Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Bayern
Wenn früh um neun die ersten Busse den Parkplatz von Hohenschwangau füllen, sind die, die klug geplant haben, schon oben – und haben die Marienbrücke fast für sich.
Schloss Neuschwanstein zuerst, und zwar mit Plan: Karten gibt es ausschließlich über das Ticket Center in Hohenschwangau oder online im Vorverkauf, und in der Saison sind die Vormittagsslots oft Tage im Voraus vergeben – buch vorab und rechne trotzdem den steilen Fußweg oder die Kutsche zum Schloss ein. Der berühmte Blick auf die Türme kommt nicht vom Schloss selbst, sondern von der Marienbrücke, die über der Pöllatschlucht hängt; geh früh hin, bevor sich der schmale Steg staut. Ludwig II. wohnte hier nur wenige Monate, das Innere blieb halb unfertig – die Ikone ist die Silhouette von außen.
München liefert die urbane Seite des Landes. Auf dem Marienplatz spielt täglich um 11 und 12 Uhr, von März bis Oktober zusätzlich um 17 Uhr, das Glockenspiel im Turm des Neuen Rathauses; wer die 306 Stufen der Alten-Peter-Kirche nebenan steigt, sieht über die Altstadtdächer bis zu den Alpen, wenn Föhn die Sicht klar macht. Der Englische Garten ist mit über drei Quadratkilometern größer als der Central Park, und an der Eisbachwelle unter der Prinzregentenstraße surfen ganzjährig Wagemutige auf einer stehenden Flusswelle – ein kostenloses Schauspiel, das kein Reiseführer erfinden könnte.
Weiter nördlich reihen sich die historischen Städte: Regensburg mit der Steinernen Brücke und der lückenlos erhaltenen mittelalterlichen Altstadt, beide UNESCO-Welterbe; Bamberg mit dem Dom, dem auf einer Flussinsel stehenden Alten Rathaus und dem Rauchbier aus der Brauerei Schlenkerla; Würzburg mit der Residenz, deren Treppenhaus Tiepolo mit dem größten zusammenhängenden Deckenfresko der Welt ausmalte. Nürnberg wiederum trägt Kaiserburg, Handwerkerhof und Dürer-Haus in der Sandstein-Altstadt – Franken ist der kulturell dichteste, oft übersehene Teil Bayerns.
Und dann die Berge selbst als Sehenswürdigkeit: Die Zugspitze erreichst du bequem mit der Zahnradbahn ab Garmisch oder der Seilbahn vom Eibsee, und oben stehst du auf 2.962 Metern zwischen deutschem und österreichischem Gipfelkreuz mit Rundblick über vier Länder. Im Berchtesgadener Land fährt das Elektroboot lautlos über den Königssee zur Wallfahrtskirche St. Bartholomä unter der Watzmann-Ostwand; auf halber Strecke stoppt der Kapitän und spielt ein Flügelhorn gegen die Felswand – das Echo kehrt mehrfach zurück, ein Ritual, das seit Generationen zur Fahrt gehört.

















