Region · Deutschland

Fehmarn

Deutschlands Sonneninsel in der Ostsee: flaches Land, 78 Kilometer Küste und ein Himmel, der zwei Drittel des Bildes einnimmt.

Die Region

Was Fehmarn ausmacht

Fehmarn ist Deutschlands drittgrößte Insel und eine der sonnenreichsten Ecken des Landes – seit 1963 über die geschwungene Fehmarnsundbrücke mit dem Festland verbunden. Zwischen Rapsfeldern und Steilufern verteilen sich rund zwanzig Strände: der feine Südstrand mit Promenade bei Burgtiefe, die flache Lagune am Grünen Brink, Findlingsküste bei Katharinenhof. Dazu Burg mit Backsteinkirche und Fischereihafen Burgstaaken, das NABU-Wasservogelreservat Wallnau, Surfreviere wie der Wulfener Hals – und im Norden legt in Puttgarden die Fähre nach Dänemark ab, während nebenan der Fehmarnbelt-Tunnel entsteht.

Reiseführer

Fehmarn von A bis Z

Aktualisiert Juli 2026

Hinter dem Scheitelpunkt der Fehmarnsundbrücke fällt der Blick zum ersten Mal über die ganze Insel – flaches Land bis zum Horizont, im Mai gelb vom Raps, dazwischen Kirchtürme, Windräder und ein Streifen Ostsee auf drei Seiten. Fehmarn macht keinen Lärm um sich; die Insel wirbt mit Sonnenstunden statt mit Kulissen, und wer einmal bei Westwind am Südstrand saß, während zwanzig Kites über der Orther Bucht standen, versteht, warum so viele jedes Jahr wiederkommen.

Sehenswürdigkeiten

Die schönsten Sehenswürdigkeiten auf Fehmarn

Fehmarns Wahrzeichen siehst du schon vor der Ankunft: den stählernen Bogen der Sundbrücke, den hier alle nur Kleiderbügel nennen.

Die Fehmarnsundbrücke von 1963 ist längst mehr als ein Verkehrsbauwerk: 963 Meter lang, mit einem 45 Meter hohen Netzwerkbogen, der sich als Silhouette in jedes Inselfoto schiebt – die Konstruktion steht unter Denkmalschutz. Du überquerst sie nicht nur mit dem Auto, sondern auch zu Fuß oder mit dem Rad auf dem seitlichen Weg; halte auf der Festlandseite bei Großenbrode, dort hast du den klassischen Blick auf den Bogen über dem Sund. Bei kräftigem Westwind kreuzen unter der Brücke Surfer durch die Engstelle – der Sund gehört zu den anspruchsvollsten Revieren der Insel.

Der Westen ist die Naturseite: Im NABU-Wasservogelreservat Wallnau liegen Teiche, Lagunen und Salzwiesen hinter dem Deich, von Beobachtungshütten aus siehst du je nach Saison Tausende rastende Zugvögel – Fehmarn liegt genau auf der Vogelfluglinie zwischen Skandinavien und Mitteleuropa. Ein Stück südlich steht der Leuchtturm Flügge über den Feldern, in der Saison kannst du ihn besteigen und schaust von oben über die Orther Bucht bis zur Sundbrücke. Bei Flügge erinnert außerdem ein Gedenkstein an das Love-and-Peace-Festival vom September 1970, auf dem Jimi Hendrix sein letztes Konzert spielte.

Für Schlechtwettertage bündelt Burg die Indoor-Ziele: Im Meereszentrum ziehen Haie und Rochen durch ein großes tropisches Meerwasser-Aquarium, die Galileo Wissenswelt erklärt Naturkunde und Technik zum Anfassen, und die Backsteinkirche St. Nikolai lohnt einen Blick auch ohne Regen. Im Fischereihafen Burgstaaken kletterst du durch das Museums-U-Boot U11 – ein echtes Boot der Bundesmarine, in dessen Enge du ein Gefühl dafür bekommst, wie beengt Seefahrt unter Wasser ist. Direkt daneben hängt am alten Getreidesilo eine der höchsten Außenkletterwände Norddeutschlands.

Den Osten und Süden nimmst du am besten mit dem Rad mit: Bei Katharinenhof schiebt sich eine grüne Steilküste über einen Strand voller Findlinge – eiszeitliches Geröll, zwischen dem es sich bei klarem Wasser gut schnorcheln lässt. Am Südostzipfel steht der Leuchtturm Staberhuk über der Steilkante, und in Lemkenhafen dreht sich mit der Mühle Jachen Flünk eine der letzten erhaltenen Segelwindmühlen der Insel, heute mit Mühlen- und Landwirtschaftsmuseum. Dazwischen: Felder, Alleen und immer wieder kleine Badestellen, an denen außer ein paar Einheimischen niemand liegt.

Burg auf Fehmarn

Burg auf Fehmarn – die heimliche Hauptstadt der Insel

Gegen zehn Uhr morgens riecht die Breite Straße nach frischen Brötchen, und um St. Nikolai schlagen die Glocken über die Giebeldächer.

Burg ist der einzige richtige Ort der Insel – rund 6.000 Menschen, ein kompakter Altstadtkern und die mächtige Backsteinkirche St. Nikolai aus dem 13. Jahrhundert als Mittelpunkt. Um den Marktplatz und durch die Breite Straße reihen sich Giebelhäuser mit Läden, Bäckereien, Eisdielen und Cafés; hier spielt sich das Inselleben ab, auch im Winter, wenn die Strandorte still sind. Plane einen halben Tag zum Bummeln ein und schau in die Kirche: Der Backsteinbau gehört zu den größten Sakralbauten Ostholsteins und erzählt vom Wohlstand, den Handel und Landwirtschaft der Insel über Jahrhunderte gebracht haben.

Zwei Kilometer südlich liegt Burgstaaken, der Fischereihafen von Burg – und der ehrlichste Ort der Insel. Am Kai liegen Kutter, aus den Räuchereien zieht der Geruch von Aal und Makrele über das Hafenbecken, und ein Fischbrötchen auf der Kaimauer gehört hier zum Pflichtprogramm. Dazwischen stehen die beiden ungewöhnlichsten Attraktionen Fehmarns: das Museums-U-Boot U11, durch das du dich vom Bug bis zum Heck zwängst, und der alte Getreidesilo, an dessen Außenwand eine Kletterroute mit Blick über Hafen und Ostsee führt.

Richtung Meer geht Burg in Burgtiefe über: eine Halbinsel zwischen Burger Binnensee und Ostsee, auf der in den 1970er-Jahren ein Kurzentrum mit markanten Hochhäusern entstand – man muss die Architektur nicht lieben, aber sie gehört zur Insel wie die Sundbrücke. Entscheidend ist, was davor liegt: der Südstrand mit seiner langen Promenade, der Yachthafen und die Meerwasser-Badewelt FehMare, die mit Innen- und Außenbecken die Badesaison weit in den Herbst verlängert. Von Burg aus bist du mit dem Rad in einer Viertelstunde am Wasser.

Als Standquartier ist Burg schwer zu schlagen: Du wohnst zentral, erreichst jeden Strand der Insel in maximal 20 Auto- oder 45 Radminuten und hast abends Restaurants, Kino und Läden fußläufig – was auf einer Insel, auf der viele Orte nur aus wenigen Höfen bestehen, nicht selbstverständlich ist. Auch der Bahnhof Fehmarn-Burg liegt am Ortsrand, sodass Bahnreisende hier ankommen und mit Bus oder Leihrad weiterkommen. Wer es ruhiger mag, weicht in die Dörfer aus und fährt zum Einkaufen und Ausgehen nach Burg hinein.

Strände

Strände auf Fehmarn – vom Südstrand bis zur Steilküste

Rund zwanzig Strände auf 78 Kilometern Küste – und weil die Insel nach allen Seiten Wasser hat, liegt bei jedem Wind irgendwo eine Bucht im Windschatten.

Der Südstrand bei Burgtiefe ist der Klassiker der Insel und der mit Abstand komfortabelste: feiner, heller Sand, flach abfallendes Wasser, Strandkörbe in langen Reihen und eine Promenade, auf der du bis zum Yachthafen flanierst. Familien finden hier DLRG-Aufsicht in der Saison, Spielplätze und kurze Wege zu Eis und Pommes; wer es sportlich mag, mietet ein SUP oder schaut den Kitern zu, die westlich der Halbinsel starten. Der Preis für den Komfort: Im Juli und August ist der Südstrand gut gefüllt – dann lohnt es sich, vor zehn Uhr zu kommen oder auf den späten Nachmittag auszuweichen.

Die Nordküste ist die wilde Alternative: Am Grünen Brink, einem Naturschutzgebiet westlich von Puttgarden, trennt eine flache Lagune die Sandbank vom Strand – das seichte Wasser erwärmt sich schnell und ist bei Kindern beliebt, während draußen die Fähren nach Dänemark vorbeiziehen. Weiter westlich liegen Bojendorf und Altenteil: Naturstrände mit Kies, Sand und Steilufer im Rücken, kaum Infrastruktur, dafür Weite und bei auflandigem Wind echte Wellen. Hierher kommst du für lange Spaziergänge, Steinesammeln und Sonnenuntergänge, nicht für den Strandkorbtag.

Im Osten wechselt die Insel den Charakter: Bei Katharinenhof liegt unter der grünen Steilküste ein Strand voller Findlinge, das Wasser ist klar und die Kulisse eher rau – mit Badeschuhen und Schnorchel wird daraus ein eigenes Erlebnis. Südlich davon ziehen sich bei Staberdorf und Meeschendorf ruhige Sand- und Kiesabschnitte hin, an denen die Campingplätze der Ostküste liegen. Im Südwesten gehören die Strände bei Wulfen und am Wulfener Hals den Wassersportlern, und an mehreren Abschnitten der Insel sind Hundestrände und FKK-Bereiche ausgewiesen – die Übersichtstafeln an den Zugängen zeigen, was wo gilt.

Praktisches zum Schluss: Die Ostsee um Fehmarn erreicht im Juli und August meist 17 bis 19 Grad – frisch, aber gut badbar, und dank der flachen Ufer wärmer als draußen im Belt. In den Strandorten wird in der Saison eine Kurabgabe erhoben, die bei Übernachtungsgästen über die Gastgeber abgerechnet wird; die Gästekarte bringt dafür Ermäßigungen bei vielen Attraktionen. Strandkörbe mietest du tage- oder wochenweise an den bewirtschafteten Abschnitten, und wer den Wind meiden will, merkt sich die einfache Regel: Bei Westwind an die Ostküste, bei Ostwind an den Südstrand oder in den Westen.

Surfen & Wassersport

Surfen und Kiten auf Fehmarn

An guten Tagen stehen über der Orther Bucht Dutzende Kites in der Luft, und am Wulfener Hals laufen die Anfänger im stehtiefen Wasser ihre ersten Meter.

Fehmarn gilt neben Sylt als das Surfrevier Deutschlands – aus einem einfachen Grund: Die Insel bietet Spots für jede Windrichtung und jedes Niveau. Das Zentrum ist der Südwesten rund um den Wulfener Hals und die Orther Bucht: Hier ist das Wasser weite Strecken stehtief und glatt, ideal für die ersten Stunden auf dem Windsurfbrett oder unter dem Kite. Mehrere Surf- und Kiteschulen arbeiten von Frühjahr bis Herbst an den Spots, verleihen Material und nehmen Anfängern die Logistik ab – Kurse in den Sommerferien solltest du vorbuchen.

Könner verteilen sich je nach Vorhersage über die Insel: Bei Süd- bis Westwind läuft es am Gold im Südwesten und in der Orther Bucht, bei Nordwind bauen sich vor Altenteil und der Nordküste Wellen auf, die auch Wellenreiter aus Hamburg anziehen, und der Fehmarnsund unter der Brücke ist ein Starkwindrevier für Erfahrene. Dass die Insel praktisch rundum Einstiege hat, macht sie planbar: Irgendwo passt es fast immer, und die Reviere sind mit dem Auto in maximal 20 Minuten erreichbar – Spotwechsel am selben Tag sind normal.

Der Termin, an dem sich die Szene trifft, ist das Surf-Festival am Wulfener Hals: jedes Frühjahr eines der größten Treffen dieser Art in Europa, mit Testmaterial der Hersteller, Kursen und Musik am Strand – auch für Zuschauer ein Erlebnis. Abseits von Windsurfen und Kiten wächst das Angebot stetig: Stand-up-Paddling auf dem Burger Binnensee, Katamaran-Kurse, im Sommer Bade-Wassertemperaturen, die auch längere Sessions ohne dicken Neopren erlauben. Von Oktober bis Mai gehört die Ostsee dann den Hartgesottenen im 5-Millimeter-Anzug – Wind gibt es in dieser Zeit reichlich.

Camping

Camping auf Fehmarn – Plätze direkt am Wasser

Morgens den Reißverschluss auf, zehn Schritte durch den Dünensand, und das erste Bad nimmst du vor dem Kaffee.

Fehmarn ist eine der großen Campinginseln Deutschlands: Rund um die Küste verteilen sich mehr als zehn Plätze, fast alle in erster Reihe am Wasser. Der bekannteste ist der Wulfener Hals im Südwesten – ein vielfach ausgezeichneter Fünf-Sterne-Platz auf einer Landzunge zwischen Binnensee und Ostsee, mit eigenem Strand, Surfschulen und einem Angebot, das vom einfachen Zeltplatz bis zum Mietbungalow reicht. Wer Wassersport im Programm hat, ist hier richtig; die Wege vom Platz zum Spot sind kaum länger als der Gang zum Sanitärhaus.

Die Ostküste zwischen Meeschendorf, Staberdorf und Klausdorf ist die klassische Familienecke: Die Anlagen dort liegen an ruhigen Sand- und Kiesstränden, viele mit Blick auf die offene Ostsee und kurzen Radwegen nach Burg. Ganz anders der Süden am Fehmarnsund: Strukkamphuk direkt neben der Sundbrücke hat sich als Surfer- und Veranstaltungsplatz einen Namen gemacht – wer es ruhig will, fragt nach den strandnahen, aber von der Aktion entfernten Bereichen. Grundsätzlich gilt: Jeder Platz hat seinen eigenen Charakter, von naturnah-einfach bis durchorganisiert mit Animation, ein Blick auf die Platzpläne lohnt vor der Buchung.

Zur Planung: In den Sommerferien sind die Plätze der Insel regelmäßig ausgebucht – reserviere für Juli und August so früh wie möglich, für die Vorsaison reicht oft ein kürzerer Vorlauf. Wohnmobilisten finden neben den Campingplätzen ausgewiesene Stellplätze, unter anderem am Hafen in Burgstaaken; freies Übernachten außerhalb davon ist verboten und wird kontrolliert. Die entspannteste Campingzeit sind Mai, Juni und September: mehr Platz, ruhigere Nachbarn, und die Sonneninsel macht ihrem Namen auch dann alle Ehre – nur das Badewasser verlangt im Mai noch Überwindung.

Mit Kindern

Fehmarn mit Kindern

Das Wasser am Südstrand bleibt so lange knietief, dass die Sandburg fertig ist, bevor jemand schwimmen muss.

Fehmarn ist eine der unkompliziertesten Familieninseln der Ostsee: Der Südstrand fällt flach ab und wird in der Saison von der DLRG bewacht, die Lagune am Grünen Brink erwärmt sich schneller als die offene See, und die kurzen Wege der Insel halten die Fahrzeiten klein – kein Kind sitzt hier länger als 20 Minuten im Auto. Dazu kommt die Infrastruktur der Strandorte mit Spielplätzen, Eisdielen und Strandkörben, in denen auch die Eltern ihren Platz finden. Viele Familien wohnen auf Ferienhöfen im Inselinneren: Trecker, Tiere und Platz zum Toben gehören dort zum Programm.

Für Regentage und Abwechslung hat Burg ein dichtes Paket: Im Meereszentrum ziehen Haie und Rochen hinter Panoramascheiben vorbei – der Gang durch den Unterwassertunnel ist für die meisten Kinder der Höhepunkt. Die Galileo Wissenswelt lässt an Stationen experimentieren, im Hafen Burgstaaken klettern größere Kinder durch das U-Boot U11 oder an der Silowand in die Höhe, und die Meerwasser-Badewelt FehMare rettet mit Rutsche und Außenbecken jeden verregneten Nachmittag. So verteilt sich ein Schlechtwettertag auf drei, vier Stationen, die alle wenige Minuten auseinanderliegen.

Draußen ist das Rad das Familienfahrzeug der Insel: Fehmarn ist topfeben, die Wege führen über ruhige Wirtschaftsstraßen zwischen Feldern, und Ziele wie der Leuchtturm Flügge oder die Mühle in Lemkenhafen sind kindertaugliche Etappen. Im Wasservogelreservat Wallnau machen Beobachtungshütten und Führungen aus Vogelkunde ein Entdeckerspiel, am Strand von Katharinenhof wird das Steinesammeln zur Expedition – Hühnergötter, also Steine mit Loch, gelten als Glücksbringer und sind der klassische Fehmarn-Urlaubsschatz. Erste Surf- oder SUP-Stunden gibt es an den Schulen am Wulfener Hals oft schon ab dem Grundschulalter.

Inselrunde

Einmal um die Insel – die Fehmarn-Runde mit dem Rad

Kein Anstieg weit und breit, dafür Wind als einzige Steigung: Die Runde um Fehmarn ist Radfahren in seiner norddeutschen Reinform.

Die klassische Inselrunde führt auf gut 70 Kilometern einmal um Fehmarn – topfeben, größtenteils auf Radwegen und ruhigen Wirtschaftsstraßen, mit der Ostsee fast immer in Sichtweite. Sportliche fahren sie an einem Tag, entspannter sind zwei Etappen mit Übernachtung oder die Aufteilung in eine West- und eine Ostschleife ab Burg. Die einzige echte Schwierigkeit ist der Wind: Plane die Route so, dass du den Gegenwind am frischen Vormittag abarbeitest und ihn auf dem Rückweg im Rücken hast. E-Bikes und Kinderanhänger bekommst du in Burg und den Strandorten bei mehreren Verleihern.

Die Westschleife ab Burg sammelt die Klassiker: über Burgtiefe und den Südstrand zum Wulfener Hals mit seinen Surfspots, weiter nach Lemkenhafen, wo die Segelwindmühle Jachen Flünk über den Ort ragt, dann in den kleinen Hafen von Orth, wo Fischkutter und Sportboote im selben Becken liegen. Von dort sind es nur ein paar Kilometer zum Leuchtturm Flügge und zum Wasservogelreservat Wallnau – Fernglas einpacken. Wer mag, verlängert bis zum Jimi-Hendrix-Gedenkstein bei Flügge und rollt durch die Felder zurück nach Burg; so kommen rund 40 Kilometer zusammen.

Die Ost- und Nordschleife ist die stillere Hälfte: von Burg über Landkirchen an die Nordküste, wo westlich von Puttgarden das Naturschutzgebiet Grüner Brink mit seiner Lagune hinter dem Deich liegt. In Puttgarden selbst laufen die Fähren im Halbstundentakt nach Dänemark aus, und die Baustelle des Fehmarnbelt-Tunnels lässt die Dimension des Projekts ahnen. Weiter geht es über Marienleuchte zur Steilküste bei Katharinenhof mit ihrem Findlingsstrand, ehe der Leuchtturm Staberhuk am Südostzipfel den Wendepunkt markiert. Über Staberdorf und Meeschendorf rollst du an der Ostküste zurück – mit Badestopp-Optionen alle paar Kilometer und deutlich weniger Verkehr als im Südwesten.

Mit dem Auto funktioniert die Runde als Halbtagesprogramm mit Stopps, aber die Insel belohnt das langsamere Tempo: Viele der schönsten Ecken – die Deichwege am Grünen Brink, die Steilufer bei Altenteil, die kleinen Badestellen der Ostküste – erreichst du ohnehin nur zu Fuß oder mit dem Rad. Eine Alternative für Nicht-Radler ist die Kombination aus Inselbus und Wanderetappen: Die Buslinien verbinden Burg mit den größeren Orten, sodass du einzelne Küstenabschnitte erwandern und zurückfahren kannst. Wer nur einen Tag hat, nimmt die Westschleife – sie packt die größte Vielfalt auf die wenigsten Kilometer.

Unterkünfte

Hotels und Ferienwohnungen auf Fehmarn

Abends klappern die Fallen der Masten im Yachthafen, und vom Balkon in Burgtiefe siehst du, wie die Sonne hinter der Sundbrücke verschwindet.

Wer Hotel mit Meerblick sucht, landet meist in Burgtiefe: Rund um den Südstrand konzentrieren sich die größeren Häuser der Insel, vom Apartmenthotel in den markanten Hochhäusern der 1970er bis zu Anlagen mit Wellnessbereich und direktem Promenadenzugang. Der Vorteil liegt auf der Hand – Strand, FehMare und Yachthafen sind fußläufig, und außerhalb der Ferien bekommst du hier Seeblick zu Preisen, die auf anderen Ostseeinseln schwer zu finden sind. Der Kompromiss: Burgtiefe ist gebaute Kurarchitektur, keine gewachsene Ortschaft – wer Fachwerkromantik erwartet, wird woanders glücklicher.

In Burg selbst wohnst du in kleineren Hotels, Pensionen und Stadtwohnungen mitten im Inselleben: abends zu Fuß ins Restaurant, morgens zum Bäcker um die Ecke, und mit dem Rad bist du in einer Viertelstunde am Wasser. Das ist die richtige Wahl für alle, die keinen reinen Strandurlaub planen, sondern die Insel als Ganzes bereisen – auch außerhalb der Saison, wenn Burg als einziger Ort verlässlich belebt bleibt. Dazwischen liegt eine dritte Kategorie, die Fehmarn besonders prägt: Ferienhöfe im Inselinneren, oft aktive Landwirtschaftsbetriebe mit Wohnungen, Spielscheunen und Tieren – bei Familien sind sie die beliebteste Unterkunftsform.

Ferienwohnungen und -häuser verteilen sich über die Dörfer der Küste, von Meeschendorf und Staberdorf im Osten bis Wulfen und Orth im Westen; viele werden über die Vermittlungen des Tourismus-Service und die großen Portale angeboten. Für die Sommerferien gilt dieselbe Regel wie beim Camping: früh buchen, die gefragten Objekte in Wassernähe sind oft Monate im Voraus vergeben, und in der Hochsaison dominieren Sieben-Nächte-Rhythmen mit Anreise am Samstag. Rechne die Kurabgabe in die Kalkulation ein – sie wird pro Person und Nacht über den Gastgeber abgerechnet, und die Gästekarte bringt im Gegenzug Rabatte bei Attraktionen und Bädern.

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

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Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

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Essen & Trinken

Essen und Trinken auf Fehmarn

Am Kai von Burgstaaken zieht der Rauch aus den Räucheröfen übers Hafenbecken – bestellt wird am Tresen, gegessen auf der Kaimauer.

Die kulinarische Herzkammer der Insel ist der Hafen Burgstaaken: Hier verkaufen Räuchereien und Fischläden Aal, Makrele und Lachs direkt am Wasser, und das Fischbrötchen mit Blick auf die Kutter ist die Fehmarn-Mahlzeit schlechthin – Matjes für die Puristen, Backfisch für die Hungrigen. Wer mehr will als die Hand voll Brötchen, setzt sich in eines der Hafenrestaurants, wo Scholle und Dorsch je nach Fang auf der Karte stehen. Ein guter Zeitpunkt ist der späte Nachmittag, wenn die Tagesgäste abgezogen sind und der Hafen wieder nach Arbeitsplatz aussieht.

Fehmarn ist neben aller Küste eine Bauerninsel – rund zwei Drittel der Fläche sind Ackerland, und das schmeckt man: Hofläden verkaufen Kartoffeln, Eier, Honig und im Sommer Erdbeeren direkt vom Feld, Bauernhofcafés backen Torten für die Radrunde, und im Mai färbt der Raps nicht nur die Fotos, sondern liefert auch den Honig fürs Frühstücksbrot. Die Kombination aus Hofladen-Einkauf und Ferienwohnungsküche ist auf der Insel gelebter Standard – viele Höfe hängen einfach eine Fahne an die Straße, wenn geerntet ist. Halte auf Radtouren durchs Inselinnere die Augen offen.

Die Restaurantdichte konzentriert sich auf Burg und die Strandorte: In der Altstadt von Burg reichen die Optionen vom Steakhaus über italienische Küche bis zur norddeutschen Gaststube mit Pannfisch und Labskaus, am Südstrand kommen in der Saison Strandbars und Cafés mit Sonnenuntergangsblick dazu. Reserviere in den Sommerferien für den Abend – die Kapazitäten der Insel sind kleiner als ihr Gästeaufkommen. Und plane mindestens einen Abend für die einfachste Variante ein: Räucherfisch vom Hafen, Brot vom Bäcker in Burg und ein Platz auf dem Deich, während die Sonne hinter dem Sund verschwindet.

Anreise & Fehmarnbelt

Anreise nach Fehmarn – Sundbrücke, Bahn und Fehmarnbelt

Ab Hamburg ist es keine Weltreise – A1 und B207 laufen als Vogelfluglinie schnurgerade auf die Insel zu, und die Sundbrücke nimmt dich mautfrei mit hinüber.

Mit dem Auto ist Fehmarn eine der am leichtesten erreichbaren deutschen Inseln: Die A1 führt von Hamburg über Lübeck und Oldenburg in Holstein bis Heiligenhafen, die B207 bringt dich als Vogelfluglinie weiter über die Fehmarnsundbrücke – keine Fähre, keine Maut, kein Autozug. Ab Hamburg rechnest du mit rund anderthalb bis zwei Stunden, ab Berlin mit vier. Der Engpass ist die Brücke selbst: An Sommerwochenenden, besonders bei An- und Abreise am Samstag, staut es sich vor dem Sund in beide Richtungen – wer flexibel ist, reist unter der Woche oder früh am Morgen an. Auf der Insel angekommen, verteilen sich die Wege dann schnell.

Mit der Bahn fährst du über Lübeck: Von dort verkehrt die Regionalbahn über Oldenburg in Holstein und die Sundbrücke bis zum Bahnhof Fehmarn-Burg am Ortsrand von Burg – die gesamte Strecke ist Nahverkehr, das Deutschlandticket gilt ohne Aufpreis. Ab Hamburg bist du mit Umstieg in Lübeck je nach Anschluss in etwa zweieinhalb bis drei Stunden auf der Insel. Vom Bahnhof bringen dich Inselbusse und Taxis weiter, viele Unterkünfte sind mit dem Leihrad erreichbar. Für den reinen Strandurlaub in Burgtiefe funktioniert die autofreie Anreise problemlos; wer täglich Spots und Strände wechseln will, ist mit Auto oder E-Bike flexibler.

Vor Ort ist das Rad das Verkehrsmittel der Wahl: Die Insel ist flach, die Entfernungen sind kurz – von Burg bist du in 15 Minuten am Südstrand, in 45 Minuten fast überall. Ein Busnetz verbindet Burg mit den größeren Orten und Stränden, in der Saison dichter getaktet als im Winter; die Gästekarte bringt teils Vergünstigungen. Autofahrer sollten wissen, dass Parkplätze an den beliebten Stränden im Hochsommer mittags voll sind – auch das ein Argument, die letzte Etappe zum Wasser auf zwei Rädern zu fahren.

Und dann ist da der Fehmarnbelt, die 18 Kilometer Ostsee zwischen Puttgarden und dem dänischen Rødby: Heute überqueren ihn die Scandlines-Fähren in rund 45 Minuten – ein Tagesausflug nach Dänemark ist vom Norden der Insel aus problemlos machbar, auch mit dem Rad. Parallel entsteht unter dem Belt der Fehmarnbelt-Tunnel, ein rund 18 Kilometer langer Absenktunnel für Bahn und Straße, der längste seiner Art weltweit; die Eröffnung ist für Ende des Jahrzehnts geplant. Für die Insel ist die Baustelle bei Puttgarden schon jetzt ein eigenes Schauspiel – und nach der Fertigstellung rückt Kopenhagen auf wenige Zugstunden an die Ostseeküste heran.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

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Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Fehmarn: Wetter und Klima im Jahreslauf

Die Sonneninsel trägt ihren Namen zu Recht statistisch – geschützt im Regenschatten sammelt Fehmarn übers Jahr mehr Sonnenstunden als fast jede andere Region Deutschlands.

Das Klima auf Fehmarn ist typisch Ostsee, aber mit einem Bonus: Die Insel liegt im Regenschatten, viele Schauer regnen sich schon über dem Festland ab, und die Sonnenscheinwerte gehören Jahr für Jahr zu den höchsten Deutschlands. Die Sommer bleiben mit Höchstwerten um 20 bis 22 Grad moderat, der Wind weht fast immer – ein Segen für Surfer, ein Faktor für Strandtage. Das Wasser erreicht im Hochsommer 17 bis 19 Grad; Frühjahr und Herbst sind sonnig, aber frisch.

Jan3°-1°Stürme, leere Deiche
Feb3°-1°klar, kalt, still
Mär6°1°erste Sonnentage
Apr11°3°trocken, noch frisch
Mai16°8°Rapsblüte, ideal
Jun19°11°lange Tage, viel Sonne
Jul21°14°Badezeit, Hochsaison
Aug22°14°wärmstes Wasser, voll
Sep18°12°mild, leere Strände
Okt13°8°Zugvögel, Wind
Nov8°4°rau, grau, still
Dez5°1°Winterruhe am Sund

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Fehmarn sind Mai, Juni und September: viel Sonne, blühender Raps im Frühjahr, mildes Wasser und leere Strände im Spätsommer – und für Surfer verlässlicher Wind. Baden funktioniert am sichersten im Juli und August bei 17 bis 19 Grad Wassertemperatur, dann sind Strände und Campingplätze aber auch am vollsten. Vogelbeobachter kommen im Frühjahr und Herbst, wenn der Zug über die Vogelfluglinie läuft.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Fehmarn

Wie viele Tage braucht man für Fehmarn?
Für die Klassiker – Südstrand, Burg, eine Inselrunde mit dem Rad und einen Hafenabend in Burgstaaken – reichen drei bis vier Tage. Als Badeurlaub mit Ausflügen trägt die Insel problemlos ein bis zwei Wochen, zumal Tagesausflüge nach Dänemark oder an die Lübecker Bucht dazukommen können.
Braucht man auf Fehmarn ein Auto?
Nein, zwingend nicht: Die Bahn bringt dich bis Fehmarn-Burg, die Insel ist flach und mit dem Rad in alle Richtungen erschlossen, dazu verbinden Buslinien Burg mit den größeren Orten. Ein Auto ist praktisch, wenn du täglich Strände oder Surfspots wechseln willst – wenn du an einem Ort bleibst, brauchst du keins.
Ist die Fehmarnsundbrücke kostenlos?
Ja, die Überfahrt über die Fehmarnsundbrücke ist mautfrei – für Autos, Räder und Fußgänger. Kosten entstehen erst, wenn du ab Puttgarden mit der Scandlines-Fähre nach Dänemark übersetzt. An Sommerwochenenden solltest du vor der Brücke Staus einplanen.
Welcher Strand auf Fehmarn ist der schönste?
Der Südstrand bei Burgtiefe ist der komfortabelste: feiner Sand, flaches Wasser, Promenade und Strandkörbe. Naturliebhaber ziehen den Grünen Brink mit seiner flachen Lagune oder die Findlingsküste bei Katharinenhof vor, Surfer den Wulfener Hals – die Insel hat für jede Wetterlage und Vorliebe einen Abschnitt.
Kann man auf Fehmarn surfen lernen?
Ja, Fehmarn ist dafür eines der besten Reviere Deutschlands: Am Wulfener Hals und in der Orther Bucht ist das Wasser weite Strecken stehtief und glatt, mehrere Schulen bieten Windsurf- und Kitekurse von Frühjahr bis Herbst. In den Sommerferien solltest du Kurse vorab buchen.
Was kostet der Strand auf Fehmarn?
Die Strände selbst sind frei zugänglich; als Übernachtungsgast zahlst du in der Saison eine Kurabgabe pro Person und Nacht, die der Gastgeber abrechnet. Dafür bekommst du die Gästekarte mit Ermäßigungen bei Attraktionen und Bädern. Strandkörbe mietest du separat an den bewirtschafteten Abschnitten.
Fährt ein Zug nach Fehmarn?
Ja: Von Lübeck fährt die Regionalbahn über die Fehmarnsundbrücke bis zum Bahnhof Fehmarn-Burg. Die komplette Strecke ist Nahverkehr, das Deutschlandticket gilt ohne Aufpreis. Ab Hamburg bist du mit Umstieg in Lübeck in rund zweieinhalb bis drei Stunden auf der Insel.
Wann wird der Fehmarnbelt-Tunnel fertig?
Der rund 18 Kilometer lange Absenktunnel zwischen Puttgarden und dem dänischen Rødby ist im Bau; die Eröffnung ist für Ende des Jahrzehnts geplant. Bis dahin verbinden die Scandlines-Fähren beide Ufer in rund 45 Minuten – die Überfahrt funktioniert auch als Tagesausflug nach Dänemark.
Lohnt sich ein Tagesausflug nach Dänemark?
Ja, die Fähre ab Puttgarden bringt dich in rund 45 Minuten nach Rødby auf Lolland – mit Auto, Rad oder zu Fuß. Drüben locken ruhige Strände, Inselstädtchen und dänisches Softeis; mit frühem Start und später Rückfahrt wird daraus ein voller Urlaubstag mit Grenzerlebnis.
Ist Fehmarn mit Hund geeignet?
Gut sogar: Über die Insel verteilen sich mehrere ausgewiesene Hundestrände, viele Ferienhöfe, Campingplätze und Wohnungen nehmen Hunde auf, und die Deich- und Feldwege sind ideale Gassirunden. In der Saison gilt an den Hauptstränden außerhalb der Hundeabschnitte Leinen- oder Mitnahmeverbot – die Tafeln an den Zugängen zeigen die Regeln.
Was macht man auf Fehmarn bei schlechtem Wetter?
Burg bündelt die Indoor-Ziele: das Meereszentrum mit Haien und Rochen, die Galileo Wissenswelt, das U-Boot U11 in Burgstaaken und die Meerwasser-Badewelt FehMare am Südstrand. Dazu passen Räucherfisch am Hafen und eine Runde durch die Läden der Breiten Straße – ein Regentag ist gut gefüllt.
Wo übernachtet man auf Fehmarn am besten?
Für Strandurlaub in Burgtiefe am Südstrand, für Inselleben mit Restaurants und Läden in Burg, für Familien auf einem der Ferienhöfe im Inselinneren, für Wassersportler am Wulfener Hals. Die Entfernungen sind klein – falsch liegen kannst du kaum, entscheidend ist der Stil, nicht die Lage.
FehmarnDeutschlands Sonneninsel in der Ostsee: flaches Land, 78 Kilometer Küste und ein Himmel, der zwei Drittel des Bildes einnimmt.
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