Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Versailles
Alles Wesentliche liegt hinter demselben Gitter – aber vom Ehrenhof bis zum Hameau de la Reine sind es zu Fuß gut drei Kilometer, und die musst du einplanen.
Der Weg beginnt auf der Place d'Armes, wo drei schnurgerade Avenuen zusammenlaufen und die Reiterstatue Ludwigs XIV. vor dem vergoldeten Gitter steht. Dahinter öffnet sich der gepflasterte Ehrenhof, und im Inneren führt der Rundgang als Einbahnstraße durch die Grands Appartements: die Planetensäle mit ihren gemalten Decken, den wuchtigen Salon d'Hercule, das Schlafzimmer des Königs an der Mittelachse des ganzen Bauwerks. Etwa auf halber Strecke folgt die Galerie des Glaces, 73 Meter lang, mit siebzehn spiegelbesetzten Arkaden gegenüber siebzehn hohen Fenstern zum Garten, unter einem Deckengemälde von Charles Le Brun; danach geht es über den Salon de la Paix weiter in die Gemächer der Königin und zum Salon du Sacre. Es ist der einzige Saal, in dem sich fast alle Besucher gleichzeitig stauen – geh ihn zweimal ab, einmal mit dem Strom und einmal langsam zurück am Fenster entlang.
Draußen kippt der Maßstab. André Le Nôtre legte ab 1661 eine Achse an, die vom Wasserparterre über das Bassin de Latone, den Tapis Vert und das Bassin d'Apollon bis zum Grand Canal läuft und dort scheinbar im Horizont verschwindet. Rechts und links davon liegen die Boskette, kleine Heckenräume mit eigenen Brunnen, Kolonnaden und Kaskaden, die viele Besucher komplett übersehen, weil sie hinter mannshohen Hainbuchenwänden verborgen sind. Südlich fällt das Gelände zur Orangerie ab, deren Gewölbe im Winter über tausend Kübelpflanzen aufnehmen, und dahinter zur Pièce d'eau des Suisses, an der abends Läufer aus der Stadt unterwegs sind statt Tagesgäste.
Im nördlichen Teil des Parks liegt das Domaine de Trianon, der ruhigere Gegenpol zum Schloss. Das Grand Trianon von 1687 ist ein flacher Lustpalast aus rosafarbenem Marmor, dessen offene Säulenhalle Garten und Hof miteinander verzahnt; das Petit Trianon, ein klassizistischer Würfel der 1760er Jahre, wurde unter Marie-Antoinette zum privaten Rückzugsort mit eigenem englisch-chinesischem Garten, Liebestempel und Belvedere. Ein Stück weiter steht das Hameau de la Reine, ein in den 1780er Jahren errichtetes Dorf aus Mühle, Fachwerkhäusern und Turm am Teich, das trotz aller Inszenierung eine funktionierende Meierei besaß und heute wieder Tiere beherbergt.
Und dann ist da die Stadt, die den meisten Tagesgästen entgeht. Die überdachten Hallen und der offene Platz des Marché Notre-Dame bilden seit dem 17. Jahrhundert das Versorgungszentrum von Versailles, ringsum sitzen Bistros, Käsehändler und im Passage de la Geôle die Antiquitätenhändler. Südlich der Avenue de Paris stehen die Doppeltürme der Cathédrale Saint-Louis über einem Viertel aus ruhigen Alleen, dazu der Potager du Roi, der königliche Obst- und Gemüsegarten aus den 1680er Jahren, der bis heute bewirtschaftet wird. Wer eine Stunde übrig hat, nimmt die Salle du Jeu de Paume mit, den nüchternen Ballhaussaal, in dem 1789 der Schwur des Dritten Standes fiel.







































