Die kurze Antwort
Der portugiesische Biskuitkuchen, den Nagasaki im 16. Jahrhundert übernahm und seither backt.
Ein Kuchen, den portugiesische Händler nach Nagasaki mitbrachten und der dort geblieben ist: Castella ist ein dichter, feuchter Biskuit aus Mehl, Eiern, Zucker und Stärkesirup, gebacken in großen rechteckigen Kästen und in Scheiben verkauft.
Das auffälligste Detail sitzt unten. Am Boden jeder Scheibe liegt eine Schicht groben Zuckers, die sich klar von der hellen, kompakten Krume absetzt.
Ein einziges Rezept gibt es nicht. Mehrere Häuser der Stadt backen Castella seit Jahrhunderten, jedes nach eigener Rezeptur, und neben der klassischen Version stehen Varianten mit Matcha oder braunem Zucker. Wer zwei Häuser nebeneinander probiert, merkt: Castella ist kein einheitliches Produkt.
Als Mitbringsel ist der Kuchen das Standardgeschenk Nagasakis – die Scheibe aus dem rechteckigen Kasten ist das, was Besucher aus der Stadt mit nach Hause nehmen.
Das älteste Haus, Fukusaya, backt Castella seit 1624; dort verantwortet ein einzelner Bäcker den ganzen Prozess.
Im Obergeschoss des Shōōken-Stammhauses in Uonomachi liegt das Café Sevilla.
Shōōken, gegründet 1681, führt mit Gosan-yaki eine besonders reichhaltige Variante, die das Haus wiederbelebt hat.
Außer der klassischen Scheibe gibt es Castella auch mit Schokolade, Mandarine oder Käse.
Vor dem ersten Bissen das Backpapier an der Unterseite abziehen, es gehört nicht zum Kuchen.
Davor & danach
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Fragen
Grober Zucker. Er gehört fest zum Aufbau des Kuchens: Castella wird in rechteckigen Kästen gebacken, am Boden bleibt eine Schicht groben Zuckers zurück, und weil der Kuchen in Scheiben verkauft wird, ist sie an jedem Stück zu sehen.
Mit portugiesischen Händlern. Nagasaki übernahm das Gebäck im 16. Jahrhundert und backt es seither weiter – aus Mehl, Eiern, Zucker und Stärkesirup, in rechteckigen Kästen und in Scheiben verkauft.
Verbreitet sind Varianten mit Matcha oder mit braunem Zucker. Da mehrere Häuser der Stadt jeweils nach eigenem Rezept arbeiten, schmecken auch zwei klassische Castella nicht zwangsläufig gleich – der Vergleich zwischen zwei Bäckereien lohnt sich deshalb mehr als der zwischen zwei Scheiben aus demselben Kasten.
Durch Dichte und Feuchtigkeit. Mehl, Eier, Zucker und Stärkesirup ergeben eine kompakte, feuchte Krume statt eines lockeren Teigs, und der grobe Zucker am Boden kommt als eigene Schicht dazu.
Weil die Stadt ihn seit Jahrhunderten backt und mehrere Häuser ihn in eigener Rezeptur anbieten: Castella ist in Nagasaki das Standardgeschenk. Verkauft wird er in Scheiben aus dem rechteckigen Backkasten, klassisch oder als Matcha- beziehungsweise Braunzucker-Variante.
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