Stadt · Japan

Nagasaki

Der Hafen, den Japan zweihundert Jahre lang als einzigen für Europa offenhielt, und die Stadt des 9. August 1945.

Über Nagasaki

Reisen nach Nagasaki

Nagasaki ist eine Hafenstadt, die sich in ein schmales Tal im Westen Kyūshūs drängt und von dort die Hänge hinaufwächst. Was sie besonders macht, sind zwei Schichten im selben Stadtbild. Die eine beginnt am Wasser, wo erst Portugiesen und dann Niederländer handelten und Dejima das Tor dieses Handels war, heute als rekonstruierte Handelsstation zu sehen. Die andere liegt nördlich im Tal von Urakami, über dem am 9. August 1945 die Bombe detonierte. Dazwischen fährt die Straßenbahn, und abends führt eine Seilbahn auf den Inasayama, von dem aus die Lichter der Stadt als Kessel um das Wasser liegen.

Reiseführer

Nagasaki von A bis Z

Aktualisiert September 2026

Nagasaki liegt in einem schmalen Tal, das an einer Bucht endet, und klettert von dort die Hänge hinauf. Zwei Geschichten liegen hier übereinander — die des einzigen Hafens, den Japan zweihundert Jahre lang für Europa offenhielt, und die des 9. August 1945. Zwischen dem Friedenspark im Norden und den Kaufmannsvillen im Süden liegen gut vier Kilometer Luftlinie.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Nagasaki

Vier Ziele stehen auf der Liste, und sie liegen nicht durcheinander, sondern in zwei klaren Gruppen — eine im Norden über dem Hypozentrum, eine im Süden am Hafen. Wer das vor der Planung weiß, spart sich die Wege quer durch die Stadt.

Im Norden liegen der Friedenspark und das Atombomben-Museum, gut hundertvierzig Meter Luftlinie voneinander entfernt und damit zu Fuß verbunden. Der Park steht über dem Hypozentrum, das Museum dokumentiert den 9. August 1945 und ist dabei ruhiger und weniger überlaufen als das Pendant in Hiroshima.

Im Süden, knapp einen Kilometer vom Zentrum, liegt Dejima, die künstliche Insel der niederländischen Handelsstation, heute rekonstruiert. Gut einen weiteren Kilometer den Hang hinauf steht der Glover Garden mit den Villen der westlichen Kaufleute, hoch über dem Hafen. Beide sind am Morgen am leersten, ab dem frühen Nachmittag ist am meisten los.

Sehenswürdigkeiten in Nagasaki

Friedenspark & Hypozentrum

Der Friedenspark in Nagasaki und das Hypozentrum

Die Bombe detonierte nicht über dem Zentrum, sondern über dem Tal von Urakami im Norden der Stadt. Deshalb liegt das Gedenken knapp drei Kilometer vom heutigen Zentrum entfernt.

Friedenspark und Hypozentrum
Friedenspark und Hypozentrum

Der untere Teil der Anlage markiert die Stelle selbst. Eine schwarze Säule steht dort, wo die Bombe detonierte, daneben liegt ein Mauerrest der Kathedrale von Urakami. Die Hänge ringsum schließen das Tal und haben die Zerstörung damals auf Urakami begrenzt.

Eine Ebene höher beginnt der Friedenspark mit der sitzenden Friedensstatue, ein Arm nach oben gerichtet, der andere waagerecht ausgestreckt, dazu Denkmäler anderer Länder zwischen den Bäumen und ein Brunnen für die, die nach der Detonation nach Wasser riefen. Das Museum nebenan erzählt denselben Tag von innen — die Zeugnisse der Hibakusha, der Überlebenden.

Hafen & Auslandsviertel

Dejima, Chinatown und die Hänge über dem Hafen

Zweihundert Jahre lang war dieser Hafen die einzige Stelle, an der Japan Europa an sich heranließ. Das Viertel dahinter erzählt mehr als diese eine Epoche — die Chinatown geht auf die chinesischen Kaufleute zurück, die Villen am Hang entstanden erst nach der Öffnung des Hafens.

Glover Garden
Glover Garden

Dejima wurde fächerförmig in die Bucht gebaut und vom Land abgeriegelt. Hier saß die niederländische Handelsstation, während Japan unter der Abschließung, dem Sakoku, sonst keinen Handel mit Europa zuließ; vor den Niederländern hatten die Portugiesen den Hafen genutzt. Über diesen schmalen Kanal kamen nicht nur Waren, sondern auch westliche Medizin und Naturkunde ins Land. Heute liegt die Fläche im Trockenen, von aufgeschüttetem Land umschlossen, und die Häuser der Faktorei sind Stück für Stück rekonstruiert worden.

Gleich am Wasser bildet die Chinatown von Shinchi ein kleines Raster mit Torbögen an den Zugängen, und von dort aus steigt der Süden an. Die Oranda-zaka, die Holländer-Steige, führt gepflastert an früheren Wohnhäusern der Ausländer vorbei. Im Glover Garden stehen die westlichen Kaufmannsvillen am Hang, darunter der älteste erhaltene Holzbau westlichen Stils in Japan, der zum Welterbe der japanischen Industrialisierung zählt. Oben liegen Hafen und Werften unter dir.

Aussicht & Abende

Der Blick vom Inasayama über Nagasaki bei Nacht

Die Stadt liegt in einer Mulde am Wasser, und genau das macht den Abend hier so wirkungsvoll. Von gegenüber sieht man die Lichter nicht als Fläche, sondern als Kessel.

Der Inasayama steht westlich des Hafens, eine Seilbahn führt auf den Gipfel. Oben liegen Nagasakis Lichter als Kessel um das Wasser, Hang über Hang bis hinauf zu den Wohnhäusern.

Plane den Abend so, dass du vor dem letzten Tageslicht oben bist. Dann siehst du den Hafen noch als Form und die Lichter erst danach angehen, und das ist die Version, für die sich der Weg lohnt. Oben weht es stärker und ist kühler als unten am Wasser, im Winter deutlich.

Aktivitäten & Touren in Nagasaki

Essen & Trinken

Essen in Nagasaki von Champon bis Castella

Die Küche der Stadt ist das Ergebnis ihrer Hafengeschichte. Die Nudelgerichte kommen aus der chinesischen Gemeinde, der Kuchen von portugiesischen Händlern, und beim Bankettessen stehen die Küchen auf einem Tisch.

Champon ist eine Nudelsuppe in weißer Brühe, mit Schweinefleisch, Meeresfrüchten und Kohl, entstanden in der chinesischen Gemeinde der Stadt und als sättigendes Essen für Studenten gedacht. Sara-Udon ist dieselbe Idee auf gebratenen Nudeln statt in Suppe, knusprig statt flüssig.

Castella ist ein Biskuitkuchen, den portugiesische Händler im 16. Jahrhundert mitbrachten und den Nagasaki seither backt: lange Laibe, feuchte Krume, grobe Zuckerkristalle am Boden. Dazu kommt Shippoku, das Bankettessen der Stadt, bei dem japanische, chinesische und europäische Gerichte auf einem runden Tisch stehen und alle gemeinsam davon nehmen.

Restaurants in Nagasaki

Übernachten

Wo man in Nagasaki am besten wohnt

Die Stadt zieht sich am Tal entlang, deshalb entscheidet die Lage hier mehr als anderswo. Drei Gegenden kommen infrage, dazu ein Haus bewusst außerhalb.

Rund um den Bahnhof hast du die kürzesten Wege bei An- und Abreise. Das Dormy Inn Premium Nagasaki Ekimae steht knapp einen halben Kilometer vom Zentrum, die Nachtruhe ist nicht seine Stärke. Das JR Kyushu Hotel Nagasaki, keine siebenhundert Meter vom Zentrum, lebt von seiner Lage und dem Straßenbahnanschluss; Bäder und Frühstück sind dort die schwächere Seite.

Zwischen Dejima und der Chinatown wohnst du mittendrin. Beim Hotel Forza Nagasaki an Dejima ist die Lage das Argument, dem sich alles andere unterordnet; wer mit dem Mietwagen kommt, klärt das Parken besser vorher. Das Dormy Inn Nagasaki an der Chinatown hat ein Bad auf dem Dach und die Straßenbahn in beide Richtungen vor der Tür, die Zimmer selbst sind der Kompromiss. Unterhalb des Glover Garden steht das ANA Crowne Plaza Nagasaki Gloverhill. Wer bewusst draußen wohnen will, findet im Garden Terrace Nagasaki ein Haus von Kengo Kuma am Hang über der Bucht, an dem der Bau selbst der Grund ist.

Hotels in Nagasaki

Alle 27 Hotels
Anreise & vor Ort

Anreise nach Nagasaki und unterwegs in der Stadt

Nagasaki liegt am westlichen Ende Kyūshūs. Genau deshalb kommt hier niemand zufällig vorbei.

Mit der Bahn kommst du über Fukuoka. Der Sanyō-Shinkansen endet in Hakata, den letzten Abschnitt nach Nagasaki fährst du mit Umstieg. Der Flughafen der Stadt liegt nordöstlich auf einer Insel in der Ōmura-Bucht, über eine Brücke mit dem Festland verbunden, und ist per Bus an die Stadt angebunden.

In der Stadt ist die Straßenbahn das Rückgrat. Sie fährt die Talsohle entlang und verbindet den Norden mit Dejima, der Chinatown und dem Hang unter dem Glover Garden. Zu Fuß funktioniert alles innerhalb einer Gruppe von Zielen; zwischen den beiden Gruppen liegen gut drei bis viereinhalb Kilometer, dafür nimmst du besser die Bahn.

Ausflüge & Weiterreise

Ausflüge ab Nagasaki und die Weiterreise auf Kyūshū

Rund um Nagasaki liegt mehr, als die Stadt selbst vermuten lässt — eine aufgegebene Kohleinsel vor der Küste, eine vulkanische Halbinsel im Osten und Inseln im Westen.

Inasayama bei Nacht
Inasayama bei Nacht

Vor der Küste liegt Hashima, wegen seiner Silhouette Gunkanjima genannt, die Kriegsschiff-Insel. Auf dem Felsen stand eine Kohlesiedlung aus Betonblöcken, die aufgegeben wurde und heute leer steht. Boote fahren vom Hafen hinaus; ob sie anlegen können, entscheidet die See.

Östlich, auf der Halbinsel Shimabara, liegt Unzen mit seinen heißen Quellen und dampfenden Feldern, nördlich Sasebo mit der zerklüfteten Inselgruppe Kujūkushima, und westlich vor der Küste die Gotō-Inseln. Für die Weiterreise mit der Bahn ist Fukuoka das Scharnier, von dort geht es auf die Hauptinsel Honshū, etwa nach Hiroshima.

Praktische Tipps

Was man über Nagasaki wissen sollte

Ein paar Dinge, die den Unterschied zwischen abgehakt und verstanden ausmachen.

Nimm dir Museum und Friedenspark am Stück, aber nicht im Vorbeigehen. Beides gehört zusammen und liegt so dicht beieinander, dass du ohnehin von einem zum anderen gehst, und der Rest des Tages sollte danach nichts Anspruchsvolles mehr enthalten. Geh dafür früh los: Das Museum ist zur Öffnung am ruhigsten, und in beiden wird es am Nachmittag am vollsten. Rechne außerdem damit, dass der Weg zurück in den Süden quer durch die Stadt führt.

Die Stadt geht steil. Wohnhäuser stapeln sich die Hänge hinauf, viele davon nur über Treppen erreichbar, und feste Schuhe helfen hier mehr als jede Planung. Wenn du am Nachmittag noch Hunger hast, ist Toruko Rice das lokale Gegenmittel, ein Teller mit Pilaw, Spaghetti und einem panierten Schnitzel.

Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Nagasaki und das Wetter im Jahreslauf

Nagasaki liegt im Westen Kyūshūs am Ostchinesischen Meer, und die Tabelle zeigt vor allem eines — der Sommer hier ist nicht nur heiß, er ist nass.

Die Werte der letzten zehn Jahre zeichnen ein klares Bild. Von Januar bis März bleibt es kühl und vergleichsweise trocken, der Januar ist mit knapp achtzig Millimetern der trockenste Monat des Jahres. Im Juni und Juli fällt dann mit jeweils deutlich über dreihundertfünfzig Millimetern fast fünfmal so viel wie im Januar. August und September bleiben heiß und feucht, und erst im Oktober fällt beides zusammen zurück, auf dreiundzwanzig Grad am Tag und wieder deutlich weniger Regen.

Das Wetterjahr

Die beste Reisezeit für Nagasaki sind Oktober und November, dazu der April. Im Oktober liegen die Tageswerte bei dreiundzwanzig Grad und der Regen ist auf knapp ein Drittel des Junis zurückgegangen, im November wird es mit achtzehn Grad frisch und bleibt ebenso trocken. Der April bringt milde neunzehn Grad, aber schon spürbar mehr Regen. Juni und Juli sind mit Abstand die nassesten Monate, der August mit einunddreißig Grad und Nächten um fünfundzwanzig der heißeste, und der September bleibt schwül und fällt in die Taifunsaison.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Nagasaki

Wie viele Tage braucht man für Nagasaki?
Die Ziele liegen in zwei Gruppen, zwischen denen gut drei bis viereinhalb Kilometer liegen. Wer beide in Ruhe sehen und abends auf den Inasayama fahren will, plant eher zwei Nächte als eine.
Was unterscheidet Nagasaki von Hiroshima?
Das Atombomben-Museum in Nagasaki ist ruhiger und weniger überlaufen als das Pendant in Hiroshima. Dazu kommt in Nagasaki eine zweite Schicht, die des Hafenviertels mit Dejima, der Chinatown und den Kaufmannsvillen über dem Wasser.
Wann geht man am besten in den Friedenspark und ins Museum?
Früh, zur Öffnung des Museums, dann ist es dort am ruhigsten. Am Nachmittag wird es in beiden am vollsten, und beides ist nichts, was man zwischen zwei anderen Programmpunkten erledigt.
Was sollte man in Nagasaki gegessen haben?
Champon, die Nudelsuppe in weißer Brühe mit Schweinefleisch, Meeresfrüchten und Kohl, dazu Sara-Udon auf gebratenen Nudeln und Castella, den Biskuitkuchen portugiesischen Ursprungs. Wer mehr Zeit hat, isst Shippoku am runden Tisch.
Lohnt sich der Inasayama bei Nacht?
Ja, weil die Stadt in einer Mulde am Wasser liegt und die Lichter von gegenüber als Kessel erscheinen. Eine Seilbahn führt auf den Gipfel.
Wo übernachtet man in Nagasaki am besten?
Am Bahnhof für kurze Wege bei An- und Abreise, zwischen Dejima und der Chinatown für das Zentrum und unterhalb des Glover Garden für den Süden. Alle drei Lagen liegen an der Straßenbahn.
Wann ist die beste Reisezeit für Nagasaki?
Oktober und November, wenn die Tageswerte bei dreiundzwanzig und achtzehn Grad liegen und der Regen zurückgeht. Juni und Juli sind die nassesten Monate, der August mit einunddreißig Grad der heißeste.
Kann man Hashima besichtigen?
Boote fahren vom Hafen zu der aufgegebenen Kohleinsel hinaus, die wegen ihrer Silhouette Gunkanjima heißt. Ob sie anlegen können, hängt vom Seegang ab, weshalb du die Insel nicht fest einplanen solltest.
Liegt Nagasaki auf dem Weg einer Japan-Rundreise?
Nicht wirklich. Die Stadt liegt am westlichen Ende Kyūshūs, deshalb ist Nagasaki ein bewusster Umweg und kein Zwischenstopp.
Nagasaki

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