Die schönsten Sehenswürdigkeiten an der Nordsee
An der Alten Liebe in Cuxhaven stehen die Leute mit Fernglas am Geländer und lesen die Namen der Schiffe ab, die keine hundert Meter entfernt in die Elbe einlaufen.
Cuxhaven liefert gleich zwei Klassiker: Die Kugelbake, ein rund 30 Meter hohes hölzernes Seezeichen, markiert den Punkt, an dem die Elbe offiziell zur Nordsee wird – bei Flut brandet das Wasser fast bis an ihr Fundament. Ein Stück flussaufwärts liegt die Alte Liebe, ein hölzerner Aussichtsanleger, an dem die großen Pötte auf dem Weg von und nach Hamburg so nah vorbeiziehen, dass Schiffsbeobachten hier zum Volkssport geworden ist. Dazu passt das Museum Windstärke 10 im alten Fischereihafen, das Wracks, Fischerei und Seenotrettung in zwei Hallen erzählt – die beste Adresse für einen Regentag.
Auf der Halbinsel Eiderstedt steht der wohl meistfotografierte Leuchtturm Deutschlands: Westerheversand, rot-weiß geringelt auf einer Warft im Vorland, erreichbar über einen Stichweg durch die Salzwiesen. Ein paar Kilometer südlich zeigt das Multimar Wattforum in Tönning, dem Nationalpark-Zentrum für das schleswig-holsteinische Wattenmeer, in Großaquarien, was draußen im Schlick lebt – vom Wattwurm bis zum Stör, dazu ein originales Pottwalskelett. Das nahe Eider-Sperrwerk, Deutschlands größtes Küstenschutzbauwerk, riegelt bei Sturmflut die Eidermündung ab und lässt sich besichtigen.
In Ostfriesland lohnt die Krummhörn: Der gelb-rot geringelte Pilsumer Leuchtturm steht allein auf dem grünen Deich und wurde durch Otto Waalkes zum Wahrzeichen der Region, das benachbarte Fischerdorf Greetsiel versammelt Kutterhafen, Giebelhäuser und die Zwillingsmühlen an einem Ort. Wer Seehunde aus der Nähe sehen will, besucht die Aufzuchtstationen in Norddeich oder Friedrichskoog, wo verwaiste Heuler großgezogen und wieder ausgewildert werden – Fütterungszeiten vorab prüfen, dann siehst du am meisten.
An der nordfriesischen Küste verdichtet sich die Geschichte: Husum, Theodor Storms graue Stadt am Meer, gruppiert Binnenhafen, Schloss und Krabbenkutter zu einem kompakten Altstadtbild, und das nahe Friedrichstadt wurde im 17. Jahrhundert von niederländischen Glaubensflüchtlingen mit Grachten und Treppengiebeln angelegt – eine Grachtenfahrt dauert eine knappe Stunde. Den Kontrast dazu bilden die Pfahlbauten von St. Peter-Ording, die auf Stelzen im Sand stehen, damit ihnen Sturmfluten nichts anhaben – von der ersten Sanddüne aus wirkt die Reihe wie eine Filmkulisse.








