatur über den Reiseerfolg als die Frage, wie voll die Stadt ist. Messewochen, Sommerfestivals und der Advent verändern Preise und Andrang stärker als jedes Wetter, und im Dezember reist du bewusst in eine volle Stadt.

Jan4°-2°kalt, Spielwarenmesse
Feb6°-2°still, Museumswetter
Mär11°1°erste Biergartentage
Apr16°4°wechselhaft, Burggarten öffnet
Mai20°8°lange Abende, ideal
Jun24°12°warm, Festivalsaison
Jul26°14°heiß, Bardentreffen
Aug26°13°Ferienzeit, Wöhrder See
Sep21°10°mild, ruhige Gassen
Okt15°6°goldenes Licht, Karpfenzeit
Nov8°2°grau, günstige Hotels
Dez5°-1°Christkindlesmarkt, sehr voll

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Nürnberg sind Mai, Juni und September. Dann liegen die Höchstwerte zwischen 20 und 24 Grad, die Biergärten an der Pegnitz und unter der Burg haben durchgehend geöffnet, die Abende sind lang genug für einen Rundgang nach dem Essen, und die Hotelpreise bleiben moderat. Juli und August sind warm, aber durch Ferien und Festivals voller. Der Dezember ist eine bewusste Entscheidung für den Christkindlesmarkt samt Gedränge und hohen Zimmerpreisen, und Ende Januar solltest du die Spielwarenmesse im Blick haben, weil dann stadtweit kaum ein günstiges Bett frei ist.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Nürnberg

Wie viele Tage sollte man für Nürnberg einplanen?
Ein voller Tag reicht für die Altstadt mit Hauptmarkt, St. Sebald, St. Lorenz, Kaiserburg und Albrecht-Dürer-Haus. Zwei Tage sind die bessere Wahl, weil dann das Memorium Nürnberger Prozesse und das Reichsparteitagsgelände dazupassen, die zusammen einen eigenen Tag füllen. Bei drei Tagen kommen das Germanische Nationalmuseum, eine Führung durch die Felsengänge und ein Ausflug nach Bamberg oder Fürth dazu.
Was sollte man in Nürnberg auf keinen Fall auslassen?
Die Kaiserburg mit Doppelkapelle und Sinwellturm, das Männleinlaufen an der Frauenkirche um zwölf Uhr, den Engelsgruß von Veit Stoß in St. Lorenz und Saal 600 im Memorium Nürnberger Prozesse. Dazu ein Zinnteller Rostbratwürste in einer der alten Bratwurstküchen und der Abstieg über die Weißgerbergasse, wo die Fachwerkzeile den Krieg überstanden hat.
Lohnt sich der Besuch der Kaiserburg von innen?
Ja, aber wähle bewusst aus. Im Palas siehst du die kaiserlichen Räume und die romanische Doppelkapelle, den eindrucksvollsten Raum der Anlage; das Kaiserburg-Museum in der Kemenate erklärt die Rolle Nürnbergs als Reichsstadt, und der Sinwellturm liefert nach rund 110 Stufen den Rundblick über die Altstadt. Der Tiefe Brunnen wird in kurzen Führungen gezeigt, bei denen eine Kerze rund fünfzig Meter in den Sandstein hinabgelassen wird. Der Burggarten kostet nichts, ist aber nur von Frühjahr bis Herbst und nur tagsüber offen.
Welche Tipps sollte man für Nürnberg kennen?
Drei, die im Alltag den Unterschied machen. In den bekannten Bratwurstlokalen wird spontan gegessen und selten reserviert, dafür schließen die Küchen in Franken früher als in anderen Großstädten – wer um halb zehn losgeht, bekommt oft nur noch ein Bier. Der Burggarten ist nur von Frühjahr bis Herbst und nur tagsüber offen, abends nimmst du stattdessen die Freiung auf der Südseite der Burg. Und prüfe vor der Buchung den Messekalender: In der Woche der Spielwarenmesse Ende Januar oder Anfang Februar ziehen die Zimmerpreise stadtweit an.
Wann ist der Christkindlesmarkt in Nürnberg?
Er beginnt am Freitag vor dem ersten Advent mit dem Prolog des Christkinds von der Empore der Frauenkirche und läuft bis zum 24. Dezember auf dem Hauptmarkt. An den Adventswochenenden ist es zwischen 15 und 20 Uhr am vollsten; deutlich entspannter wird es an Werktagvormittagen oder gleich nach der Öffnung. Kinderweihnacht am Hans-Sachs-Platz und Markt der Partnerstädte am Rathausplatz liegen je zwei Gehminuten entfernt.
Wo isst man in Nürnberg die besten Rostbratwürste?
Die drei klassischen Adressen liegen alle in der Altstadt: das Bratwursthäusle neben St. Sebald mit offenem Buchenholzgrill, Zum Gulden Stern in der Zirkelschmiedsgasse, das sich als älteste Bratwurstküche der Welt bezeichnet, und das Bratwurst Röslein am Rathausplatz mit den meisten Plätzen. Bestellt wird zu sechst, acht, zehn oder zwölf auf dem Zinnteller – oder unterwegs als Drei im Weckla.
Was ist der Unterschied zwischen Lebkuchen und Elisenlebkuchen?
Nürnberger Lebkuchen ist eine geschützte Bezeichnung und darf nur im Stadtgebiet hergestellt werden. Elisenlebkuchen ist davon die höchste Qualitätsstufe: sehr hoher Nuss- und Mandelanteil, kaum Mehl, gebacken auf Oblaten. Der Unterschied ist deutlich schmeckbar – kauf ihn frisch in einer der Manufakturen statt als Blechdose am Marktstand, dann merkst du es sofort.
Wie komme ich zum Reichsparteitagsgelände?
Das Gelände liegt südöstlich der Innenstadt am Dutzendteich und ist mit Straßenbahn oder S-Bahn in gut einer Viertelstunde erreichbar; die Haltestellen sind ausgeschildert. Plane einen halben Tag ein und nutze Audioguide oder Führung, sonst siehst du vor allem Wiese und Beton. Das Dokumentationszentrum im Nordflügel der Kongresshalle zeigt seit Mai 2026 seine neue Dauerausstellung „Nürnberg und die Reichsparteitage“, das Haus ist nach dem Umbau wieder komplett zugänglich.
Kann man Saal 600 im Justizpalast besichtigen?
Ja. Nachdem die bayerische Justiz den historischen Schwurgerichtssaal 2020 aufgegeben hat, ist er dauerhaft zugänglich und nicht mehr nur an verhandlungsfreien Tagen – ältere Reiseführer schreiben das oft noch anders. Über dem Saal informiert das Memorium Nürnberger Prozesse über Angeklagte, Ankläger und die Folgen für das Völkerstrafrecht. Du kommst mit der U1 bis Bärenschanze hin.
Ist Nürnberg für einen Städtetrip mit Kindern geeignet?
Sehr gut sogar. Der Tiergarten im Reichswald ist als Landschaftszoo für einen ganzen Tag ausgelegt, das DB Museum zeigt den Nachbau der ersten deutschen Eisenbahnlok, und das Spielzeugmuseum in der Karlstraße liegt mitten in der Altstadt. Dazu Kaiserburg mit Turm und Brunnen, im Sommer der Wöhrder See und rund zwanzig Autominuten westlich der Playmobil-FunPark in Zirndorf.
Was kann man in Nürnberg bei Regen machen?
Die Stadt ist dafür gut ausgestattet. Das Germanische Nationalmuseum füllt problemlos einen halben Tag, dazu kommen DB Museum, Neues Museum und das Stadtmuseum Fembohaus. Wetterunabhängig sind auch die Historischen Felsengänge und der Kunstbunker unter dem Burgberg, beide nur im Rahmen einer Führung zugänglich und an Wochenenden schnell ausgebucht.
Braucht man in Nürnberg ein Auto?
Nein. Der Hauptbahnhof liegt direkt am Königstor, die Altstadt misst kaum zwei Kilometer, und für alles außerhalb gibt es drei U-Bahn-Linien, Straßenbahnen und S-Bahnen. Ein Auto brauchst du erst für Ausflüge in die Fränkische Schweiz. Wer trotzdem anreist, stellt den Wagen in einem Parkhaus am Altstadtring oder günstiger an einem Park-and-Ride-Platz an einer U-Bahn-Endstation ab.
Lohnt ein Tagesausflug von Nürnberg nach Bamberg oder Rothenburg?
Beides funktioniert ohne Auto. Nach Bamberg mit seiner UNESCO-Altstadt und dem Rauchbier fährst du mit dem Regionalzug rund eine Stunde, nach Rothenburg ob der Tauber mit Umstieg in Steinach gut anderthalb Stunden. Ähnlich weit ist Regensburg. Fürth liegt sogar an der U-Bahn-Linie U1 und ist in einer Viertelstunde erreicht – dort steht eine im Krieg weitgehend verschonte Gründerzeit-Innenstadt.
Wann ist die beste Reisezeit für Nürnberg?
Mai, Juni und September, mit Höchstwerten zwischen 20 und 24 Grad, geöffneten Biergärten an der Pegnitz und moderaten Hotelpreisen. Juli und August sind warm, aber durch Ferien und Festivals voller. Der Dezember ist die Entscheidung für den Christkindlesmarkt samt Gedränge und teuren Zimmern, und Ende Januar füllt die Spielwarenmesse die Hotels der ganzen Stadt.

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NürnbergÜber den roten Ziegeldächern der Sandstein-Altstadt steht die Kaiserburg, und unten an der Pegnitz riecht es schon am Vormittag nach Buchenholzfeuer und Bratwurst.

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