Stadt · Frankreich

Versailles

Kurz nach neun liegt der Ehrenhof noch halb im Schatten, das goldene Gitter fängt bereits die Sonne, und vom Park herauf zieht der Geruch von feuchtem Kies und frisch geschnittenem Buchs.

4 Stadtviertel10 Sehenswürdigkeiten6 Hotels
Überblick

Deine Versailles-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Von April bis Oktober, wenn die Gärten in voller Pracht stehen und an Wochenenden die Wasserspiele (Grandes Eaux) laufen. Frühling und Frühherbst bieten mildes Wetter bei geringerem Andrang; im Hochsommer ist es voll, dafür ist der gesamte Park in Betrieb. Im Winter ruht der Garten, das Schloss bleibt aber geöffnet.
Über Versailles

Reisen nach Versailles

Versailles liegt knapp zwanzig Kilometer westlich von Paris und ist keine Vorstadt, sondern eine Stadt, die um ein Schloss herum am Reißbrett entstand: 1682 verlegte Ludwig XIV. Hof und Regierung offiziell hierher, aus Saint-Germain-en-Laye, wo der Hof bis dahin residiert hatte, und was einmal ein Jagdhaus seines Vaters war, wuchs unter Louis Le Vau und Jules Hardouin-Mansart zur prägenden Residenz des europäischen Barock. Der Höhepunkt des Rundgangs durch die Grands Appartements ist die Galerie des Glaces, 73 Meter lang, mit siebzehn spiegelbesetzten Arkaden gegenüber siebzehn Fenstern zum Garten – dem Saal, in dem 1871 das Deutsche Kaiserreich ausgerufen und 1919 der Versailler Vertrag unterzeichnet wurde. Hinter dem Schloss zieht André Le Nôtres Gartenachse schnurgerade über Bassin de Latone, Tapis Vert und Bassin d'Apollon bis zum kreuzförmigen Grand Canal, im Nordpark liegen mit Grand Trianon, Petit Trianon und dem Hameau de la Reine die privateren Gegenwelten des Hofes. Seit 1979 steht das Ensemble auf der UNESCO-Welterbeliste. Vor dem Gitter beginnt die eigentliche Stadt, ebenfalls barock geplant und bis heute erkennbar zweigeteilt: nördlich der Avenue de Paris das lebhafte Quartier Notre-Dame mit den Markthallen und den Antiquitätenhändlern, südlich das stillere Quartier Saint-Louis mit der klassizistischen Kathedrale, dem Carré Saint-Louis und dem königlichen Gemüsegarten Potager du Roi.

Versailles – Karte
Reiseführer

Versailles von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Um kurz vor neun steht die Schlange vor dem goldenen Gitter schon in Vierergruppen, und drinnen ist noch niemand. Wer dann die Marmortreppe hinaufgeht, hat den Salon d'Hercule für zehn Minuten fast für sich, bevor die erste Welle aus Paris nachrückt. Versailles belohnt Frühaufsteher wie kaum ein anderes Ziel in Europa, und es ist mehr als ein Vormittag im Schloss. Hinter dem Bassin d'Apollon liegen acht Quadratkilometer Park mit Kanal, Trianon und einem künstlichen Bauerndorf, und vor dem Gitter beginnt eine barock geplante Stadt mit Markthallen, Antiquitätenhändlern und einem königlichen Gemüsegarten, in dem heute noch geerntet wird.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Versailles

Alles Wesentliche liegt hinter demselben Gitter – aber vom Ehrenhof bis zum Hameau de la Reine sind es zu Fuß gut drei Kilometer, und die musst du einplanen.

Der Weg beginnt auf der Place d'Armes, wo drei schnurgerade Avenuen zusammenlaufen und die Reiterstatue Ludwigs XIV. vor dem vergoldeten Gitter steht. Dahinter öffnet sich der gepflasterte Ehrenhof, und im Inneren führt der Rundgang als Einbahnstraße durch die Grands Appartements: die Planetensäle mit ihren gemalten Decken, den wuchtigen Salon d'Hercule, das Schlafzimmer des Königs an der Mittelachse des ganzen Bauwerks. Etwa auf halber Strecke folgt die Galerie des Glaces, 73 Meter lang, mit siebzehn spiegelbesetzten Arkaden gegenüber siebzehn hohen Fenstern zum Garten, unter einem Deckengemälde von Charles Le Brun; danach geht es über den Salon de la Paix weiter in die Gemächer der Königin und zum Salon du Sacre. Es ist der einzige Saal, in dem sich fast alle Besucher gleichzeitig stauen – geh ihn zweimal ab, einmal mit dem Strom und einmal langsam zurück am Fenster entlang.

Draußen kippt der Maßstab. André Le Nôtre legte ab 1661 eine Achse an, die vom Wasserparterre über das Bassin de Latone, den Tapis Vert und das Bassin d'Apollon bis zum Grand Canal läuft und dort scheinbar im Horizont verschwindet. Rechts und links davon liegen die Boskette, kleine Heckenräume mit eigenen Brunnen, Kolonnaden und Kaskaden, die viele Besucher komplett übersehen, weil sie hinter mannshohen Hainbuchenwänden verborgen sind. Südlich fällt das Gelände zur Orangerie ab, deren Gewölbe im Winter über tausend Kübelpflanzen aufnehmen, und dahinter zur Pièce d'eau des Suisses, an der abends Läufer aus der Stadt unterwegs sind statt Tagesgäste.

Im nördlichen Teil des Parks liegt das Domaine de Trianon, der ruhigere Gegenpol zum Schloss. Das Grand Trianon von 1687 ist ein flacher Lustpalast aus rosafarbenem Marmor, dessen offene Säulenhalle Garten und Hof miteinander verzahnt; das Petit Trianon, ein klassizistischer Würfel der 1760er Jahre, wurde unter Marie-Antoinette zum privaten Rückzugsort mit eigenem englisch-chinesischem Garten, Liebestempel und Belvedere. Ein Stück weiter steht das Hameau de la Reine, ein in den 1780er Jahren errichtetes Dorf aus Mühle, Fachwerkhäusern und Turm am Teich, das trotz aller Inszenierung eine funktionierende Meierei besaß und heute wieder Tiere beherbergt.

Und dann ist da die Stadt, die den meisten Tagesgästen entgeht. Die überdachten Hallen und der offene Platz des Marché Notre-Dame bilden seit dem 17. Jahrhundert das Versorgungszentrum von Versailles, ringsum sitzen Bistros, Käsehändler und im Passage de la Geôle die Antiquitätenhändler. Südlich der Avenue de Paris stehen die Doppeltürme der Cathédrale Saint-Louis über einem Viertel aus ruhigen Alleen, dazu der Potager du Roi, der königliche Obst- und Gemüsegarten aus den 1680er Jahren, der bis heute bewirtschaftet wird. Wer eine Stunde übrig hat, nimmt die Salle du Jeu de Paume mit, den nüchternen Ballhaussaal, in dem 1789 der Schwur des Dritten Standes fiel.

Sehenswürdigkeiten in Versailles

Alle 10 Sehenswürdigkeiten
Schloss & Tickets

Das Schloss Versailles und der Spiegelsaal von innen

Der Rundgang durch die Staatsgemächer ist eine Einbahnstraße – wer drin ist, kommt an keinem Saal vorbei und an keinem zurück.

Galerie des Glaces
Galerie des Glaces

Angefangen hat alles mit einem Jagdhaus, das Ludwig XIII. in den 1620er Jahren auf einem sumpfigen Hügel westlich von Paris errichten ließ. Sein Sohn ließ es nicht abreißen, sondern ummantelte es: Louis Le Vau legte ab 1668 eine steinerne Hülle um den alten Ziegelbau, Jules Hardouin-Mansart fügte danach die langen Flügel, die Galerie des Glaces und die Königskapelle hinzu. 1682 verlegte Ludwig XIV. Hof und Regierung offiziell hierher, und für gut ein Jahrhundert war dieser Bau das politische Zentrum Frankreichs, bis der Hof im Oktober 1789 nach Paris zurückgezwungen wurde. Seit 1979 gehört das Ensemble zum UNESCO-Welterbe.

Der Spiegelsaal war kein Ballsaal, sondern Durchgang und Wartezone – Höflinge standen hier, um den König auf seinem Weg zur Messe abzupassen. Feste und Maskenbälle gab es nur zu Ausnahmeanlässen, darunter der berühmte Ball von 1745, bei dem Ludwig XV. Madame de Pompadour begegnete. Dass die Wand gegenüber den Fenstern mit Spiegeln bestückt wurde, war im 17. Jahrhundert eine Machtdemonstration, weil Spiegelglas dieser Größe damals zu den teuersten Erzeugnissen Europas zählte. Zwei Ereignisse haben den Saal später in die deutsche Geschichte geschrieben: die Proklamation des Deutschen Kaiserreichs im Januar 1871 und die Unterzeichnung des Versailler Vertrags im Juni 1919. Beides wird vor Ort eher beiläufig erwähnt, ist für deutsche Besucher aber oft der Grund, überhaupt in diesem Saal zu stehen.

Neben den Grands Appartements lohnen drei Bereiche, die viele auslassen. Die Chapelle Royale, 1710 vollendet, ist ein heller, hochaufragender Raum mit doppelter Empore, von der aus der König der Messe folgte. Die Opéra Royal im Nordflügel, 1770 eingeweiht, ist fast vollständig aus Holz gebaut, blau-golden gefasst und akustisch so gut, dass dort bis heute Opern und Konzerte stattfinden. Und die Galerie des Batailles im Südflügel gehört gar nicht zum Barockschloss, sondern zum Museum, das Louis-Philippe im 19. Jahrhundert allen Ruhmestaten Frankreichs widmete – riesige Schlachtengemälde in einem 120 Meter langen Saal, in dem es angenehm leer bleibt.

Praktisch heißt das: Buche ein Zeitfenster online, ohne reserviertes Ticket kommst du in der Saison nur mit Wartezeit hinein. Montags bleibt das Schloss geschlossen, Park und Gärten sind offen – und weil der Louvre dienstags schließt, verlagert sich dessen Andrang genau dann nach Versailles. Das Schloss öffnet in der Regel um neun Uhr, die Gärten und der Park schon ab acht, das Trianon-Areal erst am Mittag; geschlossen wird am frühen Abend, im Winter früher, weshalb sich ein Blick auf die aktuellen Zeiten vor der Buchung lohnt. Die dichtesten Stunden liegen zwischen zehn und zwei; wer zur Öffnung kommt oder erst am mittleren Nachmittag anfängt, läuft entspannter. Der Audioguide ist im Schlossticket enthalten und auch auf Deutsch verfügbar. Wer Schloss, Trianon und Gärten an einem Tag sehen will, fährt mit dem Kombiticket für die gesamte Domaine besser als mit Einzeltickets.

Gärten & Wasserspiele

Die Gärten von Versailles und die Grandes Eaux

An Tagen mit Wasserspielen ist der Garten ein anderer Ort – dann laufen die Brunnen nacheinander an, weil die Hydraulik seit dem 17. Jahrhundert mit Schwerkraft arbeitet und nie alle Bassins gleichzeitig speisen kann.

Le Nôtres Entwurf ist keine Bepflanzung, sondern eine Konstruktion aus Sichtachsen. Vom Wasserparterre direkt hinter dem Schloss fällt der Blick über das Bassin de Latone die Treppen hinunter, dann über den Tapis Vert, eine schnurgerade Rasenbahn, bis zum Bassin d'Apollon, wo der Sonnengott mit seinem Viergespann aus dem Wasser fährt. Dahinter beginnt der Grand Canal, und weil das Gelände sanft abfällt, wirkt die Achse länger, als sie ist. Die interessanteren Räume liegen aber seitlich: In den Bosketten hinter den Hainbuchenwänden stecken Kolonnaden, Kaskaden, ein Ballsaal aus Muschelwerk und das Bassin d'Encelade, in dem ein begrabener Riese Wasser speit.

Die Grandes Eaux Musicales laufen in der wärmeren Jahreshälfte an bestimmten Tagen, meist an Wochenenden, und werden im Sommer abends durch die Grandes Eaux Nocturnes mit Beleuchtung und Feuerwerk ergänzt. An diesen Tagen ist der Zugang zu den Gärten kostenpflichtig, an den übrigen Tagen in der Regel frei – prüf den Spielplan vor der Buchung, denn er entscheidet über Preis und Andrang gleichermaßen. Bemerkenswert ist die Technik dahinter: Ein großer Teil des Systems arbeitet bis heute mit Schwerkraft und historischen Leitungen, weshalb nie alle Brunnen gleichzeitig laufen, sondern nacheinander bespielt werden. Wer die Fontänen bei Musik sehen will, folgt einfach den Gruppen von Bassin zu Bassin.

Für die Distanzen gibt es drei Lösungen. Der kleine Bahnzug pendelt zwischen Schlossterrasse, Grand Canal und Trianon und nimmt dir den längsten Fußweg ab. Am Kanal werden in der Saison Ruderboote vermietet, und vom Wasser aus sieht man die Achse zurück zum Schloss so, wie sie gedacht war. Und Fahrräder sind die eleganteste Variante, weil der Park kilometerweite Kieswege hat und die Trianons damit in Minuten statt in einer halben Stunde erreichbar sind. Für Kinderwagen und Rollstühle ist der Kies auf den Hauptwegen befahrbar, in den Bosketten wird es stellenweise mühsam.

Der Park hat vier sehr unterschiedliche Gesichter im Jahreslauf. Im April und Mai stehen die Beete frisch, die Orangenbäume kommen aus der Orangerie zurück ins Freie, und das Licht ist klar. Im Juli und August ist es voll und heiß, Schatten gibt es fast nur unter den Alleebäumen am Kanal. Im Oktober färben sich die Alleen, die Fotos werden besser und die Wege leerer. Und im Winter, wenn die Statuen zum Schutz verhüllt sind und Nebel über dem Kanal liegt, sieht der Garten aus wie ein Bühnenbild ohne Publikum. Der Potager du Roi wenige Minuten außerhalb ergänzt das ganze Jahr über die praktische Seite des königlichen Gärtnerns.

Aktivitäten & Touren in Versailles

Trianon & Hameau

Grand Trianon, Petit Trianon und das Hameau de la Reine

Zwei Kilometer nördlich des Schlosses wird aus Staatsarchitektur Privatleben, und der Besucherstrom dünnt spürbar aus.

Hameau de la Reine
Hameau de la Reine

Das Grand Trianon ließ Ludwig XIV. 1687 von Jules Hardouin-Mansart errichten, als ihm der eigene Hofstaat zu viel wurde. Der Bau hat nur ein Geschoss, ist außen mit rosafarbenem Marmor verkleidet und in der Mitte von einem offenen Peristyl durchbrochen, durch das man vom Ehrenhof direkt in den Garten sieht – ein Trick, der dem schweren Barock des Hauptschlosses genau entgegengesetzt ist. Im 19. Jahrhundert richtete sich Napoleon hier ein, später wurde ein Flügel für Staatsgäste der Republik hergerichtet. Die Räume sind entsprechend gemischt möbliert, und gerade dieses Nebeneinander macht den Rundgang interessanter, als das Wort Lustschloss vermuten lässt.

Das Petit Trianon entstand in den 1760er Jahren nach Plänen von Ange-Jacques Gabriel und ist ein fast quadratischer Bau von klassizistischer Strenge, dessen vier Fassaden alle unterschiedlich gestaltet sind. 1774 überließ Ludwig XVI. es seiner Frau Marie-Antoinette, die daraus ihr eigenes Reich machte: Zutritt nur auf persönliche Einladung, kein Hofzeremoniell, dazu ein Garten im englisch-chinesischen Geschmack mit gewundenen Wegen statt Achsen. Dort stehen der runde Liebestempel auf einer künstlichen Insel, ein Belvedere-Pavillon und das kleine Theater, in dem die Königin mit ihrem Kreis selbst auf der Bühne stand. Wer verstehen will, warum Versailles am Ende so unbeliebt war, findet hier mehr Antworten als im Spiegelsaal.

Ein paar Minuten weiter liegt das Hameau de la Reine, ab 1783 von Richard Mique um einen Teich angelegt: strohgedeckte Häuser mit Fachwerk, eine Mühle, ein Turm, ein Bauernhof. Die Kulisse war bewusst rustikal gestaltet, aber sie war nicht nur Kulisse – die Meierei lieferte tatsächlich Milch und Eier an die königliche Tafel, und heute leben wieder Kühe, Ziegen und Hühner im Gehöft. Das Haus der Königin wurde in den letzten Jahren aufwendig restauriert und ist wieder eingerichtet. Für Familien ist dieser Teil des Parks der mit Abstand beliebteste, weil hier zum ersten Mal nach Stunden Marmor etwas zum Anfassen kommt.

Zwei praktische Hinweise. Das Trianon-Areal öffnet in der Regel erst am Mittag, während Schloss und Gärten schon am Vormittag geöffnet sind – die naheliegende Tagesplanung ist also Schloss am frühen Morgen, Gärten gegen Mittag, Trianon am Nachmittag. Und unterschätze die Wege nicht: Vom Schlosseingang bis zum Hameau läufst du gut drei Kilometer einfach, dazu die Strecke innerhalb der Anlagen. Wer nicht viel laufen kann oder mit Kindern unterwegs ist, nimmt den kleinen Bahnzug oder ein Leihrad und spart sich damit die Hälfte der Tagesenergie für die Innenräume auf.

Tagesplan

Versailles an einem Tag ab Paris planen

Ein Tag reicht für Schloss, Gärten und Trianon, wenn du früh startest und die Reihenfolge nicht umdrehst.

Nimm einen der ersten Züge und sei vor der Öffnung am Gitter. Der Schlossrundgang dauert konzentriert etwa anderthalb bis zwei Stunden, mit vielen Pausen an den Fenstern auch länger; wichtig ist nur, dass du ihn hinter dir hast, bevor gegen zehn die Busgruppen eintreffen. Danach direkt hinaus auf die Gartenterrasse, an der Latona-Fontäne vorbei und die Treppen hinunter – der Perspektivwechsel vom überfüllten Innenraum in die offene Achse ist der beste Moment des Tages. Falls du an einem Tag mit Wasserspielen da bist, plane hier deutlich mehr Zeit ein, weil die Boskette dann geöffnet und bespielt sind.

Gegen Mittag lohnt sich der Weg nach unten zum Grand Canal statt der Schlange an den Imbissständen. Auf den Wiesen am Wasser lässt sich gut sitzen, und wenn du morgens in der Stadt etwas eingekauft hast, hast du hier die beste Mittagspause der ganzen Anlage. Wer lieber am Tisch isst, geht zurück ins Schlossareal, wo im Pavillon Dufour ein Tagesrestaurant mit Blick auf den Ehrenhof betrieben wird. Anschließend entweder zu Fuß am Kanal entlang oder mit dem kleinen Zug nach Norden zum Trianon-Areal, das nachmittags geöffnet ist.

Der Nachmittag gehört Grand Trianon, Petit Trianon und Hameau de la Reine – in dieser Reihenfolge, weil der Rundweg dann ohne Umkehr funktioniert und du am Bauerndorf endest, dem entspanntesten Punkt der ganzen Domaine. Zurück geht es entweder wieder mit dem Bahnzug oder über die Alleen am nördlichen Kanalarm, was ungefähr eine halbe Stunde dauert und deutlich schöner ist. Rechne den Rückweg großzügig, die Anlage schließt am Nachmittag beziehungsweise frühen Abend je nach Saison zu unterschiedlichen Zeiten.

Bleibt noch eine Stunde, dann geh nicht sofort zum Bahnhof, sondern durch das Gitter hinaus in die Stadt. Vom Ehrenhof sind es wenige Minuten in die Quartiere links und rechts der Avenue de Paris, zum Marché Notre-Dame mit seinen Bistros oder in Richtung Kathedrale Saint-Louis. Wer zwei Tage hat, teilt anders auf: Tag eins Schloss und Gärten, Tag zwei Trianon, Potager du Roi, Markthalle und Antiquitätenviertel, dazu vielleicht eine Vorstellung in der Opéra Royal oder in der Grande Écurie. Erst dann ergibt Versailles als Stadt Sinn und nicht nur als Sehenswürdigkeit.

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Stadt & Quartiere

Die Königsstadt jenseits des Schlossgitters

Versailles wurde gleichzeitig mit dem Schloss geplant, und man sieht es noch heute an jeder Straßenecke.

Marché Notre-Dame
Marché Notre-Dame

Als der Hof herzog, brauchte er eine Stadt für Minister, Bedienstete, Handwerker und Lieferanten. Ludwig XIV. gab Bauland unter Auflagen aus, ließ Baufluchten und Traufhöhen vorschreiben und zog drei Avenuen fächerförmig auf die Place d'Armes zu. Die mittlere davon, die Avenue de Paris, ist breiter angelegt als die Champs-Élysées und teilt den historischen Stadtkern bis heute in zwei Hälften. Heute leben rund 85.000 Menschen hier, es gibt Gymnasien, Kasernen, eine Bischofskirche und einen Wochenmarkt – Versailles ist eine funktionierende Stadt und keine Museumskulisse, was viele Tagesgäste nie mitbekommen, weil sie den Weg vom Bahnhof zum Gitter nicht verlassen.

Nördlich der Avenue liegt das Quartier Notre-Dame, angelegt als das vornehmere der beiden Viertel und heute das lebhaftere. Sein Zentrum ist der Marché Notre-Dame mit vier Markthallen um einen offenen Platz, auf dem an mehreren Vormittagen pro Woche Stände stehen; ringsum drängen sich Bistros, Bäcker, Käseläden und Terrassen, die auch außerhalb der Saison besetzt sind. Ein paar Schritte weiter führt der Passage de la Geôle zu den Antiquitäts- und Trödelhändlern, und am Boulevard de la Reine zeigt das Musée Lambinet in einem Stadtpalais des 18. Jahrhunderts, wie die bürgerliche Seite von Versailles gewohnt hat.

Südlich der Avenue wird es sofort ruhiger. Das Quartier Saint-Louis entstand später und war das Viertel der kleineren Leute am Hof; seine Straßen sind enger, die Häuser niedriger, und über allem stehen die Doppeltürme der Cathédrale Saint-Louis aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Das Carré Saint-Louis besteht aus vier kleinen Platzhöfen, die als Ladenzeilen für Händler gebaut wurden und heute Boutiquen, Werkstätten und ein paar Restaurants beherbergen. Gleich daneben liegen der Potager du Roi und die Salle du Jeu de Paume – auf wenigen hundert Metern also Gartenbau, Kirchenbau und Revolutionsgeschichte.

Zum Alltag gehört auch das Grün außerhalb der Domaine. An der Pièce d'eau des Suisses südlich der Orangerie laufen morgens die Jogger, das Domaine de Madame Élisabeth an der Avenue de Paris ist ein öffentlicher Park mit altem Baumbestand, und südlich der Stadt reichen die Wälder um Satory fast bis an den Park heran, während nach Westen die offene Plaine de Versailles beginnt. Direkt an der Place d'Armes lohnt außerdem ein Zwischenstopp in der Grande Écurie: In der Galerie des Carrosses stehen Kutschen, Schlitten und Sänften des Hofes, der Zugang ist kostenfrei, aber auf bestimmte Tage und Stunden beschränkt – prüf das vor dem Weg dorthin. Im selben Gebäude probt die von Bartabas gegründete Académie équestre; ihre Vorführungen und öffentlichen Trainings werden gesondert angekündigt und gehören zu den Programmpunkten, für die sich ein zweiter Tag in Versailles lohnt.

Übernachten

Hotels in Versailles und die passende Lage

Die meisten kommen morgens und fahren abends zurück nach Paris – genau deshalb lohnt die Übernachtung, denn nach Parkschluss gehört die Stadt wieder denen, die bleiben.

Die außergewöhnlichste Adresse liegt innerhalb der Domaine. Im Grand Contrôle, einem Gebäude des späten 17. Jahrhunderts am Rand des Schlossareals, betreibt Airelles seit wenigen Jahren ein sehr kleines Palasthotel, in dem die Zimmer im Stil des 18. Jahrhunderts eingerichtet sind und die Küche von Alain Ducasse verantwortet wird. Das ist eine Entscheidung fürs Erlebnis und nicht fürs Budget, aber es ist die einzige Möglichkeit, im Schlossareal selbst zu übernachten. Die zweite Ikone steht am Boulevard de la Reine: das Trianon Palace von 1910, ein Belle-Époque-Bau am Rand des Parks, heute Waldorf Astoria, mit großem Spa und dem Gourmetrestaurant Gordon Ramsay au Trianon im Haus.

Realistischer für die meisten Reisen ist die mittlere Kategorie rund um das Schloss. Das Hôtel Le Louis Versailles Château aus der MGallery-Kollektion liegt an der Avenue de Paris nur wenige hundert Meter vom Gitter entfernt, das Hôtel Le Versailles an der Rue Sainte-Anne ebenfalls in Gehweite, und das Novotel Château de Versailles ist die verlässliche Familienlösung, gut eine Viertelstunde zu Fuß vom Gitter entfernt und genau genommen schon in Le Chesnay. Wer es kleiner und persönlicher mag, findet mit dem Hôtel des Roys ein Drei-Sterne-Haus in einem Stadtpalais des 18. Jahrhunderts an der Avenue de Paris, nah an Schloss und Bahnhof Rive Gauche.

Die Lagefrage ist in Versailles einfacher als in Paris, weil die Distanzen klein sind. Wer mit dem Zug anreist, wählt ein Haus zwischen dem Bahnhof Versailles Château Rive Gauche und dem Gitter – das sind Fußwege von zehn Minuten. Wer die Stadt und nicht nur das Schloss will, wohnt besser in den Quartieren Notre-Dame oder Saint-Louis, wo abends die Restaurants offen haben und man morgens auf dem Weg zum Markt frühstückt. Und wer mit dem Auto kommt, klärt vor der Buchung die Parkfrage: Die Innenstadt ist eng und weitgehend bewirtschaftet, eigene Hotelstellplätze sind die Ausnahme, die großen Parkplätze liegen an der Place d'Armes und an den Bahnhöfen.

Preislich folgt Versailles dem Pariser Rhythmus, aber gedämpft. Teuer wird es an Wochenenden mit Wasserspielen, während großer Messen in Paris und rund um die Feiertage im Frühjahr; günstig sind Werktage im November, Januar und Februar, wenn die Tagesgäste ausbleiben. Wer ohnehin mehrere Tage in der Region verbringt, sollte durchrechnen, ob sich Versailles nicht als Basis lohnt: Zimmerpreise liegen meist unter dem Pariser Niveau, die Innenstadt von Paris ist per Vorortzug in einer guten halben Stunde erreichbar, und abends spart man sich die Rückfahrt aus dem vollen Zentrum.

Hotels in Versailles

Alle 6 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Restaurants in Versailles vom Sternehaus bis zur Markthalle

Innerhalb der Domaine isst du teuer und mit Schlange, ein paar hundert Meter weiter beginnt eine ernstzunehmende Restaurantstadt.

Im Schlossareal selbst gibt es drei Ebenen. Alain Ducasse betreibt im Pavillon Dufour ein Tagesrestaurant mit Blick auf den Ehrenhof, das sich gut für eine Mittagspause zwischen Schloss und Garten eignet; im Grand Contrôle steht seine große Tafel mit einem mehrgängigen Menü, für das man reserviert und sich Zeit nimmt. Dazu kommen Teesalons und Kioske im Park, die im Sommer zuverlässig überlaufen sind. Die ehrlichste Lösung an einem vollen Besuchstag bleibt trotzdem der Einkauf am Morgen in der Markthalle und ein Platz auf den Wiesen am Grand Canal.

Die gehobene Küche der Stadt sitzt überwiegend außerhalb des Gitters. La Table du 11 in der Cour des Senteurs nahe der Rue de la Chancellerie ist das ambitionierteste Haus von Versailles, mit produktbetonter Marktküche und wechselnden Menüs statt großer Karte; reserviert wird dort früh, gerade an Wochenenden. Im Trianon Palace am Boulevard de la Reine kocht das Gourmetrestaurant Gordon Ramsay au Trianon mit Blick in Richtung Park. Beide Adressen sind Abendprogramm, kein Zwischenstopp – wer sie einplant, sollte den Schlossbesuch entsprechend früher beenden.

Für den normalen Abend funktioniert die Ebene darunter besser. Das Bistrot du 11 im Quartier Saint-Louis ist die bistronomische Schwester der Table du 11, mit kurzer Karte und deutlich freundlicheren Preisen. Le Chapeau Gris an der Rue Hoche gilt als ältestes Restaurant der Stadt und serviert klassische französische Küche in Räumen, die das auch aussehen lassen. Ringsum, zwischen Rue Hoche, Rue de Satory und dem Marktplatz, reihen sich Brasserien, Crêperien und kleine Weinbars – die Dichte ist hoch genug, dass man abends auch ohne Reservierung einen Tisch findet, wenn man nicht auf ein bestimmtes Haus fixiert ist.

Zwei Eigenheiten, die den Tag entspannter machen. Erstens hält sich Versailles an die französischen Essenszeiten: Mittags wird meist zwischen zwölf und halb drei serviert, abends ab etwa halb acht, dazwischen bekommt man außerhalb der Cafés wenig. Zweitens ist der Marché Notre-Dame die beste Adresse für alles, was man mitnehmen kann – Käse, Terrinen, Baguette, Obst, dazu Konditoreien in den umliegenden Straßen. Wer im Park picknicken will, deckt sich dort ein und hält sich an die Wiesen entlang des Kanals; in den Bosketten und auf den Parterres ist Sitzen nicht vorgesehen.

Restaurants in Versailles

Anreise & vor Ort

Anreise nach Versailles ab Paris und Wege vor Ort

Drei Bahnstrecken führen aus Paris hierher, und sie enden an drei verschiedenen Bahnhöfen mit sehr unterschiedlichen Fußwegen zum Schloss.

Die bekannteste Verbindung ist die RER C zur Station Versailles Château Rive Gauche, weil sie direkt an den Seine-Bahnhöfen im Pariser Zentrum hält und weil es von dort nur rund zehn Gehminuten bis zur Place d'Armes sind. Die Fahrt dauert je nach Ausgangspunkt etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde. Achte beim Einsteigen auf die Zugzielanzeige, denn die Linie verzweigt sich und nicht jeder Zug fährt nach Versailles. Wer den Fahrplan im Blick behält, spart sich am Rückweg das Warten – im Berufsverkehr ist die Strecke voll, und ein Zug später kann eine Viertelstunde bedeuten.

Die beiden Alternativen sind weniger bekannt und oft entspannter. Ab Gare Saint-Lazare fahren Vorortzüge nach Versailles Rive Droite, ab Gare Montparnasse nach Versailles Chantiers; beide Fahrten sind kurz, die Fußwege zum Schloss aber mit einer knappen Viertelstunde etwas länger. Versailles Chantiers ist zugleich der Regionalbahnhof mit Verbindungen Richtung Chartres und La Défense und damit für Weiterreisen der praktischste. Kaufe dein Ticket bis Versailles am Automaten oder in der App und informiere dich kurz vorher über die geltende Tarifregelung, sie wurde in den vergangenen Jahren mehrfach vereinfacht.

Mit dem Auto kommst du über die A13 aus Paris in gut einer halben Stunde, im Berufsverkehr deutlich länger. Geparkt wird auf der Place d'Armes direkt vor dem Schloss oder an den Bahnhöfen; beide Varianten sind kostenpflichtig, und an Wochenenden mit Wasserspielen sind die Flächen früh voll. Aus Deutschland ist die Anreise per Bahn über Paris die naheliegendste Lösung, weil du am Gare de l'Est oder Gare du Nord ankommst und von dort mit der RER C oder über Saint-Lazare weiterfährst. Von den Pariser Flughäfen führt kein direkter Weg nach Versailles, du wechselst in der Regel einmal im Stadtgebiet.

Vor Ort brauchst du kein Verkehrsmittel, aber gute Schuhe. Vom Bahnhof Rive Gauche zum Gitter, vom Gitter in die Quartiere und vom Schloss zum Grand Canal läufst du jeweils zehn bis zwanzig Minuten – nur der Weg zum Trianon-Areal ist mit rund drei Kilometern lang genug, dass sich Bahnzug oder Leihrad lohnen. Innerhalb der Stadt verkehren Busse, die vor allem für den Weg zum Bahnhof Chantiers nützlich sind. Und ein Detail, das viele unterschätzen: Der Park hat mehrere Nebeneingänge, unter anderem an der Grille de la Reine und in Richtung Trianon, was gerade an vollen Tagen die Warteschlange am Haupteingang spart.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Umgebung

Ausflüge ab Versailles ins Umland von Paris

Rund um Paris liegt ein ganzer Kranz von Schlössern, und Versailles ist der beste Ausgangspunkt, um mehr als eines davon zu sehen.

Gärten von Le Nôtre
Gärten von Le Nôtre

Am naheliegendsten ist Paris selbst, das per Vorortzug in gut einer halben Stunde erreichbar ist. Wer in Versailles wohnt, kann die Stadt gegen den Strom besuchen – morgens hinein, wenn die Pendler herausfahren, und abends zurück, wenn die Innenstadt am vollsten ist. Umgekehrt funktioniert Versailles auch als Halbtagesausflug aus Paris, wenn man den Schlossbesuch früh legt und den Nachmittag wieder an der Seine verbringt. Für beide Richtungen gilt dieselbe Regel: Der Vormittag gehört dem Schloss, alles andere lässt sich verschieben.

Das zweite große Schloss der Region ist Fontainebleau südöstlich von Paris, älter als Versailles und weniger überlaufen, mit einem Wald ringsum, der zu den bekanntesten Kletter- und Wandergebieten Frankreichs gehört. Nördlich liegt Chantilly mit seinem Wasserschloss, den Großen Stallungen und einer Gemäldesammlung, die für ein Provinzschloss ungewöhnlich hochkarätig ist. Beide Ziele sind Tagesausflüge und lassen sich mit der Bahn über Paris erreichen, wobei ein Umstieg im Stadtgebiet fast immer nötig ist.

Wer es kleiner mag, fährt nach Giverny, wo Claude Monets Haus mit dem Seerosenteich und dem japanischen Brücklein steht – ein Ziel für die Monate zwischen Frühjahr und Herbst, weil der Garten im Winter geschlossen bleibt. Ebenfalls lohnend ist Chartres mit seiner Kathedrale und den mittelalterlichen Glasfenstern, ab Versailles Chantiers direkt per Regionalzug erreichbar und deshalb der bequemste Ausflug überhaupt von hier aus. Für einen halben Tag reicht Saint-Germain-en-Laye westlich von Paris, mit Schloss, Archäologiemuseum und einer langen Terrasse über dem Seinetal.

Und dann gibt es die Ziele, die kaum jemand auf dem Zettel hat. Marly-le-Roi war Ludwigs XIV. eigentlicher Rückzugsort, vom Schloss selbst ist nach der Revolution nichts geblieben, aber der Park mit seinen Wasserbecken und Alleen ist frei zugänglich und an Wochenenden ein beliebtes Ausflugsziel. Rambouillet südwestlich von Versailles hat ein Schloss samt Meierei und einen ausgedehnten Wald. Und die Forêt de Versailles direkt vor der Haustür ist ein Netz aus geraden Jagdschneisen, in denen man auch an einem Sonntagnachmittag noch allein unterwegs sein kann.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Versailles – und welches zu dir passt

Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Versailles im Jahreslauf

Versailles teilt das milde, wechselhafte Klima der Île-de-France, hat aber einen eigenen Kalender, weil ein großer Teil des Erlebnisses draußen stattfindet.

Das Klima ist gemäßigt ozeanisch mit milden Wintern um fünf Grad im Mittel und Sommern, die selten über die Mitte der Zwanziger hinausgehen. Regen fällt übers Jahr verteilt und kommt eher in Schauern als in Dauerlagen, was für einen Tag im Park mit Schirm gut zu handhaben ist. Wichtiger als das Thermometer ist die Saison der Wasserspiele: In der wärmeren Jahreshälfte laufen die Grandes Eaux an bestimmten Tagen, dann ist der Garteneintritt kostenpflichtig und der Andrang deutlich höher. Im Winter sind viele Statuen verhüllt und die Brunnen abgestellt, dafür sind die Innenräume angenehm leer.

Jan7°2°leere Säle, Brunnen aus
Feb8°2°kühl, kurze Schlangen
Mär12°4°Parterres werden bepflanzt
Apr16°6°Wasserspiele starten, frisches Grün
Mai20°9°klares Licht, lange Abende
Jun23°12°Nocturnes am Abend, Mois Molière
Jul26°14°warm und voll, wenig Schatten
Aug26°14°Hochsaison, Feriengruppen
Sep22°11°mild, Park wird ruhiger
Okt17°9°Herbstfarben in den Alleen
Nov11°5°grau, ideal für Innenräume
Dez8°3°Weihnachtsmarkt in der Stadt

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Versailles sind Mai, Juni und September. Dann liegen die Höchstwerte zwischen 20 und 23 Grad, die Gärten stehen voll, die Wasserspiele laufen, und die Tage sind lang genug für Schloss, Park und Trianon hintereinander. Juli und August sind warm, aber die vollsten und schattenärmsten Wochen des Jahres. April und Oktober funktionieren gut, wenn dir der Park wichtiger ist als das Thermometer. Und November bis Februar sind die Monate für alle, die den Spiegelsaal ohne Gedränge sehen wollen und dafür auf die Fontänen verzichten.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Versailles

Wie kommt man am einfachsten von Paris nach Versailles?
Mit der RER C zur Station Versailles Château Rive Gauche, von der es rund zehn Gehminuten bis zum Schlossgitter sind – das ist der kürzeste Fußweg aller drei Bahnhöfe. Schneller unterwegs, dafür mit längerem Fußweg, bist du mit den Vorortzügen ab Gare Montparnasse nach Chantiers und ab Gare Saint-Lazare nach Rive Droite, beide mit etwa einer Viertelstunde zu Fuß. Achte bei der RER C auf die Zugzielanzeige, die Linie verzweigt sich.
Wie viel Zeit sollte man für Versailles einplanen?
Für das Schloss allein reichen anderthalb bis zwei Stunden, für Schloss und Gärten ein halber bis ganzer Tag. Wer zusätzlich Grand Trianon, Petit Trianon und das Hameau de la Reine sehen will, braucht einen vollen Tag von der Öffnung bis zum späten Nachmittag, weil zwischen Schloss und Bauerndorf allein drei Kilometer Fußweg liegen. Zwei Tage ergeben Sinn, wenn auch die Stadt dazukommen soll.
Wann ist Versailles am wenigsten voll?
Direkt zur Öffnung am Morgen und ab dem mittleren Nachmittag, wenn die Busgruppen abgereist sind. Dienstag ist erfahrungsgemäß voller als andere Werktage, weil das Schloss montags geschlossen ist und der Louvre dienstags zu hat, sodass dessen Besucher genau dann nach Versailles ausweichen. Wochenenden mit Wasserspielen sind die vollsten Tage überhaupt, dafür ist dann der Garten in seiner schönsten Form.
Ist der Eintritt in die Gärten von Versailles frei?
An den meisten Tagen ist der Zugang zu den Gärten in der Regel kostenlos, an den Tagen mit Grandes Eaux Musicales oder Nocturnes wird dagegen ein gesonderter Eintritt fällig. Der Park mit Grand Canal und den Alleen ist davon getrennt zu sehen und ganzjährig zugänglich. Prüf den Spielplan vor der Reise, er entscheidet über Preis, Programm und Andrang gleichermaßen.
Braucht man für Schloss Versailles ein Ticket im Voraus?
Ja, plane mit einem online gebuchten Zeitfenster. In der Saison kommst du ohne Reservierung nur mit erheblicher Wartezeit hinein, und an Tagen mit Wasserspielen ist der Andrang zusätzlich hoch. Wenn du Schloss, Trianon-Areal und Gärten am selben Tag sehen willst, ist das Kombiticket für die gesamte Domaine günstiger als Einzeltickets. Der Audioguide fürs Schloss ist enthalten und auch auf Deutsch verfügbar.
An welchem Tag ist Schloss Versailles geschlossen?
Montags bleibt das Schloss zu, Gärten und Park sind an diesem Tag aber geöffnet – ein Montag eignet sich also für einen reinen Garten- und Stadttag. Das Trianon-Areal mit Grand Trianon, Petit Trianon und Hameau de la Reine öffnet an den übrigen Tagen üblicherweise erst mittags, weshalb du es sinnvollerweise für den Nachmittag einplanst.
Lohnt sich das Trianon-Areal zusätzlich zum Schloss?
Ja, und für viele ist es der schönere Teil des Tages. Das Grand Trianon aus rosafarbenem Marmor, Marie-Antoinettes Petit Trianon mit englisch-chinesischem Garten und das Hameau de la Reine mit Mühle, Teich und Hoftieren zeigen die private Seite des Hofes und sind deutlich weniger überlaufen als die Grands Appartements. Rechne mit zwei bis drei Stunden inklusive Wegen.
Wie kommt man im Park von Versailles am besten voran?
Zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem kleinen Bahnzug, der zwischen Schlossterrasse, Grand Canal und Trianon pendelt. Vom Schlosseingang bis zum Hameau de la Reine sind es gut drei Kilometer einfach, dazu die Wege innerhalb der Anlagen – Leihrad oder Bahnzug sparen also spürbar Kraft. In der wärmeren Jahreszeit werden am Grand Canal außerdem Ruderboote vermietet.
Was kann man in Versailles außer dem Schloss sehen?
Die barock geplante Stadt lohnt einen eigenen Rundgang. Im Quartier Notre-Dame liegen die Markthallen mit Bistros und die Antiquitätenhändler im Passage de la Geôle, südlich der Avenue de Paris stehen die Cathédrale Saint-Louis, das Carré Saint-Louis und der königliche Gemüsegarten Potager du Roi. Dazu die Salle du Jeu de Paume, das Musée Lambinet und die Grande Écurie mit der Kutschensammlung.
Wo isst man in Versailles am besten?
Im Schlossareal betreibt Alain Ducasse ein Tagesrestaurant im Pavillon Dufour und eine große Tafel im Grand Contrôle. In der Stadt sind La Table du 11 in der Cour des Senteurs und Gordon Ramsay au Trianon die ambitioniertesten Häuser, das Bistrot du 11 und Le Chapeau Gris die entspannteren Alternativen. Für ein Picknick am Grand Canal deckst du dich morgens am Marché Notre-Dame ein.
Lohnt es sich, in Versailles zu übernachten?
Wenn du mehr als das Schloss sehen willst, deutlich. Nach Parkschluss leert sich die Stadt, die Restaurants in den beiden Quartieren füllen sich mit Einheimischen, und am nächsten Morgen stehst du vor allen Tagesgästen am Gitter. Zimmerpreise liegen meist unter Pariser Niveau, und die Innenstadt von Paris ist per Vorortzug in gut einer halben Stunde erreichbar.
Ist Versailles mit Kindern zu schaffen?
Ja, wenn du die Reihenfolge anpasst. Der Schlossrundgang ist eng, laut und ohne Sitzgelegenheit, deshalb kurz halten; danach gehören Park, Bootsverleih am Grand Canal, Fahrräder und vor allem das Hameau de la Reine mit seinen Hoftieren zum entspanntesten Teil des Tages. Kinderwagen kommen auf den Hauptwegen über den Kies, in den Bosketten wird es stellenweise mühsam.
Was macht man in Versailles bei Regen?
Die Innenräume füllen problemlos einen Tag. Grands Appartements, Galerie des Batailles, Chapelle Royale und – wenn zugänglich – die Opéra Royal decken den Vormittag ab, dazu die Kutschensammlung in der Grande Écurie und das Musée Lambinet in der Stadt. Die überdachten Hallen des Marché Notre-Dame und die Bistros ringsum sind die naheliegendste Mittagslösung.
Wann laufen die Wasserspiele in Versailles?
Die Grandes Eaux Musicales finden in der wärmeren Jahreshälfte an bestimmten Tagen statt, meist an Wochenenden, dazu im Sommer die abendlichen Grandes Eaux Nocturnes mit Beleuchtung und Feuerwerk. Weil die Anlage zu großen Teilen mit Schwerkraft arbeitet, laufen nie alle Brunnen gleichzeitig, sondern nacheinander. Den aktuellen Spielplan solltest du vor der Buchung prüfen.

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VersaillesKurz nach neun liegt der Ehrenhof noch halb im Schatten, das goldene Gitter fängt bereits die Sonne, und vom Park herauf zieht der Geruch von feuchtem Kies und frisch geschnittenem Buchs.

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