Sagres liegt dort, wo Portugal aufhört und nur noch der offene Atlantik bleibt. Die kahle, vom Wind gegerbte Landzunge an der äußersten Südwestspitze der Algarve hat nichts vom geschäftigen Badetrubel weiter östlich. Stattdessen brechen kahle Sandsteinplateaus senkrecht ins Meer ab, Möwen lassen sich vom Wind tragen, und über der Brandung thront die sternförmige Fortaleza de Sagres, in der Heinrich der Seefahrer im 15. Jahrhundert seine Karavellen für die großen Entdeckungsfahrten ausrüstete. Wer hier steht, spürt das Gefühl eines Aufbruchsorts, von dem aus Generationen von Seefahrern ins Unbekannte segelten. Wenige Kilometer weiter markiert das Cabo de São Vicente den südwestlichsten Punkt des europäischen Festlands. Sein wuchtiger Leuchtturm sendet eines der stärksten Leuchtfeuer Europas über den Ozean, und am Abend versammeln sich Reisende auf den Klippen, um zuzusehen, wie die Sonne hinter dem Horizont versinkt – für viele der schönste Sonnenuntergang Portugals. Der ganze Streifen gehört zum Naturpark Costa Vicentina, einer rauen Schutzlandschaft aus Heide, Klippen und einsamen Buchten. Das eigentliche Sagres ist ein bodenständiger Ort: ein kleiner Fischerhafen, schlichte weiße Häuser, ein paar Bars und Cafés, in denen der Wind ständiges Gesprächsthema ist. Genau dieser Wind macht den Ort zu einem der besten Surf- und Windsurfreviere Portugals. An der Praia do Tonel rollen kraftvolle Atlantikwellen heran, während die geschützte Praia do Martinhal mit ruhigerem Wasser auch Familien anzieht. Wer Stille, weite Horizonte und ein Stück europäische Seefahrtsgeschichte sucht, findet in Sagres einen Ort, der bewusst rau und ehrlich geblieben ist.




