Die schönsten Sehenswürdigkeiten auf Usedom
Morgens um acht liegt die Ahlbecker Seebrücke noch im Gegenlicht, und außer den Anglern am Geländer hast du das Wahrzeichen der Insel für dich.
Die Seebrücken sind der Anfang jeder Usedom-Runde: Die Ahlbecker Seebrücke von 1898 ist die älteste Deutschlands, ihr weißer Pavillon mit den vier grünen Ecktürmchen das meistfotografierte Motiv der Insel – am besten früh morgens, wenn das Licht flach über die Ostsee fällt und die Promenade noch leer ist. Ein paar Kilometer weiter westlich schiebt sich die Heringsdorfer Seebrücke 508 Meter weit ins Meer, länger ist keine andere im Land. Der Spaziergang bis zum Brückenkopf gehört zum Pflichtprogramm; von dort siehst du die ganze Kaiserbäder-Küste als weißes Band zwischen Wald und Wasser.
Dahinter beginnt das eigentliche Freilichtmuseum: die Bäderarchitektur. In Heringsdorf und Bansin stehen ganze Straßenzüge voller Villen aus der Kaiserzeit, mit Veranden, Türmchen und geschnitzten Giebeln – viele aufwendig saniert, einige noch im Dornröschenschlaf. Lauf die Delbrückstraße und die Kulmstraße in Heringsdorf ab oder folge einfach der Promenade, wo sich die Fassaden am dichtesten reihen. Wer sich für die Geschichte der Seebäder interessiert, findet in den Ortszentren Infotafeln zu einzelnen Häusern und ihren prominenten Sommergästen von Fontane bis Tucholsky.
Am Nordzipfel wartet mit Peenemünde der Kontrast: Im backsteinernen Kraftwerk der früheren Heeresversuchsanstalt dokumentiert das Historisch-Technische Museum, wie hier ab 1936 die erste Großrakete der Welt entstand – ein Kapitel zwischen Ingenieursleistung und Verbrechen, denn gebaut wurde unter Einsatz von Zwangsarbeitern, und die V2 traf als Terrorwaffe London und Antwerpen. Plane zwei bis drei Stunden ein; im Hafen davor liegt zusätzlich das sowjetische U-Boot U-461, das du auf eigene Faust durchklettern kannst. Beides zusammen füllt einen kompletten Schlechtwettertag.
Zwischen den Polen liegen die leiseren Ziele: der bewaldete Streckelsberg bei Koserow, mit knapp 60 Metern eine der höchsten Erhebungen der Küste, von dessen Steilufer du weit über die Bernsteinbäder blickst. Im Achterland das Wasserschloss Mellenthin, ein Renaissancebau mit Wassergraben, eigener Brauerei und Kaffeetafel im Innenhof. Und die Holländermühle von Benz, die schon Lyonel Feininger malte, als er die Insel per Rad erkundete. Wer noch Zeit hat, nimmt das Städtchen Usedom mit, das der Insel den Namen gab – mit Anklamer Tor und Hafen am Stettiner Haff.








