Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Straßburg
Das ganze Pflichtprogramm liegt auf einer Insel von gut einem Kilometer Länge – vom Münsterplatz bis zu den Ponts Couverts läufst du eine knappe Viertelstunde.
Angelpunkt ist der Münsterplatz, und zwar nicht nur wegen der Kathedrale. Der Platz ist so eng gefasst, dass du den 142 Meter hohen Turm aus rosa Vogesensandstein in seiner ganzen Höhe erst siehst, wenn du direkt davorstehst – ein Effekt, den die Baumeister des 13. Jahrhunderts kaum so geplant, aber perfekt getroffen haben. Schräg gegenüber klemmt die Maison Kammerzell zwischen den Nachbarhäusern, ein steinernes Erdgeschoss aus dem 15. Jahrhundert, darüber drei geschnitzte Fachwerkgeschosse von 1589 mit Hunderten kleiner Butzenscheiben. Heute wird darin gekocht, fotografiert wird sie ohnehin. Wer vor neun Uhr kommt, hat Platz und Fassade beinahe für sich.
Zwei Minuten südlich schließt das Palais Rohan an, der Barockbau, den sich die Fürstbischöfe ab 1731 nach Plänen von Robert de Cotte an die Ill setzen ließen. Hinter der strengen Hoffassade stecken gleich drei städtische Museen unter einem Dach – Archäologie im Untergeschoss, Kunstgewerbe in den fürstbischöflichen Prunkräumen im Erdgeschoss, Malerei vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert eine Etage höher. Wenn du dich für nur ein Museum entscheiden musst, nimm trotzdem das Musée de l'Œuvre Notre-Dame gleich neben dem Münster. Dort stehen die Originalskulpturen der Kathedrale, die draußen längst durch Kopien ersetzt wurden, dazu mittelalterliche Bauzeichnungen auf Pergament.
Vom Münster führt der Weg nach Westen ins alte Gerberviertel. In der Petite France arbeiteten ab dem 16. Jahrhundert Gerber, Müller und Fischer am Wasser, und ihre Häuser erkennst du bis heute an den steilen, offenen Dachgeschossen, in denen die Häute im Durchzug trockneten. Am Westzipfel der Insel teilt sich die Ill in vier Arme, und genau dort spannen sich die Ponts Couverts darüber, drei Brücken und vier wuchtige Wehrtürme aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Die hölzernen Dächer, denen die Anlage ihren Namen verdankt, verschwanden schon im 18. Jahrhundert.
Direkt dahinter riegelt der Barrage Vauban den Fluss ab, und von seiner Dachterrasse siehst du vier Türme im Vordergrund, Fachwerkgiebel dahinter und ganz hinten die Münsterspitze. Zurück auf der Insel liegen die Place Kléber als größter Platz der Stadt und die Place Gutenberg mit dem Denkmal für den Erfinder, der hier in den 1430er-Jahren an seiner Idee arbeitete. Ein Stück weiter steht die evangelische Église Saint-Thomas mit ihrer Silbermann-Orgel von 1741, auf der Mozart gespielt hat und die Albert Schweitzer 1908 vor dem romantischen Umbau rettete.















