Lissabon staffelt sich über sieben Hügeln am breiten Tejo, und kaum eine andere Hauptstadt Europas trägt ihr Licht so offen zur Schau. Vom Castelo de São Jorge fällt der Blick über ein Meer aus Ziegeldächern, hinunter bis zum Fluss, wo die Hängebrücke Ponte 25 de Abril an San Francisco erinnert. Am Abend färbt die Sonne vom Miradouro da Senhora do Monte die Fassaden kupferrot. Das alte Herz schlägt in der Alfama, dem Labyrinth aus engen Gassen, das das große Erdbeben von 1755 überstand. Hier rumpelt die berühmte Linie 28 mit ihren historischen gelben Trams bergauf, hängt Wäsche zwischen den Häusern, und aus offenen Türen dringt abends der melancholische Gesang des Fado. Weiter unten breitet sich die nach dem Beben streng geometrisch wiederaufgebaute Baixa aus, mit der Praça do Comércio, die sich zum Wasser hin öffnet. Im Stadtteil Belém, am Tejo, stehen die großen Zeugen der Entdeckerzeit: das Mosteiro dos Jerónimos und der Torre de Belém, beide UNESCO-Welterbe, dazu das Padrão dos Descobrimentos. Hier liegt auch die Bäckerei, in der die original Pastéis de Belém gebacken werden – die cremig-knusprigen Vorfahren aller Pastéis de Nata. Lissabon ist aber nicht nur Nostalgie. In der Lebensmittelhalle Time Out Market, in den Bars von Bairro Alto und Cais do Sodré und in den Galerien des LX Factory pulsiert ein junges, kreatives Leben. Wer der Stadt entkommen will, fährt in einer halben Stunde nach Sintra mit seinen Märchenpalästen oder an die Atlantikstrände von Cascais und Costa da Caparica. Azulejos, Salzluft und Saudade – Lissabon hält all das auf engstem Raum bereit.






