Stadt · Frankreich

Straßburg

Über den Dächern der Ill-Insel steht ein Turm aus rosa Vogesensandstein, der mehr als zweihundert Jahre lang das höchste Bauwerk der Welt war.

6 Stadtviertel8 Sehenswürdigkeiten5 Hotels
Überblick

Deine Straßburg-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Frühling (April bis Juni) und Frühherbst (September, Oktober) bieten mildes Wetter und blühende Fachwerkgassen bei moderatem Andrang. Der Advent ist mit dem berühmten Weihnachtsmarkt magisch, aber sehr voll und kühl. Der Hochsommer ist warm und ideal für Bootsfahrten auf der Ill.
Über Straßburg

Reisen nach Straßburg

Straßburg liegt wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt und ist trotzdem eine durch und durch französische Stadt – nur eine, in der die Kellner ins Elsässische wechseln und die Karte Choucroute neben Coq au Riesling führt. Das Zentrum liegt auf der Grande Île, einer von zwei Ill-Armen umflossenen Insel, die seit 1988 komplett zum UNESCO-Welterbe zählt; 2017 kam die deutsche Neustadt aus der Kaiserzeit dazu. In der Mitte steht das Liebfrauenmünster aus rosa Vogesensandstein, dessen einzelner Turm 142 Meter misst und dessen astronomische Uhr um halb eins ihren Apostelumzug abspult. Im Südwesten der Insel liegt das ehemalige Gerberviertel Petite France mit Fachwerkgiebeln, Schleusen und den Ponts Couverts, im Nordosten das Europaviertel mit Parlament und Europarat. Dazwischen Winstubs mit dunkler Holzvertäfelung, ein Straßenbahnnetz, das über den Rhein bis nach Kehl fährt, und im Advent der Christkindelsmärik, den es seit 1570 gibt.

Straßburg – Karte
Reiseführer

Straßburg von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Um halb eins gehen unter der astronomischen Uhr die Handys nach oben, während zweihundert Meter weiter in der Rue des Orfèvres die ersten Winstubs den Mittagstisch decken. Straßburg hält das seit Jahrhunderten so – kurz Weltkulturerbe, dann wieder Alltag. Die Stadt ist französisch verwaltet, elsässisch gewachsen und über weite Strecken deutsch gebaut, je nachdem, in welche Gasse du abbiegst, und weil das historische Zentrum auf eine einzige Insel passt, erledigst du das meiste davon zu Fuß.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Straßburg

Das ganze Pflichtprogramm liegt auf einer Insel von gut einem Kilometer Länge – vom Münsterplatz bis zu den Ponts Couverts läufst du eine knappe Viertelstunde.

Angelpunkt ist der Münsterplatz, und zwar nicht nur wegen der Kathedrale. Der Platz ist so eng gefasst, dass du den 142 Meter hohen Turm aus rosa Vogesensandstein in seiner ganzen Höhe erst siehst, wenn du direkt davorstehst – ein Effekt, den die Baumeister des 13. Jahrhunderts kaum so geplant, aber perfekt getroffen haben. Schräg gegenüber klemmt die Maison Kammerzell zwischen den Nachbarhäusern, ein steinernes Erdgeschoss aus dem 15. Jahrhundert, darüber drei geschnitzte Fachwerkgeschosse von 1589 mit Hunderten kleiner Butzenscheiben. Heute wird darin gekocht, fotografiert wird sie ohnehin. Wer vor neun Uhr kommt, hat Platz und Fassade beinahe für sich.

Zwei Minuten südlich schließt das Palais Rohan an, der Barockbau, den sich die Fürstbischöfe ab 1731 nach Plänen von Robert de Cotte an die Ill setzen ließen. Hinter der strengen Hoffassade stecken gleich drei städtische Museen unter einem Dach – Archäologie im Untergeschoss, Kunstgewerbe in den fürstbischöflichen Prunkräumen im Erdgeschoss, Malerei vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert eine Etage höher. Wenn du dich für nur ein Museum entscheiden musst, nimm trotzdem das Musée de l'Œuvre Notre-Dame gleich neben dem Münster. Dort stehen die Originalskulpturen der Kathedrale, die draußen längst durch Kopien ersetzt wurden, dazu mittelalterliche Bauzeichnungen auf Pergament.

Vom Münster führt der Weg nach Westen ins alte Gerberviertel. In der Petite France arbeiteten ab dem 16. Jahrhundert Gerber, Müller und Fischer am Wasser, und ihre Häuser erkennst du bis heute an den steilen, offenen Dachgeschossen, in denen die Häute im Durchzug trockneten. Am Westzipfel der Insel teilt sich die Ill in vier Arme, und genau dort spannen sich die Ponts Couverts darüber, drei Brücken und vier wuchtige Wehrtürme aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Die hölzernen Dächer, denen die Anlage ihren Namen verdankt, verschwanden schon im 18. Jahrhundert.

Direkt dahinter riegelt der Barrage Vauban den Fluss ab, und von seiner Dachterrasse siehst du vier Türme im Vordergrund, Fachwerkgiebel dahinter und ganz hinten die Münsterspitze. Zurück auf der Insel liegen die Place Kléber als größter Platz der Stadt und die Place Gutenberg mit dem Denkmal für den Erfinder, der hier in den 1430er-Jahren an seiner Idee arbeitete. Ein Stück weiter steht die evangelische Église Saint-Thomas mit ihrer Silbermann-Orgel von 1741, auf der Mozart gespielt hat und die Albert Schweitzer 1908 vor dem romantischen Umbau rettete.

Sehenswürdigkeiten in Straßburg

Alle 8 Sehenswürdigkeiten
Münster & astronomische Uhr

Das Straßburger Münster und seine astronomische Uhr

Für Turm und Uhr brauchst du zwei getrennte Tickets und zwei getrennte Kassen – beide liegen an der Place du Château auf der Südseite des Baus.

Straßburger Münster
Straßburger Münster

Das Münster ist ein Palimpsest aus vier Jahrhunderten Bauzeit. Unter dem gotischen Langhaus stecken die Fundamente einer romanischen Kirche des 11. Jahrhunderts, ab 1176 wurde in Gotik weitergebaut, 1277 begann Erwin von Steinbach die Westfassade mit ihrem filigranen Maßwerkschleier, und erst 1439 setzte Johannes Hültz die Spitze auf 142 Meter. Der zweite Turm, den die Pläne vorsahen, kam nie – deshalb steht die Kathedrale bis heute so unsymmetrisch da, als hätte jemand mittendrin das Geld verloren. Von 1647 bis 1874 war sie das höchste Bauwerk der Welt, und aus der Rheinebene siehst du sie von weit her.

Innen ist es dunkler, als die helle Fassade vermuten lässt, und genau darum geht es. Das Licht kommt aus Fenstern des 12. bis 14. Jahrhunderts, die im Zweiten Weltkrieg ausgebaut und ausgelagert wurden und deshalb fast vollständig erhalten sind. Im südlichen Querhaus steht der Engelspfeiler, eine einzelne Säule aus dem 13. Jahrhundert, an der sich Evangelisten, Engel und ein thronender Christus in drei Registern übereinanderstaffeln – ein Stück Skulptur, für das man aus halb Europa anreiste, als der Bau noch neu war. Hoch an der Nordwand des Langhauses hängt die Orgel in einem gotischen Schwalbennest-Gehäuse.

Die astronomische Uhr steht gleich daneben und ist die dritte an dieser Stelle. Das Werk, das heute läuft, baute der Uhrmacher Jean-Baptiste Schwilgué zwischen 1838 und 1843 in das Renaissance-Gehäuse des 16. Jahrhunderts ein; es rechnet Schaltjahre, Osterdaten und Planetenstände aus und schaltet in der Silvesternacht selbsttätig den Kalender weiter. Der große Auftritt ist der Apostelumzug um 12:30 Uhr, denn die Uhr setzt ihren Mittag eine halbe Stunde später an als die Stadt. Er läuft allerdings nicht an jedem Tag – an Sonn- und Feiertagen mit Gottesdienst um 11 Uhr entfällt der Besuch, und während der Wochen des Weihnachtsmarkts bleibt er ganz aus. Ansonsten brauchst du dafür ein eigenes Ticket; der Einlass läuft von 11.30 bis 12 Uhr über den Portail Saint-Michel an der Place du Château, und um zwölf startet drinnen ein Einführungsfilm. Wer erst um Viertel nach zwölf kommt, steht vor verschlossener Tür.

Der Aufstieg auf die Plattform ist der zweite Programmpunkt und hat seine eigene Kasse, außen an der Südseite, über die Place du Château. Tickets gibt es nur dort und nur vor Ort – einen Vorverkauf im Netz und feste Zeitfenster gibt es nicht, in der Hochsaison kommst du also besser früh. Rund 330 Stufen einer engen Wendeltreppe führen auf 66 Meter Höhe, dorthin, wo jahrhundertelang der Türmer Wache hielt; oben siehst du über die Dächer der Insel hinweg nach Westen zu den Vogesen und nach Osten über den Rhein in den Schwarzwald. Plane den Besuch nicht auf gut Glück in die Mittagszeit – die Kathedrale schließt mittags für die Andacht, und während der Gottesdienste ist der Innenraum für Besichtigungen gesperrt. Die aktuellen Zeiten hängen am Portal aus.

Petite France & Wasserstadt

Petite France, Ponts Couverts und der Barrage Vauban

Am frühen Morgen hängt Nebel über den Schleusen, und die Fachwerkgiebel spiegeln sich im Wasser, bevor die erste Gruppe über die Stege kommt.

Petite France
Petite France

Der Name klingt hübscher, als seine Herkunft ist. 1503 entstand im benachbarten Finkwiller ein Hospiz für Syphiliskranke, das 1687 an die heutige Rue des Moulins zog; weil die Krankheit im Elsass als französische galt, blieb der Gegend der Spitzname. Gearbeitet wurde hier an ganz anderem – Gerber, Müller und Fischer siedelten am Wasser, weil sie es für ihr Handwerk brauchten. Die Gerberhäuser mit ihren steilen, nach oben offenen Dachgeschossen stehen bis heute an der Rue du Bain-aux-Plantes, und wenn du dort hochschaust, verstehst du die Bauform sofort. Unter den Ziegeln hingen die Häute reihenweise im Durchzug, bis sie trocken waren.

Am Westende teilt sich die Ill in vier Arme, und dort steht die älteste erhaltene Verteidigungslinie der Stadt. Die Ponts Couverts sind drei Brücken und vier Wehrtürme aus dem 13. und 14. Jahrhundert; die Holzdächer, die ihnen den Namen gaben, wurden im 18. Jahrhundert abgetragen, der Name blieb hängen. Ein paar Schritte flussabwärts riegelt der Barrage Vauban den Strom ab, eine Sperre aus rosa Sandstein, die Ende des 17. Jahrhunderts nach Vaubans Konzept entstand. Ihr Zweck war brutal einfach – im Belagerungsfall staute man die Ill auf und setzte das gesamte Vorfeld im Süden unter Wasser.

Auf die Dachterrasse des Barrage kommst du ohne Eintritt, und von dort hast du den Blick, den fast jede Straßburg-Postkarte zeigt. Für Fotos ist der frühe Morgen die verlässlichste Zeit, ab etwa elf Uhr staut sich der Verkehr auf den schmalen Stegen zwischen den Kanälen. Wer erst am Nachmittag kommt, geht besser umgekehrt vor und läuft von den Ponts Couverts flussaufwärts durch die Rue des Moulins zur Place Benjamin Zix, wo unter Platanen die Terrassen stehen. Dort sitzt du im Schatten, siehst die Boote vorbeiziehen und musst dich nicht durch die Engstellen schieben.

Die Petite France ist kein Freilichtmuseum, sondern eine funktionierende Wasserstraße. Zwischen den Häusern liegen Schleusen, durch die sich die Ausflugsboote heben und senken lassen, und das Zuschauen kostet nichts – die Kammer füllt sich, das Tor öffnet, das Boot verschwindet unter der nächsten Brücke. Wer selbst mitfahren will, findet die Anlegestelle auf der anderen Inselseite am Palais Rohan. Und wenn du das Viertel ein zweites Mal sehen willst, komm nach Einbruch der Dunkelheit wieder – im Juni heißt das erst gegen halb elf, im Advent schon am späten Nachmittag. Dann ist die Beleuchtung an, die Tagesgäste sind abgereist, und in den Winstubs am Rand wird noch serviert.

Stadtviertel

Straßburgs Stadtviertel von der Grande Île bis zur Krutenau

Die Ill legt einen Ring um die Altstadt, und jedes Viertel außerhalb dieses Rings erzählt ein anderes Kapitel der Stadtgeschichte.

Die Grande Île ist das, was die meisten meinen, wenn sie Straßburg sagen – die von zwei Ill-Armen umflossene Altstadtinsel mit Münster, Palais Rohan, Place Kléber und den großen Einkaufsstraßen, seit 1988 als Ganzes UNESCO-Welterbe. Geschützt ist dabei nicht ein einzelnes Bauwerk, sondern das komplette Stadtbild aus Gassen, Innenhöfen und Uferzeilen. Im Südwesten geht sie ohne sichtbare Grenze in die Petite France über, das alte Gerberviertel mit Fachwerk, Kanälen und Holzstegen. Wer zum ersten Mal kommt und wenig Zeit hat, bleibt auf dieser Insel und lässt alles andere getrost weg.

Über die nördlichen Brücken beginnt die Neustadt, und der Maßstab wechselt schlagartig. Nach 1871 legte die deutsche Reichsverwaltung hier ein komplettes Erweiterungsviertel an – breite Achsen, Gründerzeitfassaden zwischen Neorenaissance und Neugotik, und als Zentrum die Place de la République mit dem einstigen Kaiserpalast, der Universitätsbibliothek und dem Theater im Halbrund. Östlich schließt die Universität an, in den Bains municipaux von 1908 wird bis heute in Jugendstilhallen geschwommen. 2017 hat die UNESCO die Neustadt in das Welterbe der Grande Île aufgenommen.

Südöstlich der Insel liegt die Krutenau, historisch das Viertel der Gemüsegärtner und Schiffer, dessen Name auf das Kraut auf den Illwiesen zurückgeht. Heute ist es Straßburgs Ausgehviertel – enge Gassen, Fachwerkgiebel, ein fast dörflicher Zuschnitt und dazwischen eine dichte Reihe kleiner Bars und Küchen. Weil die Universitätsgebäude gleich um die Ecke liegen, ist das Publikum jung. Weiter östlich schließt die Esplanade an, ein Wohn- und Campusviertel aus den 1960er-Jahren auf dem Gelände der geschleiften Vauban-Zitadelle; im Parc de la Citadelle stecken die Reste der Bastion noch im Rasen.

Im Nordosten, zwischen Ill und Marne-Rhein-Kanal, steht das Quartier Européen für die dritte Straßburger Identität. Das Europäische Parlament mit seinem gläsernen Halbrund, der Europarat im Palais de l'Europe und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte liegen innerhalb weniger Gehminuten beieinander, Architektur der 1970er bis 1990er, betont offen und transparent. Gleich daneben beginnt der Parc de l'Orangerie, der älteste Park der Stadt, in dem nach den Wiederansiedlungsprogrammen wieder Störche auf den Nestern stehen. Die Tram hält direkt vor Parlament und Menschenrechtsgerichtshof.

Rundgang & Tagesplan

Straßburg an einem Tag und was ein zweiter Tag dazubringt

Ein Tag reicht für die Insel, wenn du die Reihenfolge nach den Uhrzeiten baust und nicht nach der Landkarte.

Starte am Münsterplatz, bevor die Gruppen kommen. Erst der Innenraum mit Engelspfeiler und den alten Fenstern, dann der Aufstieg auf die Plattform, solange die Luft noch klar ist – das Ticket dafür löst du an der Kasse an der Place du Château, es gibt keinen Vorverkauf, weshalb sich das frühe Kommen doppelt lohnt. Für den Apostelumzug der astronomischen Uhr stellst du dich kurz nach halb zwölf an, denn der Einlass läuft nur bis zwölf, dann startet der Einführungsfilm; wer davor noch Zeit hat, nimmt einen Kaffee am Platz oder macht einen Abstecher ins Musée de l'Œuvre Notre-Dame nebenan. Wer keine Lust auf getaktete Programmpunkte hat, lässt die Uhr weg und läuft stattdessen die Rue des Orfèvres und die Rue du Maroquin ab, die schmalen Gassen westlich des Münsters.

Nach dem Mittagessen in einer Winstub rund um den Münsterplatz – Chez Yvonne, Le Tire-Bouchon und das Winstub Le Clou liegen alle in Gehweite – gehst du nach Westen. Über die Place Gutenberg kommst du direkt auf die Grand'Rue, die geradewegs in die Petite France führt; die Place Kléber liegt ein paar Schritte nördlich davon und lohnt sich als kurzer Abstecher, wenn du Zeit hast. Dort läufst du die Rue du Bain-aux-Plantes ab, schaust an der Schleuse zu, wie ein Ausflugsboot durchgehoben wird, und steigst am Ende der Insel auf die Dachterrasse des Barrage Vauban. Für die ganze Strecke inklusive Fotostopps rechnest du gut zwei Stunden.

Den späten Nachmittag gibst du dem Wasser. Die Rundfahrt mit Batorama startet an der Anlegestelle beim Palais Rohan und sortiert dir vom Wasser aus noch einmal, was du vorher zu Fuß abgelaufen bist – mehr dazu weiter unten bei den Touren. Danach zurück auf die Insel, Aperitif an der versteckten Place du Marché Gayot oder am Quai des Bateliers, Abendessen in einer Winstub. Nach Einbruch der Dunkelheit lohnt der zweite Gang durch die Petite France, wenn die Beleuchtung an und die Stege leer sind.

Ein zweiter Tag verschiebt den Schwerpunkt nach draußen. Vormittags die Neustadt zu Fuß, von der Place de la République über die Universität bis zu den Bains municipaux, danach mit der Tram ins Europaviertel und in den Parc de l'Orangerie zu den Störchen. Wer lieber raus will, nimmt den Zug nach Colmar – die Fahrt dauert rund eine halbe Stunde – oder eine geführte Tagestour an die Elsässer Weinstraße, die keine zwanzig Kilometer westlich in Marlenheim beginnt. Für einen dritten Tag bieten sich der Mont Sainte-Odile über der Rheinebene an oder ein Nachmittag drüben in Kehl, wohin die Tram direkt fährt.

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Übernachten

Hotels in Straßburg und die passende Lage für deinen Aufenthalt

Die Altstadtinsel ist so klein, dass die Lagefrage weniger über Gehwege entscheidet als über Lärm, Parkplatz und den Preis im Advent.

Die repräsentativste Adresse steht ein paar Schritte hinter der Place Kléber, in der Rue des Francs-Bourgeois. Das Maison Rouge führt seine Geschichte bis ins Jahr 1387 zurück, hat heute fünf Sterne, ein Art-déco-Erbe im Haus und ein Spa – und liegt trotzdem an einer normalen Geschäftsstraße, was abends für Ruhe sorgt. Wenige Gehminuten vom Münster liegt das Cour du Corbeau, ein Renaissancehaus mit hölzernen Laubengängen um einen Innenhof, das schon im 16. Jahrhundert Gäste beherbergte und heute als Vier-Sterne-Haus der MGallery-Linie geführt wird. Beides sind gute Adressen, wenn du abends zu Fuß essen gehen und morgens vor allen anderen am Münster stehen willst.

Am Wasser wird es ruhiger. Das Régent Petite France sitzt in einer Mühle des 17. Jahrhunderts direkt an der Ill, mit Zimmern über dem Kanal und Blick auf die Schleusen; die Lage mitten im UNESCO-Viertel ist so zentral, wie sie zugleich abgeschirmt ist. Ein paar Minuten entfernt liegt das Bouclier d'Or, ein Vier-Sterne-Boutiquehaus in einem Renaissancebau des 16. Jahrhunderts mit Spa im Gewölbekeller, deutlich kleiner und persönlicher. Und Les Haras, untergebracht in den königlichen Gestüten von 1756, ist die Designvariante mit weiter Halle, Pool und einer Brasserie, in der auch Straßburger essen, die nicht dort wohnen.

Für Bahnreisende ist das Viertel um die Gare Centrale die naheliegende Alternative – du läufst von dort zu Fuß in die Altstadt, und die Zimmerpreise liegen spürbar unter denen auf der Insel. In der Neustadt wohnst du in Gründerzeitbauten mit hohen Decken, ruhiger und mit Tram-Anschluss in alle Richtungen. Und eine Möglichkeit, die viele Deutsche übersehen: Kehl auf der anderen Rheinseite hängt über die Tramlinie D am Zentrum, du fährst ohne Umsteigen hinüber, und die dortigen Hotelpreise haben mit denen der Straßburger Altstadt wenig zu tun.

Die Preisfrage entscheidet in Straßburg der Kalender, nicht die Kategorie. In der Adventszeit ist die Stadt über Wochen ausgebucht, und die Raten ziehen kräftig an – wer den Christkindelsmärik erleben will, bucht im Frühsommer, nicht im November. Ähnliches gilt für die Plenarwochen des Europäischen Parlaments, in denen Delegationen und Personal große Kontingente belegen; die Sitzungstermine stehen lange vorher im Kalender des Parlaments und lohnen einen Blick vor der Buchung. Und rechne beim Auto fest mit dem Parkhaus, denn Hotels auf der Insel haben fast nie eigene Stellplätze.

Hotels in Straßburg

Alle 5 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Restaurants in Straßburg und was in der Winstub auf den Tisch kommt

Eine Winstub erkennst du an drei Dingen – dunkler Holzvertäfelung, karierten Vorhängen und einer Karte, die auf eine Seite passt.

Die Winstub ist keine Restaurantkategorie, sondern eine Haltung. Ursprünglich schenkten Weinhändler in ihren eigenen Stuben aus und kochten dazu, was den Wein vertrug; geblieben sind kleine Räume mit Vertäfelung, blanke Tische ohne Tischtuch und Wirte, die dir sagen, was heute gut ist. Chez Yvonne gilt seit 1873 als bekannteste Adresse dieser Art und liegt wenige Schritte vom Münster, ebenso das Winstub Le Clou und Le Tire-Bouchon. Am Quai Saint-Nicolas führt Au Pont Corbeau eine familiengeführte Variante mit ungewöhnlich guter Weinkarte, und Richtung Petite France kocht das Fink'Stuebel die deftige Großmutterküche.

Auf der Karte stehen immer dieselben vier, fünf Dinge, und das ist gut so. Die Choucroute garnie ist ein Berg mild gesäuertes Kraut mit Kartoffeln, Speck, Kasseler und mehreren Wurstsorten – bestellt wird sie für Hungrige, nicht für Kostproben. Der Baeckeoffe ist ein Schmortopf aus drei Fleischsorten und Kartoffeln, über Nacht in Weißwein mariniert und im geschlossenen Tontopf gegart; früher brachten die Frauen ihn am Waschtag zum Bäcker in den Ofen. Dazu kommen Fleischschnacka, in Nudelteig gerollte Fleischreste aus der elsässischen Resteküche, die im südlichen Sundgau zu Hause ist, und zum Schluss Kougelhopf oder eine Tarte aux quetsches.

Getrunken wird elsässisch, und das heißt zuerst Weißwein. Riesling trocken und mineralisch zum Kraut, Gewurztraminer üppig und würzig zum Munsterkäse, dazu Pinot Gris, Sylvaner und als Aperitif ein Crémant d'Alsace. Fast alle Winstubs schenken offen aus, oft im grünstieligen Glas oder im Krug. Das Elsass ist zugleich die wichtigste Bierregion Frankreichs, die großen Brauereien sitzen in Schiltigheim und Obernai, und ein gezapftes Bier zum Flammekueche ist die legitimere Kombination als jeder Wein. Der Flammekueche selbst, hauchdünn ausgerollt mit Rahm, Zwiebeln und Speck, kommt traditionell abends auf den Tisch.

Drei praktische Dinge zum Schluss. Erstens wird in Frankreich später gegessen als in Deutschland – der Abendservice beginnt meist gegen 19 Uhr, um halb sieben stehst du vor verschlossenen Türen. Zweitens haben viele Winstubs feste Ruhetage, häufig Sonntag und Montag, und die guten Adressen im Zentrum sind an Wochenenden und im gesamten Advent ohne Reservierung kaum zu bekommen. Drittens ist der Service in der Rechnung enthalten, Trinkgeld ist eine Geste und kein Pflichtprozentsatz. Wer mittags günstig essen will, fragt nach der Formule oder dem Plat du jour, dem Tagesgericht deutlich unter Abendpreis.

Restaurants in Straßburg

Touren & Ausflüge

Bootsfahrten, Touren und Ausflüge ab Straßburg

Die eine Aktivität, die in Straßburg fast jeder macht, dauert rund siebzig Minuten und beginnt an der Ill unterhalb des Palais Rohan.

Die Rundfahrt mit Batorama ist der beste erste Programmpunkt, weil sie dir vom Wasser aus die Geografie der Stadt erklärt, für die du sonst zwei Tage brauchst. Vom Anleger am Palais Rohan geht es westwärts durch die Schleusen der Petite France, vorbei an den Ponts Couverts und dem Barrage Vauban, dann über die nördlichen Kanäle an der Neustadt entlang und hinaus zum Europaviertel, wo Parlament und Europarat direkt am Wasser stehen. Kommentar gibt es über Kopfhörer in vielen Sprachen, Deutsch inklusive. In der Hochsaison und im Advent buchst du besser vorab.

Wer lieber selbst etwas macht, findet in Straßburg eine ganze Reihe kulinarischer Workshops. Am beliebtesten ist der Flammkuchen-Kochkurs, bei dem du den Teig selbst ausziehst, belegst und anschließend mit einem Glas Elsässer dazu isst – ein halber Abend in kleiner Runde und eine verlässliche Beschäftigung, wenn draußen der Regen quer über die Insel zieht. Daneben gibt es geführte Rundgänge mit thematischem Schwerpunkt, von der Architektur der Neustadt über die Geschichte der jüdischen Gemeinde bis zu Verkostungstouren durch Käseläden, Metzgereien und Weinhandlungen der Altstadt.

Der klassische Tagesausflug führt an die Elsässer Weinstraße. Sie beginnt keine zwanzig Kilometer westlich in Marlenheim und zieht sich von dort weit nach Süden bis Thann, vorbei an Obernai, Barr, Ribeauvillé und Riquewihr. Ohne Auto nimmst du eine geführte Kleingruppentour ab Straßburg, die meist zwei bis drei Winzerdörfer mit Verkostungen kombiniert – die bequemere Lösung, weil du beim Probieren nicht ans Steuer musst. Mit dem eigenen Wagen planst du höchstens drei Stopps und lässt jemanden nüchtern fahren, denn die Gendarmerie kontrolliert auf dieser Strecke gern.

Und dann gibt es die Straßburger Spezialität, den Ausflug ohne Ausflug – die Tram fährt über den Rhein nach Kehl. Auf halbem Weg liegt der Jardin des Deux-Rives, ein Park, der sich über beide Ufer zieht und durch die Fußgängerbrücke von Marc Mimram verbunden ist; du stehst mitten über dem Rhein, links Frankreich, rechts Deutschland. Für Familien lohnt außerdem der Parc de l'Orangerie mit Storchengehege, Bootsweiher und kleinem Tierpark, und wer einen ganzen Tag investieren mag, erreicht den Europa-Park in Rust auf der deutschen Seite in gut einer Stunde.

Aktivitäten & Touren in Straßburg

Advent & Weihnachtsmarkt

Der Christkindelsmärik und Straßburg im Advent

Von Ende November an verteilt sich der Markt über ein Dutzend Plätze, und der große Baum auf der Place Kléber ist nur der auffälligste Teil davon.

Christkindelsmärik
Christkindelsmärik

Der Christkindelsmärik geht auf das Jahr 1570 zurück und ist damit einer der ältesten Weihnachtsmärkte Europas. Er entstand aus dem älteren Nikolausmarkt, den die Stadt nach der Reformation umwidmete – aus dem Markt des heiligen Nikolaus wurde der des Christkinds, und der elsässische Name blieb bis heute hängen. Ursprünglich stand er rund um die Kathedrale, zog 1830 auf die Place Kléber und erst 1870 auf die Place Broglie, wo bis heute die traditionellen Hütten stehen. Als Capitale de Noël vermarktet sich die Stadt seit 1992, und der Titel ist weniger Marketing als Beschreibung, denn im Advent verändert sich das Stadtbild vollständig.

Der Markt ist kein Platz, sondern ein Netz. Auf der Place Kléber steht der große geschmückte Baum, den die Stadt jedes Jahr aus den Vogesen holt; an der Place Broglie reihen sich die traditionellen Hütten, an der Place de la Cathédrale drängt sich alles um das beleuchtete Münster, und in der Petite France sowie rund um die Place Gutenberg kommen weitere Stände dazu. Jeder Platz hat einen eigenen Schwerpunkt, vom Kunsthandwerk über elsässische Spezialitäten bis zum Gastland, das jedes Jahr wechselt. Die Fassaden der Altstadt sind zusätzlich dekoriert, oft bis in den zweiten Stock hinauf.

Praktisch heißt Advent in Straßburg vor allem eines, nämlich Andrang. An den Adventswochenenden ist die Insel voll, die Grande Île wird weitgehend zur Fußgängerzone, an den Zugängen gibt es Kontrollen, und Hotelzimmer sind über Wochen ausgebucht und deutlich teurer als sonst. Spürbar entspannter ist es von Montag bis Donnerstag, besonders am frühen Nachmittag und nach dem Abendessen. Mit dem Auto solltest du gar nicht erst anreisen, sondern die Park-and-Ride-Plätze am Rand nutzen oder mit der Bahn kommen. Die genauen Markttermine gibt die Stadt jedes Jahr neu bekannt. Und eine Enttäuschung nimmst du besser vorweg – während der Marktwochen entfällt der Apostelumzug der astronomischen Uhr, den musst du dir für eine Reise außerhalb des Advents aufheben.

Gegessen wird im Stehen. Vin chaud, der elsässische Glühwein, kommt weiß oder rot; dazu Bredele, die kleinen Weihnachtsplätzchen in einem Dutzend Sorten, Mannele aus Hefeteig, Bretzeln und Flammekueche vom Blech. An Handwerk findest du elsässische Keramik, Glas und Holzschmuck zwischen deutlich mehr Massenware, als der Ruf des Marktes vermuten lässt – schau genau hin, bevor du etwas einpacken lässt. Wer den Advent eine Nummer kleiner sucht, fährt für einen Tag nach Colmar oder in eines der Weinstraßendörfer, die an den Adventswochenenden ihre eigenen Märkte aufbauen.

Anreise & Mobilität

Anreise nach Straßburg aus Deutschland und unterwegs in der Stadt

Aus Offenburg, Karlsruhe oder Kehl liegt Straßburg näher, als viele deutsche Großstädte untereinander entfernt sind.

Mit der Bahn ist Straßburg aus dem deutschen Südwesten fast ein Nahverkehrsziel. Von Offenburg fahren Regionalzüge in etwa einer halben Stunde, von Karlsruhe brauchst du je nach Verbindung um die vierzig Minuten, aus Stuttgart und Frankfurt gibt es umsteigefreie Fernverbindungen, und von Paris ist die Stadt per TGV in weniger als zwei Stunden erreichbar. Der Bahnhof selbst ist eine Sehenswürdigkeit – über den Sandsteinbau von 1883 wurde 2007 eine gewölbte Glashaut gespannt, sodass die alte Fassade heute in einer Halle steht. Von dort läufst du in einer knappen Viertelstunde zum Münster.

Mit dem Auto ist die Grenze schnell erreicht, das Problem beginnt erst danach. Für die Eurométropole Strasbourg gilt eine Umweltzone, du brauchst also eine französische Crit'Air-Plakette an der Windschutzscheibe, die vorab online bestellt und per Post zugeschickt wird. Die Altstadt ist weitgehend verkehrsberuhigt und für Ortsfremde ein Labyrinth aus Einbahnstraßen. Die klügste Lösung sind die Parkings-relais an den Endhaltestellen der Tram; der Tagestarif dort schließt in der Regel die Hin- und Rückfahrt mit der Tram für alle Insassen ein und kostet einen Bruchteil einer Innenstadt-Tiefgarage.

In der Stadt selbst brauchst du vor allem gute Schuhe. Auf der Grande Île kommst du zu Fuß schneller voran als in jedem Fahrzeug, und Autos spielen dort ohnehin kaum eine Rolle. Für alles außerhalb – Europaviertel, Neustadt, Esplanade, Kehl – fährt die Tram mit sechs Linien in dichtem Takt; Tickets ziehst du am Automaten an der Haltestelle und entwertest sie vor dem Einsteigen, ein Tagesticket rechnet sich meist ab der dritten Fahrt. Straßburg gilt außerdem als Fahrradstadt Frankreichs, mit mehreren hundert Kilometern Radweg im Stadtgebiet und einem städtischen Verleihsystem.

Fliegen lohnt aus Deutschland selten. Der Flughafen Strasbourg-Entzheim liegt südwestlich der Stadt und ist per Shuttlezug in wenigen Minuten mit der Gare Centrale verbunden, wird aus deutschen Städten aber kaum direkt angeflogen; Baden-Airpark und der EuroAirport bei Basel sind die realistischeren Alternativen. Zwei Kleinigkeiten zum Schluss – die Tramlinie D fährt über den Rhein bis nach Kehl und macht die deutsche Nachbarstadt zur Park- und Übernachtungsoption, und die städtischen Museen von Palais Rohan über das Musée Alsacien bis zum Œuvre Notre-Dame sind dienstags geschlossen und machen an den übrigen Werktagen zusätzlich eine Mittagspause, was du bei der Tagesplanung einkalkulieren solltest.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Praktische Tipps

Praktische Straßburg-Tipps für Sprache, Eintritte und den Wochenrhythmus

Zwei Kleinigkeiten ersparen dir hier die meisten schiefen Momente – ein Bonjour beim Eintreten und ein Blick auf den Wochentag.

Astronomische Uhr
Astronomische Uhr

Ein Wort entscheidet über den Ton, und das ist bonjour. Wer einen Laden, eine Bäckerei oder eine Winstub betritt, ohne zu grüßen, gilt als unhöflich – mit einem Bonjour, Madame oder Bonjour, Monsieur bekommst du dagegen Geduld, auch wenn dein Französisch nach zwei Sätzen endet. Deutsch wird in Hotels, Museen und vielen Lokalen verstanden, weil die Nachbarschaft nah ist, aber der erste Satz bleibt französisch. Und schau in der Altstadt an die Hausecken: Unter den französischen Straßenschildern hängen die elsässischen Namen, aus einer Rue wird dort eine Gass. Gezahlt wird fast überall mit Karte, kleine Stuben und Marktstände nehmen trotzdem gern Bargeld.

Der teuerste Teil eines Straßburg-Tages sind selten die Eintritte. Der Innenraum des Münsters kostet nichts, ebenso die Église Saint-Thomas mit ihrer Silbermann-Orgel, der Gang durch die Neustadt und die Ufer der Ill; Geld verlangen am Münster nur die Plattform und die astronomische Uhr, und beide Tickets löst du direkt an der Kasse. Wer mehrere Museen plant, fragt gleich am ersten Schalter nach der Tageskarte für die städtischen Häuser, die vom Palais Rohan bis zum Musée Alsacien alle einschließt. Das Leitungswasser ist einwandfrei, die Flasche füllst du an jedem Brunnen mit dem Hinweis eau potable auf.

Der Kalender bestimmt in Straßburg mehr als das Wetter. Sonntags haben die Geschäfte mit wenigen Ausnahmen geschlossen, dafür sind Museen und Parks offen und die Gassen gehören den Spaziergängern – im Advent ist das anders, dann öffnen die Läden auch am Sonntag. Rechne außerdem mit dem Kopfsteinpflaster der Altstadt, das jeden Rollkoffer und jede dünne Sohle bestraft, und im Hochsommer mit der Hitze, die zwischen den Fassaden der Insel stehen bleibt. Ein Schirm gehört trotzdem in den Tagesrucksack, denn über der Rheinebene ziehen Schauer schnell durch und sind ebenso schnell wieder weg.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Straßburg – und welches zu dir passt

Grande ÎleGrande ÎleDie von zwei Ill-Armen umflossene Altstadtinsel ist seit 1988 als Ganzes UNESCO-Welterbe. Münster, astronomische Uhr, Palais Rohan, Place Kléber und die großen Einkaufsstraßen liegen hier so dicht beieinander, dass du für den ersten Tag nichts brauchst außer flachen Schuhen.Ideal für: Erstbesuch & Altstadt1 TagPetite FrancePetite FranceDas ehemalige Gerber-, Müller- und Fischerviertel im Südwesten der Insel, mit Fachwerkgiebeln, offenen Trockendachböden und Schleusen zwischen den Häusern. Am Westende folgen die Ponts Couverts und der Barrage Vauban mit seiner Aussichtsterrasse über den vier Ill-Armen.Ideal für: Fachwerk & Wasser½ TagNeustadtNeustadtDas deutsche Kaiserviertel, ab 1871 nördlich und östlich der Altstadt angelegt – breite Achsen, Gründerzeitfassaden und als Zentrum die Place de la République mit einstigem Kaiserpalast, Universitätsbibliothek und Theater. Seit 2017 gehört das Ensemble zum UNESCO-Welterbe der Grande Île.Ideal für: Architektur & Spaziergang½ TagKrutenauKrutenauSüdöstlich der Insel liegt Straßburgs Ausgehviertel, historisch das Quartier der Gemüsegärtner und Schiffer. Enge Gassen und Fachwerkgiebel treffen auf eine dichte Reihe kleiner Bars, Bistros und Küchen, und weil die Universität um die Ecke liegt, ist das Publikum abends jung und laut.Ideal für: Abends ausgehen½ TagQuartier EuropéenQuartier EuropéenIm Nordosten stehen Europäisches Parlament, Europarat und Menschenrechtsgerichtshof innerhalb weniger Gehminuten am Wasser, Architektur der 1970er bis 1990er, betont offen und transparent. Rundherum ist es überraschend grün – zwischen den Institutionen liegen Kanalufer, Wiesen und Laufwege, auf denen halb Straßburg nach Feierabend unterwegs ist.Ideal für: Europa & Park½ TagEsplanadeEsplanadeÖstlich der Altstadt entstand in den 1960er-Jahren auf dem Gelände der geschleiften Vauban-Zitadelle ein Wohn- und Campusviertel. Zwischen Hochhäusern und Universitätsgebäuden liegt der Parc de la Citadelle, in dessen Rasen die Reste der alten Bastion bis heute stecken.Ideal für: Campus & Grün2 Stunden
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Straßburg mit Wetter und Festen im Jahreslauf

Straßburg liegt in der Oberrheinebene, einem der wärmsten Winkel Mitteleuropas – dafür staut sich im Sommer die Hitze zwischen den Fassaden, und im Winter hängt der Hochnebel manchmal tagelang über der Ebene.

Das Klima ist gemäßigt mit deutlich kontinentalem Einschlag, also kältere Winter als an der Küste, warme und teils schwüle Sommer und ein langer, sonniger Herbst. Der Rheingraben wird von den Vogesen im Westen abgeschirmt, weshalb hier weniger Regen fällt als in den Bergen, dafür im Hochsommer regelmäßig Werte über 30 Grad erreicht werden. Für die Reiseplanung zählt der Kalender allerdings mindestens so viel wie das Thermometer – der Advent stellt die ganze Stadt um, und in den Plenarwochen des Europäischen Parlaments werden Hotelzimmer knapp.

Jan5°-1°Hochnebel, leere Museen
Feb7°0°kalt und klar oder grau
Mär12°3°erste Terrassen am Mittag
Apr17°6°mild, die Ill-Ufer werden grün
Mai21°10°lange Abende, ideal
Jun24°13°warm, Musik im Freien
Jul26°15°heiß, Abende am Wasser
Aug26°15°schwül, halbe Stadt in Ferien
Sep21°11°Weinlese im Elsass, ruhig
Okt16°8°klares Licht, gute Preise
Nov9°3°grau, zum Monatsende voll
Dez6°1°Christkindelsmärik, teuer

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Straßburg sind Mai, Juni und September. Dann liegen die Höchstwerte zwischen 21 und 24 Grad, die Terrassen an Ill und Münsterplatz sind bis spät besetzt, und weder Hochsommerhitze noch Adventsandrang treiben die Preise. Der Oktober ist die unterschätzte Alternative mit klarem Licht über den Weinbergen und deutlich günstigeren Zimmern. Juli und August funktionieren, verlangen aber Pausen im Schatten. Und der Dezember ist keine Reisezeit, sondern eine eigene Entscheidung – wer den Christkindelsmärik will, nimmt Andrang und hohe Raten in Kauf und kommt am besten unter der Woche.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Straßburg

Wie viele Tage sollte man für Straßburg einplanen?
Ein voller Tag reicht für die Grande Île mit Münster, astronomischer Uhr, Petite France und einer Bootsfahrt auf der Ill. Zwei Tage sind die bessere Wahl, weil dann die Neustadt, das Europaviertel und der Parc de l'Orangerie dazupassen. Mit drei Tagen hängst du einen Ausflug nach Colmar, an die Weinstraße oder auf den Mont Sainte-Odile an.
Was sollte man in Straßburg auf keinen Fall auslassen?
Den Innenraum des Münsters mit dem Engelspfeiler und den mittelalterlichen Fenstern, den Apostelumzug der astronomischen Uhr um 12:30 Uhr, den Gang durch die Rue du Bain-aux-Plantes in der Petite France und die Dachterrasse des Barrage Vauban. Dazu ein Abendessen in einer Winstub und, wenn die Zeit reicht, den Aufstieg auf die Münsterplattform.
Wie kommt man auf die Plattform des Straßburger Münsters?
Der Aufgang liegt außen an der Südseite der Kathedrale, an der Place du Château, und ist vom Innenraum getrennt – du brauchst also ein eigenes Ticket. Rund 330 Stufen einer engen Wendeltreppe führen auf 66 Meter Höhe; oben blickst du über die Altstadt hinweg zu den Vogesen und über den Rhein in den Schwarzwald. Tickets gibt es ausschließlich vor Ort an der Kasse, weder Onlinevorverkauf noch Zeitfenster – komm in der Hochsaison früh, und rechne damit, dass der letzte Aufstieg deutlich vor der Schließung liegt.
Wann läuft der Apostelumzug der astronomischen Uhr?
Um 12:30 Uhr, weil die Uhr ihren Mittag eine halbe Stunde später ansetzt als die Stadt – aber nicht an jedem Tag: An Sonn- und Feiertagen mit Gottesdienst um 11 Uhr entfällt der Besuch, und während der Weihnachtsmarktzeit findet er gar nicht statt. Der Einlass läuft von 11.30 bis 12 Uhr über den Portail Saint-Michel an der Place du Château, um zwölf startet ein Einführungsfilm, und das Ticket ist separat vom übrigen Kirchenbesuch. Wer die Figuren gut sehen will, sollte rechtzeitig anstehen.
Wie kommt man aus Deutschland ohne Auto nach Straßburg?
Am einfachsten mit der Bahn. Von Offenburg fahren Regionalzüge in etwa einer halben Stunde, von Karlsruhe dauert es je nach Verbindung um die vierzig Minuten, und aus Stuttgart und Frankfurt gibt es umsteigefreie Fernzüge. Aus Kehl bringt dich die Tramlinie D über den Rhein direkt ins Zentrum – die entspannteste Variante, wenn du auf deutscher Seite parkst.
Wo parkt man in Straßburg am besten?
Nicht in der Altstadt. Die Parkings-relais an den Endhaltestellen der Tram sind die günstigste Lösung, der Tagestarif enthält dort in der Regel die Hin- und Rückfahrt mit der Tram für alle Insassen des Wagens. Alternativ stellst du das Auto in Kehl ab und fährst mit der Tramlinie D hinüber. Innenstadt-Tiefgaragen gibt es, sie kosten aber ein Vielfaches.
Braucht man für Straßburg eine Umweltplakette?
Ja. Für die Eurométropole Strasbourg gilt eine Umweltzone, und dafür brauchst du eine französische Crit'Air-Plakette an der Windschutzscheibe. Sie wird online bestellt und per Post zugeschickt, du solltest also ein bis zwei Wochen vor der Reise daran denken. Welche Fahrzeugklassen betroffen sind, wird schrittweise verschärft – prüfe das kurz vor der Fahrt.
In welchem Viertel wohnt man in Straßburg am besten?
Auf der Grande Île bist du mitten im Geschehen und läufst überall hin, zahlst dafür aber am meisten. Die Petite France ist die ruhigere Variante am Wasser, das Viertel um die Gare Centrale die günstigere mit kurzem Fußweg, und die Neustadt bietet hohe Altbauzimmer mit guter Tram-Anbindung. Kehl auf deutscher Seite ist die Sparoption.
Lohnt sich eine Bootsfahrt auf der Ill?
Als Einstieg ja. Die Rundfahrt dauert rund siebzig Minuten, führt durch die Schleusen der Petite France und hinaus zum Europaviertel und sortiert dir die Stadtgeografie in einem Rutsch. Den Kommentar hörst du über Kopfhörer auch auf Deutsch. In der Hochsaison und im Advent solltest du vorab buchen, sonst stehst du am Anleger in der Schlange.
Wie voll ist Straßburg zur Weihnachtsmarktzeit?
An den Adventswochenenden sehr voll. Die Grande Île wird weitgehend zur Fußgängerzone, an den Zugängen gibt es Kontrollen, und Hotels sind über Wochen ausgebucht. Wer den Christkindelsmärik in Ruhe erleben will, kommt von Montag bis Donnerstag und legt den Bummel auf den frühen Nachmittag oder die Zeit nach dem Abendessen.
Was kostet ein Städtetrip nach Straßburg?
Im Rahmen einer französischen Großstadt, also etwas über deutschem Niveau bei Hotel und Abendessen. Den Unterschied macht das Datum – im Advent und in den Plenarwochen des Parlaments kosten Zimmer im Zentrum ein Vielfaches. Wer unter der Woche im Oktober oder Januar reist und mittags das Plat du jour nimmt, kommt deutlich günstiger davon.
Was kann man in Straßburg bei Regen machen?
Das Palais Rohan vereint drei Museen unter einem Dach, nebenan zeigt das Musée de l'Œuvre Notre-Dame die Originalskulpturen der Kathedrale, und das Musée Alsacien am Quai Saint-Nicolas erklärt das ländliche Elsass. Dazu das Münster selbst, ein Flammkuchen-Kochkurs am Nachmittag und die überdachte Rundfahrt auf der Ill.
Welcher Ausflug ab Straßburg lohnt sich?
Colmar ist mit dem Zug in gut einer halben Stunde erreichbar und der naheliegendste Tagesausflug. Die Elsässer Weinstraße beginnt keine zwanzig Kilometer westlich in Marlenheim und lässt sich als geführte Kleingruppentour auch ohne eigenes Auto fahren. Wer Landschaft und Aussicht will, nimmt den Mont Sainte-Odile hoch über der Rheinebene.

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StraßburgÜber den Dächern der Ill-Insel steht ein Turm aus rosa Vogesensandstein, der mehr als zweihundert Jahre lang das höchste Bauwerk der Welt war.

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