Stadt · Japan

Hiroshima

Die Stadt, die den 6. August 1945 trägt, ohne sich darauf reduzieren zu lassen – und vor deren Küste das rote Torii im Wasser steht.

Über Hiroshima

Reisen nach Hiroshima

Hiroshima liegt auf dem Delta des Ōta, zerschnitten von dessen Flussarmen, und mittendrin liegt die grüne Insel des Friedensparks. Der 6. August 1945 ist der Grund, warum die meisten kommen, und Museum und Atombombenkuppel nehmen diesen Anlass ernst, ohne ihn zu inszenieren. Der Rest der Stadt überrascht dann umso mehr, weil er unaufgeregt ist, viel Grün hat und sich gut zu Fuß erschließt – Kuppel, Museum, Burg und der Karpfenteich von Shukkei-en liegen alle im Gehbereich voneinander. Dazu kommt Miyajima vor der Küste mit dem roten Torii im Wasser. Zusammen ergibt das zwei Tage, die sich sehr unterschiedlich anfühlen.

Reiseführer

Hiroshima von A bis Z

Aktualisiert September 2026

Hiroshima steht für den 6. August 1945. Der Friedenspark trägt dieses Datum, sorgfältig und ohne Pathos. Der Rest ist eine unerwartet ruhige Flussstadt mit Straßenbahnen, Austern aus der eigenen Bucht und einer eigenen Art, Okonomiyaki zu schichten. Und vor der Küste liegt Miyajima.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Hiroshima

Zwei Orte des Gedenkens, ein Garten, eine Burg und eine Insel vor der Küste – sechs Ziele stehen auf der Liste.

Der Friedenspark bündelt das, weshalb die meisten überhaupt kommen. Die Atombombenkuppel steht als Ruine der Präfektur-Industrieförderungshalle fast im Hypozentrum und wird in genau diesem Zustand gehalten; die Straßenbahn fährt daran vorbei. Das Friedensmuseum erzählt den 6. August 1945 über persönliche Gegenstände statt über Zahlen.

Der Rest verteilt sich über Innenstadt und Küste. Shukkei-en ist ein Landschaftsgarten aus dem 17. Jahrhundert, in dem eine Seenlandschaft im Kleinen nachgebaut ist: Im Frühjahr blühen erst die Pflaumen, dann die Kirschen, im Teich ziehen die Karpfen an den Uferrand, und nebenan liegt das Kunstmuseum der Präfektur. Die Burg Hiroshima ist ein Nachbau, das Original fiel 1945. Vor der Küste liegen der Itsukushima-Schrein und der Mount Misen auf Miyajima.

Sehenswürdigkeiten in Hiroshima

Friedenspark & Museum

Der Friedenspark in Hiroshima und was dort zu sehen ist

Eine grüne Insel zwischen zwei Flussarmen, auf der vor 1945 ein dichtes Viertel stand.

Atombombenkuppel
Atombombenkuppel

Der Park liegt auf der Landzunge zwischen Motoyasu und Honkawa, dort wo vor 1945 ein dichtes Geschäftsviertel stand. Kenotaph, Museum und Kuppel liegen auf einer Achse, sodass man beim Blick durch den steinernen Bogen die Ruine am anderen Ufer im Rahmen sieht.

Das Museum arbeitet mit Alltagsgegenständen statt mit Statistik und lässt die Hibakusha zu Wort kommen, die Überlebenden des 6. August. Geh gleich zur Öffnung – gegen Nachmittag ist der Rundgang am dichtesten. Ein Stück weiter steht das Kinderdenkmal, umgeben von Vitrinen voller Papierkraniche, und für den Zusammenhang auf dem Gelände lohnt eine Führung.

Miyajima

Miyajima und der Itsukushima-Schrein vor Hiroshima

Die Insel gehört zum Programm wie der Friedenspark, auch wenn man dafür eine Fähre nimmt.

Itsukushima-Schrein
Itsukushima-Schrein

Der Itsukushima-Schrein ist auf Pfählen über den Wattboden gebaut, und das rote Torii steht ein Stück davor im Wasser. Bei Flut scheint beides zu schwimmen, bei Ebbe läuft man über den freigelegten Grund bis unter den Bogen. Welches der beiden Bilder du bekommst, entscheidet allein der Gezeitenstand. Nimm eine frühe Fähre: Zur Öffnung ist es am Schrein ruhig, gegen Mittag wird es eng.

Hinter dem Schrein steigt der Mount Misen auf. Die Seilbahn nimmt den längsten Teil ab, das letzte Stück geht zu Fuß, und wer lieber läuft, kommt über die Bergpfade von unten herauf. Oben liegen große Granitblöcke zwischen den Kiefern, dazu eine Aussichtsplattform über den Inseln der Inlandsee, und im Herbst färbt sich der Wald darunter.

Essen & Trinken

Essen in Hiroshima von Okonomiyaki bis Austern

Die Spezialitäten der Stadt sind handfest genug, dass ein Mittagessen den Nachmittag trägt.

Okonomiyaki wird hier geschichtet statt gemischt: ein dünner Teigfladen, darauf ein Berg Kohl, der auf der Platte zusammenfällt, Schweinebauch und ein Nest gebratener Nudeln. Gegessen wird direkt vom Blech, mit einem Spachtel statt mit Stäbchen. Im Okonomi-mura verteilen sich die Stände über mehrere Etagen, ein Aufzug verbindet sie. Bei Nagataya gegenüber vom Friedenspark gilt: Wer nicht zur Öffnung kommt, stellt sich mittags an.

Die zweite Spezialität kommt aus der Bucht. Bei Kakiya an der Hauptgasse zum Schrein auf Miyajima kommt die Auster gegrillt, frittiert oder roh auf den Tisch; ihre Saison liegt im Winter. Und dann ist da Tsukemen nach Hiroshima-Art, kalte Nudeln zum Eintunken in eine scharfe Sauce, bei der du die Schärfestufe selbst wählst.

Restaurants in Hiroshima

Übernachten

Wo man in Hiroshima am besten wohnt

Die Wahl läuft auf zwei Gegenden hinaus, und sie hängt davon ab, ob du bleibst oder durchreist.

Am Hauptbahnhof wohnt, wer Hiroshima als Zwischenstopp auf der Shinkansen-Strecke einplant. Das Hotel Granvia Hiroshima macht aus der Nähe zum Bahnhof seine ganze Stärke: kurze Wege, ruhiger Service, kaum eine Schwäche, die ins Gewicht fällt. Das Sheraton Grand steht am Shinkansen-Ausgang und trägt sich ebenfalls über Lage und Personal – Bäder und Fitnessbereich sind der schwächere Teil. Im Via Inn am selben Ausgang frühstückst du besser außer Haus.

Für zwei volle Tage ist die Innenstadt die bessere Adresse. In Otemachi liegt man zwischen Friedenspark und Einkaufsstraße, THE KNOT etwa keine zehn Minuten zu Fuß vom Stadtmittelpunkt. Es lebt wie das KIRO von Bar und Küche, während die Bäder in beiden Häusern dahinter zurückbleiben. Umgekehrt das Smile Hotel in Nagarekawacho: unauffällig, sehr sauber geführt, ohne Schwäche, die den Aufenthalt kostet. Das Rihga Royal steht als Hochhaus zwischen Burg und Park, Lage und Service tragen es – der Fitnessbereich ist seine Schwachstelle.

Hotels in Hiroshima

Alle 32 Hotels
Anreise & vor Ort

Anreise nach Hiroshima und unterwegs in der Stadt

Der Shinkansen hält am Hauptbahnhof östlich des Zentrums, und den Rest erledigt die Straßenbahn.

Hiroshima liegt an der Sanyō-Shinkansen-Linie zwischen Osaka und Fukuoka, die Züge halten im Hauptbahnhof östlich des Zentrums. Der Flughafen liegt weit außerhalb in den Bergen und ist über Busse an den Bahnhof angebunden. Für die meisten Reisen aus Europa ist die Anreise mit dem Zug ab Tokio, Kyoto oder Osaka ohnehin der einfachere Weg.

In der Stadt selbst ist die Straßenbahn das Rückgrat. Die Hiroden-Straßenbahnen fahren quer durch die Innenstadt, eine Linie weiter bis Miyajimaguchi, von dort setzt die Fähre auf die Insel über. Die zentralen Ziele liegen dicht beieinander: Von der Atombombenkuppel sind es keine 500 Meter Luftlinie bis zum Friedensmuseum und gut einen Kilometer bis Shukkei-en.

Aktivitäten

Was man in Hiroshima unternehmen kann

Was Hiroshima zu bieten hat, wenn man nicht nur Sehenswürdigkeiten abhaken will.

Die Führung durch den Friedenspark ordnet ein, was sonst nur nebeneinander steht. Ein Rundgang über das Gelände verbindet Kuppel, Kenotaph und Museum zu einer Geschichte; ein Teil der Führungen wird von ehrenamtlichen Guides gehalten, ein Teil von Nachkommen Überlebender, die von ihrer eigenen Familie erzählen.

Östlich der Stadt liegt Saijō, wo die Sake-Brauereien in Fußweite des Bahnhofs beieinanderstehen, an ihren roten Backsteinschornsteinen schon von Weitem zu erkennen. Dazu kommt die Fähre, die ab Miyajimaguchi auf die Insel übersetzt.

Aktivitäten & Touren in Hiroshima

Ausflüge & Weiterreise

Tagesausflüge ab Hiroshima und die Weiterreise

Hiroshima liegt an der Hauptachse zwischen Kansai und Kyushu, was die Stadt zu einem guten Scharnier macht.

Miyajima ist mit Bahn und Fähre erreichbar; der Itsukushima-Schrein liegt gut fünfzehn Kilometer Luftlinie vom Zentrum entfernt. Saijō mit seinen Sake-Brauereien liegt an der Bahnlinie nach Osten. Wer länger bleibt, fährt weiter nach Onomichi, wo die Radroute über die Inselbrücken des Shimanami Kaidō beginnt.

Für die Weiterreise gibt es zwei Richtungen. Nach Westen führt der Shinkansen nach Fukuoka auf Kyushu, nach Osten geht es über Kobe zurück ins Kansai-Gebiet. Beides sind eigene Ziele und keine Tagesausflüge, weshalb Hiroshima auf einer Japan-Rundreise meist mit ein bis zwei Nächten dazwischen liegt.

Praktische Tipps

Was man über Hiroshima wissen sollte

Ein paar Dinge, die den Unterschied zwischen einem Pflichtbesuch und einem guten Tag ausmachen.

Burg Hiroshima
Burg Hiroshima

Plane den Friedenspark und Miyajima als zwei getrennte Einheiten, nicht beides hintereinander an einem knappen Tag. Das Museum braucht Zeit und Kraft, und wer direkt danach zur Fähre hetzt, hat von beidem wenig. Shukkei-en und die Burg liegen gut einen halben Kilometer auseinander, und beide sind am Morgen ruhig, während sie am frühen Nachmittag am vollsten sind. Zwei Übernachtungen machen aus einem Zwischenstopp einen Aufenthalt.

Auf Miyajima lohnt der Blick in den Gezeitenkalender, bevor du die Fähre nimmst, weil Flut und Ebbe zwei völlig verschiedene Bilder ergeben. Wenn du Okonomiyaki isst, setz dich an die Theke direkt vor die Platte statt an einen Tisch dahinter – das Zuschauen gehört zum Gericht.

Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Hiroshima und das Wetter im Jahreslauf

Hiroshima liegt geschützt an der Seto-Inlandsee, was die Winter trocken und schneearm hält und die Sommer umso schwüler macht.

Im Hochwinter liegen die Tageswerte um neun bis elf Grad und die Nächte knapp über dem Gefrierpunkt. Ab Juni setzt die Regenzeit ein: Der Juli ist mit knapp dreihundert Millimetern der nasseste Monat des Jahres, und im August stehen einunddreißig Grad am Tag und vierundzwanzig Grad in der Nacht, die höchsten Werte des Jahres.

Das Wetterjahr

Die beste Reisezeit für Hiroshima sind April und Mai sowie Oktober und November. Die Höchstwerte liegen dann zwischen siebzehn und zweiundzwanzig Grad, und der Friedenspark lässt sich ohne Hitze ablaufen. Juni und Juli bringen die Regenzeit, August und September Hitze und Taifunrisiko. Der Winter ist kühl und trocken, und es ist die Zeit, in der die Austern aus der Bucht auf vielen Karten stehen.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Hiroshima

Wie viele Tage braucht man für Hiroshima?
Zwei volle Tage sind das sinnvolle Maß, einer für den Friedenspark und die Innenstadt, einer für Miyajima. Als reiner Zwischenstopp auf der Shinkansen-Strecke funktioniert auch ein Tag, dann bleibt die Insel aber außen vor.
Lohnt sich Miyajima als Ausflug von Hiroshima?
Ja, die Insel gehört eher zum Pflichtprogramm als zur Kür. Bahn und Fähre bringen dich hin, oben auf dem Mount Misen geht der Blick über die Inlandsee, und beim Schrein entscheidet der Gezeitenstand, welches der beiden Bilder du bekommst. Nimm eine frühe Fähre, gegen Mittag wird es am Schrein eng.
Was sollte man in Hiroshima gegessen haben?
Okonomiyaki nach Hiroshima-Art, geschichtet statt gemischt und mit einem Nest gebratener Nudeln, dazu Austern aus der Bucht – gegrillt, frittiert oder unter Reis – und Tsukemen mit wählbarer Schärfestufe.
Ist das Friedensmuseum für Kinder geeignet?
Das Museum zeigt sehr direkte Darstellungen und trifft auch Erwachsene hart. Mit jüngeren Kindern ist der Park selbst mit Kenotaph, Kuppel und Kinderdenkmal der bessere Weg, mit älteren lohnt eine Vorbereitung auf das, was drinnen kommt.
Wo übernachtet man in Hiroshima am besten?
Am Hauptbahnhof, wenn Hiroshima ein Zwischenstopp auf der Rundreise ist: Dort leben die Häuser von kurzen Wegen zur Bahn. In der Innenstadt rund um Otemachi und Nagarekawacho, wenn du zwei Tage bleibst – THE KNOT und das KIRO sind dort stark bei Bar und Küche und schwächer im Bad.
Wann ist die beste Reisezeit für Hiroshima?
April und Mai sowie Oktober und November, wenn die Höchstwerte zwischen siebzehn und zweiundzwanzig Grad liegen. Juni bringt die Regenzeit, und der August ist mit einunddreißig Grad und schwülen Nächten die anstrengendste Zeit des Jahres.
Hiroshima

Der Reisebrief

Reiseideen und das Wissen dazu.

Reiseziele, Hotels und praktische Tipps aus der Redaktion, kostenlos und ohne Konto.

Mit der Anmeldung willigst du ein, den Reisebrief per E-Mail zu bekommen. Abmelden geht jederzeit. Datenschutz

Reise buchen

Deine Hiroshima-Reise buchen

Hotels in der Übersicht

Sieh dir alle Hotels an, die wir für diesen Ort gelistet haben.

Hotelliste öffnen →32 in Hiroshima

Tickets und Führungen

Buche Eintrittskarten, geführte Touren und Erlebnisse schon vor der Reise.

Touren ansehen →3 in Hiroshima

Anzeige · Buchung über Partner. Preise & Verfügbarkeit beim Anbieter. Warum wir empfehlen, was wir empfehlen

Keine Lust zu suchen? Sag uns Reisezeit und Budget — wir schicken dir ein passendes Angebot.

Angebot anfragen →
Reiseplaner

Aus deinen Ideen wird ein Reiseplan.

Lege Ziel und Reisedauer fest. Sammle Orte und gestalte eine Route, die zu dir passt.

Reise planen Mit KI planen

Die KI macht dir einen ersten Entwurf – du änderst, was nicht passt.

  • Planungshilfe
  • Route
  • Highlights
  • Mitreisende
  • Budget