Die kurze Antwort
Nudelsuppe mit Schweinefleisch, Meeresfrüchten und Kohl in weißer Brühe – von chinesischen Studenten erfunden.
Erfunden wurde Champon aus einer Verlegenheit heraus: Ein Wirt in Nagasakis Chinatown suchte etwas, das billig war und chinesische Studenten satt machte.
Dicke Nudeln liegen in einer milchig gekochten Brühe aus Schwein und Huhn, obendrauf kommt, was gerade da ist – Kohl, Sprossen, Schweinefleisch, Garnelen, Fischkuchen. Nichts daran ist fein abgestimmt: Die Zutaten garen mit und geben ihren Geschmack an die Brühe ab.
Die Schwestervariante Sara-Udon dreht das Prinzip um – knusprig frittierte Nudeln unter einer angedickten Sauce, die sie nach und nach aufweicht.
Suchen muss man in Nagasaki nach keinem der beiden Gerichte. Im Viertel Shinchi steht Champon in jedem zweiten Lokal auf der Karte, in der günstigen Preisklasse, für die es einmal gedacht war.
Als Erfinder gilt Chen Pingshun, Gründer des 1899 eröffneten Shikairō, in dessen zweitem Stock ein Champon-Museum liegt.
Nudeln mit Tōaku, dem Laugenwasser, das ihnen den eigenen Geschmack gibt, dürfen nur in der Präfektur Nagasaki entstehen.
Sara-Udon lässt sich mit dünnen oder dicken Nudeln bestellen und kommt mit Sauce, Pfeffer und einem Teller zum Teilen.
Weil Champon nie als Marke geschützt wurde, verbreitete sich das Gericht über ganz Japan.
Davor & danach
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Fragen
Champon sind dicke Nudeln in der milchigen Schweine- und Hühnerbrühe. Sara-Udon verwendet stattdessen knusprig frittierte Nudeln, über die eine angedickte Sauce gegeben wird – dasselbe Belag-Prinzip, aber trockener und mit Biss statt suppig.
Weil hier die Chinatown war und mit ihr chinesische Studenten, für die ein Wirt ein möglichst billiges, sättigendes Gericht kochen wollte. Champon ist also keine Erfindung aus der feinen Küche, sondern eine praktische Antwort auf schmale Budgets.
Auf den dicken Nudeln und der weißen Brühe landet, was vorhanden ist: Kohl, Sprossen, Schweinefleisch, Garnelen und Fischkuchen. Der Belag folgt keiner festen Rezeptur, sondern dem Vorrat – das gehört zum Gericht dazu.
Weil es genau dafür gedacht war: Ein Wirt wollte chinesische Studenten billig satt bekommen. Diese Aufgabe steckt bis heute im Gericht – eine Schüssel Champon liegt in der untersten Preisklasse und wird als Alltagsessen bestellt, nicht als Küche für besondere Anlässe.
In Shinchi, dem Chinatown-Viertel, in dem Champon entstanden ist. Dort führt gefühlt jedes zweite Lokal sowohl Champon als auch Sara-Udon, sodass sich die beiden Varianten bequem an einem Tag vergleichen lassen.
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