Setúbal liegt am Mündungstrichter des Sado, südlich von Lissabon, und ist eine echte Arbeits- und Fischereistadt – kein herausgeputzter Touristenort. Morgens kommen die Fischkähne den Fluss herauf, und in der Markthalle Mercado do Livramento, die zu den schönsten Portugals zählt, türmen sich Fisch und Meeresfrüchte unter azulejogeschmückten Wänden. Daraus entsteht die Spezialität der Stadt: Choco frito, frittierter Tintenfisch, der hier in vielen Lokalen serviert wird und untrennbar mit Setúbal verbunden ist. Direkt hinter der Bucht steigt die Serra da Arrábida steil aus dem Meer auf, ein Naturpark aus kalkweißem Fels und mediterraner Macchia. An seinem Fuß liegen Buchten mit so klarem, türkisfarbenem Wasser, dass mancher Besucher die Algarve vergisst – etwa die Praia dos Galapinhos oder die Praia da Figueirinha. Die Küstenstraße über die Serra bietet auf dem Weg dorthin weite Blicke über die Bucht und das gegenüberliegende Tróia. Vom Hafen setzt die Fähre über den Sado zur Halbinsel Tróia über, deren lange Sandstrände und Pinienwälder einen Tagesausflug lohnen. Im Ästuar des Sado lebt eine der wenigen ortsfesten Delfinpopulationen Europas; bei Bootstouren lassen sich die Tiere oft beobachten, während im Hintergrund die Salzgärten und Reisfelder der Mündung liegen. Die Region ist außerdem für ihren Moscatel de Setúbal bekannt, einen aromatischen Süßwein, der seit Jahrhunderten an den Hängen der Halbinsel angebaut wird. Zwischen Klosterarchitektur wie dem Convento de Jesus, frischem Fisch, Wein und Naturpark zeigt Setúbal ein bodenständiges, authentisches Portugal abseits der großen Touristenströme.




