Die schönsten Sehenswürdigkeiten auf Sylt
Am späten Nachmittag, wenn die Sonne tief steht, glüht das Rote Kliff bei Kampen tatsächlich – und oben auf der Uwe-Düne siehst du die ganze Insel auf einmal.
Das Rote Kliff zwischen Wenningstedt und Kampen ist die Ikone der Insel: eine rund 30 Meter hohe Steilkante aus eisenhaltigem Geschiebelehm, die bei tiefer Sonne in sattem Rostrot leuchtet. Am besten läufst du unten am Strand von Wenningstedt Richtung Norden, bis die Wand neben dir aufsteigt, und nimmst für den Rückweg den Kliffweg oben an der Kante. Gleich dahinter führt eine Holztreppe auf die Uwe-Düne – mit 52,5 Metern die höchste Erhebung Sylts. Von der Aussichtsplattform überblickst du bei klarer Sicht beide Küsten gleichzeitig: Brandung im Westen, spiegelglattes Watt im Osten.
Ganz im Norden wartet der Ellenbogen, eine schmale, gebogene Halbinsel hinter List – der nördlichste Punkt Deutschlands. Autos zahlen auf der privaten Stichstraße Maut, zu Fuß und mit dem Rad kommst du frei hinein; dafür bekommst du einen der leersten Strände der Insel, zwei Leuchttürme und Robben, die sich mit etwas Glück auf den Sandbänken zeigen. Baden ist hier wegen der starken Strömung verboten, Weite gucken ausdrücklich erlaubt. Auf dem Weg dorthin passierst du die Wanderdünen des Listlands: bis zu 30 Meter hohe Sandberge, die der Wind jedes Jahr mehrere Meter weiter nach Osten schiebt – die letzten großen Wanderdünen Deutschlands.
Auf der Wattseite zeigt Keitum das andere Sylt: Kapitänshäuser unter Reet, Friesenwälle, Teestuben – und am Dorfrand die Kirche St. Severin aus dem 12. Jahrhundert, deren Turm Seefahrern jahrhundertelang als Landmarke diente. Das Altfriesische Haus von 1739 und das Sylter Heimatmuseum erzählen, wie die Insulaner vom Walfang und der Seefahrt lebten, bevor die Badegäste kamen. Plane den Besuch für einen ruhigen Vormittag und bleib zum Tee: Die ostfriesisch anmutende Teezeremonie mit Kluntje und Sahne gehört in Keitum zum Ritual.
Zwei Kliffs runden das Programm ab. Das Morsum-Kliff ganz im Osten ist ein Geologie-Lehrbuch im Gelände: Schichten aus Millionen Jahren Erdgeschichte liegen hier schräg gestellt nebeneinander, von weißem Kaolinsand bis zu dunklem Glimmerton – seit 1923 Naturschutzgebiet und am schönsten auf dem Rundweg ab Morsum. An der Südspitze bei Hörnum zeigt die Odde dagegen, wie schnell die Nordsee nimmt: Jede Sturmflut nagt sichtbar an der Sandspitze unterhalb des Leuchtturms. Der Spaziergang einmal um die Odde dauert eine gute Stunde und gehört zu den eindrücklichsten Wegen der Insel.








