◆ STADT · ÉVIA (EUBÖA)
Am Fuß des wuchtigen Ochi-Massivs, an einer weiten Bucht im äußersten Süden Euböas, liegt Karystos – eine Hafenstadt mit venezianischem Turm im Wasser, schachbrettartig geplanten Straßenzügen aus dem 19. Jahrhundert und Wanderwegen, die hinauf zu rätselhaften Steinbauten und hinab in eine schattige Schlucht führen. travelperfect nimmt dich mit in einen Ort, der nah an Athen und doch angenehm unaufgeregt geblieben ist.
Karystos sitzt in einer breiten, hufeisenförmigen Bucht an der Südspitze Euböas, eingerahmt von den kahlen Hängen des Ochi. Direkt am Wasser steht der Bourtzi, ein gedrungener venezianischer Turm aus dem 14. Jahrhundert, für dessen Bau Marmor von einem nahen römischen Bauwerk wiederverwendet wurde – ein stilles Wahrzeichen, an dem heute Cafés und Tavernen die Promenade säumen. Hoch über der Stadt thront das Castello Rosso (Kokkino Kastro), eine Burg auf byzantinischen Fundamenten, die im frühen 13. Jahrhundert von den fränkischen dalle Carceri ausgebaut und später von den Venezianern übernommen wurde.
Das heutige Stadtbild verdankt Karystos einer kurzen Episode des 19. Jahrhunderts: König Otto, der erste König des modernen Griechenland, schätzte den Ort so sehr, dass er ihn 1848 in Othonoupolis umbenennen ließ und einen bayerischen Ingenieur einen großzügigen Stadtplan mit breiten, geraden Straßen und Plätzen entwerfen ließ. Nach Ottos Sturz erhielt die Stadt 1862 ihren alten Namen zurück – das luftige Straßenraster aber blieb.
Schon in der Antike war die Region für ihren Cipollino-Marmor berühmt, der über den Hafen von Marmari bis nach Rom verschifft wurde. Wer heute den Ochi hinaufsteigt, stößt auf antike Steinbrüche und die geheimnisvollen Drakospita – megalithische Steinhäuser, deren Ursprung bis heute diskutiert wird. So verbindet Karystos Strandtage, Geschichte und ernsthaftes Bergwandern auf engem Raum.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel
· Sehenswürdigkeiten
02 · Was tun
Stadt & Küste
Ein gemächlicher Tag in der Stadt: der venezianische Bourtzi-Turm direkt am Meer, die breiten Ottonen-Straßen und Plätze und am Abend Fisch und Meze an der Hafenpromenade.
Burg & Aussicht
Aufstieg zur "Roten Burg" oberhalb der Stadt – mittelalterliche Mauern auf byzantinischem Fundament, weite Blicke über Bucht, Stadtraster und das gegenüberliegende Festland.
Berg & Schlucht
Vom Bergdorf Mili über antike Steinbrüche zu den megalithischen Drakospita und weiter durch die schattige Dimosari-Schlucht hinab Richtung Meer – die große Wanderung der Region.
03 · Wann
Karystos lässt sich fast das ganze Jahr besuchen, doch jede Jahreszeit hat ihren eigenen Rhythmus – vom grünen Frühling zum Wandern bis zum windigen Hochsommer am Strand.
04 · Häufige Fragen
Üblich ist die Fähre vom Hafen Rafina (nordöstlich von Athen) nach Marmari oder Nea Styra im Süden Euböas; von dort ist Karystos in kurzer Zeit mit Bus oder Auto erreichbar. Marmari liegt nur wenige Kilometer von Karystos entfernt. Alternativ ist Euböa über die Brücke bei Chalkida auch durchgehend auf der Straße erreichbar.
Die Drakospita ("Drachenhäuser") sind megalithische Steinbauten aus großen, plattenförmigen Blöcken in der Ochi-Region. Ihr genauer Zweck und ihre Datierung werden bis heute diskutiert; sie zählen zu den faszinierendsten und rätselhaftesten Sehenswürdigkeiten Südeuböas und werden meist im Rahmen einer Wanderung erreicht.
Der Bourtzi ist ein venezianischer Wehrturm aus dem 14. Jahrhundert direkt am Meer in Karystos. Für seinen Bau wurde antiker Marmor wiederverwendet. Heute ist er das markante Wahrzeichen der Hafenpromenade und dient gelegentlich als Schauplatz für Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen.
Ja. Rund um Karystos gibt es mehrere Strände wie Megali Ammos und Psili Ammos sowie weitere Buchten an der Südküste. Allerdings können westseitige Strände bei Meltemi im Hochsommer wellig und windig werden – an solchen Tagen lohnt der Wechsel zu geschützteren Buchten.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Karystos.
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