Die schönsten Sehenswürdigkeiten an der Ostsee
Früh am Morgen, wenn der Buchenwald über den Kreidefelsen noch im Dunst hängt, hast du den Blick vom Königsstuhl fast für dich allein.
Rügen zuerst: Im Nationalpark Jasmund fallen die Kreidefelsen bis zu 118 Meter senkrecht in die Ostsee, oben wächst ein Buchenwald, der als Teil der Alten Buchenwälder zum UNESCO-Welterbe zählt. Der Blick vom Königsstuhl führt seit 2023 über den schwebenden Skywalk, eine barrierefreie Rundplattform – komm vor 10 Uhr oder nach 16 Uhr, dazwischen schieben sich die Busgruppen durch. Danach lohnt der Hochuferweg Richtung Sassnitz: zwei bis drei Stunden auf und ab durch den Wald, immer wieder mit Kreideblick, deutlich leerer als die Plattform selbst.
Die Hansestädte sind das kulturelle Rückgrat der Küste: Lübeck mit Holstentor und Marzipantradition, davor Travemünde mit der Viermastbark Passat an der Trave. Wismar und Stralsund stehen mit ihren Backsteingotik-Altstädten gemeinsam auf der UNESCO-Liste – in Stralsund kommt das Ozeaneum dazu, dessen Schwarmfisch-Becken und Walmodelle auch einen ganzen Regentag tragen. Alle drei Städte funktionieren als Tagesausflug vom Strand, am entspanntesten mit dem Regionalzug statt mit der Parkplatzsuche.
Zwischen Rostock und Stralsund schiebt sich die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst in die Ostsee: Am Weststrand lehnen sich die Windflüchter-Kiefern über weißen Sand und Treibholz, dahinter liegt das alte Künstlerdorf Ahrenshoop mit seinen reetgedeckten Häusern. Im Herbst rasten Zehntausende Kraniche in der Boddenlandschaft bei Zingst – die abendlichen Einflüge im September und Oktober gehören zu den großen Naturschauspielen des Landes. Autofrei und noch stiller ist Hiddensee, per Fähre ab Schaprode, mit dem Leuchtturm Dornbusch als Inselwahrzeichen.
Ganz im Osten liegen die Kaiserbäder auf Usedom: Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck reihen ihre weißen Villen an einer Strandpromenade auf, die sich ohne Unterbrechung bis ins polnische Świnoujście zieht – eine der längsten Europas. Die Seebrücke von Ahlbeck mit ihren vier Ecktürmchen gilt als die älteste Deutschlands und ist das meistfotografierte Motiv der Insel. Wer Technikgeschichte mag, hängt einen Abstecher ins Historisch-Technische Museum Peenemünde an; wer lieber badet, bleibt am bis zu 70 Meter breiten Sandstrand.









