Guimarães trägt einen Satz auf der alten Stadtmauer, den keine andere Stadt Portugals beanspruchen kann: „Aqui nasceu Portugal“ – hier wurde Portugal geboren. Auf dem Hügel über der Stadt ragt die Burg aus dem 10. Jahrhundert auf, in deren Nähe um 1109 Afonso Henriques zur Welt kam, der erste König des Landes. Von hier zog er in die Schlachten, die ein Königreich begründeten, und genau diese Gründungsgeschichte verdichtet sich bis heute auf engstem Raum. Das mittelalterliche Zentrum gehört zu den am besten erhaltenen Europas und steht seit 2001 auf der UNESCO-Welterbeliste. Wer durch die Gassen geht, läuft über Granitpflaster zwischen Arkadenhäusern, hölzernen Balkonen und blumengeschmückten Innenhöfen. Der Largo da Oliveira mit seinem gotischen Denkmal und der Praça de Santiago bilden das Herz der Altstadt, wo abends die Tische der Cafés bis weit auf die Plätze reichen. Nur wenige Schritte von der Burg entfernt steht der Paço dos Duques de Bragança, der Herzogspalast aus dem 15. Jahrhundert mit seinen markanten Backsteinkaminen, heute ein Museum mit Wandteppichen und Rüstungen. Über der Stadt thront der Sakralberg Penha, den eine Seilbahn erschließt und der einen weiten Blick über das Minho-Land freigibt. Guimarães ist keine museale Kulisse, sondern eine lebendige Universitätsstadt. Die Studierenden der Universidade do Minho geben dem Granit jugendliche Energie, und 2012 trug die Stadt den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt. Kulinarisch lohnen das süße Gebäck Tortas de Guimarães und der grüne Vinho Verde aus der umliegenden Region, der hier zur Tradition gehört.




