Stadt · Japan

Kanazawa

Ein Landschaftsgarten, erhaltene Teehausgassen und Samurai-Mauern in einer Stadt am Japanischen Meer, die man zu Fuß sieht.

Über Kanazawa

Reisen nach Kanazawa

Kanazawa war die Residenz der Maeda, der Fürsten des Kaga-Lehens, und ihr Reichtum ging über Generationen in Kunsthandwerk statt in Rüstung. Weil die Stadt im Zweiten Weltkrieg nicht bombardiert wurde, stehen die Teehausgassen von Higashi Chaya und die Lehmmauern des Samurai-Viertels Nagamachi bis heute. Dazwischen liegen der Landschaftsgarten Kenroku-en, das Burggelände der Maeda und der Ōmichō-Markt, und all diese Ziele liegen so nah beieinander, dass man zwischen ihnen geht statt fährt. Dazu kommt, was Kanazawa bis heute herstellt: fast das gesamte japanische Blattgold.

Reiseführer

Kanazawa von A bis Z

Aktualisiert September 2026

Kanazawa liegt am Japanischen Meer, abseits der Route zwischen Tokio, Kyoto und Osaka. Die Stadt kam ohne Bombenschäden durch den Zweiten Weltkrieg, und deshalb stehen hier noch ganze Straßenzüge aus der Zeit der Maeda-Fürsten. Das meiste davon sieht man zu Fuß.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Kanazawa

Sechs Ziele führen wir für Kanazawa, und sie liegen dicht beieinander. Am weitesten auseinander liegen Nagamachi im Westen und Higashi Chaya jenseits des Asano-Flusses, und dazwischen misst die Luftlinie gut anderthalb Kilometer. Kanazawa sieht man sich deshalb zu Fuß an.

Kenroku-en und das Burggelände der Maeda liegen sich gegenüber, getrennt nur von einer Straße und einer Brücke. Einen Hauptturm trägt die Burg nicht mehr. Zu sehen sind unter anderem das Ishikawa-Tor gegenüber dem Garten und der Speicherbau Gojikken-Nagaya mit dem Eckturm Hishi-Yagura, die Dächer bleiverkleidet und darum hell statt dunkel. Die Mauern darunter sind in mehreren Bauweisen aufgeschichtet.

Keine zehn Minuten vom Garten entfernt steht das 21st Century Museum, ein flacher Glaszylinder ohne Vorder- und Rückseite. Der Bau ist so angelegt, dass der äußere Ring offensteht und die Ausstellungsräume in der Mitte liegen, und zu ihnen gehört Leandro Erlichs Swimmingpool. Vom Burgpark sind es gut siebenhundert Meter nordwärts zum Ōmichō-Markt, dem Fischmarkt der Stadt seit dem 18. Jahrhundert.

Sehenswürdigkeiten in Kanazawa

Kenroku-en

Der Garten Kenroku-en in Kanazawa

Der Name meint die sechs Eigenschaften, die ein vollkommener Garten nach alter Lehre vereinen soll. Weite und Abgeschiedenheit stehen darin nebeneinander, Menschenhand und Alter, Wasser und Aussicht – Gegensätze, die sich eigentlich ausschließen.

Kenroku-en
Kenroku-en

Die Maeda haben über Generationen daran gebaut, und man sieht dem Gelände an, dass es nie in einem Zug entstanden ist. Teiche gehen in Rasen über, Bachläufe kreuzen die Wege, und eine Fontäne springt allein aus dem Gefälle des Zuflusses, ganz ohne Pumpe. Am Kasumiga-ike steht die Kotoji-Laterne auf ungleich langen Beinen.

Im Frühjahr blühen erst die Pflaumen, dann die Kirschen, im Frühsommer steht der Garten im frischen Grün, im Herbst färbt sich das Ahornlaub. Vor dem Winter bekommen die Kiefern ihre Yukitsuri, Strohseile von einem Mittelmast zu den Ästen, damit nasser Schnee sie nicht abbricht. Geh gleich zur Öffnung hinein — gegen Mittag füllt sich der Garten.

Teehaus- und Samurai-Viertel

Higashi Chaya und die alten Viertel von Kanazawa

Zwei alte Viertel stellen wir hier vor, und beide stammen aus der Edo-Zeit. Das eine steht am Asano-Fluss, das andere westlich der Burg, und zusammen markieren sie die Enden des alten Zentrums.

Higashi Chaya
Higashi Chaya

Higashi Chaya ist ein Karree aus Machiya mit feinen Holzgittern, dazu Kopfsteinpflaster; vom Burggelände sind es gut einen Kilometer über den Asano. Chaya heißt Teehaus, und die Häuser, die dem Viertel den Namen gaben, waren Häuser für Musik und Tanz. Blattgold liegt in den Auslagen, auf Lackschalen und obenauf dem Softeis. Voll wird es erst nachmittags.

Nagamachi wirkt anders. Hier wohnten die Gefolgsleute der Maeda, geblieben sind Lehmmauern beidseits der Gassen, ein Steinpflaster dazwischen und ein offener Wasserkanal daneben. Im Winter hängen Strohmatten vor den Mauern, die den Lehm vor Frost schützen. Eng wird es hier schon um die Mittagszeit, früher als drüben im Teehausviertel.

Handwerk & Mitmachen

Blattgold und Handwerk in Kanazawa

Der Reichtum der Kaga-Fürsten floss über Generationen in Kunsthandwerk statt in Rüstung.

Fast das gesamte japanische Blattgold kommt aus Kanazawa. Das Gold wird so dünn geschlagen, dass ein Atemzug es davonträgt, gearbeitet wird deshalb mit Bambuszangen und Zwischenlagen aus Papier. In einem Workshop belegst du selbst eine Schale oder eine kleine Schatulle, und nach dem ersten Blatt verstehst du, warum das ein Beruf ist.

Dazu kommen die Kaga-Yūzen-Färberei, die Seide von Hand bemalt, und die Kutani-Keramik mit ihren kräftigen Aufglasurfarben. Der Myōryū-ji, der Ninja-Tempel genannt wird, ist nur mit Führung zu sehen. Mit Ninja hat er nichts zu tun, der Name kommt von versteckten Treppen, Fallgruben und Geheimräumen.

Aktivitäten & Touren in Kanazawa

Essen & Trinken

Essen in Kanazawa vom Markt bis zum Curry

Die Stadt liegt am Japanischen Meer, und das schmeckt man. Unsere Auswahl ist klein und beschreibt eher, was man isst, als wo man sitzt, von der Reisschale im Markt bis zum Matcha im Teehaus.

Im Ōmichō-Markt gibt es Schneekrabbe und Süßgarnele, und den Kaisen-don isst du gleich dort, eine Reisschale unter einer Schicht roher Meeresfrüchte. Die Krabbe ist eine Wintersache. Komm früh, gegen Mittag wird es an den Tresen eng.

Das Gegenstück dazu ist das Kanazawa-Curry, eine dunkle, dicke Sauce über Reis, mit paniertem Schnitzel und einem Häufchen fein geschnittenem Kohl daneben, serviert auf Edelstahl und gegessen mit der Gabel statt mit dem Löffel. Wer die Küche der Kaga-Fürsten probieren will, bestellt Jibuni, Ente in einer angedickten Brühe, mit einem Klecks Wasabi obenauf.

Restaurants in Kanazawa

Übernachten

Wo man in Kanazawa am besten wohnt

Die Stadt hat zwei sinnvolle Lagen, und die Entscheidung fällt danach, ob du mit Gepäck ankommst oder abends noch los willst. Dreiunddreißig Häuser führen wir für Kanazawa, vom Businesshotel am Bahnhof bis zum Ryokan außerhalb.

Am Bahnhof ist die bequeme Wahl. Mit dem Koffer ankommen, einchecken, von dort losgehen. Das Hyatt Centric steht unmittelbar am Bahnhof und lebt von dieser Lage. Das Hotel Nikko ist ein Hochhaus daneben, dessen obere Zimmer über die Stadt bis zum Japanischen Meer sehen.

Näher an den alten Vierteln wohnst du im Zentrum. Das Kanazawa Tōkyū Hotel liegt zwischen Samurai-Viertel und Garten. Im Viertel Nagata steht das Kanazawa Sainoniwa Hotel, dem kaum etwas vorzuhalten ist — am wenigsten das Frühstück und die Anlage drumherum. Japanisch übernachtest du im Ryokan Takitei im Viertel Suemachi.

Hotels in Kanazawa

Alle 32 Hotels
Anreise & vor Ort

Anreise nach Kanazawa und Wege in der Stadt

Kanazawa liegt an der Küste zum Japanischen Meer und nicht an der Strecke zwischen Tokio, Kyoto und Osaka. Es ist kein Ort, an dem man zufällig aussteigt, sondern einer, für den man einen Umweg einplant.

Von Tokio führt der Hokuriku-Shinkansen direkt nach Kanazawa. In Richtung Kyoto und Osaka bestehen ebenfalls Bahnverbindungen, wie sie im Detail verlaufen, sieht man am besten kurz vor der Reise nach. Am Bahnhof steht das hölzerne Tsuzumi-Tor, geformt wie eine Handtrommel. Südwestlich der Stadt liegt außerdem der Flughafen Komatsu mit Inlandsverbindungen.

In der Stadt kommst du fast überall zu Fuß hin. Vom Ōmichō-Markt nach Higashi Chaya sind es gut achthundert Meter Luftlinie, vom Garten zur Burg keine zehn Minuten. Eine U-Bahn oder Straßenbahn hat Kanazawa nicht, für die Strecke zwischen Bahnhof und Zentrum nimmt man den Bus.

Ausflüge

Tagesausflüge ab Kanazawa nach Shirakawa-gō

Von Kanazawa fährt ein Bus in das Bergtal von Shirakawa-gō, und das ist der eine Ausflug, den wir für die Stadt führen. Die Städte, die wir weiter unten zur Weiterreise vorschlagen, sind dagegen der nächste Stopp und kein Nachmittag.

Burg Kanazawa
Burg Kanazawa

Shirakawa-gō liegt in einem engen Tal in den Bergen, und die Häuser dort tragen steile Strohdächer, die aussehen wie aneinandergelegte Hände. Daher der Name Gasshō-zukuri. Die Bauweise hat einen Grund, denn in diesem Tal liegt im Winter sehr viel Schnee, und ein steiles Dach hält ihn nicht lange. Das Dorf gehört zum UNESCO-Welterbe.

Auf derselben Strecke weiter liegt Takayama, eine Kleinstadt mit erhaltenen Kaufmannshäusern aus dunklem Holz und einem Morgenmarkt am Fluss. Ob sich beides an einem Tag verbinden lässt, hängt am Busfahrplan, und den sieh dir an, bevor du den Tag planst.

Praktische Tipps

Was man über Kanazawa wissen sollte

Zwei Dinge prägen einen Aufenthalt hier mehr als alles andere, das Wetter und die Größe der Stadt. Auf beides kann man sich einstellen.

Nagamachi
Nagamachi

Nimm einen Schirm mit, und zwar in jedem Monat. Kanazawa hat keine trockene Jahreszeit, und im Winter kommt nasser Schnee dazu. Vor Ort gibt es dafür einen Spruch, der sinngemäß heißt, man dürfe eher das Mittagessen vergessen als den Schirm. Wetterfeste Schuhe helfen aus demselben Grund.

Zur Orientierung helfen die beiden Flüsse. Im Norden fließt der Asano, im Süden der Sai, und dazwischen liegt auf einer Anhöhe das Burggelände mit dem Garten daneben. Higashi Chaya liegt jenseits des Asano, Nagamachi auf der Sai-Seite, und wer weiß, an welchem Fluss er gerade steht, verläuft sich hier nicht.

Beste Reisezeit

Die beste Reisezeit für Kanazawa

Kanazawa hat kein trockenes Halbjahr, sondern nur nassere und weniger nasse Monate.

Die Lage am Japanischen Meer bringt Kanazawa in jedem Monat Niederschlag. Der trockenste, der Mai, kommt immer noch auf hundertfünfunddreißig Millimeter, der nasseste ist der Juli, dicht gefolgt von September und Dezember. Im Winter liegen die Nachtwerte um null Grad, und ein Teil des Niederschlags fällt dann als Schnee. Das ist die Zeit, in der die Kiefern im Kenroku-en ihre Seilkegel tragen.

Das Wetterjahr

Der Mai ist der trockenste Monat und schon warm. April lohnt für die Kirschblüte, November für die Herbstfärbung. Der Winter hat sein eigenes Argument, denn dann tragen die Kiefern im Garten ihre Seilkegel, vor den Lehmmauern in Nagamachi hängen Strohmatten und im Markt liegt Schneekrabbe.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Kanazawa

Wie viele Tage braucht man für Kanazawa?
Die sechs Ziele unserer Auswahl liegen höchstens 1,6 Kilometer Luftlinie auseinander, du gehst also zwischen ihnen statt zu fahren. Wie viel davon an einen Tag passt, hängt an Öffnungszeiten und daran, wie lange du im Garten bleibst. Für den Ausflug nach Shirakawa-gō rechne einen eigenen Tag.
Wann ist es an Kanazawas Zielen am ruhigsten?
Früh. Der Kenroku-en ist gleich zur Öffnung am leersten und füllt sich gegen Mittag, dem Burggelände nebenan geht es genauso. In Nagamachi wird es um die Mittagszeit eng, in den Gassen von Higashi Chaya erst am Nachmittag.
Lohnt sich Kanazawa auf einer ersten Japanreise?
Ja, wenn du Zeit für einen Abstecher von der Strecke zwischen Tokio, Kyoto und Osaka hast. Erhaltene Teehaus- und Samurai-Gassen, der Landschaftsgarten Kenroku-en und der Fischmarkt der Stadt liegen so nah beieinander, dass ein Fußweg sie verbindet.
Was sollte man in Kanazawa gegessen haben?
Kaisen-don im Ōmichō-Markt, Sushi aus dem Japanischen Meer und das dunkle Kanazawa-Curry mit Schnitzel und Kohl, das mit der Gabel gegessen wird. Dazu Jibuni, die Ente in angedickter Brühe, und einen Matcha mit Wagashi im Teehaus.
Wie kommt man von Tokio nach Kanazawa?
Mit dem Hokuriku-Shinkansen, der beide Städte direkt verbindet. Vom Bahnhof Kanazawa fährt der Bus ins Zentrum, und von dort aus liegen die meisten Ziele in Gehweite voneinander.
Wann blühen in Kanazawa die Kirschbäume?
Im Frühjahr, meist etwas später als in Tokio und Kyoto, weil die Stadt nördlicher und kühler liegt. Feste Termine gibt es nicht, die Blüte verschiebt sich jedes Jahr mit dem Wetter.
Kann man Kanazawa als Tagesausflug von Kyoto besuchen?
Eine Bahnverbindung gibt es, aber Kanazawa ist keine Halbtagsstadt. Der Garten allein nimmt Zeit, und die alten Viertel wollen nicht im Laufschritt gesehen werden. Plan lieber eine Nacht ein.
Was kann man in Kanazawa selbst ausprobieren?
Einen Blattgold-Workshop, in dem du eine Schale oder eine Schatulle selbst belegst. Die Stadt ist das Zentrum dieser Handwerkskunst in Japan, und das Material ist so dünn, dass ein Atemzug es wegträgt.
Wo übernachtet man in Kanazawa am besten?
Am Bahnhof, wenn du mit Gepäck ankommst. Im Zentrum zwischen Samurai-Viertel und Garten, wenn dir kurze Wege zu den alten Vierteln wichtiger sind.
Kanazawa

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