Stadt · Japan

Kamakura

Einst Sitz des Shogunats, heute eine Küstenstadt, in der Zen-Tempel in bewaldeten Hügeln stehen und der Strand am Ende der Straße liegt.

Über Kamakura

Reisen nach Kamakura

Kamakura liegt südlich von Tokio an der Sagami-Bucht, auf drei Seiten von bewaldeten Hügeln eingefasst und auf der vierten vom Meer. Diese Lage machte die Stadt im Mittelalter zum Sitz des Shogunats. Die Ziele, für die Besucher heute kommen, liegen über die Stadt verteilt: der Große Buddha unter freiem Himmel, Hase-dera am Hang über der Bucht, der Hauptschrein am Ende einer schnurgeraden Straße vom Wasser her. Dazwischen fährt eine Kleinbahn an der Küste entlang, und auf der Meerseite endet die Stadt in einem flachen, dunklen Strand.

Reiseführer

Kamakura von A bis Z

Aktualisiert September 2026

Kamakura war einmal das politische Zentrum Japans und liegt heute zwischen bewaldeten Hügeln und der offenen Sagami-Bucht. Zum Großen Buddha sind es vom Zentrum gut einen Kilometer Luftlinie, nach Kita-Kamakura und nach Enoshima fährt die Bahn. Über den Zen-Klöstern im Norden steigt der Wald die Hänge hinauf.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Kamakura

In unserer Auswahl stehen drei Tempel und ein Schrein in Kamakura, dazu die Insel Enoshima, die schon zur Nachbarstadt Fujisawa gehört.

Die Stadt ordnet sich um eine Achse. Vom Meer her führt die Wakamiya-ōji schnurgerade auf Tsurugaoka Hachimangū zu, den Hauptschrein, der am Ende über einer breiten Steintreppe sitzt. Auf dem letzten Abschnitt läuft ein erhöhter Mittelstreifen mit, die Dankazura, im Frühjahr von Kirschbäumen gesäumt. Am Eingang liegen beiderseits des Wegs die Genpei-Teiche, im Sommer voller Lotus, daneben ein Garten mit Pfingstrosen, und über den Kies laufen Tauben.

Westlich davon liegen zwei Tempel dicht beieinander: der Große Buddha unter freiem Himmel und, keine zehn Minuten zu Fuß weiter, Hase-dera am Hang über der Bucht. Im Osten wächst der Bambus von Hōkoku-ji in einem engen Tal, mit einem Teehaus mittendrin, in dem Matcha ausgeschenkt wird, und vor der Küste liegt Enoshima, eine Insel mit Brücke zum Festland.

Sehenswürdigkeiten in Kamakura

Großer Buddha

Der Große Buddha von Kamakura

Elf Meter Bronze, die einmal in einer Halle standen und seit langem nicht mehr.

Großer Buddha (Kōtoku-in)
Großer Buddha (Kōtoku-in)

Der Buddha des Kōtoku-in sitzt im Freien auf einem steinernen Sockel, elf Meter hoch, die Hände im Schoß zur Geste der Versenkung gelegt. Die Halle, die ihn einmal umschloss, riss ein Tsunami weg. Wer den Daibutsu von Tōdai-ji in Nara kennt, sieht den Unterschied sofort: Der sitzt in seiner Halle, dieser hat den Himmel über sich, und genau das macht den Eindruck aus, den die Figur hinterlässt.

Aus der Nähe wird sichtbar, dass sie aus gegossenen Platten zusammengesetzt ist. Die Nähte laufen waagerecht über Rücken und Schultern, das Metall ist grün und braun angelaufen, und die Ohren stehen so weit ab, dass sie aus jeder Entfernung die Silhouette bestimmen. Der Körper ist hohl.

Tempel & Schreine

Hase-dera und die Zen-Tempel in Kita-Kamakura

Der eine Tempel schaut aufs Meer, die anderen liegen in engen Tälern und drehen ihm den Rücken zu.

Hase-dera
Hase-dera

Hase-dera steigt in Terrassen den Hang hinauf. Oben steht die Haupthalle mit einer hölzernen, elfköpfigen Kannon, davor eine Plattform, von der die Bucht offen daliegt. Ein Weg führt an den Hortensien vorbei weiter nach oben, unterhalb der Halle stehen Reihen kleiner Jizō-Figuren mit roten Mützen, und am Fuß des Hangs geht eine in den Fels getriebene Höhle zu Benzaiten hinein.

Eine Bahnstation nördlich liegen die großen Zen-Klöster, Engaku-ji gleich neben dem Gleis und Kenchō-ji ein Stück weiter im Tal. Beide sind weitläufige Anlagen aus Toren, Hallen und alten Zedern statt einzelner Gebäude. Dazwischen liegt Meigetsu-in, mit Hortensien und einem runden Fenster zum Garten.

Küste & Enoden

Die Küste von Kamakura und die Fahrt mit der Enoden

Die andere Hälfte der Stadt hat mit Tempeln nichts zu tun.

Die Enoden ist eine Kleinbahn, die von Kamakura an die Küste und weiter nach Enoshima fährt. Ein Teil der Strecke führt so dicht an den Häusern vorbei, dass man in Vorgärten und Küchenfenster sieht, ein anderer läuft auf der Landseite der Küstenstraße entlang, und hinter der Straße liegt das offene Wasser.

Der Yuigahama ist Kamakuras Hausstrand, eine flache Bucht mit dunklem Sand unterhalb des Zentrums. Im Hochsommer steht dort die Reihe der Strandhütten, im Winter ist er leer und gut zum Laufen. Surfer sind fast ganzjährig im Wasser, und an klaren Wintertagen steht der Fuji über der Bucht.

Aktivitäten & Touren in Kamakura

Wege durch die Hügel

Wandern über die Hügel von Kamakura

Drei Seiten Hügel und eine Seite Meer – das war die Verteidigung und ist heute das Wegenetz.

Kamakura liegt in einer Mulde, die nach drei Seiten von bewaldeten Rücken abgeschlossen wird. Wer früher herein wollte, musste durch einen der schmalen Einschnitte, die man in den Fels geschlagen hatte. Mehrere dieser Kiritōshi sind erhalten: eng, feucht, mit den senkrechten Spuren der Werkzeuge an den Wänden.

Über den Kamm zwischen Kita-Kamakura und dem Großen Buddha verläuft ein Wanderkurs durch Mischwald, mit Wurzeln im Pfad. Westlich der Stadt, in einem Tal unterhalb dieser Rücken, liegt Zeniarai Benzaiten, ein Schrein in einer Felsnische, den man durch einen in den Stein getriebenen Tunnel betritt. Wer dort Geld im Quellwasser wäscht, folgt einem alten Brauch. Nach Taifunen und Starkregen sind Abschnitte der Wanderkurse und einzelne Kiritōshi allerdings über Monate gesperrt – erkundige dich vor dem Aufbruch nach dem aktuellen Stand.

Essen & Trinken

Essen in Kamakura von Shirasu bis Streetfood

Die Stadt hat ein eigenes Gericht, und es kommt aus dem Wasser vor der Tür.

Shirasu sind winzige, durchsichtige Sardinenlarven, die vor der Küste gefangen werden. Serviert werden sie auf Reis, als Shirasu-don – roh, wenn die Boote draußen waren, sonst kurz blanchiert. Roh schmecken sie mild und leicht süß, blanchiert fester und salziger, und gegessen wird beides am Meer.

Der andere Weg zu essen ist die Komachi-dōri, die enge Gasse vom Bahnhof zum Schrein. Hier reihen sich kleine Läden aneinander, an deren Tresen man sich durchprobiert: frittierte Croquettes, Senbei-Reiscracker vom Rost, Softeis aus lila Süßkartoffel. Gegessen wird meist gleich daneben, denn im Gehen isst man in Japan ungern.

Restaurants in Kamakura

Übernachten

Wo man in Kamakura am besten wohnt

Die meisten kommen für einen Tag – wer bleibt, bekommt eine andere Stadt.

Wer im Zentrum wohnt, hat die Bahn vor der Tür und steht morgens an den Tempeln, bevor die Tagesgäste aus Tokio eintreffen. Das Hotel Metropolitan Kamakura liegt wenige Gehminuten vom Stadtzentrum, ein gepflegtes Haus, sauber geführt und aufmerksam am Empfang. Ebenfalls im Zentrum steht das Hotel New Kamakura, ein Holzhaus von 1924, schlicht und gut in Schuss; beim TOSEI Hotel Cocone stimmen Lage und Wege zur Bahn, die Bäder sind der Schwachpunkt des Hauses.

Das WeBase Kamakura liegt im Viertel Yuigahama, gut einen Kilometer vom Zentrum, und wird sauber und freundlich geführt. Zwischen Großem Buddha und Küste steht das Kamakura Park Hotel, ein ruhiges Haus mit gepflegten Anlagen. Dazu kommt das Kaihinsō, eine Villa aus demselben Jahr wie das Holzhaus am Bahnhof, als Registriertes Kulturerbe geführt, mit Holz und eigenem Garten. Wer in Ofuna schläft, knapp vier Kilometer Luftlinie nördlich, tauscht die Tempel gegen einen Bahnknoten; das Sotetsu Fresa Inn dort liegt günstig zur Bahn.

Hotels in Kamakura

Alle 30 Hotels
Anreise & vor Ort

Anreise nach Kamakura und unterwegs vor Ort

Von Tokio führt eine durchgehende Bahnverbindung, danach braucht man kaum noch etwas.

Kamakura hängt am Bahnnetz des Großraums Tokio. Aus der Hauptstadt fahren Züge ohne Umsteigen bis zum Bahnhof Kamakura. Ein eigenes Auto hilft hier wenig, weil die Straßen im Zentrum eng sind und Parkplätze knapp.

Vor Ort übernimmt die Enoden. Sie fährt Richtung Hase, Großer Buddha und weiter nach Enoshima, Busse ergänzen sie ins Landesinnere. Im Zentrum kommt man zu Fuß weit: Zum Hauptschrein und zum Großen Buddha ist es jeweils gut ein Kilometer Luftlinie, nach Kita-Kamakura dagegen nimmst du die Bahn.

Weiterreise

Weiterreise ab Kamakura und was in der Nähe liegt

Kamakura ist meist selbst der Ausflug – die Frage ist eher, was danach kommt.

In der Nähe bleibt vor allem Hakone. Das Onsen-Gebiet ist ein eigener Vulkankomplex mit heißen Quellen, einem Kratersee und, bei klarer Luft, dem Fuji im Blick. Die Verbindung dorthin läuft über Odawara, wo die Bergbahn ins Tal von Hakone beginnt.

Weiter weg führen die Verbindungen nach Westen und Süden. Kobe am Hafen, Hiroshima mit dem Friedenspark und Fukuoka auf Kyūshū liegen an der durchgehenden Bahnachse nach Westen. Kanazawa mit seinem Garten und den erhaltenen Vierteln liegt abseits davon, auf der Japanmeerseite. Ishigaki ist der Gegenentwurf, weit im Süden und am ehesten mit dem Flugzeug zu erreichen.

Wo was liegt

Kamakura auf der Karte

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Praktische Tipps

Was man über Kamakura wissen sollte

Was den Besuch leicht oder mühsam macht, entscheidet in Kamakura meist der Wochentag.

Kamakura ist ein Tagesziel für Tokio, und das prägt den Rhythmus. An Wochenenden, an Feiertagen und in der Hortensienzeit im Juni sind die Komachi-dōri und die bekannten Tempel voll, an Werktagen deutlich weniger. Der Unterschied ist groß genug, um die Reise danach zu legen.

Feste Schuhe braucht vor allem, wer auf die Wanderkurse über die Hügel geht – die Verbindungen im Zentrum laufen über Straßen, und nach Hase und Kita-Kamakura fährt die Bahn. In den Tempeln zieht man die Schuhe vor den Hallen aus, und in vielen kleinen Läden zahlt man bar.

Beste Reisezeit

Die beste Reisezeit für Kamakura

Am Meer ist der Winter milder und der Sommer klebriger als im Landesinneren.

Kamakura liegt an der offenen Sagami-Bucht, und das Meer glättet das Jahr in beide Richtungen. Die Winter bleiben mild und trocken, die Sommernächte kühlen kaum noch ab. Frühjahr und Herbst sind die klaren Empfehlungen. Der Juni bringt die Hortensien und zugleich die Regenzeit, der September das Taifunrisiko.

Das Wetterjahr

April und Mai sowie Oktober und November sind die besten Monate für Kamakura. Wer die Hortensien sehen will, nimmt im Juni den Regen in Kauf. Der Hochsommer lohnt vor allem für den Strand, der Winter für trockene Tage an den Tempeln.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Kamakura

Wie viele Tage braucht man für Kamakura?
Das hängt davon ab, wie weit du hinaus willst. Vom Großen Buddha bis Hōkoku-ji im Osten sind es gut zweieinhalb Kilometer Luftlinie. Enoshima liegt in der anderen Richtung, gut fünf Kilometer westlich des Großen Buddha.
Lohnt sich Kamakura als Tagesausflug von Tokio?
Ja. Aus Tokio fahren Züge ohne Umsteigen bis Kamakura. Großer Buddha, Hase-dera und der Hauptschrein liegen alle im Umkreis von gut anderthalb Kilometern um das Zentrum, Enoshima gut sechs Kilometer weiter an der Küste. An Wochenenden wird es allerdings voll.
Wann ist es in Kamakura am ruhigsten?
Zur Öffnung. Der Hauptschrein füllt sich als Erster, Großer Buddha, Hase-dera und Hōkoku-ji ziehen über Mittag nach.
Sollte man in Kamakura übernachten?
Wenn du den frühen Morgen an den Tempeln sehen willst, ja: Die ruhigste Stunde ist die Öffnung, und wer im Zentrum wohnt, muss dafür nicht erst aus Tokio anreisen.
Wann blühen in Kamakura die Hortensien?
Im Juni, zusammen mit der Regenzeit. Hortensien blühen dann unter anderem am Hang von Hase-dera und im Tempel Meigetsu-in in Kita-Kamakura, die in diesen Wochen entsprechend voll sind.
Was sollte man in Kamakura essen?
Shirasu-don, winzige Sardinenlarven auf Reis, roh oder blanchiert – die Spezialität dieser Küste. Dazu das Streetfood der Komachi-dōri, von frittierten Croquettes bis zum Softeis aus lila Süßkartoffel.
Kann man in Kamakura an den Strand?
Ja, der Yuigahama liegt knapp anderthalb Kilometer Luftlinie südlich des Zentrums, eine flache Bucht mit dunklem Sand. Gebadet wird im Hochsommer; im Winter gehört der Strand Läufern, Hunden und an klaren Tagen dem Blick auf den Fuji.
Wie kommt man von Kamakura nach Enoshima?
Mit der Enoden, der Kleinbahn entlang der Küste. Die Insel selbst erreicht man vom Festland zu Fuß über eine Brücke; auf der Insel liegen ein Schrein und, an der Steilseite, Höhlen zum offenen Meer.
Ist Kamakura gut zu Fuß zu erkunden?
Das Zentrum ja. Zwischen Bahnhof, Schrein und Komachi-dōri ist alles zu Fuß erreichbar, Richtung Hase und Großer Buddha lohnt die Enoden, und nach Kita-Kamakura fährt die Bahn eine Station weit.
Kamakura

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