◆ STADT · ELSASS
Colmar wirkt wie aus einem Bilderbuch herausgeschnitten – und ist doch ganz echt. Anders als die meisten elsässischen Städte blieb die Altstadt von Kriegszerstörungen weitgehend verschont, und so reihen sich hier Fachwerkhäuser in Pastelltönen, Renaissance-Erker und schmiedeeiserne Wirtshausschilder zu einem der geschlossensten historischen Stadtbilder Frankreichs. Im Herzen liegt La Petite Venise, wo die Häuser der Gerber und Gemüsebauern direkt an den Armen der Lauch stehen. Über allem aber thront die Kunst: Im Musée Unterlinden hängt der Isenheimer Altar, Grünewalds gewaltiges Meisterwerk. Und vor den Toren beginnt nach wenigen Kilometern die Elsässer Weinstraße – Colmar ist ihre heimliche Hauptstadt.
Colmar trägt seine Doppelnatur mit Stolz. Über Jahrhunderte wechselte das Elsass zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich, und die Stadt spricht beide Welten zugleich: Auf den schmiedeeisernen Schildern der Wirtshäuser steht „Wistub“ neben „Restaurant“, an den Fassaden stehen deutsche Hausnamen, im Glas perlt französischer Crémant. Schon im Mittelalter war Colmar eine wohlhabende Reichsstadt, Mitglied der Dekapolis, des Zehnstädtebundes im Elsass. Aus dieser Blütezeit stammen die prächtigsten Bauten – die Maison Pfister von 1537 mit ihrem hölzernen Erker und ihren Wandmalereien, das Koifhus als alte Zoll- und Kaufstation und die Maison des Têtes mit über hundert grotesken Köpfen an der Fassade.
Das geistige Zentrum der Stadt ist das Musée Unterlinden, untergebracht in einem ehemaligen Dominikanerinnenkloster aus dem 13. Jahrhundert. Sein Herzstück, der Isenheimer Altar von Matthias Grünewald, gilt als eines der eindringlichsten Werke der abendländischen Malerei – eine Kreuzigung von brutaler Wucht, die einst Pestkranke trösten sollte. Wenige Schritte entfernt erinnert die Église des Dominicains mit Schongauers zarter „Madonna im Rosenhag“ an die andere, sanfte Seite der oberrheinischen Kunst. Colmar ist überhaupt eine Stadt der Bildhauer und Maler: Auguste Bartholdi, der die New Yorker Freiheitsstatue schuf, wurde hier geboren; sein Geburtshaus ist heute ein Museum.
Doch Colmar lebt nicht nur von seiner Vergangenheit. Rund um die Markthalle aus dem 19. Jahrhundert, das Marché Couvert, kaufen die Colmarer noch immer Munsterkäse, Elsässer Schinken und Gewürztraminer ein. In den Wistuben kommen Choucroute, Baeckeoffe und Tarte flambée auf den Tisch, dazu ein Glas trockener Riesling. Und wer am Abend durch die menschenleeren Gassen von La Petite Venise schlendert, wenn die Tagesbesucher abgereist sind und sich die Lichter im Wasser spiegeln, versteht, warum diese Stadt seit Generationen Maler, Dichter und Romantiker anzieht. travelperfect empfiehlt, mindestens eine Nacht zu bleiben – Colmar offenbart seinen Zauber erst nach Ladenschluss.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel
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· Aktivitäten
· Entdecken & Buchen
02 · Rundgang & Themen
Fachwerk & Renaissance
Von der Maison Pfister mit ihrem hölzernen Eckerker über das Koifhus, die alte Zollstation, bis zur Maison des Têtes mit ihren über hundert grotesken Steinköpfen – ein Spaziergang durch die Glanzzeit der freien Reichsstadt. Die Collégiale Saint-Martin gibt dem Ganzen mit ihrem bunten Ziegeldach den gotischen Akzent.
Kunst & Geschichte
Das Musée Unterlinden bewahrt mit Grünewalds Isenheimer Altar ein Schlüsselwerk der abendländischen Malerei; die Église des Dominicains hütet Schongauers „Madonna im Rosenhag“. Und im Musée Bartholdi erfährt man, dass die New Yorker Freiheitsstatue von einem Colmarer entworfen wurde – am Stadtrand steht eine Nachbildung.
Wein & Genuss
Colmar liegt mitten in den großen Lagen des Oberelsass. Eine Weinprobe in einem der Winzerkeller führt durch Riesling, Gewürztraminer, Pinot Gris und Crémant d'Alsace. Im Marché Couvert, der historischen Markthalle, kauft man Munsterkäse, Bretzel und Elsässer Spezialitäten – und in den Wistuben gibt es Choucroute, Baeckeoffe und Tarte flambée.
Wasser & Romantik
Im ehemaligen Gerber- und Gemüsebauernviertel stehen die Fachwerkhäuser direkt am Wasser. Eine flache Barke gleitet auf den stillen Armen der Lauch unter blumengeschmückten Brücken hindurch. Unser Geheimtipp: am frühen Morgen oder in der blauen Stunde kommen, wenn die Tagesgäste fort sind und sich die Fassaden ungestört im Wasser spiegeln.
03 · Wann
Colmar liegt im Windschatten der Vogesen und gehört dadurch zu den trockensten Orten Frankreichs – ein Glücksfall für den Wein und für Reisende. Die Sommer sind warm und sonnig, die Winter klar und oft frostig. Frühling und Herbst sind die ideale Zeit für Altstadt und Weinstraße; die Adventszeit verwandelt die Stadt in einen der stimmungsvollsten Weihnachtsmärkte Europas.
04 · Häufige Fragen
Auf der Top-Liste stehen das Quartier La Petite Venise mit seinen Fachwerkhäusern an der Lauch, das Musée Unterlinden mit dem Isenheimer Altar, die Maison Pfister von 1537, das Koifhus, die Maison des Têtes und die gotische Collégiale Saint-Martin. Wer mehr Zeit hat, ergänzt die Église des Dominicains mit Schongauers „Madonna im Rosenhag“, den Marché Couvert und das Musée Bartholdi. In rund einem Tag lässt sich das Kernprogramm zu Fuß ablaufen.
Colmar ist berühmt für seine bestens erhaltene Fachwerk-Altstadt und das romantische Quartier La Petite Venise an der Lauch. Hinzu kommen der Isenheimer Altar im Musée Unterlinden, die Rolle als heimliche Hauptstadt der Elsässer Weinstraße und einer der stimmungsvollsten Weihnachtsmärkte Europas. Auch als Geburtsstadt von Auguste Bartholdi, dem Schöpfer der New Yorker Freiheitsstatue, ist die Stadt bekannt.
Abseits der Hauptachsen lohnt das stille Quartier des Tanneurs, das alte Gerberviertel mit seinen hohen Fachwerkhäusern. Die schönsten Spiegelungen in La Petite Venise gibt es früh am Morgen oder zur blauen Stunde, wenn die Tagesgäste fort sind. Wer der Stadt entfliehen will, fährt in die nahen Weindörfer Eguisheim, Riquewihr oder Kaysersberg – und im Marché Couvert kauft man Elsässer Spezialitäten dort ein, wo es die Colmarer selbst tun.
Die Altstadt selbst lässt sich in einem vollen Tag erkunden. Wer aber das Musée Unterlinden in Ruhe besuchen, eine Bootsfahrt durch La Petite Venise machen und einen Abstecher auf die Elsässer Weinstraße zu Dörfern wie Riquewihr und Eguisheim unternehmen will, plant besser zwei bis drei Tage ein – Colmar ist ein idealer Standort für die ganze Region.
Frühling (April bis Juni) und Herbst (September bis Oktober) sind ideal: mildes Wetter, blühende oder gerade gelesene Weinberge und weniger Andrang als im Hochsommer. Wer die berühmten Weihnachtsmärkte erleben möchte, reist von Ende November bis zum 24. Dezember – dann ist die Altstadt allerdings sehr voll, und Übernachtungen sollten Monate im Voraus gebucht werden.
Colmar liegt an der Bahnstrecke Straßburg–Basel: Von Straßburg sind es rund 30 Minuten, von Basel etwa 45 Minuten. Die nächsten Flughäfen sind der EuroAirport Basel-Mulhouse (ca. 60 km) und Straßburg-Entzheim (ca. 75 km). Mit dem Auto erreicht man Colmar über die A35; in der autofreien Altstadt parkt man am besten in einem der Randparkhäuser.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Colmar und auf der Weinstraße.
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