Der Schiefe Turm ist das Wahrzeichen Pisas und eines der bekanntesten Bauwerke der Welt – und doch ist seine Geschichte vielen Besuchern unbekannt. Der Turm ist eigentlich der Campanile, also der frei stehende Glockenturm des Doms Santa Maria Assunta. Der Bau begann 1173, doch schon während der Errichtung begann sich das Fundament im weichen, sandigen Schwemmboden ungleichmäßig zu setzen, sodass der Turm sich zur Seite neigte. Die Bauarbeiten wurden mehrfach für lange Zeit unterbrochen, was den Untergrund stabilisierte und einen sofortigen Einsturz verhinderte. Erst 1372 wurde der Turm vollendet – mit einer korrigierenden Kurve in den oberen Stockwerken, mit der die Baumeister die Neigung auszugleichen versuchten. Über die Jahrhunderte nahm die Neigung weiter zu, bis der Turm Ende des 20. Jahrhunderts als akut einsturzgefährdet galt. Eine aufwendige Stabilisierung um die Jahrtausendwende, bei der Erdreich auf der erhöhten Seite kontrolliert entnommen wurde, brachte den Turm in ein sicheres Gleichgewicht zurück, ohne ihn aufzurichten. Seither ist der Aufstieg wieder möglich. Der Weg nach oben führt über die Wendeltreppe im Inneren des Marmorzylinders. Die Stufen sind durch die Schräglage spürbar uneben, was den Aufstieg zu einem eigenen Erlebnis macht. Oben warten die Glocken und ein weiter Blick über die Piazza dei Miracoli mit Dom und Baptisterium, über die Dächer Pisas bis hin zu den Apuanischen Alpen am Horizont. Der Aufstieg ist streng in Zeitfenstern getaktet, da nur eine begrenzte Zahl an Personen gleichzeitig hinaufdarf. Tickets sollte man unbedingt vorab über die offizielle Website der Opera della Primaziale Pisana sichern, da die Kontingente, besonders in der Hauptsaison, schnell ausverkauft sind. Kleine Kinder dürfen nicht hinauf.
Den Turm zusammen mit Dom und Baptisterium auf der Wiese komponieren.






























