Die schönsten Sehenswürdigkeiten auf Rügen
Früh um sieben am Hochufer bei Sassnitz hast du die Kreide noch für dich – nur Buchenlaub, Wellenschlag und das erste Licht auf dem weißen Kliff.
Die Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund sind das Bild, das jeder mit Rügen verbindet – und sie halten dem Erwartungsdruck stand. Der Königsstuhl ragt 118 Meter über die Ostsee, seit 2023 schwebt dort der Skywalk als frei auskragende Aussichtsplattform über der Abbruchkante, und von der benachbarten Victoria-Sicht schaust du kostenlos auf das berühmteste Kliff der Insel. Caspar David Friedrich hat diese Küste gemalt; das Zusammenspiel aus weißer Kreide, türkisem Wasser und Buchenwald funktioniert bis heute wie am ersten Tag. Details zu Anfahrt und Wegen bekommst du weiter unten im eigenen Abschnitt.
Die zweite Attraktion der Insel sind die Seebäder selbst: In Binz und Sellin steht die Bäderarchitektur der Kaiserzeit so dicht wie nirgends sonst an der deutschen Küste – weiße Holzveranden, Türmchen, Loggien, davor die Seebrücken. Die Seebrücke Sellin mit ihrem Brückenhaus ist das meistfotografierte Bauwerk Rügens, die Binzer Promenade mit dem Kurhaus das eleganteste Stück Uferlinie. Dazwischen liegt das Jagdschloss Granitz von 1846 auf dem höchsten Hügel Ostrügens; wer die gusseiserne Wendeltreppe im Mittelturm hinaufsteigt, sieht die halbe Insel bis nach Usedom.
Im Norden wartet mit Kap Arkona das zweite große Postkartenmotiv: zwei Leuchttürme nebeneinander auf dem Steilufer der Halbinsel Wittow, dazu die Wallanlage der slawischen Jaromarsburg und das reetgedeckte Fischerdorf Vitt in seiner Uferschlucht. Zwischen Wittow und Jasmund spannt sich die Schaabe, ein kilometerlanger, feinsandiger Strandbogen mit Kiefernwald im Rücken – viele halten ihn für den besten Badestrand der Insel. Und im Westen liegt Hiddensee vor der Küste, autofrei und nur per Schiff erreichbar, als Kontrastprogramm zum Trubel der Ostseebäder.
Dazu kommen die Zeitschichten, die Rügen besonders machen: Prora, der 4,5 Kilometer lange NS-Bau zwischen Binz und Sassnitz, heute mit Dokumentationszentrum und Baumwipfelpfad direkt nebenan. Putbus, die weiße Klassizismus-Stadt des Fürsten Malte mit ihrem kreisrunden Circus. Der Rasende Roland, die Schmalspurbahn von 1895, die noch immer täglich dampfend die Ostseebäder verbindet. Und im Sommer die Störtebeker Festspiele auf der Naturbühne Ralswiek am Jasmunder Bodden – Freilufttheater mit Schiffen, Pferden und Pyrotechnik vor echter Boddenkulisse.








