Die schönsten Sehenswürdigkeiten im Spreewald
Im Freilandmuseum Lehde riecht es nach Holzrauch und frisch gebackenem Brot, und vor dem Hoftor wartet statt eines Parkplatzes ein Kahnanleger.
Lehde zuerst: Das Dorf bei Lübbenau liegt auf kleinen Inseln zwischen den Fließen, verbunden durch Holzbrücken und Stege – bis heute stellt die Post hier im Sommer per Kahn zu. Das Freilandmuseum Lehde zeigt komplett eingerichtete Höfe aus dem 19. Jahrhundert, vom Familienschlafzimmer, in dem alle in einem Raum schliefen, bis zur Kahnbauerei. Gleich nebenan erklärt das Gurkenmuseum, wie aus der Feldgurke die eingelegte Berühmtheit der Region wurde. Komm zu Fuß oder per Rad über den ausgeschilderten Weg am Wasser von Lübbenau – die zwei Kilometer sind Teil des Erlebnisses.
Die Slawenburg Raddusch, zwischen Lübbenau und Vetschau, ist der Kontrast dazu: eine rekonstruierte slawische Ringwallburg aus dem 9. Jahrhundert, deren kreisrunder Holz-Erde-Wall schon von Weitem aus den Feldern wächst. Innen erzählt eine Ausstellung die Frühgeschichte der Lausitz. In Burg lohnt der Bismarckturm: 27 Meter Backstein auf einer der wenigen Erhebungen weit und breit – von oben begreifst du erst, wie sich die größte Streusiedlung Deutschlands mit ihren Gehöften über Wiesen und Fließe verteilt.
Lübbenau selbst hat mehr als seinen Hafen: die kompakte Altstadt mit der Nikolaikirche, das Schloss mit Park und das Spreewald-Museum im ehemaligen Amtsgericht, das Alltagsgeschichte und die alte Spreewaldbahn zeigt. In Lübben, der Kreisstadt zwischen Ober- und Unterspreewald, spannen sich auf der Schlossinsel Gärten, Spielplätze und Wasserläufe um das Renaissanceschloss; in der Paul-Gerhardt-Kirche wirkte der Liederdichter, dessen Name in der Stadt allgegenwärtig ist.
Und dann ist da die Kultur der Sorben und Wenden, die den Spreewald seit über tausend Jahren prägt: zweisprachige Ortsschilder, Trachten an Festtagen, Sagen von Irrlichtern, Lutki und dem Schlangenkönig, die dir auf jeder Kahnfahrt begegnen. Wer tiefer einsteigen will, plant die Feste ein – etwa die Fastnachtsumzüge im Winter oder die Trachten- und Erntefeste im Sommer und Herbst, deren Termine die Tourismusbüros der Orte veröffentlichen.








