Der Dom Santa Maria Assunta ist das Herzstück der Piazza dei Miracoli und das Bauwerk, von dem aus das gesamte Welterbe-Ensemble zu verstehen ist. Mit der Beute aus siegreichen Seezügen begann Pisa 1063 den Bau seiner Kathedrale, in einer Zeit, als die Seerepublik auf dem Höhepunkt ihrer Macht stand. Das Ergebnis wurde zum Maßstab eines ganzen Baustils: Die pisanische Romanik mit ihren übereinandergestaffelten Säulengalerien aus hellem Marmor wurde in der halben Toskana und auf Sardinien kopiert. Die vierstöckige Säulenfassade aus hellem Marmor gehört zu den bekanntesten Ansichten der italienischen Romanik. Hinter ihr öffnet sich ein fünfschiffiges Inneres von großer Wirkung: Über dem Kirchenraum spannt sich eine vergoldete Kassettendecke, die im Halbdunkel zu schweben scheint. Künstlerischer Höhepunkt ist die Kanzel von Giovanni Pisano, ein Meisterwerk der gotischen Bildhauerei mit reich gestalteten Reliefs. Im Apsismosaik thront ein Johannes, der als das letzte dokumentierte Werk Cimabues gilt und damit eine besondere kunsthistorische Bedeutung besitzt. Wer den Dom besucht, sollte sich Zeit für die Details nehmen: die Bronzetüren, die antiken Säulen, die zum Teil aus früheren Bauten stammen, und das Zusammenspiel von Licht und Marmor. Der Bau erzählt die Geschichte einer Stadt, die einst zu den führenden Seemächten des Mittelmeers zählte. Der Eintritt in den Dom ist frei, erfordert aber ein Zeitfenster-Ticket, das vorab oder vor Ort gelöst wird. Praktisch lässt sich der Besuch mit dem benachbarten Baptisterium und dem Camposanto kombinieren, für die es Kombitickets gibt – so erschließt sich das Ensemble der Piazza dei Miracoli in einem Zug.
Die vierstöckige Marmorfassade frontal von der Piazza aufnehmen.






























