Stadt · Japan

Nikko

Schnitzwerk und Zedern im Tal, ein Bergsee auf 1.270 Metern darüber – Nikkō hat zwei Hälften und kaum etwas dazwischen.

Über Nikko

Reisen nach Nikko

Nikkō liegt in den Bergen nördlich von Tokio und besteht aus zwei Teilen, die getrennt voneinander funktionieren. Unten am Fluss Daiya steht der heilige Bezirk: die rot lackierte Shinkyō-Brücke am Eingang, dahinter der Tōshō-gū, Mausoleum des ersten Tokugawa-Shōguns, mit den drei Affen und der schlafenden Katze im Schnitzwerk, und flussaufwärts die Reihe der Jizō-Figuren am Kanmangafuchi. Oben, gut zehn Kilometer entfernt und über die Serpentinen der Irohazaka erreichbar, liegt der Chūzenji-See auf 1.270 Metern, aufgestaut von einem Lavastrom des Nantai, mit dem Kegon-Wasserfall an seinem Abfluss. Gegessen wird Yuba, die gerollte Tofuhaut aus der Klosterküche.

Reiseführer

Nikko von A bis Z

Aktualisiert September 2026

Nikkō liegt in den Bergen nördlich von Tokio und zerfällt in zwei Hälften, die wenig miteinander zu tun haben. Unten am Fluss Daiya steht der heilige Bezirk mit dem Mausoleum des ersten Tokugawa-Shōguns, oben auf 1.270 Metern liegt ein See, den ein Lavastrom aufgestaut hat.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Nikkō

Fünf Ziele stehen bei uns auf der Liste, und sie verteilen sich auf zwei Höhenlagen, nicht auf einen Rundgang.

Im Tal liegen drei der fünf nah beieinander. Von der Shinkyō-Brücke zum Tōshō-gū sind es gut siebenhundert Meter Luftlinie, vom Kanmangafuchi-Abgrund zur Brücke knapp tausend. Diese drei lassen sich zu Fuß verbinden, wobei jeder reale Weg länger ausfällt als die gerade Linie auf der Karte.

Die anderen beiden liegen oben am Berg. Zwischen Tōshō-gū und Chūzenji-See liegen gut zehn Kilometer Luftlinie, und dazwischen steigt die Bergstraße der Irohazaka an; dort oben beginnt eine andere Landschaft.

Sehenswürdigkeiten in Nikko

Tōshō-gū

Der Tōshō-gū und der heilige Bezirk

Am Mausoleum des ersten Tokugawa-Shōguns bestimmen Gold, Lack und Schnitzwerk das Bild.

Tōshō-gū
Tōshō-gū

Der Bau entstand als Grabstätte für Tokugawa Ieyasu, den ersten Shōgun seiner Linie, und die Ausstattung sollte seinen Rang zeigen, nicht Zurückhaltung üben. Am Eingang steht die fünfstöckige Pagode, noch bevor der Bezirk selbst beginnt.

Die drei Affen sitzen nicht am Hauptgebäude, sondern über dem heiligen Stall, und sie sind nur eine Szene aus einem Schnitzband, das ein ganzes Menschenleben erzählt. Die schlafende Katze sitzt über dem Durchgang, hinter dem die Treppe zum Grab bergauf führt. Ringsum halten Zedern den Bezirk dunkel. Zur Öffnung ist es am ruhigsten; gegen Mittag füllt sich der Hof.

Am Daiya

Die Shinkyō-Brücke und der Kanmangafuchi-Abgrund

Der Daiya trennt den Ort vom heiligen Bezirk, und der Fluss selbst ist die zweite Sehenswürdigkeit.

Kanmangafuchi-Abgrund
Kanmangafuchi-Abgrund

Die Shinkyō-Brücke ist rot lackiert, im flachen Bogen über das Wasser gespannt und markiert den Eingang zum heiligen Bezirk. Von der Straßenbrücke gleich daneben sieht man sie im ganzen Bogen.

Flussaufwärts läuft der Kanmangafuchi-Abgrund, eine Schlucht aus erstarrter Lava, an deren Rand rund siebzig steinerne Jizō-Figuren in einer Reihe stehen, viele mit roten Mützen und Lätzchen. Der Legende nach kommt beim Zählen nie dieselbe Zahl heraus. Von der Brücke sind es knapp tausend Meter Luftlinie.

Chūzenji-See & Kegon

Der Chūzenji-See und der Kegon-Wasserfall

Oben ist alles eine Nummer größer als unten im Tal, und im Hochsommer bleibt es dort kühl.

Kegon-Wasserfall
Kegon-Wasserfall

Der Chūzenji-See liegt auf 1.270 Metern und verdankt seine Form einem Lavastrom des Nantai, der das Tal einst verschloss. Der Vulkan steht direkt am Nordufer und schließt den Blick nach oben ab.

Im Herbst steht das Laub bis an die Ufer, im Winter liegt Schnee. Das Wasser, das den See verlässt, fällt als Kegon-Wasserfall siebenundneunzig Meter in einen engen Kessel; ein Aufzug führt hinunter zur Plattform am Fuß, wo man den Sturz von unten sieht statt von der Kante.

Wandern

Wandern in Senjōgahara und rund um Nikkō

Zwei Dinge stehen bei uns unter Aktivitäten, und beide führen aus dem Tal hinaus.

Senjōgahara ist ein Hochmoor auf 1.400 Metern, über das ein Bohlenweg führt. Weil die Planken kaum steigen, ist die Strecke auch ohne Bergausrüstung zu gehen. Links und rechts stehen Birken, dazwischen Gras und Wasserläufe, und an den Rändern des Moors kommen Wasserfälle dazu.

Die zweite Aktivität ist keine Wanderung. Die Irohazaka führt in nummerierten Kehren vom Tal zum See hinauf, und im Herbst gehört sie zu den bekanntesten Laubstrecken Japans.

Aktivitäten & Touren in Nikko

Essen & Trinken

Essen in Nikkō mit Yuba und Soba

Die Küche des Ortes hat zwei Quellen, die Klosterküche und das Bergklima.

Yuba ist die Haut, die sich beim Erhitzen von Sojamilch bildet. In Nikkō wird sie abgezogen und gerollt, dann frittiert, in Brühe gegeben oder kalt serviert. Das Gericht stammt aus der Klosterküche, in der kein Fleisch auf den Tisch kam, und ist bis heute das, wofür der Ort kulinarisch steht.

Die zweite Säule ist Soba. Buchweizen wächst im kühlen Bergklima gut, und an der Hauptstraße stehen mehrere Soba-Häuser. Unter Restaurants führen wir genau diese beiden Einträge.

Restaurants in Nikko

Übernachten

Wo man in Nikkō am besten wohnt

Die Entscheidung fällt nicht zwischen Häusern, sondern zwischen zwei Höhenlagen.

Unten im Tal steht das Nikkō Kanaya Hotel direkt an der Shinkyō-Brücke, ein Holzbau und Japans ältestes durchgehend betriebenes Resorthotel. Das Gebäude ist der Grund, dort zu buchen; Frühstück und Lage tragen es mit. Daneben liegen Pensionen – das Stay Nikko Guesthouse ist auffallend sauber geführt und lebt von seinen Gastgebern, beim Nikko Guesthouse Sumica stimmen Lage und Anbindung, und das Bad ist der Kompromiss.

Oben am Chūzenji-See liegt das Ritz-Carlton am Ufer, mit eigenem Onsen und Blick auf den Nantai – die Landschaft vor der Tür ist hier das halbe Haus. Daneben stehen kleinere Häuser im Ortsteil Chūgūshi: das Hatago Nagomi, spürbar freundlich geführt, und die Chuzenji Pension, deren Küche das Haus trägt. Zwischen beiden Hälften liegt die Bergstraße – wer oben schläft, hat den Bezirk nicht vor der Tür.

Hotels in Nikko

Alle 26 Hotels
Anreise & vor Ort

Anreise nach Nikkō und unterwegs vor Ort

Zwei Bahnlinien enden hier, und der interessante Teil beginnt erst danach.

Nach Nikkō führen zwei Bahnstrecken: die Tōbu-Linie ab Asakusa in Tokio und die JR-Verbindung über Utsunomiya. Beide Bahnhöfe liegen nebeneinander am unteren Ende des Ortes, und bis zur Shinkyō-Brücke ist es von dort noch ein Stück – der Bezirk liegt oberhalb, nicht am Gleis.

Die Hauptstraße zieht sich vom Bahnhof aufwärts bis zur Brücke, und hinauf zum Chūzenji-See geht es über die Irohazaka, mit dem Bus oder dem eigenen Wagen.

Weiterreise

Weiterreise ab Nikkō durch Japan

Von Nikkō aus geht es nicht zu Tagesausflügen weiter, sondern zur nächsten Station einer längeren Reise.

Kamakura und Hakone liegen wie Nikkō im Umfeld von Tokio, nur auf der anderen Seite der Hauptstadt. Kamakura sitzt an der Küste südlich davon, mit Tempeln an den bewaldeten Hängen über der Bucht. Hakone liegt südwestlich im Vulkangebiet, wo Onsen und der Blick auf den Fuji zusammenkommen.

Weiter weg wird die Liste eindeutig. Kanazawa liegt auf der Japanmeerseite an der Hokuriku-Linie, Hiroshima und Fukuoka weit im Westen, Ishigaki ganz im Süden auf den Inseln vor Taiwan. Das sind Stationen einer Rundreise und keine Abstecher von Nikkō aus.

Wo was liegt

Nikko auf der Karte

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Praktische Tipps

Was man über Nikkō wissen sollte

Der Ort liegt hoch, und das merkt man an der Kleidung mehr als am Programm.

Shinkyō-Brücke
Shinkyō-Brücke

Nikkō ist ein Bergort, und zwischen Tal und See liegen mehrere hundert Höhenmeter. Was unten mild ist, fällt oben am Chūzenji-See deutlich kühler aus, auch im Sommer. Eine Jacke gehört selbst dann ins Gepäck, wenn man unten im Ort noch in kurzen Ärmeln losgeht.

Zweitens ist es feucht. Von Mai bis Oktober bringt jeder Monat über zweihundert Millimeter Niederschlag, im Juli und August sind es fast vierhundert. Eine Regenjacke ist hier praktischer als ein Schirm, denn im Bezirk geht es über Stufen und unter Zedern hindurch, und nasser Stein ist glatt.

Beste Reisezeit

Die beste Reisezeit für Nikkō

Die Tabelle zeigt den Ort selbst – oben am Chūzenji-See ist es kühler, auch im Hochsommer.

Nikkō ist ein Bergort, und das steht in jeder Zeile der Tabelle. Die Winter sind frostig, dafür trocken: Januar und Februar bringen den geringsten Niederschlag des Jahres. Ab dem Frühjahr dreht sich das um. Von Mai bis Oktober fällt in jedem Monat mehr als das Dreifache eines Februars, mit dem Höhepunkt im Juli. Wer wegen des Laubs kommt, plant für Oktober und November, wer wegen des frischen Grüns kommt, für den Mai.

Das Wetterjahr

Die besten Monate für Nikkō sind Mai, Oktober und November. Im Mai stehen die Wälder frisch und die Werte sind angenehm, im Oktober färbt sich das Laub zuerst oben am See und an der Irohazaka, im November dann unten im Tal – und der November ist der trockenste der drei. Der Hochsommer ist warm, aber der nasseste Teil des Jahres.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Nikko

Wie viele Tage braucht man für Nikkō?
Nikkō zerfällt in zwei Hälften, die gut zehn Kilometer Luftlinie auseinanderliegen: den Schreinbezirk im Tal und den Chūzenji-See oben am Berg. Wer beides sehen will, übernachtet besser vor Ort, statt beides an eine Anreise zu hängen.
Was sollte man in Nikkō gesehen haben?
Der Tōshō-gū mit seinem Schnitzwerk und den drei Affen ist der Kern, dazu die Shinkyō-Brücke am Eingang des Bezirks und die Jizō-Reihe am Kanmangafuchi. Oben am Berg kommen der Chūzenji-See und der Kegon-Wasserfall dazu.
Wann ist es am Tōshō-gū am ruhigsten?
Zur Öffnung; voll wird es gegen Mittag. Deshalb lohnt es sich, den Schrein zuerst zu besuchen und den übrigen Bezirk danach.
Wie kommt man von Tokio nach Nikkō?
Zwei Bahnstrecken enden im Ort: die Tōbu-Linie ab Asakusa und die JR-Verbindung über Utsunomiya. Beide Bahnhöfe liegen am unteren Ende des Ortes nebeneinander; der heilige Bezirk liegt von dort aus oberhalb.
Wann ist die beste Reisezeit für Nikkō?
Mai, Oktober und November sind die stärksten Monate. Der Mai bringt frisches Grün bei milden Werten, Oktober und November das gefärbte Laub, oben am See früher als unten im Tal. Der Hochsommer ist die nasseste Zeit des Jahres.
Was isst man in Nikkō?
Yuba, die gerollte Tofuhaut aus der Klosterküche, ist die Spezialität des Ortes und kommt frittiert, in Brühe oder kalt auf den Tisch. Dazu Soba, weil Buchweizen mit dem kühlen Bergklima gut zurechtkommt.
Lohnt sich der Chūzenji-See neben dem Schreinbezirk?
Der See liegt auf 1.270 Metern und ist eine andere Landschaft als das Tal: aufgestaut von einem Lavastrom, überragt vom Vulkan Nantai. An seinem Abfluss stürzt der Kegon-Wasserfall, und hinauf führt die Irohazaka.
Wo übernachtet man in Nikkō am besten?
Das hängt davon ab, welche Hälfte man will. Unten im Tal steht das Nikkō Kanaya Hotel an der Shinkyō-Brücke, daneben kleine, sauber geführte Pensionen. Oben am Chūzenji-See liegt das Ritz-Carlton am Ufer, dafür ist der Bezirk von dort eine Fahrt entfernt.
Kann man Nikkō zu Fuß erkunden?
Im Tal ja: Zwischen Shinkyō-Brücke und Tōshō-gū liegen gut siebenhundert Meter Luftlinie. Der Weg hinauf zum Chūzenji-See ist dagegen eine Bergstraße und keine Gehstrecke.
Nikko

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