Die schönsten Sehenswürdigkeiten am Chiemsee
Morgens um neun, wenn das erste Schiff in Stock ablegt, liegt der See noch glatt und die Kampenwand spiegelt sich im Hafenbecken.
Die beiden Inseln sind das Zentrum jedes Chiemsee-Besuchs, und sie funktionieren als Doppelprogramm an einem Tag: vormittags die Herreninsel mit Schloss Herrenchiemsee, Ludwigs II. unvollendetem Versailles-Nachbau, nachmittags die stille Fraueninsel mit dem Kloster Frauenwörth. Beide erreichst du nur per Schiff, beide sind autofrei, und beide fühlen sich völlig verschieden an – hier Prunk und Fontänen, dort Fischerhäuser und Klostergarten. Wer nur einen Tag hat, nimmt die Inseltour ab Prien/Stock und plant für die Herreninsel mindestens drei Stunden ein, weil der Fußweg vom Anleger zum Schloss allein 20 Minuten dauert.
Auf der Fraueninsel lohnt neben der Klosterkirche vor allem die karolingische Torhalle aus dem 9. Jahrhundert, eines der ältesten erhaltenen Bauwerke Süddeutschlands – ein niedriger, kühler Raum, der die tausend Jahre zwischen dir und den Baumeistern spürbar macht. Danach einmal um die Insel: Der Uferweg ist in einer guten halben Stunde gelaufen, vorbei an Fischerbooten, Räucherständen und Gärten, in denen Dahlien bis an den Zaun wachsen. Im Klosterladen verkaufen die Benediktinerinnen Likör und Marzipan aus eigener Herstellung.
Der beste Aussichtsbalkon der Region hängt am Südufer: Die Kampenwandbahn schwebt von Aschau hinauf in die Felsregion, und vom Bergrücken überblickst du den kompletten See mit beiden Inseln, dahinter das Alpenvorland bis weit ins Flachland. Der Gipfel mit seinem markanten Kreuz bleibt Trittsicheren vorbehalten, aber schon die Wege rund um die Bergstation und die Einkehr auf der Steinlingalm rechtfertigen die Auffahrt. Unten in Aschau steht mit Schloss Hohenaschau eine der größten Burganlagen Südbayerns über dem Priental.
Abseits der großen Namen wird es eigenwilliger: In Seebruck, wo die Alz aus dem See fließt, zeigt das Römermuseum Bedaium Funde der römischen Siedlung, die hier an der Salzstraße lag. Nördlich von Prien reiht die Eggstätt-Hemhofer Seenplatte siebzehn Moorseen aneinander – Bayerns ältestes Naturschutzgebiet, mit Badestellen, an denen selbst im August Ruhe herrscht. Und zwischen Grassau und Rottau erzählt das Museum Salz & Moor im historischen Klaushäusl, wie einst Soleleitungen von Bad Reichenhall nach Rosenheim über den Chiemgau liefen.








