Stadt · Japan

Yokohama

Die Hafenstadt an der Westseite der Bucht von Tokio – Türme über dem Hafenbecken, ein Viertel hinter lackierten Toren und ein Hügel mit den Häusern der alten Ausländersiedlung.

Über Yokohama

Reisen nach Yokohama

Yokohama ist eine eigene Stadt, und man sieht ihr das an. Mit dem Außenhandel kamen chinesische Kaufleute, aus deren Ansiedlung das Viertel hinter den Toren wuchs, dazu westliche Kaufleute, die auf dem Hügel Yamate wohnten. Darüber liegt heute eine Wasserfront aus Türmen, Kais und Backstein, die abends beleuchtet ist. Und im Süden, außerhalb des Zentrums, ließ ein Kaufmann einen Landschaftsgarten anlegen und historische Gebäude aus ganz Japan dorthin versetzen – das ist der Grund, für Yokohama nicht nur einen Nachmittag einzuplanen.

Reiseführer

Yokohama von A bis Z

Aktualisiert September 2026

Yokohama liegt am selben Wasser wie Tokio, und die Bahn dorthin gehört zum Vorortverkehr. Dabei ist es eine Stadt mit eigener Geschichte, ein Hafen, der sich dem Außenhandel öffnete – und die chinesische Gemeinde, die damals kam, kocht bis heute hinter zehn Toren mitten in der Stadt.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Yokohama

Drei Orte führt travelperfect hier, und unterschiedlicher könnten sie kaum sein – ein Hafenviertel aus Glas und Stahl, ein Landschaftsgarten mit Gebäuden aus ganz Japan und ein Viertel hinter eigenen Toren. Sie liegen in drei verschiedenen Teilen der Stadt, und keiner davon erklärt die anderen.

Minato Mirai ist das Hafenviertel, für dessen Skyline die Stadt bekannt ist: der Landmark Tower über dem Becken, ein Riesenrad direkt am Kai und eine Promenade, die daran vorbeiführt. Am Rand stehen die Backsteinlagerhäuser, in denen heute Läden und Veranstaltungen untergebracht sind.

Der Sankei-en südlich außerhalb des Zentrums ist der ruhige Gegenpol. Über den Teichen steht auf bewaldetem Hügel eine Pagode, die aus Kyoto hierher versetzt wurde, im Sommer liegt Lotuslaub auf dem Wasser, im Herbst färben sich die Ahorne. Geh früh – zur Öffnung ist es am ruhigsten, am frühen Nachmittag füllt sich der Garten. Die Chinatown dagegen liegt keine 700 Meter vom Zentrum, zehn Tore markieren ihre Zugänge.

Sehenswürdigkeiten in Yokohama

Hafen & Wasserfront

Der Hafen von Yokohama und seine Wasserfront

Das Wasser ist der Grund, warum es Yokohama gibt, und es ist bis heute die Achse der Stadt. Vom Hafenbecken in Minato Mirai bis zum Yamashita-Park liegt eine durchgehende Kante aus Kais, Parks und Terminals, an der die Stadt nach außen zeigt statt nach innen.

Minato Mirai
Minato Mirai

Das Osanbashi-Pier schiebt sich als breiter Steg in die Bucht hinaus, und sein Dach ist begehbar: Holzdielen und Rasenflächen statt Aufbauten. Von dort draußen steht die Reihe der Türme von Minato Mirai geschlossen über dem Wasser, mit dem Riesenrad als hellstem Punkt darin.

Ein Stück weiter am selben Ufer liegt der Yamashita-Park als schmaler Grünstreifen zwischen Straße und Kai; an seinem Ufer hat die Hikawa Maru festgemacht, ein ausgemusterter Ozeanliner, der heute als Museumsschiff dient. Dahinter spannt sich die Yokohama Bay Bridge über die Hafeneinfahrt. Die Hafenrundfahrt, die travelperfect hier listet, fährt vierzig Minuten durch das Becken und zeigt dieselbe Kulisse von der Wasserseite.

Chinatown

Die Chinatown von Yokohama

Die Chinatown ist ein eigener Block im Stadtgefüge, mit eigenen Toren an den Zugängen, eigenem Tempel und einer Küche, die nach draußen auf die Straße arbeitet. Sie ist die größte Japans – und der Ort, an dem die Geschichte des Hafens noch als Alltag funktioniert.

Chinatown Yokohama
Chinatown Yokohama

Die Tore stehen quer über der Straße, sodass man von außen sofort sieht, wo das Viertel anfängt. Dahinter reihen sich die Häuser Fassade an Fassade, und zwischen ihnen arbeiten die Stände nach vorne – Buta-man aus dem Dämpfer, dazu Xiaolongbao, deren Brühe beim ersten Biss ausläuft. Gegen Mittag füllen sich die Hauptgassen, wer in Ruhe schauen will, kommt vorher.

In der Mitte des Viertels steht der Kanteibyō, ein Tempel für Guan Yu, mit vergoldetem Schnitzwerk und Räucherstäbchen vor dem Eingang. Zwischen den Lokalen sitzen Wahrsager in schmalen Kabinen. Die Gemeinde dahinter geht auf die chinesischen Kaufleute zurück, die mit dem Außenhandel in den Hafen kamen – das Viertel ist mit ihm gewachsen und nicht nachträglich angelegt worden.

Essen & Trinken

Essen in Yokohama von Dim Sum bis Ramen

Die Küche der Stadt kommt von zwei Seiten. Die eine ist chinesisch und über Generationen im Viertel hinter den Toren gewachsen. Die andere ist das Iekei-Ramen, eine Richtung mit Schweineknochenbrühe, Sojawürze und dicken, geraden Nudeln, die hier ihren Ausgang nahm.

In der Chinatown isst man entweder klein und im Gehen oder groß und im Sitzen. Viele Häuser arbeiten mit Tabehōdai – man bestellt innerhalb eines festgelegten Zeitfensters so viel man möchte, statt einzeln von der Karte. Im Gehen sind das Buta-man und Xiaolongbao, im Sitzen reicht die Bandbreite von kantonesischem Dim Sum über die Peking-Ente bis zu scharfer Sichuan-Küche.

Im Norden, bei Shin-Yokohama, liegt das Ramen-Museum: im Keller eine nachgebaute Straße von 1958, in der Läden aus verschiedenen Regionen Japans kochen. Die Schüsseln gibt es dort auch in kleiner Ausführung, und das ist der eigentliche Trick des Hauses, weil sich so mehrere Schulen an einem Nachmittag vergleichen lassen. Am leersten ist es gleich zur Öffnung, gegen Mittag wird es voll.

Restaurants in Yokohama

Übernachten

Wo man in Yokohama am besten wohnt

Die Frage ist hier weniger, welches Haus, sondern welches Wasser man vor dem Fenster haben will. Am Becken stehen die Türme, neben der Chinatown die ältere und niedrigere Hafenfront, an den beiden Bahnhöfen die Häuser für kurze Wege zum Zug.

In Minato Mirai wohnt man in den Türmen am Hafenbecken, mit Blick auf Riesenrad und Bucht. Das segelförmige InterContinental Yokohama Grand steht direkt am Wasser – Bau, Service und Lage tragen den Aufenthalt, die Bäder sind sein wunder Punkt. Im Yokohama Royal Park Hotel überzeugen Lage und Zimmer, der Fitnessbereich dagegen ist der Teil, den man sich sparen kann.

Rund um den Yamashita-Park und die Chinatown ist die Lage älter und niedriger. Dort steht das Hotel New Grand von 1927, in dem MacArthur gewohnt hat – Bau, Service und Lage sind seine Stärke, die Bäder halten mit der Halle nicht mit. Das Hyatt Regency im selben Viertel ist auffallend sauber geführt, und seine Bar würde man auch ohne Zimmer ansteuern.

An der Yokohama Station laufen mehrere Bahnlinien zusammen. Dort steht das Richmond Hotel Yokohama Ekimae, tadellos geführt und zweckmäßig, dafür ohne Hafen vor dem Fenster – ein Haus für alle, die die Stadt als Basis für Fahrten in die Umgebung nutzen. Oben in Shin-Yokohama hält der Shinkansen, und das Hotel Associa Shin-Yokohama lohnt dort für eine Nacht zwischen zwei Etappen, nicht für einen Aufenthalt.

Hotels in Yokohama

Alle 30 Hotels
Anreise & vor Ort

Anreise nach Yokohama und unterwegs in der Stadt

Yokohama hängt am Bahnnetz von Tokio, und das macht die Anreise unkompliziert. Die Frage, die zählt, ist nicht wie du herkommst, sondern an welchem Bahnhof du ankommst – und welche Linie dich von dort an die Wasserfront bringt.

Von Tokio führen mehrere Linien direkt hierher, und die Fahrt gehört zum Vorortverkehr, nicht zum Fernverkehr – eine Reservierung braucht es dafür nicht. Der Shinkansen hält allerdings nicht an der Yokohama Station, sondern in Shin-Yokohama im Norden der Stadt. Wer mit dem Schnellzug ankommt oder weiterfährt, muss also umsteigen und sollte das einplanen.

Vor Ort übernimmt die Minatomirai-Linie die Wasserfront: Sie fährt unterirdisch von der Yokohama Station bis zur Endstation Motomachi-Chūkagai und setzt an jeder Station an einem anderen Teil des Hafens ab. Eine IC-Karte deckt die Linien vor Ort ab. Von den beiden Flughäfen der Region liegt Haneda deutlich näher und ist per Bahn angebunden, von Narita dauert die Anfahrt entsprechend länger.

Ausflüge & Weiterreise

Tagesausflüge und Weiterreise ab Yokohama

Zwei Ziele in derselben Präfektur eignen sich als Tagesfahrt. Was travelperfect von hier aus sonst noch verlinkt, ist keine Tagesfahrt mehr, sondern die nächste Etappe einer Japanreise – und das sollte man beim Planen auseinanderhalten.

Kamakura liegt wie Yokohama in der Präfektur Kanagawa, südwestlich davon an der Küste: eine alte Kriegerhauptstadt mit Tempeln in bewaldeten Tälern und einem großen Buddha aus Bronze, der unter freiem Himmel sitzt. Hakone liegt im Westen derselben Präfektur und ist etwas ganz anderes – ein Vulkangebiet mit Kratersee, Schwefeldampf und heißen Quellen, aus dem man bei klarem Wetter den Fuji sieht.

Die übrigen Ziele dieser Seite gehören nicht in einen Nachmittag. Hiroshima und Fukuoka liegen an der Shinkansen-Achse nach Westen, die in Shin-Yokohama hält. Kanazawa liegt auf der anderen Seite des Landes, an der Japanischen See. Und Ishigaki im äußersten Südwesten, in der Präfektur Okinawa, ist ein eigener Flug und eine eigene Reise.

Mit Kindern

Yokohama mit Kindern

Zwei der Ziele, die travelperfect hier führt, sind Museen über Nudeln. Dazu kommt eine Wasserfront mit Riesenrad und Booten, auf der ohnehin niemand lange stillsteht.

Im Cup Noodles Museum in Minato Mirai geht es um die Erfindung der Instantnudel. Am Ende gestaltet man seinen eigenen Becher, wählt Brühe und Einlagen und füllt ihn selbst ab – das Ergebnis nimmt man mit. Dazu gehört ein Foodcourt, in dem Nudelgerichte aus mehreren Ländern ausgegeben werden.

Das Ramen-Museum bei Shin-Yokohama funktioniert ähnlich: Die nachgebaute Straße im Untergeschoss ist eine Kulisse, durch die man läuft, bevor man sich für einen Laden entscheidet. Am Wasser bleiben das Riesenrad und die Hafenrundfahrt, und im Süden der Stadt liegt die Insel Hakkeijima mit Aquarium und Fahrgeschäften.

Aktivitäten & Touren in Yokohama

Yamate & Motomachi

Yamate und Motomachi über dem Hafen

Hinter der Chinatown steigt ein Hügel an, auf dem die ausländischen Kaufleute des Hafens gewohnt haben. Von oben sieht man die Bucht, unten am Hangfuß läuft eine Einkaufsstraße.

Yamashita-Park
Yamashita-Park

Auf dem Yamate stehen die westlichen Wohnhäuser der ehemaligen Ausländersiedlung, dazwischen ein Ausländerfriedhof und schmale Straßen, die sich am Hang entlangziehen. Der Aussichtspark Minato-no-Mieru-Oka liegt an der Kante des Hügels – von dort geht der Blick über das Hafenbecken bis zur Bay Bridge, und auf der Terrasse darunter liegt ein Rosengarten.

Unten am Hangfuß beginnt Motomachi, eine lange Einkaufsstraße: niedrige Ladenzeilen, Bäckereien, Schaufenster in ruhigem Ton – der Gegensatz zu dem, was gleich dahinter in der Chinatown passiert. Die Endstation der Minatomirai-Linie heißt Motomachi-Chūkagai und bedient beide Viertel zugleich.

Praktische Tipps

Was man über Yokohama wissen sollte

Yokohama liegt nah an Tokio, ist aber keine kompakte Stadt – zwischen Minato Mirai und dem Sankei-en liegen knapp fünf Kilometer Luftlinie. Dazu kommen zwei Bahnhöfe, die man nicht verwechseln sollte, und eine Wasserfront, die man auch abends sehen sollte.

Sankei-en
Sankei-en

Yokohama Station und Shin-Yokohama sind zwei verschiedene Orte – wer mit dem Shinkansen ankommt, landet nicht dort, wo die Hotels am Wasser stehen. Auch innerhalb der Stadt liegt nicht alles nebeneinander: Der Sankei-en liegt südlich außerhalb, das Ramen-Museum im Norden, die Wasserfront dazwischen. Jedes davon braucht eine eigene Fahrt.

Minato Mirai ist nach Einbruch der Dunkelheit eine andere Sache als bei Tag: Die Türme, das Riesenrad und die Lagerhäuser sind beleuchtet, und das Becken gibt alles ein zweites Mal zurück. Wer danach noch etwas trinken will, geht nicht dorthin zurück, sondern nach Noge bei Sakuragichō, wo kleine Lokale in schmalen Gassen aneinanderhängen.

Beste Reisezeit

Die beste Reisezeit für Yokohama

Die Wasserlage nimmt dem Sommer nichts von der Schwüle, aber sie hält den Winter mild.

Die Werte unten sind Zehn-Jahres-Mittel für Yokohama selbst. Sie zeigen einen milden Winter mit Tageswerten um neun Grad, ein kurzes, angenehmes Frühjahr, einen schwülen Hochsommer mit dreißig Grad im August und Nächten um fünfundzwanzig Grad, und einen Herbst, der ab Oktober wieder in den angenehmen Bereich zurückkommt. Der Juni bringt die Regenzeit, der Spätsommer die Taifunsaison.

Das Wetterjahr

April, Mai und November sind die Monate für Yokohama – der November ist von den dreien der trockenste und fällt deutlich trockener aus als der Oktober. Wer im Hochsommer kommt, legt die Innenräume nach vorne – die Museen, die Chinatown, die Hafenrundfahrt am Abend – und hebt sich den Garten und den Hügel für die kühleren Stunden auf.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Yokohama

Wie viele Tage braucht man für Yokohama?
Ein Tag reicht für einen ersten Eindruck von Hafen und Chinatown. Zwei Tage sind die bessere Wahl, wenn auch der Sankei-en im Süden und Shin-Yokohama im Norden dazukommen sollen.
Lohnt sich Yokohama als Tagesausflug von Tokio?
Ja. Die Fahrt gehört zum Vorortverkehr, und Hafen wie Chinatown liegen beide an der Minatomirai-Linie. Wer mehr als das sehen will – den Sankei-en oder Shin-Yokohama –, braucht dafür jeweils eine eigene Fahrt.
Wie kommt man von Tokio nach Yokohama?
Mehrere Bahnlinien verbinden beide Städte direkt, und eine Reservierung braucht es dafür nicht. Der Shinkansen hält allerdings nicht an der Yokohama Station, sondern in Shin-Yokohama im Norden der Stadt.
Wie weit liegen die Sehenswürdigkeiten in Yokohama auseinander?
Zwischen der Chinatown und Minato Mirai liegen gut anderthalb Kilometer Luftlinie, von der Chinatown bis zum Sankei-en gut drei. Der reale Weg ist jeweils länger als die Luftlinie.
Was sollte man in Yokohama gegessen haben?
Buta-man von einem Stand in der Chinatown und eine Schüssel Iekei-Ramen, jener Richtung, die hier ihren Ursprung hat. Wer mehrere Ramen-Schulen nebeneinander vergleichen will, findet sie gebündelt im Ramen-Museum bei Shin-Yokohama.
Wann ist es in der Chinatown von Yokohama am vollsten?
Gegen Mittag füllen sich die Hauptgassen. Wer das Viertel in Ruhe ablaufen will, geht vorher hinein – fürs Essen im Sitzen spielt der Andrang auf der Straße ohnehin weniger eine Rolle.
In welchem Viertel übernachtet man in Yokohama am besten?
Minato Mirai für den Blick auf Becken und Riesenrad, die Gegend um den Yamashita-Park für die ältere Hafenfront neben der Chinatown, die Yokohama Station für kurze Wege zum Zug. Shin-Yokohama lohnt nur, wenn früh ein Shinkansen geht.
Wann ist die beste Reisezeit für Yokohama?
April und Mai, dazu der November. Der Juni bringt die Regenzeit, der August die größte Hitze des Jahres, dazu fällt der Spätsommer in die Taifunsaison.
Was kann man in Yokohama mit Kindern machen?
Das Cup Noodles Museum, in dem man seinen eigenen Becher gestaltet und abfüllt, das Ramen-Museum mit der nachgebauten Straße im Untergeschoss, das Riesenrad am Hafenbecken und eine Hafenrundfahrt durch das Becken.
Lohnt sich der Sankei-en?
Wenn man Gärten mag, ja. Der Landschaftsgarten versammelt historische Gebäude, die aus ganz Japan hierher versetzt wurden, darunter eine Pagode aus Kyoto. Er liegt südlich außerhalb und braucht eine eigene Fahrt.
Yokohama

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