Il Montino ist die Adresse, an der Pisa seine Alltagsküche verteidigt. Das Aushängeschild ist die Cecìna, ein hauchdünner, im Holzofen gebackener Kichererbsenfladen, der heiß und mit Pfeffer bestreut über die Theke geht. Dazu kommen Pizza – oft als Stück oder als die typische Cecìna-Pizza im Brötchen – und die Spuma, eine süße, leuchtend rote Limonade, die man fast nur noch hier bekommt. Diese Kombination ist kein Konzept fürs Schaufenster, sondern gelebte lokale Küche, wie sie Generationen von Pisanern kennen.
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Die Atmosphäre ist bewusst schmucklos und schnell. Gegessen wird auf Papier, an wenigen Tischen im engen Gässchen Vicolo del Monte oder einfach auf die Hand im Stehen. Mittags steht hier alles in derselben Schlange: Studierende der nahen Universität, Handwerker aus dem Viertel und Reisende, die den Tipp aufgeschnappt haben. Wer ein gesetztes Restaurant mit Service am Tisch erwartet, ist hier falsch – wer dagegen erleben will, wie die Stadt isst, ist genau richtig.
Die Lage ist ideal für einen Zwischenstopp: Das Gässchen liegt nahe dem Borgo Stretto und der Piazza dei Cavalieri, also auf dem Weg zwischen dem Zentrum und der Piazza dei Miracoli. Für ein paar Euro bekommt man hier ein Stück Pisaer Alltag, das auf keiner Touristenkarte als Sehenswürdigkeit steht und gerade deshalb sehenswert ist.
Wer Cecìna zum ersten Mal probiert, sollte sie heiß und frisch aus dem Ofen nehmen – kalt verliert sie schnell ihren Reiz. Die Spuma dazu rundet das Erlebnis ab und ist für viele der eigentliche Grund, ein zweites Mal zu kommen.